22 Jan
Erfahrungsbericht von Elisabeth H.

University of California San Diego


Stadt: San Diego
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Anglistik / Amerikanistik
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 09/2012 bis 12/2012

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Bewerbung und Vorbereitung:

Der Bewerbungsprozess über CollegeContact ist sehr einfach und funktioniert reibungslos. Eine möglichst frühe Bewerbung ist empfehlenswert, da ihr so nicht in Stress geratet mit der Visumsbeantragung und den anderen Vorbereitungen, die die UCSD verlangt.

Von eurer Bank benötigt ihr ein Formular, das bestätigt dass ihr eine gewisse Höhe an Vermögen besitzt. Da dieses Formular in Englisch ausgefüllt werden muss, kann es schwierig werden es sich bei der Bank ausfüllen zu lassen. Außerdem verlangt die Uni eine Krankenversicherung (über die Hanse-Merkur Versicherung z.B. viel billiger als direkt über die Uni!) und eine Bescheinigung, dass ihr nicht an Tuberkulose erkrankt seid. Hier braucht ihr nicht zum Arzt gehen, wenn ihr alle Fragen verneinen könnt. Falls ihr aber z.B. schon Mal nach Afrika oder Osteuropa gereist seid, müsst ihr euch von einem Arzt das Formular (ebenfalls auf Englisch, was problematisch ist) ausfüllen lassen. Diese organisatorischen Sachen benötigen viel Zeit!

Für das Visum sind auf der Homepage des Amerikanischen Generalkonsulats alle Informationen zusammengestellt. Wichtig ist, dass ihr für euren Termin die Schlangen am Eingang mit einplant und auf jeden Fall alle Dokumente (inklusive Briefumschlag mit Porto) mitbringt und alle Überweisungen schon gemacht habt. Ihr werdet sonst sofort wieder weggeschickt.

Schon Fernweh bekommen?

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Eine Unterkunft in San Diego ist leider sehr teuer. Ich habe über „anatolia housing“ im Costa Verde Village gewohnt. Von dort ist es gar nicht weit bis zu einer Shuttle Haltestelle eines Unibusses, den UCSD Studierende kostenlos nutzen können. Der Shuttle fährt ca. alle 5-10 Minuten und braucht ca. 10 Minuten bis zur Uni. Im Costa Verde Village zu wohnen ist leider nicht ganz billig, aber es wohnen dort sehr viele UCSD Austauschstudierende und es ist einfach nette Leute kennenzulernen. Ich habe mir das Zimmer mit einer Chinesin geteilt und wir sind super klargekommen. Leider haben in dem anderen Zimmer sehr chaotische und rücksichtslose Brasilianerinnen gewohnt, die mit einer Party (es herrscht die Bitte um Reduzierung der Lautstärke nach 10pm im ganzen Gebäude) die Nachbarn dazu gebracht haben die Polizei zu rufen. Damit haben wir alle eine Verwarnung erhalten. Jedoch muss ja nicht jeder so ein Pech haben mit seinen Mitbewohnern oder Mitbewohnerinnen! Die Organisation über „anatolia housing“ ist einfach und funktionier unkompliziert und problemlos! Die Apartments im Costa Verde Village enthalten Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine und gemeinsam nutzbaren Pool, Jacuzzi und sogar ein super Fitness Center mit angeleiteten Kursen und vielen Geräten! Alles natürlich kostenlos für Anwohner. Leider haben viele Apartments ein Ameisenproblem. Doch der Kammerjäger kam bei vielen sofort und danach hatte es sich erledigt. „Anatolia housing“ kümmert sich um alle Probleme sofort.

Ohne Auto ist es recht schwierig in San Diego. Mit einem Fahrrad kommt man natürlich zur Uni, aber das geht auch mit dem Shuttle super (Parkplätze an der Uni sehr teuer und fast immer belegt). Für alles andere, also z.B. dem Strand, Downtown, nahgelegene State Parks oder andere interessante Sehenswürdigkeiten in und um San Diego benötigt man ein Auto. Die Busse sind zwar kostengünstig doch fahren sie nach unregelmäßigen Fahrplänen und sehr selten. Hinzu kommt, dass sie sehr lange brauchen. Ich habe ein Auto bei „Dirt Cheap Carrental“ gemietet. Das muss man vorher nicht reservieren und sie holen einen sogar von zu Hause ab. Sie sind sehr flexibel und kooperativ. Es können ohne Aufpreis immer 2 Fahrer versichert werden, sodass es sich anbietet das Auto mit jemandem zu teilen. Am besten fragt ihr mal vorher über die Kontaktliste, die ihr von College Contact bekommt nach, ob auch jemand ein Auto mieten möchte! Die Versicherung gilt zwar nur für San Diego County, aber das Gebiet ist sehr groß!


Ankunft und Kurswahl an der UCSD:

Nach Ankunft an der UCSD wurde eine „Orientation Week“ angeboten. Da die Verwaltung leider über die „Extension“ (eine Art Erweiterung der Uni, an der Berufstätige Abendkurse belegen können) funktioniert, war diese „Orientation Week“ mehr auf Leute ausgerichtet, die einen Sprachkurs an der Uni machen und für die UPS- Leute nur zum Teil interessant. Ich hatte den Eindruck, dass Megan, die Ansprechpartnerin der „Extension“, zwar sehr nett aber leider nicht sehr viel Ahnung über die Probleme der UPS-Leute hatte. So habe ich z.B. einen zusätzlichen Sprachkurs an der Extension gemacht, für den ich online ca. $275 bezahlt habe. Megan hatte mir zuvor mitgeteilt es würde über $1000 kosten. Probleme an der Uni hatte ich ausschließlich, weil UPS-Leute über die „Extension“ verwaltet werden. Es ist z.B. nicht möglich alle Ressourcen der Bibliothek zu nutzen, das Drucken kostet viel mehr als für normal eingeschriebene Studierende und viele E-mails der Professoren wurden nicht zugestellt. Der Grund ist ein ganz einfacher: Wir bekommen keinen UCSD-Emailaccount.

Die Kurswahl an der UCSD ist wahnsinnig kompliziert. Man erhält ein Formular, mit dem man zu jedem Professor gehen muss und es sich unterschreiben lassen muss. Man darf nur 12 Units machen (i.d.R. 3 Module). In meinen Kursen waren keine weiteren Austauschstudierende und die Professoren hatten dieses Formular noch nie gesehen. Das hat es leichter gemacht, einen Kursplatz zu erhalten. Zwar haben alle anderen Studierenden Vortritt bei der Kurswahl, da sie sich online einschreiben können, doch haben mich meine Professoren trotzdem alle akzeptiert. Auch wenn die Kurse Zulassungsvoraussetzungen hatten, haben sie sich dafür nicht interessiert. Von anderen Studiengängen habe ich aber gehört, dass viele nicht angenommen wurden. Im Literature Department und im Ethnic Studies Department ist es gar kein Problem! Trotzdem besucht lieber viel mehr Kurse als ihr belegen könnt in der ersten Woche um auch sicher genug Unterschriften zu bekommen!


Die Kurse:

Die Kurse finden normalerweise Mo/Mi/Fr statt oder Di/Do. Auch mit nur 3 Modulen hat man eine recht volle Woche! Mündliche Beteiligung ist sehr wichtig und zählt ca. 20% in den meisten Kursen. Auch das Erledigen von Hausaufgaben ist wichtig. Ich musste z.B. insgesamt 8 Paper schreiben und 3 Klausuren. Unternehmt am besten viel in den ersten Wochen, denn gegen Ende kann es sehr stressig werden. Das Niveau meiner Module war eher geringer als in Deutschland und es war einfach gute Noten zu erhalten. Zwar wirkten am Anfang die Anforderungen fast unmenschlich, doch stellte sich heraus, dass alles gar nicht so schlimm war. Wichtig ist es, zu den Sprechstunden der Professoren zu gehen. Das Verhältnis der Dozenten zu den Studierenden ist viel enger als in Deutschland und auf E-mails wurde mir immer sofort geantwortet.


Fazit:

Der Aufenthalt an der UCSD war sehr interessant und ich habe viele neue Erfahrungen gemacht. Die Studiengebühren sind leider sehr hoch und auch das Leben in San Diego ist teuer. Es ist jedoch möglich, an der Uni einen Job zu finden (woanders darf man mit dem Visum nicht arbeiten). Die Verwaltung über die „Extension“ ist sehr nachteilig (hier ist aber die UCSD wahrscheinlich kein Sonderfall, das wird an allen amerikanischen Unis so sein), aber meine Module waren sehr spannend und ich habe wirklich viel gelernt. Das Reisen in Kalifornien und der Umgebung ist super! Also kommt auf jeden Fall schon etwas früher oder bleibt noch länger! Vor dem Beginn des Programms und nach Ende des Programms müsst ihr auf keinen Fall zur Uni (anders als in Deutschland). Die vielen Möglichkeiten, die San Diego bietet sind überwältigend und das gute Wetter macht es fast jeden Tag möglich, etwas zu unternehmen.

Wenn ihr eine Möglichkeit habt ein Auslandssemester in den USA zu finanzieren, dann empfehle ich euch die UCSD!