Bewerbung
Im Rahmen meines Studiengangs International Finance an der Frankfurt University of Applied Sciences habe ich mein verpflichtendes Auslandssemester an der San Diego State University (SDSU) absolviert. Für mich war früh klar, dass ich mein Auslandssemester unbedingt in den USA verbringen möchte. Ursprünglich war geplant, an die Cal State Universität in Los Angeles zu gehen, da diese eine Partnerhochschule meiner Hochschule ist. Kurzfristig kam es jedoch zu organisatorischen Problemen, wodurch dieser Plan nicht umgesetzt werden konnte.
An dieser Stelle möchte ich mich besonders bei College Contact bedanken, die mir San Diego als Alternative vorgeschlagen haben. Ohne diese Unterstützung wäre ich vermutlich nicht auf diese Option gekommen – und rückblickend bin ich sehr froh darüber, dass ich letztlich in San Diego gelandet bin. Nachdem ich beide Städte erlebt habe, kann ich klar sagen, dass San Diego für mich die bessere Entscheidung war: Die Atmosphäre ist entspannter, die Stadt bietet eine sehr hohe Lebensqualität und insgesamt fühlt sich vieles deutlich angenehmer an.
SDSU
Die San Diego State University selbst hat mich ebenfalls sehr positiv überrascht. Der Campus ist groß und modern und bietet ein breites Sportangebot sowie zahlreiche Möglichkeiten, sich mit anderen Studierenden zu vernetzen. Ich habe dort viele neue Leute kennengelernt – sowohl internationale Studierende, darunter auch viele Deutsche, als auch amerikanische Studierende. Dadurch hatte man nicht nur im Studium, sondern auch im Alltag schnell Anschluss.
Ein weiterer Pluspunkt ist das große Studienangebot: Man kann Kurse aus verschiedensten Fachbereichen wählen und seinen Stundenplan sehr individuell gestalten. Etwas herausfordernd war allerdings die Kurswahl im Zusammenhang mit dem Learning Agreement. Zwar erstellt man dieses im Voraus, in der Praxis ist es jedoch nur bedingt verbindlich, da Austauschstudierende sich häufig erst dann einschreiben können, wenn reguläre US-Studierende ihre Plätze bereits gewählt haben. Dadurch kann es vorkommen, dass Kurse voll sind, man auf Wartelisten landet oder nicht in Wunschkurse kommt. Das kann anfangs etwas stressig sein, insgesamt war es jedoch gut lösbar, da es genügend Alternativen gab, die ebenfalls interessant waren.
Was mir am amerikanischen Studiensystem besonders gefallen hat, war die kontinuierliche Leistungsbewertung. Im Gegensatz zu vielen Modulen in Deutschland, in denen am Ende meist eine große Abschlussklausur steht, setzt die SDSU häufig auf mehrere Prüfungsbestandteile: Zwischenklausuren (Midterms), regelmäßige Online-Quizzes, kleinere Assignments, Papers sowie teilweise Anwesenheitspunkte. Dadurch bleibt man automatisch über das Semester hinweg konstant an den Inhalten dran und lernt kontinuierlicher. Aus meiner Sicht hilft dieses System nicht nur beim Verständnis, sondern auch dabei, gute Noten zu erreichen, weil die Leistung nicht ausschließlich von einer einzigen Abschlussprüfung abhängt.
San Diego
Auch das Leben in San Diego war für mich ein absolutes Highlight. Die Stadt bietet eine sehr hohe Lebensqualität, nahezu durchgehend gutes Wetter und viele Möglichkeiten, die freie Zeit sinnvoll zu nutzen. Wenn man sich den Stundenplan so legt, dass man nicht jeden Tag an der Uni sein muss, hat man zwischendurch freie Tage, an denen man die Stadt erkunden kann. Es gibt immer etwas zu tun; sei es ans Meer zu fahren, Stadtviertel zu entdecken oder spontan mit Freunden etwas zu unternehmen.
Besonders schön war zudem, dass man von San Diego aus viele Ausflüge machen kann: Über ein Wochenende nach Los Angeles, nach Las Vegas oder sogar über die Grenze nach Mexiko – all das ist gut möglich. Außerdem hat mir das Essen in San Diego sehr gefallen: Es gibt viele gute Restaurants und man kann vieles ausprobieren. Auch abends ist immer etwas los, mit Bars, Clubs und weiteren Aktivitäten.
Fazit
Persönlich hat mich das Auslandssemester sehr weitergebracht. Ich habe mich in dieser Zeit weiterentwickelt, neue Erfahrungen gesammelt und viele tolle Menschen kennengelernt, wofür ich sehr dankbar bin. Insgesamt kann ich jedem empfehlen, ein Auslandssemester zu machen. Und wenn sich die Möglichkeit ergibt, würde ich San Diego auf jeden Fall empfehlen – ich habe dort niemanden getroffen, der ein schlechtes Wort über die Stadt verloren hat. Für mich war diese Zeit wirklich sehr gelungen.
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Belegte Kurse und Bewertung
Ich habe insgesamt fünf Kurse belegt und bewerte diese wie folgt:
FIN 327 – Investments (Prof. Andrew Do), Note: A
Dies war ein Online-Kurs. Der Kurs war so aufgebaut, dass Vorlesungsvideos zur Verfügung gestellt wurden und man sich den Stoff überwiegend selbst erarbeiten musste. Das war jedoch gut machbar, und die Klausuren waren fair.
FIN 331 – Real Estate Principles (Prof. Anuraag Mehtora), Note: A
Dies war mein persönlicher Lieblingskurs. Ich habe fachlich sehr viel mitgenommen, wodurch mir die Prüfungsvorbereitung leichtfiel. Der Dozent trägt teilweise etwas monoton vor, da die Vorlesungen jedoch nicht sehr lang sind (ca. 1 Stunde 15 Minuten), war das insgesamt kein großes Problem.
ECON 592 – International Monetary Theory & Policy (Prof. Cristina Pintado), Note: A
Ein sehr starker Kurs mit einer sehr engagierten Dozentin. Die Vorlesungen waren anschaulich gestaltet, es gab Punkte für Anwesenheit und auch die Klausuren waren fair.
ECON 422 – Business Cycles (Prof. Scott McGann), Note: B
Der vermutlich anspruchsvollste Kurs, da der Dozent hohe Erwartungen hat. Dafür lernt man hier auch sehr viel. Die Klausuren waren nicht einfach, aber machbar. Zusätzlich gab es drei Projekte, in denen Marktdaten analysiert und interpretiert wurden. Insgesamt ein sehr guter Kurs, jedoch anspruchsvoller als die anderen.
ECON 380 – Labor Economics (Prof. Mike Hilmer), Note: B-
Dies ist der einzige Kurs, den ich nicht empfehlen würde. Der Dozent ging kaum auf das Skript ein, beantwortete E-Mails nicht und bereitete aus meiner Sicht nicht gut auf die Klausuren vor. Zudem musste ein Paper geschrieben werden, das 30 % der Note ausmachte und in meinem Eindruck eher willkürlich bewertet wurde. Es gibt an der SDSU definitiv bessere Kurse bzw. Dozenten in diesem Bereich.
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