11 Mai
Erfahrungsbericht von Willi S.

Regent's University

Hochschule: Regent's University
Stadt: London
Land: Großbritannien
Kontinent: Europa
Studienrichtung: Bank- und Finanzwesen
Studientyp: Masterstudium
Zeitraum: 01/2010 bis 04/2010

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

London

Wie nicht anders zu erwarten war, ist London eine aufregende Stadt. Ich selbst habe im Stadtteil West-Hampstead gewohnt, was ziemlich zentral war. Am Anfang war das schon ein leichter Kulturshock. Aber ich habe mich eigentlich sehr schnell an die Briten gewöhnt. Im Vergleich zu einem Deutschen, ist der Londoner meistens liberaler und offener, wenn man eine Generalisierung überhaupt machen kann. Selbst die Beamten schienen mir etwas herzlicher und weniger streng konservativ als in Deutschland.

Die Dinge, die einem sofort auffallen sind die Tatsachen, dass die Stadt nicht ganz und überall so sauber ist wie im deutschen Durchschnitt und dass der Verkehr chaotischer ist. Fußgänger lassen sich von roten Ampeln nicht wirklich beeindrucken und marschieren solange keine Autos unmittelbar auf einen zurasen. Und der Linksverkehr trägt dann zur vollkommenen Verwirrung bei. Um ehrlich zu sein, habe ich mich selbst nach 4 Monaten dabei erwischt in die falsche Richtung zu gucken bevor ich über die Straße ging. Zum Glück ist nie was passiert.

Ein anderes Problem an London sind die astronomischen Mieten. Wer mal in deutschen Großstädten gewohnt hat, kann sich vorstellen wovon ich rede. Doch London übertrifft es bei weitem. Ich habe ca. 900 Euro für eine sehr kleine bescheidene 1-Zimmer Wohnung bezahlt. Studenten aus reicherem Elternhaus haben damit natürlich weniger ein Problem. Allerdings hat man überhaupt kein Problem eine Unterkunft zu finden. Sowohl auf eigene Faust übers Internet als auch über Estate Agents, die es in London wie Sand am Meer gibt.

Es muss an dieser Stelle jedoch gesagt werden, dass aus meiner Sicht die Vorzüge Londons die Nachteile bei weitem überwiegen. Zum Einem ist es die Vielfalt von Kulturen, Sprachen und Weltanschauungen. In London gibt es alles was der Globus zu bieten hat.

Zum Anderen ist die Stadt sehr lebendig. Selbst nachts und sonntags ist immer was los. Es gibt nicht diese Zeiten wo am Sonntag alles wie ausgestorben ist. Es gibt in jeder Ecke immer ein offenes Lokal, Restaurant und Shop. Seit London bin ich ein absoluter Fan von sonntags geöffneten Läden.

Es gibt so viel zu sehen in London, dass man gar nicht alles abdecken kann. Das imposante Bankenviertel in Canary Wharf, die imperialen historischen Bauten, die überall in London sind u.v.m. Was mich persönlich am meisten beeindruckt hat, ist der Moment, wo man am Piccadilly Circus aus der Underground an die Oberfläche kommt. Der Platz ist unglaublich dynamisch. Man hat auf der eine Seite diese riesigen elektronischen Werbetafeln (ähnlich wie am Times Square in New York) und auf der anderen Seite Jahrhunderte alte imperiale Bauten überall, dann Restaurants, Shops, verkehrsreiche Kreuzung, Bürogebäude und unglaublich viele Menschen. Oft geht man da entlang und geht an einer deutschen Gruppe, einem polnischen Ehepaar, eine französische Schulklasse u.s.w. vorbei. Man kann in London sehr weit fahren und doch ist man irgendwie immer in der Innenstadt und fühlt sich nie allein.

Was ich absolut geliebt habe, ist das öffentliche Verkehrsnetz. Busse und Underground fahren so oft und in alle Richtungen, dass man kein Problem hat irgendwohin zukommen. Eine Monatskarte für Studenten kostet ungefähr 70 Pfund und lohnt sich auf jeden Fall.

Schon Fernweh bekommen?

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Es wird viel über die European Business School London erzählt. Wenn man die Reputation der EBSL „nachgoogelt“ im Internet, entdeckt man praktisch nur Lästereien in diversen threads. Doch kaum einer von ihnen war wirklich da. Sie verbreiten nur Gerüchte vom Hörensagen.

An alle, die sich für die Uni interessieren: Leute, lasst euch nicht von diesem Schwachsinn beeindrucken. Die Kommentare sind sehr einseitig und meistens einfach falsch! Und die wahrgenommene Reputation/Qualität der Uni bei (auch hochkarätigen) Arbeitgebern ist besser als die Lästerer behaupten!

Es wird oft erzählt, dass an der EBS viele Studenten mit Luxuskarossen zur Uni kommen, dass die Uni nur für Reiche ist und die Qualität dennoch nicht so gut sei. Es stimmt, dass einige Studenten mit dem Lamborghini oder Audi R8 zur Uni kommen. Viele Mädels laufen da mit Gucci-Taschen, Sonnenbrille und massiv aufgestylt rum. Allerdings stellen diese Leute nicht die Mehrheit dar und die meisten von Ihnen sind auch nicht wirklich gut von den Leistungen. Aber sie tun einem ja nichts und man kann sie getrost ignorieren, wenn man auf sowas nicht steht. Dieses Protzen ist ein Problem der Jüngeren und hat etwas mit Unreife zu tun. Allerdings sage ich an dieser Stelle noch einmal: Die sind nicht in der Mehrheit und ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass ich an einer „Reichen-Uni“ wäre. Die LSE, die Uni die das höchste Ansehen in Großbritannien in Sachen Business genießt und eine staatliche Uni ist, ist viel teurer als die private EBSL. Das Argument der Reichen zieht also nicht wirklich.

Bei den Masterstudiengängen ist Protzen sehr selten bis gar nicht anzutreffen, weil alle doch eher eine erwachsenere/professionellere Einstellung haben. Klar ist aber auch, dass man wohl kaum jemanden an dieser Uni finden, der Links-gerichtet wäre.

90% der Studenten an der EBSL sind Nicht-Briten. Es fällt einem schnell auf, dass die meisten dort mindestens 3-sprachig sind. Sprachen werden massiv gefördert und ausgebildet an der Uni. Die meisten Studenten kommen jedoch aus dem Deutsch – und Russischsprachigem Raum.

Manch einer behauptet, die EBSL hätte einen FH-Status. Lasst mich hier eins klar stellen: Die EBSL hat keinen FH- ODER Uni-Status nach deutschem Verständnis! Diese typisch deutsche Unterscheidung gibt es im UK einfach nicht und wird von niemandem praktiziert. Die EBSL macht bei der Aufnahme von Studenten keinen Unterschied ob sie von einer deutschen Uni oder FH kommen. Andersherum macht sich ein deutscher Arbeitgeber, der nicht hinterm Mond lebt, auch keinen Kopf ob er einen Bewerber von EBSL als FH- oder Uni-Absolventen einstufen soll. Die Einstufung macht keinen Sinn.

Die EBSL taucht in Rankings nicht auf. Und schon hat man eine Fülle von „Experten“, die meinen das hätte etwas mit der Qualität der Uni zu tun. Ich habe mit den Verantwortlichen gesprochen. Ich mache es ganz kurz: Die EBSL gibt es erst seit weniger als 30 Jahren und ist privat. Sie durchläuft gerade einen Restrukturierungsprozess im Zusammenhang mit dem Regent‘s College, der Dachorganisation der EBSL. Es gibt tatsächlich ein paar rechtliche und formale Verfahren, die im Moment laufen und in Zukunft müsste auch die EBSL in Rankings auftauchen.

Ich selbst habe meinen Bachelor in BWL an der Uni Münster gemacht, an einer Uni, die sehr hohes Ansehen in diesem Gebiet genießt. Den Master in Global Banking & Finance mache ich jetzt an der EBSL. Ich sage ganz ehrlich: Die EBSL und die Professoren brauchen sich vor niemandem verstecken. Ich habe dort in einem Semester sehr viel gelernt und die Qualität der Lehre finde ich super. Aber darauf gehe ich unten genauer ein.


Das Fach

Im Masterkurs (Master of Science) mit dem Namen Global Banking & Finance wird von einem viel verlangt aber auch viel beigebracht, wenn man motiviert ist. Motiviert muss man sein, weil ein großer Teil des Lernprozesses auf einen selbst übertragen wird. Man bekommt viel zu lesen und eine Vorlesung (fast 3-stündig) wöchentlich in jedem Fach. Wenn man die Eigenlektüre weg lässt, könnte man u. U. schon Probleme bekommen mit dem Mitkommen und kurz vor der Klausur schafft man es nicht alles zu lesen. Insgesamt, wenn man gute Noten haben will, gehe ich von einer wöchentlichen Arbeitsbelastung von ca. 50-60 Stunden aus.

In jedem Fach muss man in der Gruppe eine Präsentation (30 min) über ein bestimmtes Thema machen. Zu demselben Thema muss man dann auch einen Gruppen-Report (2500-5000 Wörter) abgeben. Report und Präsentation machen jeweils 25% der Note aus und die Klausur am Ende die anderen 50%. Die Gruppen bzw. die Themen kann man sich aussuchen. Ich habe noch nie so viel über Teamwork gelernt und verstehe jetzt wie wichtig die Chemie zwischen den Mitgliedern sein kann. Das hatte ich an der Uni Münster fast gar nicht. Aber dieses Team-Training ist unendlich wichtig fürs Berufsleben völlig egal, ob man später im Marketing, im M&A oder Consulting landet.

Dass diese Team-Auftritte möglich sind und bewertet werden, liegt an den kleinen „Klassen“. Man ist meistens in einer Gruppe von 20-25 Leuten in einem Raum in jedem Fach. Es ist wirklich so übersichtlich, wie in der Schulklasse. Und die Gruppen sind 2-3 Leute. Alle kennen sich. Man ist nicht so anonym, wie an großen Unis. Dies bedeutet aber auch, dass man sich nicht verstecken kann und Fragen viel schneller geklärt werden.

Das britische Notensystem ist anders. Ich kann das hier nicht alles beschreiben. Man sollte gar nicht erst versuchen, diese 1:1 ins Deutsche zu übersetzen. Es gibt relativ gute Beschreibungen im Internet. Die beste Note ist, wenn man >70% hat. Allerdings kriegt man kaum je über 73-74%. Das ist schon wirklich gut. Ich selbst habe bisher nur diese Bestnoten. Also: Es ist machbar. Cool ist auf jeden Fall, dass die Professoren einem vor der Klausur relativ deutlich sagen, was vorkommen wird. Soweit ich weiß, ist es in Großbritannien auch an anderen Unis wohl öfters so.

Manch einer behauptet, man solle besser an die LSE oder LSB in London gehen, um den Master zu machen, weil diese an diesen Unis so schön theoretisch seien. Ich frage mich allerdings, wo hier das Argument ist? Theoretisch=gut? Ich vergleiche jetzt einmal die Theorielastigkeit der Uni Münster und EBSL. In Münster musste ich nicht gerade wenig Theorie über mich ergehen lassen. An der EBSL gibt es eigentlich nicht weniger Theorie, aber es werden wirklich nur die relevanten Theorien behandelt und/oder sie werden nicht so ausgelutscht wie an manchen anderen Unis. Es geht an der EBSL (zumindest in meinem Master-Kurs) vielmehr darum, dem Studenten zu vermitteln nach welchen Prinzipien Banken und andere Finanzinstitutionen arbeiten. Darin enthalten sind natürlich auch Theorien wie CAPM u.a. und inwieweit sie überhaupt was taugen.