10 Apr
Erfahrungsbericht von Alexandra G.

University of California Santa Barbara

Stadt: Santa Barbara
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Mathematik
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 09/2014 bis 03/2015

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Ich studiere Mathematik an der RWTH Aachen im 7. Semester und habe mich dafür entschieden, ein Semester an der University of California Santa Barbara (UCSB) zu verbringen. Dort ist ein akademisches Jahr in vier Quarter unterteilt, sodass ich während des Wintersemesters an der RWTH zwei Quarter lang an der UCSB studieren konnte. Da die Uni keine Partneruni der RWTH ist, musste ich mich direkt bei der Uni bewerben. Diese bietet das University Immersion Program, ein Austauschprogramm für internationale Studenten, die ein, zwei oder drei Quarter lang dort studieren möchten, an. Ein Vorteil des University Immersion Programs ist, dass es deutlich einfacher ist, einen Platz zu bekommen, als wenn man sich regulär bewirbt, da die Aufnahmebedingungen für Studenten, die dort ihren Abschluss machen wollen, recht hart sind.  Zudem lernt man im Rahmen des Austauschprogramms  andere Studenten aus den verschiedensten Ländern kennen.  Dies bietet einem die perfekte Gelegenheit, internationale Kontakte - nicht nur zu amerikanischen Studenten - zu knüpfen.

Ich habe im November des Vorjahres angefangen, mich über ein Auslandssemester zu informieren und die Zeit hat mehr als ausgereicht. Nachdem ich alle für die Bewerbung nötigen Unterlagen zusammen hatte, habe ich mich im Januar bei der UCSB beworben und bereits zwei Wochen später die Zusage erhalten. Somit hatte ich noch genug Zeit, alle weiteren organisatorischen Sachen zu planen.

Das Auslandssemester lag in meinem 7. Semester; nur zwei Tage nachdem ich meine Bachelorarbeit abgegeben hatte, ging es auch schon los.

Die Wohnungssuche hat sich als recht kompliziert erwiesen. Ich habe bereits von Deutschland aus regelmäßig Craigslist nach Wohnungsangeboten durchsucht und Unmengen an Mails geschrieben, aber in den allermeisten Fällen statt einer Absage nicht mal eine Antwort erhalten.
Vor Ort habe ich die ersten Tage im Hotel gewohnt und von dort aus weiter gesucht. Die Preise in Santa Barbara sind recht hoch. Wenn man in der Nähe der Uni wohnen will, zahlt man im Schnitt 700 $ pro Monat für ein Zimmer, in dem noch eine andere Person wohnt; Einzelzimmer gibt es so gut wie gar nicht. Aufgrund der massiven Wohnungsknappheit waren sehr viele Studenten Ende September auf Wohnungssuche, was es nicht gerade leichter machte, selber eine Unterkunft zu ergattern, vor allem wenn man keinen Vertrag für ein ganzes Jahr unterschreiben möchte. Nach mehreren Umzügen und dank der Hilfe des Community Housing Offices der UCSB habe ich nach 2 Wochen intensiver Suche endlich eine sogar sehr schöne Wohnung gefunden.
Obwohl die Wohnung ca. 10 Kilometer von der Uni entfernt war, hatte ich Glück, da ich direkt neben einer Haltestelle eines Expressbusses zur Uni wohnte und so nur 20  Minuten für die Strecke brauchte.

Es gibt in den USA zwar sehr günstige Fahrräder für meist unter 100 $, jedoch habe ich, genau wie einige Kommilitonen, damit sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Die Räder haben zwar Bremsen, diese funktionieren aber nicht wirklich. Wenn man damit einen Berg runterfährt, bringt das Bremsen überhaupt nichts und man hat keine Chance, das Rad zu stoppen. Auch nachdem ich in einem Radgeschaft die Bremsen habe neu einstellen lassen, bestand das Problem nach wie vor, weswegen ich nicht mehr mit dem Rad gefahren bin und die 100 $ zum Fenster rausgeschmissen waren.

Ich habe jedes Quarter zwei Masterfächer belegt. Zumindest bei Mathe ist die Auswahl deutlich geringer als in Aachen und viele der Masterfächer, die hier angeboten werden, hatte ich in Aachen bereits im Bachelor gehört, weswegen es, obwohl ich sogar Informatikfächer belegt habe, nicht einfach war, zwei Fächer pro Quarter zu finden, die ich anrechnen lassen konnte. Zudem ist die Teilnehmerzahl für viele Masterveranstaltungen auf 20 beschränkt und man hat als Austauschstudent keine Möglichkeit, sich vorher für das Fach anzumelden, sondern muss nach der ersten Vorlesung zum Professor gehen und ihn um seine Erlaubnis fragen, das Fach hören zu dürfen. Ich hatte aber Glück und habe in allen Fächern, die ich belegen wollte, auch einen Platz bekommen. Aufgrund der kleinen Kurse konnten sich die Professoren Zeit für jeden einzelnen Studenten nehmen; so war es bei einem Professor zum Beispiel üblich, einmal die Woche in seinem Büro über Probleme aus den Hausaufgaben zu diskutieren.

Da in den USA nicht nur das Ergebnis der im Normalfall zwei Klausuren pro Fach für die Endnote zählt, sondern auch die wöchentlichen Hausaufgaben, beschäftigt man sich als ehrgeiziger Student viel mehr mit den Aufgaben als man es normalerweise in Aachen tun würde und versucht jede einzelne hinzubekommen. Obwohl dies etwas stressiger ist als einfach nur die 50% für die Zulassung zu bekommen, hat es natürlich den positiven Nebeneffekt, dass man durch die Hausaufgaben schon halbwegs gut auf die Klausuren vorbereitet ist.  Da die Abschlussklausuren immer direkt in der Woche nach den letzten Vorlesungen sind, ist man aber auch gezwungen, schon während des Semesters alles zu verstehen und nachzuarbeiten, da sonst die Zeit für die Klausurvorbereitung zu knapp wäre.

Auch die Freizeit kommt in Santa Barbara nicht zu kurz. Zum einen liegt die Stadt zwischen den Bergen und dem Meer und selbst die Uni hat einen eigenen Strandbereich. Zum anderen sind aufgrund der zentralen Lage viele Ausflugsziele in Kalifornien gut zu erreichen. Das Wetter stellt dabei kein Problem dar, denn selbst im Winter ist die durchschnitliche Tagestemperatur 18 Grad und Regen ist etwas sehr Seltenes.

Ich hatte eine super Zeit in Santa Barbara und kann jedem, der ein Auslandssemester in den USA verbringen möchte, empfehlen, an die UCSB zu gehen. :-)