Bereit für deine beste Zeit.

Kostenlos beraten lassen!

news

"Cultural Curiosity"-Stipendiat Johannes
Nationalfeiertag & Alltag in der katalanischen Hauptstadt

News

06
Nov.
2026
Svenja Blumenrath

Hallo zusammen,

seit Anfang September verbringe ich mein Auslandssemester an der Fundació Universitat Autònoma de Barcelona (UAB). Mittlerweile bin ich seit fast zwei Monaten hier und habe mich langsam an mein neues Leben in der katalanischen Hauptstadt gewöhnt. Barcelona ist vor allem für seine Strände, die außergewöhnliche Architektur und den mediterranen Lebensstil bekannt. Mich hat aber von Anfang an besonders interessiert, was die Stadt abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten ausmacht. Wie leben die Menschen hier? Welche kulturellen Unterschiede gibt es zu Deutschland? Und was bedeutet es eigentlich, in einer Stadt zu leben, in der zwei Sprachen und unterschiedliche kulturelle Identitäten aufeinandertreffen?

© Johannes R.

Schon in meinen ersten Tagen wurde mir klar, dass Barcelona deutlich mehr zu bieten hat als das, was man normalerweise auf Postkarten sieht. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir dabei ein Ereignis, das ich bereits kurz nach meiner Ankunft miterleben durfte.

Am 11. September, gerade einmal acht Tage nach meiner Ankunft, wurde in Barcelona die Diada Nacional de Catalunya, der katalanische Nationalfeiertag, gefeiert. Auf den Straßen versammelten sich zahlreiche Menschen mit katalanischen Flaggen, viele hatten sie sich über die Schultern gelegt oder waren in den traditionellen rot-gelben Farben unterwegs. Der Feiertag erinnert an den Fall Barcelonas im Jahr 1714 und ist heute auch eng mit der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung verbunden.

Obwohl ich mich schon vor meinem Auslandssemester mit der besonderen Beziehung zwischen Katalonien und Spanien beschäftigt hatte, war es etwas völlig anderes, diese kulturelle und politische Identität unmittelbar mitzuerleben. Besonders interessant fand ich, wie sichtbar die Geschichte und das Selbstverständnis der Region im öffentlichen Leben sind. Barcelona ist eben nicht einfach nur eine spanische Großstadt. Die katalanische Sprache, die eigene Geschichte und das regionale Zugehörigkeitsgefühl prägen die Stadt auf eine Weise, die man als Tourist vielleicht gar nicht richtig wahrnimmt.

© Johannes R.

Neben solchen kulturellen Ereignissen habe ich die vergangenen Wochen natürlich auch genutzt, um Barcelona selbst besser kennenzulernen. Besonders gerne bin ich in den verschiedenen Stadtvierteln unterwegs. Gerade die engen Straßen der Altstadt, die kleinen Cafés und die vielen Plätze vermitteln ein ganz anderes Stadtgefühl als das, was ich aus Frankfurt kenne. Es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken, selbst wenn man eigentlich nur unterwegs ist, um einen Kaffee zu trinken oder etwas einzukaufen.

Ein besonderes Highlight war für mich der Besuch im Park Güell, der von Antoni Gaudí gestaltet wurde. Von dort hat man einen beeindruckenden Blick über Barcelona bis zum Mittelmeer. Was mich besonders interessiert hat, war aber nicht nur die Aussicht, sondern auch die Architektur selbst. Die ungewöhnlichen Formen, die Mosaike und die verspielten Gebäude unterscheiden sich deutlich von der Architektur, die ich aus Deutschland kenne. Gleichzeitig ist Gaudís Werk eng mit dem katalanischen Modernisme verbunden und damit ein wichtiger Teil der kulturellen Geschichte der Stadt.

Gerade solche Orte zeigen mir, wie stark sich die Identität Barcelonas auch in seiner Architektur widerspiegelt. Zwischen jahrhundertealten Gebäuden, den Werken Gaudís und modernen Stadtvierteln findet man hier ganz unterschiedliche Einflüsse, die zusammen das Stadtbild prägen.

Natürlich besteht mein Auslandssemester nicht nur daraus, die Stadt zu erkunden. Einen großen Teil meiner Zeit verbringe ich an der Universitat Autònoma de Barcelona, wo ich unter anderem Kurse in Cross-Cultural Management, International Marketing und Entrepreneurship belege. Besonders gefällt mir dabei das internationale Umfeld. In meinen Veranstaltungen treffe ich auf Studierende aus unterschiedlichen Ländern, die jeweils ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven mitbringen.

Gerade bei Gruppenarbeiten wird deutlich, dass Menschen teilweise ganz unterschiedlich an dieselben Aufgaben herangehen. Auch die Art, wie miteinander kommuniziert, diskutiert oder zusammengearbeitet wird, kann sich unterscheiden. Das finde ich besonders interessant, weil ich mich bereits während meines Studiums in Frankfurt viel mit internationaler Zusammenarbeit beschäftigt habe. Hier kann ich solche Unterschiede nun unmittelbar im Studienalltag erleben.

© Johannes R.

Auch das Umfeld meiner Universität ist besonders. Meine Kurse finden im historischen Bereich von Sant Pau statt, sodass selbst der Weg zur Universität und die Gebäude rundherum einen Einblick in die Architekturgeschichte Barcelonas bieten. Diese Verbindung aus internationalem Studienalltag und der kulturellen Umgebung der Stadt macht das Semester für mich besonders.

Neben der Universität versuche ich, möglichst viel vom normalen Leben in Barcelona mitzunehmen. Dazu gehören gemeinsame Abende mit anderen Studierenden, neue Restaurants und Cafés auszuprobieren oder einfach durch die verschiedenen Viertel zu laufen. Gerade durch solche alltäglichen Erfahrungen lernt man eine Stadt auf eine andere Weise kennen. Man beginnt, eigene Lieblingsorte zu finden, gewöhnt sich an neue Abläufe und merkt irgendwann, dass vieles, was am Anfang noch ungewohnt war, langsam selbstverständlich wird.

Was ich an meinem bisherigen Auslandssemester besonders schätze, ist die Möglichkeit, immer wieder mit Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen in Kontakt zu kommen. Dabei geht es für mich nicht darum, möglichst viele Unterschiede zu finden, sondern vielmehr darum, zu verstehen, warum bestimmte Dinge an anderen Orten anders funktionieren. Oft stellt man erst im Austausch mit anderen fest, wie viele der eigenen Gewohnheiten eigentlich durch das Umfeld geprägt sind, in dem man aufgewachsen ist.

Nach knapp zwei Monaten in Barcelona habe ich deshalb das Gefühl, die Stadt langsam auch abseits ihrer touristischen Seite kennenzulernen. Natürlich reichen vier Monate nicht aus, um eine Stadt mit einer so vielfältigen Geschichte und Kultur vollständig zu verstehen. Aber genau das macht für mich den Reiz eines Auslandssemesters aus: die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum in einer anderen Umgebung zu leben und dabei die eigene Perspektive immer wieder zu hinterfragen.

Ich freue mich auf die kommenden Wochen, weitere Begegnungen und darauf, noch mehr Seiten Barcelonas kennenzulernen.

Viele Grüße aus Barcelona
Johannes

kostenlose Beratung & Bewerbungshilfe

Wir sind deine Begleiter*innen für alle Fragen rund um das Studieren im Ausland. Persönlich, erfahren und kostenlos — Sprich uns an!

CoCo Beratungsteam

Studienberatung