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San Diego State University
Erfahrungsbericht

von Alexander H.

23
Jan.
2026

Informationen

Hochschule: San Diego State University
Stadt: San Diego
Land: USA
Studienrichtung: Management Information Systems
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 08/2025 bis 12/2025
Heimathochschule: Frankfurt School of Finance & Management

Bewertungen

Hochschule:
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Studieninhalte:
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Studienbedingungen:
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Freizeit:
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Spaß:
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Gesamtbewertung:
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Fotos (6)

Ich weiß noch ziemlich genau, wie ich am Flughafen stand. Müde, leicht überfordert, irgendwo zwischen Vorfreude und Aufregung. Ein Kopf voller Erwartungen. San Diego State University. Kalifornien. Ein Auslandssemester, das vorher immer größer klang, als es sich real anfühlen konnte. Fast ein bisschen zu groß. Spoiler, es war groß. Nur eben anders, als ich es mir vorgestellt hatte.

Ankunft

San Diego begrüßt dich nicht vorsichtig. Die Stadt fragt nicht, ob du bereit bist. Sie wirft dich direkt rein. Sonne, Palmen, salzige Luft und Menschen mit diesem entspannten Blick, als hätten sie verstanden, dass Stress hier einfach keine Hauptrolle spielt. Schon auf der Fahrt vom Flughafen zur Unterkunft hatte ich das Gefühl, in einem Film gelandet zu sein. Nur ohne Soundtrack. Alles wirkte offen, weit, freundlich. Und gleichzeitig fremd genug, um mich sofort zu packen.

 

Die ersten Tage waren ein ziemliches Chaos. Organisation, Orientierungslosigkeit, ständig irgendwo anstehen. Campusführungen, Student ID, Kurse wählen, wieder warten. Jetlag hatte ich zum Glück keinen mehr, weil ich vorher schon an der Ostküste unterwegs war. Trotzdem war da diese unterschwellige Euphorie, die alles begleitet hat. Der Campus der SDSU ist kein Ort, den man einfach nutzt. Man lebt dort. Große Grünflächen, breite Wege, Studierende mit Skateboards, Kaffee in der Hand, Kopfhörer auf. Niemand wirkt gehetzt. Niemand scheint irgendwo zu spät zu kommen. Ich musste mich erst daran gewöhnen, dass sich Uni auch leicht anfühlen kann.

Studium

Akademisch hatte ich ehrlich gesagt keine riesigen Erwartungen. Vielleicht war das auch Selbstschutz. Umso überraschter war ich dann. Die Kurse waren ganz anders aufgebaut als das, was ich aus Deutschland kannte. Weniger Frontalunterricht, mehr Diskussion. Weniger stumpfes Auswendiglernen, mehr Anwenden. Gruppenarbeiten waren nicht bloß eine Pflicht, sondern zentraler Bestandteil. Klar, das war manchmal anstrengend. Vor allem, weil Deadlines in den USA auf ihre eigene Art ernst genommen werden. Trotzdem hatte man das Gefühl, wirklich gefordert zu sein.

 

Was mich besonders beeindruckt hat, waren die Dozenten. Viele kamen direkt aus der Praxis. Menschen, die nicht nur über Theorien gesprochen haben, sondern über eigene Erfahrungen, über gescheiterte Projekte, über Entscheidungen mit echten Konsequenzen. Widerspruch war nicht nur erlaubt, sondern gewünscht. Ich hatte selten das Gefühl, nur eine Matrikelnummer zu sein. Eher jemand, dessen Meinung zählt, auch wenn sie noch nicht perfekt formuliert war. Besonders prägend war für mich Jeff Campbell, der über 17 Jahre CEO der Burger King Corporation war. Sein Unterricht hat mein Interesse an Wirtschaft und Führung nachhaltig beeinflusst.

 

Unterkunft

Gelebt habe ich in einer privaten Wohnanlage namens 6nineteen, welche sich direkt neben dem Campus befindet. Eigenes Zimmer, eigenes Bad, geteilte Küche, geteiltes Chaos. Ich hatte bewusst angegeben, nicht mit deutschsprachigen Studierenden zusammenwohnen zu wollen, um noch mehr „Auslandssemester“ mitzunehmen. Am Ende lebte ich mit drei Italienern und zwei Franzosen zusammen. Eine Entscheidung, die sich absolut gelohnt hat. In dieser Wohnung sind Freundschaften entstanden, ohne dass man sie geplant hätte. Abende, an denen plötzlich 70 Leute aus sechs Ländern in einer viel zu kleinen Küche standen. Irgendwer hat Musik aufgelegt, irgendwann wusste niemand mehr, wem welche Pfanne gehört. Laut, manchmal anstrengend, oft chaotisch. Und rückblickend genau das, was diese Zeit ausgemacht hat.

 

Alltag

Der Alltag in San Diego hatte seinen eigenen Rhythmus. Morgens Uni, danach Gym oder Strand, abends zusammen essen gehen oder einfach irgendwo sitzen und reden. Das Wetter spielt dabei eine größere Rolle, als man denkt. Wenn fast jeden Tag die Sonne scheint, verändert das etwas. Man ist mehr draußen, plant spontaner, bewegt sich mehr. Ich habe deutlich mehr Sport gemacht. Nicht aus Zwang, sondern weil es sich angeboten hat. Der Campus bietet alles, was man sich vorstellen kann. Moderne Fitnessstudios, Sportplätze, Kurse für fast alles. Und niemand schaut dich schief an, wenn du etwas zum ersten Mal ausprobierst.

 

Essen war ein eigenes Kapitel. In den USA spielt es eine größere Rolle, als man denkt. Nicht nur, weil es überall ist, sondern weil es verbindet. Fast Food war am Anfang großartig, irgendwann habe ich mich trotzdem wieder auf deutsches Essen gefreut. In N Out Burger wurde schnell ein Favorit. Einfach, ehrlich, gut. Gleichzeitig habe ich mexikanisches Essen komplett neu kennengelernt. Burritos größer als mein Unterarm. Kleine Taco Stände, unscheinbar, aber geschmacklich unschlagbar.

 

Reisen

Ein großer Vorteil eines Auslandssemesters an der Westküste ist die Nähe zu anderen Orten. Reisen wurde fast selbstverständlich. Wochenenden wurden genutzt, manchmal auch spontan. Los Angeles mit Hollywood, Venice Beach und diesem seltsamen Kontrast zwischen Glamour und Realität. San Francisco dagegen fühlte sich ganz anders an. Kühler, künstlerischer, ein bisschen melancholisch. Die Golden Gate Bridge zu sehen, war ein Moment, der sich eingebrannt hat. Außerdem war ich unter anderem in Texas, Miami, Las Vegas und New York.

 

Ein weiterer Höhepunkt war für mich eine Reise nach Hawaii. Allein die Vorstellung, von Kalifornien aus dorthin zu fliegen, fühlte sich surreal an. Maui war eine andere Welt. Warmes Wasser, grüne Landschaften, Wanderungen, Schildkröten überall. Schwer zu erklären, wenn man es nicht selbst erlebt hat.

 

Auch ein Abstecher nach Mexiko hat mir eine neue Perspektive gegeben. Die Nähe zur Grenze macht es leicht, kurz in ein anderes Land zu fahren. Die Kultur, die Offenheit der Menschen, dieses direktere Lebensgefühl. Gleichzeitig gab es auch Schattenseiten. Die sichtbare Armut hat mir eine Perspektive gezeigt, die man nicht ignorieren kann. Es war spannend, aber auch ernüchternd.

 

Leben in San Diego

Was mir in San Diego insgesamt besonders aufgefallen ist, war der Umgang der Menschen miteinander. Offener, freundlicher, weniger reserviert. Small Talk ist dort kein leeres Ritual, sondern ein echter Einstieg. Natürlich ist nicht alles perfekt. Auch dort gibt es soziale Probleme, Obdachlosigkeit und Ungleichheit. Aber diese Mischung aus Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit hat mich zum Nachdenken gebracht.

 

An dieser Stelle möchte ich kurz Danke sagen. College Contact hat mich während der Vorbereitung und Organisation unterstützt, ohne viel Drumherum, einfach zuverlässig. Besonders dankbar bin ich für den Erhalt des Cultural Curiosity Stipendiums. Das war für mich finanziell eine Entlastung und hat mir diese Erfahrung überhaupt erst in diesem Umfang ermöglicht.

 

Mit der Zeit wurde San Diego mehr als nur ein Ort. Es wurde ein Gefühl. Dieses Aufwachen ohne Eile. Das Wissen, dass nach einem anstrengenden Tag immer noch der Strand wartet. Dass Lernen nicht nur im Hörsaal stattfindet, sondern in Gesprächen, im Ausprobieren und manchmal auch im Scheitern. Ich habe gelernt, mir mehr zuzutrauen und Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie sich nicht sofort richtig anfühlen.

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Abschied

Als sich das Semester dem Ende näherte, kam dieses merkwürdige Gefühl aus Dankbarkeit und Traurigkeit. Man weiß, dass etwas Besonderes endet, und man kann nichts dagegen tun. Menschen, mit denen man Monate geteilt hat, gehen wieder in alle Richtungen der Welt.

 

Rückblickend war mein Auslandssemester an der SDSU eine der prägendsten Erfahrungen meines Studiums. Nicht, weil alles perfekt war, sondern weil es echt war. Ich habe mich verändert. Nicht radikal, aber spürbar. Ich denke offener, plane mutiger, nehme Dinge gelassener. Die USA als große Wirtschaftsmacht aus nächster Nähe kennenzulernen, hat mich auf jeden Fall geprägt. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass mir ein sehr ambitioniertes Umfeld, in dem sich alle ständig weiterentwickeln wollen, ein wenig gefehlt hat.

 

Wenn mich heute jemand fragt, ob sich ein Auslandssemester lohnt, sage ich nicht einfach ja. Ich sage, es kommt darauf an, was man bereit ist, daraus zu machen. Ich wollte die USA kennenlernen und verstehen, wie dieses Land der Gegensätze funktioniert. Dafür hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Für mich war es mehr als ein akademischer Aufenthalt. Es war ein Kapitel, das bleibt. Und jedes Mal, wenn ich an Palmen, Sonne und salzige Luft denke, bin ich gedanklich wieder dort.