5 Mai
Erfahrungsbericht von Miriam A.

San Diego State University

Stadt: San Diego
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: BWL
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 08/2013 bis 12/2013

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Als ich mich zusammen mit einer Kommilitonin entschlossen habe, ein Auslandssemester zu absolvieren, überlegten wir, was in Frage kommen würde. Da die Partner-Unis unserer eigenen Hochschule für den gewählten Zeitraum leider nicht zur Verfügung standen, wandten wir uns unverbindlich an College Contact, um zu erfahren, was für Möglichkeiten es gibt. Wir wurden total nett beraten, haben viele Informationen bekommen und entschlossen uns nach genauen Überlegungen für San Diego.
Die Vorbereitung und die Bewerbung über College Contact waren sehr gut. College Contact war sehr hilfsbereit und hat uns an Termine erinnert und bei Fragen weitergeholfen.

Leider wurden wir von College Contact nicht darüber informiert, dass es an der SDSU für internationale Studenten eigentlich nur möglich ist separate Kurse zu belegen. Das heißt, ein studentisches Zusammenleben an der SDSU mit amerikanischen Studenten war kaum möglich. Wir hatten diese speziellen Kurse nicht mal auf dem Campus, sondern in einem separaten Gebäude vor dem Campus. Das war eine riesen Enttäuschung, denn man entscheidet sich nicht für ein Auslandssemester in Amerika, um später ausschließlich mit internationalen Studenten (von denen bestimmt 80 % deutsch waren) zu studieren.
Es ist zwar generell möglich, einen einzigen regulären, amerikanischen Kurs zu „crashen“, das heißt, man geht zur ersten Vorlesung des Kurses und fragt den Professor, ob man noch in den Kurs aufgenommen werden kann. Da aber alle Amerikaner bereits vorher wählen dürfen und somit keine Plätze mehr für internationale Studenten frei sind, ist es nahezu unmöglich einen Kurs zu crashen. Wir haben es bei ein paar Kursen versucht und wurden bei all unseren Wunschkursen abgewiesen. Absolute Frechheit im Anbetracht dessen, wie viel Geld man bezahlt. Alle internationalen Studenten waren sehr enttäuscht von diesem System, weil natürlich alle gerne mit Amerikanern studieren wollten. Viele haben sich beim ALI beschwert, wurden aber sofort abgewimmelt.

Über das American Language Institut (ALI) kann ich leider nur Schlechtes berichten. Man wird abgewiesen und herablassend behandelt. Aus Versehen hatten wir uns in einen falschen Kurs eingetragen und wurden sofort getadelt. ALI sagte uns, wir haben gegen die Regeln verstoßen und wir standen von da an unter besonderer Beobachtung. Das heißt, wir mussten unterschreiben, dass wir bei jedem weiteren Fehler sowie bei einer schlechten Note (ab C- / 3,3) oder auch, wenn wir uns nicht tadellos benehmen oder mal keine Hausaufgaben machen, sofort von der Uni fliegen. Total übertrieben und ebenfalls eine absolute Frechheit dafür, dass wir uns aus Versehen in einen falschen Kurs eingetragen hatten. So ging es übrigens sehr vielen internationalen Studenten!

Man muss in die Uni viel mehr Zeit investieren als in Deutschland. Es ist nicht schwerer, aber es ist viel mehr zu lernen! Man hat nur wenig Freizeit, was sehr schade ist, weil man immerhin in Kalifornien ist!

Von den Unannehmlichkeiten im Bezug auf die Uni abgesehen, war das Leben neben der Uni in San Diego total spitze! Sonne, Strand und Meer! Sehr schöne Stadt, viel, was man sehen und unternehmen kann. Wochenend-Trips zum Grand Canyon, nach Las Vegas, Los Angelos und San Francisco sind einfach grandios, die Landschaften wie z. B. die Wüste einfach beeindruckend.

San Diego bietet viele Möglichkeiten in Studentenappartements oder auch WGs zu wohnen. Die Appartements auf dem Campus sollte man laut Aussage einiger Studenten besser nicht mieten. Sie sollen in einem schlechten Zustand sein, worum sich niemand kümmert. Die angrenzenden Studentenwohnheime, in Nebenstraßen, sind aber zu empfehlen. Wir haben im „Suites on Paseo“ gewohnt, ein Neubau, Erstbezug. Möbliertes Zimmer, Einzel- sowie Doppelzimmer mit eigenem Bad. Es gibt ein Bistro mit einem Mealplan, sodass es nicht schlimm ist, dass man keine eigene Küche hat. Dafür gibt es in jedem Zimmer eine Mikrowelle und einen Kühlschrank. Wir haben die Küche nicht vermisst. Außerdem hatten wir eine Laundry-Area und ein Fitnessraum.
Es gibt auch viele WGs, sowohl am Strand als auch in der College-Area. Da es vom Strand bis zur Uni aber ca. 20 Minuten (Morgens in der Rushhour um einiges länger) Fahrzeit mit dem Auto ist, sollte man sich gut überlegen, ob man wirklich am Strand wohnen will.

Alles in Allem kann ich die SDSU aufgrund der zahlreichen Unannehmlichkeiten und der fehlenden Kooperation des ALI leider nicht empfehlen. Außerdem verfehlt es den Sinn eines Auslandssemesters, wenn man von dem eigentlichen amerikanischen Campusleben total ausgeschlossen wird. Zum Leben würd ich gerne wieder nach San Diego zurückgehen, aber auf keinen Fall würde ich noch mal an der SDSU studieren.