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Hawai'i Pacific University
Erfahrungsbericht

von Niklas K.

22
Jan.
2026

Informationen

Hochschule: Hawaii Pacific University
Stadt: Honolulu
Land: USA
Studienrichtung: Wirtschaftsingenieurwesen
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 08/2025 bis 12/2025
Heimathochschule: Fachhochschule Bielefeld

Bewertungen

Hochschule:
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Studieninhalte:
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Studienbedingungen:
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Freizeit:
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Spaß:
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Gesamtbewertung:
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Fotos (7)

Planung und Vorbereitung

Ich wollte schon immer mal für eine längere Zeit im Ausland leben. Da es in meinem Studiengang (Wirtschaftsingenieurwesen) die Möglichkeit gibt, das Praxissemester durch ein Auslandsstudium zu ersetzen, war das der perfekte Weg. Ein riesiger Vorteil war, dass ich alle meine regulären Bachelor-Module schon bestanden hatte. Ich konnte vor Ort einfach das wählen, was mich persönlich interessiert hat.

 

Da die Partnerhochschulen meiner Heimatuni von den Standorten oder Unterrichtssprachen nicht zu 100 % gepasst haben, habe ich mich entschieden, das Ganze als „Free Mover“ zu machen. Meine Kriterien waren: Weit weg, englischsprachiger Unterricht, eine interessante Stadt, Strand und vor allem warmes Wetter, trotz Wintersemester.

 

Zuerst dachte ich, Hawaii wäre unbezahlbar. Aber als ich auf die Hawaii Pacific University (HPU) gestoßen bin, wirkte das im Vergleich zu Australien oder anderen US-Unis gar nicht mehr so unrealistisch. Je mehr ich über die Inseln, die Kultur und die HPU gelesen habe, desto mehr wollte ich genau da hin.

 

Organisation und Bewerbung

Sehr geholfen hat mir dabei College Contact. Die Organisation habe ich über die Webseite meiner Hochschule gefunden; sie hilft Free Movern kostenlos bei der Bewerbung und agiert quasi wie eine Vermittlungsagentur.

 

Der Papierkram für die USA ist allerdings nicht ohne. Für das Visum musste ich extra zum US-Konsulat nach Frankfurt. Das war ziemlich stressig, weil es kaum Termine gab, nachdem die Konsulate vorher einen Monat geschlossen hatten. Zudem ist es teuer: Etwa 180 Dollar für den Termin, 350 Dollar SEVIS-Gebühr und nochmal ca. 27 Dollar Versandgebühr, damit man den Reisepass per Post wiederbekommt. Dazu kommen die Fahrtkosten nach Frankfurt.

 

Impfungen brauchte ich keine speziellen. Wichtig ist aber eine Auslandskrankenversicherung für die Einschreibung an der Uni und meistens eine „Renters Insurance“ (Mieterversicherung) für die Wohnung vor Ort.

 

Anreise

Ich habe meine Flüge recht kurzfristig gebucht, was den Preis auf ca. 1.500 € getrieben hat (auch weil ich an Weihnachten zurückwollte). Ich bin mit der Bahn nach Frankfurt und dann über Anchorage (Alaska) nach Honolulu geflogen – fast 30 Stunden Reisezeit. Wer früher bucht, findet Flüge oft schon für 800 bis 1.000 €.

Kosten und Finanzierung

Man muss es klar sagen: Hawaii ist teuer. Da es Inseln mitten im Pazifik sind, muss fast alles importiert werden.

 

Finanzierung

 

Ich habe verschiedene Quellen genutzt, um die Kosten zu decken:

 

  • PROMOS-Stipendium: 450 € monatlich (bewilligt für 2 Monate).
  • Mobilitätsstipendium: Einmalig 500 €.
  • HPU Stipendium: Als deutscher Student bekommt man an der HPU automatisch einen Nachlass auf die Studiengebühren („Tuition Waiver“). Statt ca. 18.000 Dollar zahlt man dann „nur“ 6.500 Dollar. Achtung: Dazu kommen noch ca. 1.000 Dollar an Semestergebühren (Fees).
  • Auslands-BAföG: Damit hatte ich fest für den Zuschuss zu den Gebühren geplant (ca. 5.600 €). Leider kam das Geld wegen vieler Nachforderungen des Amtes erst im November an. Plant also unbedingt genug Puffer ein, um die ersten Monate auch ohne BAföG überbrücken zu können.

 

Ausgaben vor Ort (Schätzung)

 

  • Miete: 2.000 Dollar/Monat.
  • Lebensmittel: Ca. 900 Dollar/Monat (bei ca. 4x Essen gehen pro Woche). Supermärkte sind sehr teuer.
  • Freizeit: Ca. 800 Dollar/Monat (stark abhängig von Reisen und Ausflügen).
  • Transport: In Honolulu günstig.

 

Finanz-Tipps:

 

Ich habe ein Konto bei Revolut eröffnet, um gebührenfrei in Dollar zu zahlen. Einkaufen geht man am besten bei Walmart, das ist am günstigsten. In Restaurants kommen auf die Preise auf der Karte immer noch Steuern und ca. 20 % Trinkgeld obendrauf.

 

Unterbringung

Ich habe mir privat eine Wohnung über die Webseite „Furnished Finders“ gesucht. Das nutzen eigentlich reisende Arbeitskräfte (z.B. Pflegepersonal), ist aber super für Studenten, da hier ausschließlich möblierte Wohnungen für mehrere Monate gemietet werden können. Ins Wohnheim wollte ich nicht, da man sich dort ein Schlafzimmer teilen muss.

 

Da ich sehr spät dran war, fand ich erst kurz vor knapp ein Studio in Lower Punchbowl / Ala Moana für 2.000 Dollar. Die Lage war super, eher unter Einheimischen und nah zur Uni. Allerdings war die Wohnung bei meiner Ankunft ziemlich dreckig. Ich musste erst mal ordentlich putzen und einiges an Ausstattung kaufen, bis ich mich wohlgefühlt habe.

 

Ein wichtiger Tipp: Viele Wohnungen auf Hawaii haben keine dichten Fenster, sondern Glaslamellen (Jalousie-Fenster). Diese sind nicht schalldicht und die warme Luft kommt immer rein. Da es tagsüber über 30 Grad sind und nachts um die 25 Grad, braucht man unbedingt eine Klimaanlage (A/C). Achtet darauf bei der Suche, sonst hält man es nachts kaum aus.

 

Studium an der HPU

Ich habe diese vier Kurse belegt:

 

  • Nutrition: Eat Smarter
  • Spanish for Beginners
  • Personal Finance
  • Managing Diversity in the Workplace (nur diesen habe ich mir anrechnen lassen).

 

Niveau und Lehre

 

Das Niveau an der HPU ist im Vergleich zu Deutschland deutlich niedriger. Der Lernaufwand war sehr gering; ich habe ohne zu lernen in allen vier Fächern eine 1,0 (A) bekommen.

 

Es gibt Anwesenheitspflicht und viele kleine Hausaufgaben, die aber schnell erledigt sind und die Note aufbessern. Die Klausuren waren fast alle Multiple Choice, Open Book und online.

 

Ein Gespräch mit meinem Spanisch-Professor war dazu sehr aufschlussreich. Er erklärte mir, dass er weiß, dass der Kurs für internationale Studenten oft zu langsam und langweilig ist. Aber da die Studenten in den USA extrem viel Geld zahlen, werden sie eher als „Kunden“ gesehen. Er kann den Kurs nicht zu schwer machen oder viele durchfallen lassen, sonst bekommt er schlechte Bewertungen und verliert im schlimmsten Fall seinen Job.

 

Wer akademische Höchstleistungen sucht, ist hier also vielleicht falsch. Wer aber eine entspannte Zeit will, ist hier richtig. Die Ausstattung der Uni ist dafür top: Alles ist modern eingerichtet und alle Hausaufgaben, Prüfungen und Noten werden online abgegeben und erhalten. Es gibt sogar eine E-Sports Arena, wo Studenten kostenlos zahlreiche Videospiele spielen können, und einen Makerspace mit Geräten wie 3D-Druckern zur freien Nutzung.

 

Alltag und Freizeit

Ein Auto braucht man in Honolulu nicht unbedingt. Mit dem Studentenausweis ist der Bus (TheBus) kostenlos, und mit den Leihrädern („Biki“) kommt man für ca. 30 Dollar im Monat überall hin. Parkplätze sind extrem teuer auf Oahu, oft teurer als ein Mietwagen selbst. Auf den anderen Inseln ist ein Mietwagen ein Muss, dafür findet man auch leichter kostenlose Parkplätze.

 

Campus Life

 

Ich war viel am Strand, Wandern, Joggen oder Surfen. Die Uni organisiert extrem viele Events: Es gibt oft kostenloses Essen, Wanderungen oder Sport-Turniere. In der Prüfungswoche gab es sogar einen Streichelzoo und kostenloses Essen von mehreren Foodtrucks auf dem Campus.

 

Sicherheit ist ein Thema: Es gibt viele Obdachlose in Honolulu, und nachts sollte man etwas aufpassen, da viele psychisch auffällige Personen unterwegs sind. Ich habe mich aber dank der vielen Polizei jedoch meistens sicher gefühlt.

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Fazit und Highlights

Mein Semester auf Hawaii war eine unglaubliche Erfahrung. Am Anfang musste ich mich an die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit gewöhnen. Auch die sehr offene Art der Amerikaner (viel Smalltalk mit Fremden) war erst mal neu, aber man wächst da schnell rein. Ich bin durch die Zeit definitiv selbstständiger und offener geworden.

 

Mein Highlight

 

Nach den Prüfungen war ich noch eine Woche auf Big Island. Das kann ich jedem nur empfehlen! Wir waren auf dem Mauna Kea (ca. 4.200 m hoch) zum Sterne beobachten. Da es dort kaum Lichtverschmutzung gibt, stehen dort die wichtigsten Observatorien der Welt – der Sternenhimmel ist einmalig.

 

Ein weiteres Erlebnis war das Nachttauchen mit Mantarochen. Die Tiere sind bis zu 4 Meter Spannweite groß, aber völlig harmlos (keinen Stachel) und berühren einen manchmal sogar. Außerdem gibt es auf Big Island einen riesigen Vulkan-Nationalpark mit dem aktivsten Vulkan der Welt. Wenn man Glück hat, kann ein Ausbruch mit Lavafontänen live beobachtet werden.

 

Auch auf Oahu gibt es tolle Ecken, wie den Paradise Cove Beach, wo man sehr oft Schildkröten und manchmal Mönchsrobben am Strand sieht.

 

Meine Top 5 Packliste:

 

  1. Reef-safe Sonnencreme: Ist dort Pflicht und sehr teuer.
  2. Nur Sommerkleidung: Lange Sachen braucht man nie.
  3. Genug Geld: Plant lieber mehr ein als zu wenig.
  4. Kopfbedeckung: Die Sonne ist sehr stark.
  5. Drogerieartikel: Duschgel, Deo etc. ist vor Ort viel teurer.

 

Würde ich es wieder machen?

 

Auf jeden Fall. Es ist zwar teuer und weit weg, aber die Natur, die Vulkane und die Erlebnisse sind es wert. Mein Tipp: Spart nicht an den Ausflügen. Das Geld verdient man später wieder, aber die Erlebnisse hier bekommt man nirgendwo sonst auf der Welt.