17 Jan
Erfahrungsbericht von N. N.

University of California San Diego

Stadt: San Diego
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: VWL
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 09/2010 bis 12/2010

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Im Rahmen meines Master-Studiums habe ich die Möglichkeit wahrgenommen als Freemover in die USA zu gehen. Nachdem ich eine ganze Reihe von Universitäten kontaktiert hatte, entschied ich mich zu einer Bewerbung an der UC San Diego. Die Gründe hierfür sind schnell genannt: Im Bereich Economics zählt die UCSD zu den besten amerikanischen Adressen, die Studiengebühren sind dank Quarter-System relativ gering, und die Universität liegt im sonnigen Südkalifornien.
Bei der Bewerbung habe ich die exzellente Unterstützung durch College-Contact in Anspruch genommen. Die Aufnahmechancen erhöht es sicherlich nicht, aber es erspart einem einigen Aufwand und Kosten (bspw. GRE- und TOEFL-Test Scores versenden lassen). Aus meiner Sicht war die Hürde zur Aufnahme aber nicht primär die generelle Bewerbung an der Universität, sondern die Zulassung zu den einzelnen Kursen vor Ort. Ich bekam jedenfalls recht bald meine Zusage von der UCSD zusammen mit einigen Informationen rund um die Themen Einreise, Flug, Unterkunft, Registrierung, Krankenversicherung. Bei all diesen Punkten ist auch College-Contact stets sehr hilfsbereit. Daher gab es hier auch keine Probleme.
Für alle Interessierten: Das F1-Studentenvisum kostet rund 400 CHF und erfordert lediglich einen Besuch der Botschaft. Den Flug sollte man zeitnah buchen und als (obligatorische) Krankenversicherung empfiehlt sich aus meiner Sicht eine Zusatzversicherung eurer bestehenden KV.
Angekommen an der UCSD landet man zunächst bei der Einführung durch die UCSD Extension. Hierbei handelt es sich um eine separate Einheit der Universität, welche die internationalen Studenten betreut. Stellt euch daher darauf ein, dass ihr in mancher Hinsicht zunächst mal als Studenten zweiter Klasse behandelt werdet. Das betrifft insbesondere die Kurswahl, bei der ihr euch nicht online einschreiben könnt. Stattdessen müsst ihr die Professoren einzeln kontaktieren und um Aufnahme bitten. Nebenbei bemerkt besteht hier ein deutlicher Unterschied zwischen Undergraduate und Graduate Students: Als Bachelor könnt ihr euch im Fach Economics erst in der dritten Semesterwoche eintragen, während Masterstudenten schon von der ersten Woche an ihre Kurse fest wählen können (dafür jedoch in jedem Fall 100 Dollar Kursgebühr zahlen müssen).
Ich hatte mich für drei Kurse entschieden, was 12 US-Credits und somit 18 ECTS entsprachen. Dies ist auch die Anzahl, welche in den Studiengebühren ($5.700 alles in allem, wurde aber inzwischen deutlich angehoben!) enthalten sind. Zusätzliche Kurse, auch Sprachkurse, müssen separat bezahlt werden.

Meine Kurse waren folgende:

Econ 247. Empirical Topics in International Economics (Prof. Muendler)
Ein Kurs für Doktoranden im zweiten oder dritten Jahr, der sich sehr vertieft mit handelstheoretischen Modellen auseinander setzt. Das Anforderungsniveau hat es in sich, der Aufwand ist durch zwei wöchentliche Hausaufgaben, eine Präsentation und ein Research Proposal hoch, aber dafür habe ich auch sehr viel gelernt. Von den Ursprüngen bei Ricardo bis zu den neuesten Modellen wird das gesamte Spektrum abgedeckt und die Studenten sind verpflichtet alle relevanten Paper zu lesen und zusammen zu fassen. Für jeden am Thema interessierten Studenten kann ich nur eine absolute Empfehlung aussprechen, zumal Professor Muendler extrem kompetent und freundlich ist.

IRCO 412. Globalization, the World System and the Pacific (Prof. Naughton & Prof. Haggard)
Dieser Kurs wird vom IR/PS Department angeboten und behandelt sämtliche ökonomischen und politischen Aspekte der Globalisierung: die Entstehung globaler Märkte, Finanzströme, Verteilungseffekte, multinationale Organisationen und Firmen, Auswirkungen von Entwicklungshilfe, sowie die Finanzkrise von 2008. Das breite Spektrum schlägt sich in einer sehr umfangreichen Literaturliste nieder. Auch hier sind wieder sämtliche Texte Pflichtlektüre, sodass der Aufwand ebenfalls ziemlich hoch ist. Des Weiteren müssen vier Assignments, eine Midterm und Final Exam geschrieben werden. Der Lohn der Mühen ist ein sehr guter Überblick über sämtliche relevanten Themen der aktuellen Globalisierungsdebatte.

IRGN 486. Economic and Social Development of China (Prof. Naughton)
Für den Bereich Reflexionskompetenz habe ich mir einen sehr guten Kurs über die Entwicklung Chinas ausgesucht. Professor Naughton gilt als hoch angesehener Experte für die Chinesische Wirtschaft und kann daher anhand seines Buches einen exzellenten Einblick in die Errungenschaften und Probleme der aufstrebenden Nation bieten. Aus meiner Sicht sollte ein solcher Kurs eigentlich verpflichtend sein für jeden Studenten, da man unheimlich viel über die zweitwichtigste Volkswirtschaft der Erde lernt und China häufig viel zu kurz im Studium kommt. Also auch hier eine glasklare Empfehlung von meiner Seite. Das Anforderungsniveau ist nicht ganz so hoch wie in den beiden anderen von mir gewählten Kursen. Neben zwei Midterms gibt es ein Research Paper (etwa 15 Seiten) und eine Präsentation zu erledigen.

Insgesamt habe ich also drei sehr interessante Kurse belegen können und hatte bei der Einschreibung dafür keinerlei Probleme. Ganz im Gegenteil, die Professoren haben sich über meine Anfrage sehr gefreut und waren auch während des Semesters stets erreichbar. Ein Blick auf die Webseiten der UCSD sollte euch die Möglichkeit geben, zu erkennen, ob auch interessante Kurse im für euch relevanten Semester angeboten werden. Üblicherweise ist die Auswahl jedoch sehr gross.

Nun noch ein paar Sätze zum Leben abseits der Universität. Natürlich bietet die Lage eine ideale Voraussetzung für phantastische Ausflüge. Ich selbst habe mit anderen Austauschstudenten u.a. folgende Orte besucht:

  • Las Vegas: eine in jeder Hinsicht beeindruckende Stadt, unbedingt besuchen, sehr preiswert und nur fünf Autostunden von San Diego entfernt.
  • Grand Canyon: etwa drei Stunden von Las Vegas nach Osten, zweifelsohne ein Muss, auf dem Weg unbedingt am Hoover Dam vorbei fahren.
  • San Francisco: gute acht bis zehn Stunden von San Diego entfernt, aber mit sehr empfehlenswerter Küstenstrasse (Highway 1) und auch sonst jeden Aufwand wert, eine wunderschöne Stadt
  • Los Angeles: dank einer einheimischen Studentin konnte ich die schönen Seiten der Riesenstadt sehen, Hollywood zählt sicher nicht dazu
  • Joshua Tree National Park: ein beeindruckender Nationalpark, rund drei Stunden von San Diego entfernt, unbedingt besuchen
  • San Diego: sehr schickes Gaslamp Quarter mit wunderbaren Restaurants, schöner Hafen, phantastische Strände in Mission Beach, PB, und La Jolla
  • Man stellt jedoch recht bald fest, dass all diese Ausflüge extrem viel Zeit kosten, welche durch die universitären Pflichten jedoch ohnehin schon arg beschränkt ist (falls ihr Bachelor-Student seid: für euch sieht die Sache anders aus, ihr habt sicher mehr Zeit). Daher sollte man einige Wochen vor Semesterbeginn anreisen und sich noch ein paar Wochen nach den Finals gönnen.

Schon Fernweh bekommen?

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Kosten:
Ohne jeden Zweifel ist ein Austauschsemester an der UCSD nicht günstig. Mit Studiengebühren (rund 6.000 Dollar), Miete (rund 1.000 Dollar monatlich) und sonstigen Ausgaben auf Schweizer Niveau solltet ihr bis zu 15.000 Dollar einplanen. Die Wochenend-Trips und Shopping (günstige & schöne Outlet-Stores!) schlagen ja auch noch zu Buche. Andererseits sollte auch beachtet werden, dass praktisch alle anderen guten Unis in den USA bereits mehr als 10.000 Dollar Studiengebühren für ein Semester verlangen!

Auto:
Ich bin ohne Auto zurechtgekommen, was aber daran lag, dass mein Mitbewohner eins hatte. In jedem Falle benötigt man ein Auto fürs Einkaufen und Rumreisen. Für den Uni-Alltag tut es auch der kostenfreie Bus, wenn man nahe genug am Campus wohnt.

Unterkunft:
Ich habe das rundum-sorglos Paket von AC Housing schon vor meinem Abflug gebucht. Der Gedanke war, dass ich vor Ort keinerlei Zeit und Nerven mit der Wohnungssuche vergeuden möchte. Und für eine etwas erhöhte Miete bekommt man in der Tat ein sauberes, grosses, gut gepflegtes und nahe an der Uni gelegenes Apartment. Wenn ihr die Wahl habt, würde ich den Apartmentkomplex La Mirada empfehlen. Sehr ruhig, gute Lage, äusserst gepflegt und super Service. Alle, die vor Ort gesucht haben, sind meines Wissens auch nicht wesentlich billiger davon gekommen, hatten aber mehr Stress und ein gewisses Risiko.

TOEFL:
Wird für die Bewerbung benötigt, sollte aber für niemanden ein Problem darstellen.

Campus:
Der Campus der UCSD ist riesig und man wird entsprechend einige Kilometer hier zurücklegen. Dafür gibt es eine Vielzahl an schönen Plätzen und rund zwei Dutzend Restaurants von denen mir einzig Home Plate positiv in Erinnerung bleiben wird (nach einigen Wochen mag man kein Fast Food mehr sehen).

Wetter:
Es hat eigentlich immer 20-25°C und Sonne, selten wärmer oder kälter. Regen gab es in vier Monaten an vielleicht 5-10 Tagen (fällt eher nachts). Selbst im Dezember ist es meist noch über 18°C und sonnig, sodass es keine Winterkleidung braucht.

Alles in allem hatte ich eine phantastische Zeit in San Diego und kann jedem ein Auslandssemester dort empfehlen. Für euer Geld bekommt ihr die Möglichkeit an einer sehr angesehenen Universität in den USA zu studieren sowie das schöne Kalifornien zu erkunden.
Falls es weitere Fragen gibt, könnt ihr mir gerne eine Email schreiben!