7 Feb
Erfahrungsbericht von Robin S.

Universitat Autònoma de Barcelona


Stadt: Barcelona
Land: Spanien
Kontinent: Europa
Studienrichtung: Entrepreneurship, Wirtschaft, Internationale BWL
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 09/2023 bis 12/2023
Heimathochschule: Heidenheim DHBW

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Vorbereitung

International Office, College Contact und UAB: Die Koordination der Anmeldung an der Universitat Autónoma de Barcelona (UAB) erfolgte über College Contact nach Anmeldung des Auslandssemesters beim International Office. Die Agentur ist der offizielle Ansprechpartner für deutsche Studierende, die an der UAB studieren möchten und steht somit bei jeglichen Fragen zur Verfügung. Die Kommunikation lief reibungslos und alle Informationen wurden rechtzeitig mitgeteilt. Das International Office bleibt jedoch Ansprechpartner bei DHBW-spezifischen Themen und Fragen rund um die Anrechnung von Studienleistungen, Koordination mit dem eigenen Studium und vor der Auswahl der UAB als Partnerhochschule. Außerdem teilt das International Office vor dem Auslandssemester mit, ob weitere Studierende der DHBW Heidenheim im selben Semester an der UAB studieren, somit können hier frühzeitig Kontakte geknüpft werden, um sich kennenzulernen. Das kann bereits vor dem Auslandssemester sehr wertvoll sein, da man bereits Kontakte in der neuen Umgebung vorfindet.

Studiengangspezifische Vorbereitung

Die UAB bietet eine breite Auswahl an verschiedenen Kursen an. Je nach Absprache mit der Studiengangsleistung ist eine Anrechnung von bestimmten Fächern an das DHBW-Studium möglich, beziehungsweise sogar nötig. Hier ist es vor allem für Studierende der Fakultät Wirtschaft möglich, anrechenbare Kurse zu finden. Ich empfehle, die Kurswahl an der UAB nach erster Vorauswahl mit der Studiengangsleitung zu besprechen, um möglichst alle Studienleistungen im Ausland anrechnen lassen zu können. Dabei ist ein Blick in den Rahmenstudienplan des jeweiligen Studiengangs sehr hilfreich. Je nach Kulanz der Studiengangsleitung müssen die Kurse nicht vollständig übereinstimmen, sollten sich jedoch in ähnlichen Themenfeldern bewegen. Die Anrechnung der Leistungen erspart Stress nach dem Auslandssemester (Nachschreibeklausuren usw.) und sind in vielen Fällen sogar Pflicht, da eine Widerholung von mehreren Studienleistungen nach dem Auslandssemester teilweise nicht möglich ist. Daher unbedingt ein Augenmerk auf diese Thematik legen und im Vorhinein ein Learning Agreement unterschreiben (lassen).

Zwar ermöglicht das Auslandssemester mehr Freizeit als während der DHBW-Theoriephasen, dennoch empfehle ich, keine „Altlasten“ (z.B. Projektarbeiten, Portfolios, ...) mit ins Auslandssemester zu nehmen. Ich habe beispielsweise meine Abgabe der Projektarbeit 2 um fast ein halbes Jahr vorverschoben, um diese nicht im Ausland schreiben zu müssen. Sollten die Semesterzeiten nicht vollständig mit den eigenen Theorie- und Praxisphasen übereinstimmen, so können auch hier Lösungen gefunden werden. Wichtig ist es immer, frühzeitig das Gespräch mit der Studiengangsleitung und dem Arbeitgeber zu suchen.

Administratives

Innerhalb der EU ist kein Visum nötig, jedoch empfiehlt es sich, eine Número de Identidad de Extranjero (NIE) zu beantragen. Diese kann bei offiziellen Terminen, beispielsweise in Ämtern, hilfreich sein, ist jedoch ein administrativer Aufwand, da diese erst vor Ort beantragt werden kann. Zahlreiche Kommiliton*innen haben auf die Registrierung verzichtet und sind selten auf Probleme gestoßen.

Zahlungstechnisch ist das Bezahlen per Kreditkarte weit verbreitet. Es lohnt sich, eine Kreditkarte zu beantragen, da Bargeld selbst eine untergeordnete Rolle spielt. Im Regelfall fallen im europäischen Ausland keine zusätzlichen Gebühren an, dennoch muss dies vor Antritt des Semesters individuell abgeklärt werden. Ich selbst habe in knapp vier Monaten weniger als 100 Euro Bargeld benötigt und zu jeder Zeit nur einen „Notgroschen“ Bargeld an mir getragen. Im europäischen Ausland ist man automatisch mit der eigenen Krankenversicherung versichert, dennoch lohnt es sich, eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Diese ist in verschiedenen Angeboten bereits mitinbegriffen (z.B. Kreditkarten, Service-Mitgliedschaften, usw.). Daher überprüft unbedingt, ob man selbst nicht bereits zusätzlich auslandskrankenversichert ist. Die eigene Gesundheitskarte umfasst im Regelfall auch die europäische Gesundheitskarte (Rückseite). Ist dies nicht der Fall, so ist es wichtig, eine solche bei der eigenen Krankenkasse vorzeitig zu beantragen.

Transport

Angekommen in Barcelona lohnt es sich, ein T-jove-Quartalsticket zu kaufen. Dies kann nach vorheriger Terminvereinbarung in einem von zahlreichen U-Bahnhofsbüros gekauft werden. Dies kostet 40 Euro für drei Monate und umfasst nahezu alle öffentlichen Transportmittel in Barcelona und Umland. Bei einem Aufenthalt von einem Semester (vier Monate) empfehle ich, bei der Ankunft am Flughafen ein Monatsticket (T-usual) für 20 Euro zu kaufen und im zweiten Monat auf das T-jove-Ticket umzusteigen. Eine Fahrt mit dem Aerobus kann, je nach Wohnungsort, vorteilhaft sein, jedoch ist der Flughafen auch via U-Bahn, Bus und Regionalzug erreichbar, die allesamt in den Monatstickets mitinbegriffen sind. Im Allgemeinen ist der ÖPNV in Barcelona sehr gut ausgebaut und preiswert. Auch Fernverkehrszüge und Flüge ab Barcelona sind vergleichsweise günstig, weswegen zahlreichen Wochenendetrips nichts im Wege steht. Zu Beginn des Auslandssemesters lohnt es sich, sich mit einer der Touristenbustouren einen Überblick über die gesamte Stadt zu verschaffen. Dies ist zwar nicht ganz billig und kann einen gesamten Tag einnehmen, jedoch kann man in dieser Zeit sein Auslandssemester planen und ein erstes Gespür für die Stadt erhalten.

Wohnungssuche

Wie oben bereits beschrieben, habe ich mich mit zwei Kommiliton*innen in Verbindung gesetzt, die in der selben Zeit ihr Auslandssemester an der UAB absolvieren. Da wir uns auf Anhieb sehr gut verstanden haben, haben wir uns dazu entschieden, gemeinsam eine WG zu eröffnen und eine Wohnung anzumieten. Diese haben wir über SH Barcelona gefunden. Eine Buchung über eine der bekannten Agenturen ist, auch aufgrund anfallender Agenturgebühren, vergleichsweise teuer (in unserem Fall ca. 850€ p.P. / Monat), jedoch hatten wir zu dritt eine wunderschöne Wohnung im Zentrum Barcelonas. Alternativen sind die Anmietung von Privatpersonen (Achtung: Betrugsmaschen sind in Barcelona Gang und Gebe, dies mussten bereits Kommiliton*innen erleben) und der Einzug in eine WG. Beide Alternativen sind günstiger (ca. 550 – 750€ p.P. / Monat). Wir haben sehr gute Erfahrungen mit unserem Anbieter gemacht, wer jedoch auch in den „eigenen vier Wänden“ in ein neues und internationales Umfeld eintauchen möchte, dem empfehle ich einen alleinigen Einzug in eine internationale WG.

Studium

Die Casa Convalescencia (UAB-Campus) liegt mitten in der Stadt nahe der Sagrada Familia und im selben Block wie das Recinte Modernista da Sant Pau sowie die medizinische Fakultät der UAB. Gegenüber dem Hauptcampus, welcher circa eine Zugstunde vom Stadtzentrum entfernt ist, bietet das im Jugendstil errichtete Gebäude zahlreiche Lernmöglichkeiten (u. a. eine Bibliothek) und eine besondere Studienatmosphäre mitten in der Stadt. Der Campus ist gut via U-Bahn und Bus erreichbar, meine Kommiliton*innen und ich wohnten 15 Minuten Fußweg entfernt. Das Unigebäude ist ein echter Hingucker, da verzeiht man diesem auch teils instabile Internetverbindungen und Klimaanlagenausfälle.
Das Studium an der UAB ist im Vergleich zur DHBW sehr ähnlich, aber dennoch unterschiedlich. Die Vorlesungen erfolgen in überschaubaren Kursgrößen, in welchen aktive Mitarbeit einen wichtigen Teil einnimmt. Die mündliche Mitarbeit und Anwesenheit ist Teil der Abschlussnote. Insgesamt ist die Abschlussnote aufgeteilt in mehrere Klausuren (mid-term und final exam), individuelle assignments, Gruppenassignments sowie Anwesenheit und mündliche Mitarbeit. Einerseits waren regelmäßig benotete Abgaben fällig, andererseits liegt der Druck nicht auf einer einzigen Endklausur, welche die gesamte Kursnote darstellt. Hausaufgaben, individuelle Projekte und Gruppen-präsentationen sind Alltag an der UAB. Diese müssen größtenteils außerhalb der Vorlesungszeiten vorbereitet werden, dennoch ist der Arbeitsaufwand im Vergleich zur DHBW geringer, das intellektuelle Niveau niedriger bis ähnlich.

Ein Kurs gibt 6 ECTS-Punkte, je nach Bedarf werden im Regelfall zwischen drei und fünf Kursen gewählt. Diese bestehen aus zwei Vorlesungen à eineinhalb Stunden pro Woche. Je nach Kurswahl hat man an zwei bis vier Tagen Vorlesung, da auf den Freitag keine Vorlesungen fallen. Das ist ein großer Vorteil, da man somit mindestens drei Tage am Stück jede Woche frei hat.

Ein wichtiger Aspekt in der Kurswahl ist die Add & Drop-Periode, welche die ersten beiden Vorlesungswochen umfasst. Diese Zeit bietet die Möglichkeit, Kurse noch zu ändern und somit den eigenen Vorlesungsplan zu optimieren. Ich hatte so die Möglichkeit, durch einen Kurswechsel meine Vorlesungen auf zwei Vorlesungstage pro Woche zu reduzieren (siehe unten). Wichtig ist hier, dass auch ein Kurstausch mit der eigenen Studiengangsleitung abgeklärt werden muss. Im besten Fall werden bereits vorzeitig mehr Kurse abgesegnet als belegt werden. Somit hat man die Flexibilität, ohne Unsicherheit bezüglich der Anrechnung, Kurse wechseln zu können.
Ich selbst habe die folgenden vier Kurse belegt, welche ich allesamt für mein viertes Semester an der DHBW Heidenheim anrechnen lassen kann.

International Business bei Francesc Llobet: Dieser Kurs gibt eine Einführung in den Kontext internationalen Wirtschaftens (Globalisierung), beleuchtet Elemente, die internationale Geschäftsentscheidungen beeinflussen (Kultur, Handel, Regulierung, Finanzen, ...) und erklärt praxisnah internationale Geschäftsstrategien in verschiedenen Bereichen. Abschluss jeder Vorlesungswoche ist eine Gruppenpräsentation, die eine weitere Beschäftigung mit dem Thema nach der Vorlesung erfordert. Der letzte Teil wird von Gruppenprojektpräsentationen begleitet, in welchen die vorgestellten Geschäftsstrategien auf multinationale Unternehmen angewendet werden. Alle Gruppenpräsentationen werden während der Vorlesungszeit vorgestellt, dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Dennoch ist der Kurs auch für die Soft Skills (englische Sprache, Präsentieren) eine klare Empfehlung, da er durch dessen Praxisnähe einen breiten Überblick bietet. Die Note setzt sich aus zwei Klausuren, verschiedenen Gruppenpräsentationen, dem Abschlussprojekt und mündlicher Mitarbeit zusammen.

E-Commerce and Online Businesses bei Otilia Driga: Dieser Kurs ist unterteilt in eine Einführung in E-Commerce, verschiedene Online-Business-Geschäftsmodelle und Methoden des Online-Marketings. Abschließend wird im Rahmen eines Gruppenprojekts das Erlernte in die Praxis umgesetzt. Zur Wahl stehen die Analyse eines besteheneden E-Commerce-Unternehmens sowie die Einführung eines neuen E-Commerce-Startups. In diesem Kurs werden keine Klausuren geschrieben, das Abschlussprojekt ersetzt diese. Darüber hinaus zählen regelmäßige Abgaben und die mündliche Mitarbeit in die Abschlussnote. Diesen Kurs kann ich jedem empfehlen, der bisher keine Berührungspunkte mit E-Commerce hatte, jedoch mehr darüber erfahren möchte. Mit Vorerfahrungen, wie in meinem Fall, ist der Kurs ein Selbstläufer, da ein Großteil der Vorlesungsinhalte bereits bekannt und die Komplexität eher unterdurchschnittlich sind.

Entrepreneurship and New Venture Creation bei Sébastien Bauer: Die Intention dieses Kurses ist es, in den 15 Vorlesungswochen die Gründungsphase eines Start-Ups zu durchlaufen. Die Studierenden können selbst entscheiden, ob sie diesen Kurs als Simulation nutzen möchten oder tatsächlich an der Gründung ihres Start-Ups arbeiten. Der Professor ist ein erfahrener und aktiver Consultant, der mit hohen Ansprüchen und Motivation diesen Kurs zu einer Herausforderung, aber auch zu meinem Favoriten avancieren ließ. Mit Input-Sessions am Anfang jeder Vorlesung sowie anschließenden Arbeitsphasen konnte der Kurs Learning-by-Doing geführt durch diesen Prozess gehen. Alle Abgaben am Ende jeder Vorlesung wurden mit Feedback versehen, damit die Gruppe diese weiter optimieren konnte. Dies war ein zusätzlicher Arbeitsaufwand, der jedoch sehr gerne in Kauf genommen wurde. Für diesen Kurs habe ich persönlich am meisten Zeit aufgewendet. Abgeschlossen wurde der Prozess mit einem Investment Pitch, der denselbsen Aufbau echter Startup Pitches folgt. In diesem Kurs konnte ich neben den Vorlesungsinhalten jede Menge Soft Skills wie Koordination, Präsentation, Priorisierung und Arbeitsmethoden erlernen, womit diese Vorlesung eine absolute Empfehlung ist!

International Economics bei Ferran Armada: Der Kurs International Economics ähnelt VWL-Vorlesungen an der DHBW. Der Professor ist ein erfahrener Ökonom mit Witz und jeder Menge Sachverstand, womit die theorielastigen Vorlesungen aufgefrischt wurden. Theorien der internationalen VWL wurden mit aktuellen Themengebieten gekreuzt und beleuchtet. Neben dem Vorlesungsstoff wurden aktuelle Geschehnisse in den Vorlesungen besprochen. Zu den behandelten Themengebieten zählten die klassischen Handelstheorien, politische Ökonomie sowie internationale Finanzmärkte. Als Praxisbeispiel wurde die Europäische Union beleuchtet. Ein spannender Aspekt dieses Kurses war die Verteilung der Studierenden: Ein erheblicher Teil stammte aus den USA und aus Europa, wodurch verschiedene Perspektiven und Ansichten diskutiert werden konnten. Neben den benoteten Abgaben zählt eine vergleichsweise umfangreiche Hausarbeit (ca. 2000 Wörter) mit zugehöriger fünfminütiger Präsentation zu den Deliverables. Darüber hinaus werden zwei Klausuren geschrieben und die mündliche Mitarbeit benotet.

Freizeit

Barcelona ist eine Touristenmetropole, die zahlreiche Möglichkeiten bietet. Neben den weltbekannten Sehenswürdigkeiten (u. a. La Sagrada Familia, La Pedrera – Casa Mila, Park Güell) gibt es in Barcelona im Bereich Kultur und Natur viel zu entdecken. Die Stadt ist ein kultureller Schmelztiegel und Gegenstück zur „konservativen“ spanischen Hauptstadt Madrid.
Architektur: In verschiedenen Szenevierteln (u. a. El Born, El Raval) gibt es zahlreiche junge und kleine Geschäfte, die eine besondere Atmosphäre kreieren. Die Stadt ist architektonisch mehr als sehenswert: Die Vielseitigkeit der Stadt spiegelt sich auch in den Formen und Farben der Gebäude wider, von der traditionellen Altstadt (Barri Gotic) bis hin zu neuen Stadtvierteln (Poblenou).

Kultur: Es gibt eine Vielzahl von Museen und weiteren kulturellen Attraktionen zu entdecken, die zu gewissen Wochen- und Tageszeiten ihre Türen kostenlos öffnen (Vorreservierung von Tickets nötig). Als kulturelles Highlight meines Auslandssemesters in Barcelona ist die Mercè, das „Stadtfest“ Barcelonas, zu nennen, während welchem die Stadt in all ihren Vorzügen erlebt werden kann. Auch die Konzerte in einem der schönsten Konzertsäle der Welt (Palau de la Música Catalana) darf man sich keinesfalls entgehen lassen.

Natur: Barcelona bietet viele Möglichkeiten, die Natur in und rund um die Stadt zu genießen. Mein persönlicher Lieblingsort in Barcelona ist der Parque de la Ciutadella, sowie der anschließende Passeig de Lluís Companys und Arc de Triomph. Auf dem Montjuïc, auf welchem auch verschiedene Sportanlagen der olympischen Spiele 1992 zu finden sind, sind der botanische Garten und Friedhof eine Reise wert. Rund um Barcelona gibt es jede Menge Möglichkeiten zum Wandern (u. a. Montserrat) und Mountainbike fahren (u. a. Garraf). Die Costa Brava, die Küste Barcelonas, bietet kilometerlange Strände, die teils unberührt und unentdeckt sind.

Gastronomie & Nachtleben: Barcelona bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Küchen. Die katalanische Küche selbst spielt zwar eher eine untergeordnete Rolle, jedoch wird die spanische Küche (Tapas, Paella) in Barcelona gelebt. Darüber hinaus ist jedoch auch für jeden etwas dabei (siehe in der Übersicht unten). Besonders herausheben möchte ich die Tapas-Bar „La Esquinita de Blai“, auch das Cercle in der Altstadt ist einen Besuch wert. Besonders beim Thema Essen und Trinken gilt es zu beachten, dass innerhalb der Stadt große Preisunterschiede bestehen. Meidet man hochfrequentierte Touristenbereiche, so kann man in Barcelona preiswert Essen gehen, wobei das Angebot extensiv und vielseitig ist. Neben Essen und Trinken ist das Nachtleben in Barcelona nahezu endlos. Es gibt jede Nacht Möglichkeiten, in einem der zahlreichen Nachtclubs feiern zu gehen (u. a. Razzmatazz, Jamboree, Strandclubs). Wer es etwas ruhiger angehen lassen möchte, kann sich mit Freunden in einer Bar treffen. Aufgrund der Vielzahl an Angeboten versuchen Anbieter, ihre Lokalitäten durch Besonderheiten zu differenzieren (u. a. Dow Jones Bar, in der die Preise wie an der Börse schwanken). Abschließend gibt es auch einige Rooftop-Bars. Diese sind zwar ziemlich teuer, bieten aber einen  atemberaubenden Blick auf die Stadt.

Einkaufen: Wer Einkaufen geht, hat hierzu in Barcelona zahlreiche Möglichkeiten. Wir haben in dem Viertel El Clot gewohnt, welches zu den lebenswertesten Vierteln Barcelonas zählt. Die Zugänglichkeit alltäglicher Bedürfnisse ist in der gesamten Stadt gedeckt, jedoch wird man sich nach der Ankunft wundern, dass keine Drogeriemärkte auffindbar sind. Diese gibt es in Spanien als solche nicht, dafür sind die Drogerieabteilungen in den Supermärkten umfassender als die in deutschen Supermärkten. Obwohl es auch deutsche Supermarktketten wie Lidl und Aldi in Barcelona gibt, habe ich die besten Erfahrungen mit der Supermarktkette Mercadona gemacht, vor allem im Bereich Verfügbarkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis. Zum Shoppen bietet sich der Passeig de Gràcia , die Prachtallee Barcelonas, sowie das Viertel El Born und die zahlreichen Einkaufszentren der Stadt an. An diesen Orten sind die meisten weltweit bekannten Marken und Namen für jeden Geldbeutel vertreten.

Sport: Barcelona ist eine Stadt des Sports. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Outdoor-Fitnessstudios an der kilometerlangen Strandpromenade bieten die Möglichkeit für Kraftsport und Joggen zu jeder Tageszeit. Auch Beachvolleyball ist eine weit verbreitete Sportart in Barcelona. In gesonderten Bereichen ist es möglich, als Gruppe eigene Volleyballfelder aufzubauen oder allein bei anderen Sportlern miteinzusteigen. Zusammen mit dem wunderschönen Wetter bietet das Auslandssemester beste Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen.

Tages- & Wochenendtrips: Wie bereits angemerkt, ist es ab Barcelona sehr einfach und günstig, Ausflüge zu unternehmen. Hierzu gehören Tagestrips zu nahegelegenen Orten wie Sitges, der Costa Brava und dem Montserrat. Im Regelfall sind diese Reiseziele mit dem Regionalzug erreichbar und in das T-jove-Ticket inkludiert. Für weitere Reisen bieten sich die preiswerten Angebote der Erasmus-Agenturen an. Während dieser Busreisen lernt man jede Menge neue internationale Studierende kennen. Dabei gibt es wechselnde Ausflüge an allen Wochenenden des Jahres. Ich habe in einigen dieser Reisen unter anderem Andorra, Valencia und Girona besucht und viele neue Freunde kennengelernt. Wer über den Tellerrand Kataloniens hinausschauen möchte, dem bieten sich auch die Möglichkeiten größerer Wochenendtrips. Ich hatte das Glück, von Freitag bis Montag vorlesungsfrei zu haben. Zudem gibt es im Wintersemester einige Feiertage in Spanien, die den Studierenden die Reiseplanung weiter vereinfacht. Folglich habe ich die Wochenenden für einige große Ausflüge genutzt, die ich entweder allein, oder mit Kommiliton*innen, unternommen habe. Zu meinen Wochenendausflügen gehörten Mallorca, Lissabon, Madrid und Sevilla. Weitere Ausführungen zu diesen Trips würden den Rahmen sprengen, aber lasst mich so viel sagen: Sie haben sich gelohnt!

Tipps & Tricks

Barcelona ist als Taschendiebstahlparadies bekannt, dies mussten auch Kommiliton*innen schmerzhaft erfahren. Folglich ist es wichtig, Wertsachen nur bei sich zu tragen, wenn dies absolut erforderlich ist. Außerdem empfiehlt es sich, den eigenen Personalausweis sowie Reisepass mitzunehmen, da man bei Verlust eines Dokuments nach wie vor nach Hause fliegen kann. Außerdem sind mit einem Reisepass auch Auslandsreisen außerhalb der EU, beispielsweise nach Marokko, möglich.

Die bekannten Touristenattraktionen in Barcelona sind vergleichsweise teuer. Spart euch diese möglichst auf Besuche von Freunden oder Familie auf, sodass ihr die Eintrittspreise nicht doppelt zahlen müsst. Apropos Besuche: Es lohnt sich, Besuch erst ab dem zweiten Monat eures Auslandssemesters zu empfangen, denn bis dahin habt ihr euch bereits selbst einen Überblick verschafft und könnt euren Besucher*innen als gut informierte Reiseführer dienen. Ob ihr wie ich auf Eintritte in einige bekannte Gebäude verzichtet, ist euch überlassen. Jedoch sind diese auch von außen absolut sehenswert – und kostenlos. Nicht entgehen lassen dürft ihr euch allerdings, die Sagrada Familia zu besichtigen. Sie ist ein Beispiel der Schönheit menschlicher Schaffenskraft, dies müsst ihr unbedingt einmal auf euch wirken lassen. Wer weitere Informationen rund um die höchste Kirche der erhalten möchte, kann diese über den inkludierten Audioguide erfahren.

Museumsbesuche sind in zahlreichen Museen der Stadt am ersten Sonntag jedes Monats kostenlos, manche Kulturstätten bieten auch andere kostenlose Eintrittszeiten an. Hierbei muss beachtet werden, dass die Kontingente schnell vergriffen sind und man somit frühzeitig Tickets online reserviert. Da Touristenattraktionen in Barcelona ziemlich teuer sind, kann hier ein erheblicher Betrag gespart werden.
Die Mercè ist das jährliche Stadtfest in Barcelona und war ein Highlight meines Auslandssemesters. Während eines verlängerten Wochenendes Ende September bietet die Stadt zahlreiche Kulturveranstaltungen (Konzerte, Museen, Sport, Umzüge), die in der gesamten Stadt verteilt sind. Während dieser Zeit ist die Stadt zwar ziemlich überlaufen, dennoch lohnt es sich, möglichst viele Veranstaltungen von früh bis spät zu besuchen (alle kostenlos). Tipps sind die Castells (Menschentürme am Plaça de Sant Jaume), die Umzüge der Gigantes auf der Rambla, der Fire Run auf dem Passeig de Grácia sowie das Abschlussfeuerwerk am Plaça de España.

Barcelona ist auch eine Stadt der Sonnenuntergänge: Es ist eine Attraktion für sich, den Sonnenuntergang von verschiedenen Ecken der Stadt anzusehen. Die beliebtesten Sonnenuntergangsdestinationen sind der Tibidabo, die Bunkers El Carmel und dem Piscina Municipals de Montjuïc. Keine Sorge: An diesen Sonnenuntergängen sieht man sich nicht satt. Ein weiterer Geheimtipp: Bereitet euch ein Picknick vor und fahrt rechtzeitig mit eurem T-jove-Ticket mit dem Regionalzug zum Platja de Cestelldefels, um dort den Sonnenuntergang zu betrachten. Wer eher Frühaufsteher ist, kann sich am Platja del Bogatell ein Stand-Up-Paddle mieten, um auf dem Wasser die Sonne zu begrüßen oder beim Sunrise Yoga vor dem W-Hotel teilnehmen.

Wie bereits angesprochen, ist Barcelona, auch aufgrund seiner geografischen Lage, ein idealer Auslandssemesterort für Studierende, die auch weitere Orte erkunden möchten. Die Transportinfrastruktur in Barcelona ist sehr gut ausgebaut, darüber hinaus gibt es zahlreiche preiswerte Möglichkeiten, an Erasmus-Reisen teilzunehmen. Ich habe an verschiedenen Busreisen teilgenommen, an welchen man jeweils neue Freunde kennenlernen und Orte erkundigen konnte.

Erasmus-Events bieten die Möglichkeit, neue Mitstudierende kennenzulernen und Aktivitäten auszuüben. Neben zahlreichen Aktivitäten in der Stadt profitieren Studierende von Vorteilen wie Gratis-Eintritten und Rabatten, selbst als Studierender dieses Programms, welches bekanntlich nicht zu Erasmus zählt. So zählen freie Eintritte in Nachtclubs zu den Vorteilen, hier kann mit ein wenig Recherche jede Menge Geld gespart werden.

Die Vorlesungszeiten ermöglichen zahlreiche Wochenendtrips. Nutzt die Wochenenden auch für Ausflüge über die Stadtgrenzen hinaus. So schnell, einfach und günstig ist es von Deutschland aus nicht möglich, Spanien zu bereisen. Vor allem kann ich Sevilla, Valencia und Mallorca als Reiseziele empfehlen. Macht euch frühzeitig Gedanken, welche großen Ausflüge ihr unternehmen möchtet, und gleicht diese mit eurem Semesterplan ab, damit ihr möglichst viel in eurem Auslandssemester erleben könnt. Auch Spontanität gehört immer dazu, daher stresst euch nicht allzu sehr. Eine gute Balance ist hier entscheidend.

Must-Do’s

Kultur & Sehens-würdigkeiten

  • La Sagrada Familia

  • Museen: MNAC, MUHBA, MACBA, Museo de Picasso, Moco, Born CCM, Banksy

  • La Mercè (Volksfest Barcelona)

  • Plaça de Sant Jaume

  • Plaça Catalunya

  • Plaça de Espanya

  • Arc de Triomph

  • Plaça Reial

  • Kloster von Pedalbres

  • W Hotel    

  • El mural del petó

  • Poble Espanyol

  • Palau de la Música Catalana

  • Casa Mila, Casa Battló, Casa Vicens

  • Recinte Modernista de Sant Pau

  • Catedral de Barcelona

  • Port Vell

  • Mercado de La Boquería

  • Passeig de Lluis Company

  • Cementiri de Montjuïc

  • Plaça de Rei

Natur    

  • Parque de la Ciutadella

  • Parque de Pedralbes

  • Costa Brava

  • Tibidabo

  • Bunkers El carmel

  • Parque Güell

Sport   

  • FC Barcelona: Fußball, Handball, Basketball, Museum

  • Camp Nuo, Palau Blaugrana  

  • Playa de Barceloneta, Playa de Bogatell

  • Estadi Olímpic Lluís Companys

Stadtviertel    

  • El Poblenou

  • Gràcia

  • El Clot

  • Barceloneta

  • Sant Martí  

  • Eixample

  • El Born

  • Barri Gotic

  • El Raval

  • Sants-Montjuïc

Einkaufen

  • Passeig de Gràcia

  • Arenas de Barcelona

  • La Rambla

  • Maremagnum

  • Glòries   

  • Avenida del Portal de l’Àngel

  • Mercadona (Supermarkt)

  • Fnac (Medien, Elektronik)

  • Munich (interessante Marke)

Essen & Trinken  

  • La Esquinita de Blai

  • Restaurant Colom

  • Bodega Oliva

  • Eleven BCN

  • Parking Pizza

  • Da Nanni – Tallers – Trattoria

  • Salts – Terrassa Bar

  • Mariposa Negra Cocktail Bar

  • Bar-Terraza Ayre Rosselló    

  • B-One Palau de Mar

  • Cercle

  • Trigo Coffee

  • Dow Jones Bar

  • Vinitus

  • Bobby’s Free

  • 100 Montaditos

  • Orient Express Cocktail Bar

  • Aperol Spritz Bar

Feiern  

  •  Jamboree

  • Razzmatazz    

  • Strandclubs (Pacha, Opium, Shoko, …)

  • … und viele mehr

Studium  

  •  UAB Casa Convalescència

  • UAB Hauptcampus

  • Biblioteca Gabriel García Márquez

Transport  

  • Sants Estació (“Hauptbahnhof”)

  • Estació de Franca (Regionalbahnhof)    

  • Catalunya (Haupt-U-Bahnhof)

  • Aeroport Terminal 1+2 (Flughafen)

Tagesausflüge  

  • Montserrat

  • Sitges, Castelldefels, Garraf

  • Girona, Figueres & Besalú

  • Costa Brava (Strände)    

  • Andorra

  • Tarragona

  • Badalona

Wochenendausflüge  

  •  Madrid

  • Valencia

  • Sevilla  

  • Mallorca

  • Lissabon

Wochentrips  

  • Andalusien + Gibraltar

  • Marokko    

  • Kanaren

  • Balearen

Kosten & Finanzierung:

Kosten

  • Studiengebühren (ca. 3.000€)

  • Wohnung (ca. 3.000€)

  • Transport & Reisen (ca. 2.000€)

  • Lebenshaltung & Freizeit (ca. 2.000€)

= ca. 10.000€  

Finanzierung   

  • Studiengehalt

  • BW-Stipendium (1.800€)

  • Sonstiges

Fazit

Das Auslandssemester als solches ist eine „Investition in das Humankapital“ (Zitat Studiengangsleitung). Diese Aussage kann ich als solche nur bestätigen. Trotz der erheblichen Kosten (ca. 10.000€) war das Auslandssemester in jedem Fall eine gewinnbringende Erfahrung, die mich nicht nur akademisch, sondern auch persönlich weiterentwickelte. Ich kann allen Studierenden ein Auslandssemester als solches empfehlen. Barcelona als Studienort ist eine Stadt zahlreicher Möglichkeiten und vielfältiger Kultur. Die Kombination Stadt, Strand und Sonne sind abseits der Vorlesungszeiten unterstützende Faktoren bei der Lebensqualität. Ein vibrantes Umfeld, neue Bekanntschaften und Wochenendtrips möchte ich nicht missen. Neben dem Studium selbst bieten sich endlose Möglichkeiten, die Stadt, sowie ganz Spanien, zu erkunden. Die Atmosphäre in der Stadt ist sehr positiv und die Menschen sehr herzlich. In dieser Zeit konnte ich jede Menge Wissen, aber auch Soft Skills erwerben und weiterentwickeln (Sprachen, Kommunikation, Organisation), die mich auf meinem Weg nachhaltig und langfristig unterstützen werden.

Ich danke der DHBW (International Office und Studiengangsleitung), meinem Arbeitgeber Amazon, der UAB sowie College Contact für die Ermöglichung meines Auslandssemesters.