24 Apr
Erfahrungsbericht von Svenia H.

California State University Long Beach

Stadt: Long Beach
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 08/2012 bis 12/2012

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

In meinem Erfahrungsbericht möchte ich zuerst mit der Organisation vor Beginn des Semesters anfangen. Ich habe mich für College Contact entschieden, da bereits Freunde von mir an dem Austauschprogramm teilgenommen haben und ich für mein Englisch Studium ein Semester im englischsprachigen Ausland absolvieren musste.
Die Beratung bei College Contact und die Organisation funktionierten sehr gut. Sowohl per Email, als auch persönlich und am Telefon waren die Zuständigen für die Unis in den USA gut erreichbar und hilfsbereit. Dieser Teil der Vorbereitung war einfach und insgesamt gar kein Problem, so lange man sich an die Check Liste von CC hielt.
Am besten ist es, zeitig einen Termin für das Visum zu vereinbaren und stellt sicher keine Unterlagen zu vergessen, denn vor mir in der Schlange vor der Botschaft in Frankfurt spielten sich Dramen ab, da zwei Studenten die die Hälfte ihrer Unterlagen haben Zuhause liegen lassen.
In den USA bin ich ein paar Wochen vor Beginn des Semesters angereist, so dass ich noch Zeit für Ausflüge, die Einrichtung meines Zimmers und zum Einleben hatte.
Etwas problematischer war die Wohnungssuche. Zwar kann man auf craigslist.com oder auf der Seite der Cal State Long Beach nach Wohnungen schauen, da auf diesen Seiten einige Studenten nach Mitbewohnern suchen, allerdings sind ein paar dieser Wohnungen relativ weit von der Uni und/oder den zentralen Punkten in Long Beach entfernt. Wenn ihr nicht plant ein Auto für diese Zeit zu kaufen, sollte man auf die Entfernungen und die Busverbindungen achten. Bus fahren in den USA ist nicht mit dem Bus und Bahnverkehr in Deutschland zu vergleichen. An den Bushaltestellen gibt es keinen Fahrplan auf denen regelmäßige Zeiten angegeben sind. Auf diesen Plänen steht bspw. „Bus kommt in 20-60min“. An den größeren Bushaltestellen (z.B an der Uni) ist eine elektronische Zeittafel.
Am positivsten sind mir die Beverly Plaza Apartments in Long Beach aufgefallen. Einige Studenten und auch ein paar Internationale haben dort mit 2-4 Mitbewohnern gelebt und so wurden die Apartments auch gut bezahlbar. Die Busverbindungen sind gut und die Gegend würde ich insgesamt als sicher beschreiben. Diese Wohnanlage hat außerdem eine eigene Security. Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten sind 2-3 Gehminuten entfernt.
Bevor ich mit dem tatsächlichen Unibeginn anfange, möchte ich noch das Gelände beschreiben. Der Uni Campus ist ein Traum und eine Anmeldung in dem Recreation Center lohnt sich. Das Recreation Center ist eine Mischung aus Sport und Wellness Center und kostet monatlich 30$.
Zahlreiche Sportmöglichkeiten bieten sich sowohl drinnen als auch draußen. Ein großer Pool mit Volleyball Netz, ein Whirlpool und ein Schwimmbecken finden sich draußen. Drinnen ist ein riesiger Fitnessbereich, eine Wand zum bouldern, Squash kann man spielen, eine Basketball Halle gibt es auch und eine Laufbahn im Innenbereich findet sich ringförmig über den Basketballfeldern.
Das Equipment für die jeweilige Sportart kann man sich auch in dem Center ausleihen. Außerdem wird eine große Auswahl an Fitnesskursen angeboten, die dann auch im Preis inbegriffen sind.
Auf dem Campus gibt es zweimal Starbucks und natürlich alle großen Fast Food Ketten- wer auf Fast Food steht wird sich freuen. Wer sich mittags mal satt essen möchte, sollte in den Essenssaal der Studentenwohnanlage auf dem Campus gehen, denn dort gibt es ein all-you-can-eat Buffet für ca. 7$. Dort kann man auch nach einer Box fragen, so dass man sich das Essen mitnehmen kann.
Die Menüs wechseln täglich, aber wiederholen sich natürlich auch. Es gibt ein Salatbuffet, Früchte, Eis, Kuchen, Sandwiches, Bagels und 2-3 warme Gerichte.
Nun zu dem etwas schwierigen Teil an der Cal State. Die Kurswahl an der Uni war eine Katastrophe, ich spreche hier von einem Einzelfall, aber wenn ein Student nicht fristgemäß die nötigen Units beisammen hat, kann er oder sie des Landes verwiesen werden, da dies für das Visum zwingend ist.
Die Professoren sind nicht dazu verpflichtet, auch wenn noch Plätze in den Kursen frei sind, einen Studenten in sein Seminar/ seine Vorlesung zuzulassen.
Es hat einige Wochen gedauert bis ich die nötigen Kurse zusammen hatte. Ich hatte anscheinend Pech, es muss nicht ein generelles Problem der Cal State Long Beach sein, aber der Service für Internationale Studenten, die nicht einer Partneruniversität angehören, schien mir nicht gut ausgebaut oder strukturiert zu sein. Obwohl ich mir im Vorfeld Seminare ausgesucht hatte, in denen ich mich vorstellen möchte und welche auch in mein Studium passen, war die Kurssuche eine Herausforderung.
Nachdem ich nach ca. 4 Wochen die benötigten Unterschriften und Kurse beisammen hatte, wurden meine Unterlagen mit den Unterschriften vom International Office verloren/ nicht weitergereicht/ nicht in das online System eingetragen, so dass ich offiziell nicht immatrikuliert wurde. In der Zwischenzeit besuchte ich regulär alle Seminare und habe an den Tests, die fast wöchentlich stattgefunden haben, teilgenommen. Zwei Wochen später bekam ich eine warnende Email, ich sei nicht an der Uni eingetragen und müsse mit einer Ausweisung des Landes rechnen. Daraufhin besuchte ich erneut das International Office und bekam Unterlagen der „Late Add Petition“ und die Jagd nach Unterschriften fing von vorne an. Meine Dozenten unterschrieben natürlich alle, schwieriger war es die Unterschriften der Fachschaftsvorsitzenden zu bekommen, da die Frist für solche Unterschriften schließlich abgelaufen war.
Zu guter Letzt musste ich zum College Dean, der diese Unterlagen absegnen musste. Dieser entschuldigte sich für die Umstände und war erschrocken über die Bedingungen der Internationalen Studenten. Eine weitere Zahlung war glücklicherweise nicht nötig.
Allerding wurde in dieser ganzen Zeit mein Ticket der Uni ungültig und ich war gezwungen für den Bus zu bezahlen, was mich insgesamt in diesem Zeitraum 80$ kostete. Nach Klärung des Problems wurde meine Busfahrtkarte wieder aktiv.
Einer meiner Dozenten unterstützte mich besonders, da ich ihm von der Situation berichtete und ich von Beginn des Semesters an seinem Seminar teilgenommen hatte. Er unterrichtete „Survey of American Literature“ und eine der Grammar Classes.
Auch an College Contact hatte ich mich gewandt. Diese nahmen Kontakt mit dem International Office auf und versuchten ein wenig Licht in den Organisationsdschungel zu bekommen.
Abgesehen von diesem Horror, konnte ich meine Zeit in Kalifornien genießen und ich vermisse das Meer, das Land und die Leute. Zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten bieten sich und wenn man sich mit ein paar Leuten ein Auto mietet, kann man kostengünstig Roadtrips nach San Diego, Santa Barbara, Santa Monica, … bis nach San Francisco machen.
Besonders empfehlen kann ich einen Trip zum Yosemite National Park, welcher atemberaubend ist. Wir haben ein paar Nächte im Curry Camp verbracht und sind einige Routen abgelaufen/ geklettert. Der Ausflug war Ende September und das Wetter war traumhaft! Es war warm und die Sonne schien den ganzen Tag.
Auch besuchen sollte man den Grand Canyon, Death Valley oder Las Vegas. Nach Las Vegas fährt man am besten mit dem Greyhound Bus, wenn man etwas Geld sparen möchte. Die Fahrt hat ca. 7 Std gedauert.
Shoppen kann man in Long Beach im Los Cerritos Center und auf der Second Street. Auch in Belmont Shore am Seal Beach gibt es eine nette, kleine Einkaufsstraße. Das Camarillo Outlet in Santa Barabra sollte man auch einmal besucht haben, dort sitzen Läden wie Fossil, Nike, Forever21, American Apparel, und viele mehr.
Natürlich muss man mal in Hollywood gewesen sein und über den Boulevard spazieren. Dort kann man abends auch mal feiern gehen oder Cocktails trinken in einer Rooftop Bar mit wunderschöner Aussicht über LA.
Zu Letzt noch ein Tipp: ihr solltet ein Internetfähiges Smartphone vor Ort haben, denn Google Maps wird euer bester Freund wenn ihr von A- B kommen wollt und ungefähr wissen müsst wann welcher Bus fährt, da es wie gesagt keine Busfahrpläne an den Haltestellen gibt.
Die Anerkennung des Auslandssemesters in Deutschland war gar kein Problem. Auch notentechnisch war das Auslandssemester super, da der Lernaufwand wesentlich geringer ist, als das was man von deutschen Universitäten kennt.