25 Sep
Erfahrungsbericht von Sebastian S.

University of California Los Angeles

Stadt: Los Angeles
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studientyp: Summer Sessions
Zeitraum: 06/2008 bis 08/2008

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Organisatorisches:

Die Anmeldung über College-Contact für die Summer-session an der UCLA habe ich Anfang März vorgenommen. Der nette Kontakt und die rasche Bearbeitung ließen hier keine Wünsche offen. Die Organisation des Visums war ähnlich unkompliziert. Eine Woche lang die Unterlagen, wie Reisepass, Fotos, Finanzstatusbeleg usw. besorgt und ab ging es nach Frankfurt zum dortigen Konsulat. Nach einer erschreckend unfreundlichen „Begrüßung“ am Eingang war der Rest nur noch Formsache. Zweimal kurz an den Schaltern mit den Damen gequatscht (auf englisch und auf deutsch) und schon hatte man die Zusage, dass sein Visum genehmigt sei. Als kleine Info ist vielleicht zu sagen, dass der zweite Kurs den wir gewählt haben, durch die Notwendigkeit eines Visums und der Unit-Anzahlbedingen obligatorischen Krankenversicherung von der UCLA, erheblich mehr gekostet hat als wenn wir nur einen Kurs gebucht haben. Der erste Kurs hat 888$ gekostet, der zweite scheinbar auch, nur kamen noch ca. 350$ Krankenversicherung und ca. 250$ Visumskosten inkl. Anfahrt dazu. Also insgesamt um die 1500$. Wenn ihr wie ich alles selber bezahlen müsst, kann man sich das schonmal überlegen…

Leider gab es bis kurz vor dem Abflug noch etwas Hektik, da im Welcome-package der UCLA unsere Krankenversicherungskarte noch nicht enthalten war. Diese sollte uns nun aber noch zugeschickt werden. Bis dahin wären wir aber schon längst in Amerika gewesen (haben noch einen drei wöchigen Trip über New York und Miami gemacht), so dass wir nach einem kurzen Telefonat mit College-Contact unsere Sachen direkt an der UCLA abholen konnten.

Schon Fernweh bekommen?

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An das Leben in Amerika hatten wir uns bis zum Anfang der Summer-Session durch unseren vorherigen Urlaub ja schon etwas gewöhnt. Da wir einen Trip nach Las Vegas geplant hatten, und generell nicht auf ein Auto verzichten wollten, haben wir uns für die sechs Wochen Summer-session einen Jeep Liberty für um die 1000€ bei auto-europe.de gemietet. Für so eine größere Karre schon recht billig. Wichtig ist hier, dass ihr möglichst bei einem deutschen Anbieter bucht, da diese die ganzen Versicherungen schon inklusive habt. Bei amerikanischen Autovermietungen muss man sonst auf das scheinbare Schnäppchen noch ordentlich Versicherungsprämien draufzahlen (können gerne mal mehrere 10$ pro Tag sein). Wenn ihr unter 25 Jahre alt seid, kostet es in jeder Autovermietung nochmal 15$/Tag mehr. Das Auto hat sich in vielerlei Hinsicht bezahlt gemacht. Als allererstes haben wir kein Taxi bzw. Shuttle vom Flughafen bezahlen müssen, wodurch wir (ich rede die gnaze Zeit von wir, wir waren zu viert) ca. 200$ gespart haben. Die Autovermietungen haben alle ihre kostenlosen Shuttles zu den Autoausgabestellen. Zum anderen konnten wir mit dem Auto jeden Tag ohne Stress zum Strand fahren, der Trip nach Las Vegas war komfortabel und wir haben dadurch einen spontanen Trip nach San Francisco am Ende dranhängen können. Der größte Vorteil war jedoch, dass wir das Auto als großen Einkaufswagen benutzen konnten. Der in der Nähe gelegene Ralphs wäre für solch großen Einkäufe zu weit weg gewesen um alles selber zum Apartment zu tragen. Klar, zu viert kommt da schon was mehr zusammen, aber schon alleine mit einem riesen Pack Bier und was Wasser ist man schon voll beladen und kann keinen der durchweg überdimensionierten Essenspackungen mehr tragen.

Gewohnt haben wir in einem vieren Apartment in Glenrock-West. Das ist das Haus, das vorne so Spitze Balkone hat. Wir hatten das Apartment die Strasse runter raus mit dem untersten Balkon. Eine riesen Bude mit zwei Badezimmern, zwei begehbaren Kleiderschränken, zwei Schlafzimmern (Hochbett) mit Kommoden und Schreibtischen, eine Küche mit riesen Ofen und Gasherd, Mikrowelle, Kühlschrank und Gefrierfach und ein riesiges Wohnzimmer mit Kamin und angeschlossenem nochmal so großem Balkon.
Generell ist zu sagen, dass das Leben in den On-Campus Apt. Vielleicht was „interessanter“ ist, aber in den Off-Campus Apts hat man es wesentlich komfortabler und kann machen was man will. Hausparties oder generell mal wen Einladen ist Off-Campus kein Problem, die On-Campus Zimmer sind dafür viel zu klein. Die zusätzliche Entfernung ist auch nicht der Rede wert. Weit ist da sowieso nichts entfernt. Wenn ihr ein Auto habt, solltet ihr euch um einen Parkschein für die Tiefgarage unterm Haus kümmern, da auf den Straßen einen Parkplatz zu bekommen teilweise nervenaufreibend ist und ihr Donnerstags eh das Auto irgendwo anders hinstellen müsst, da wegen Straßenreinigung Parkverbot herrscht.

An sich lebt es sich dort sehr gut. Das Essen ist nicht teurer, wenn man bei Ralphs einkauft, In&Out Burger in der Nähe ist auch super billig und die Parties im O’Hara’s (eine College-Bar in der Nähe) sind auch super und preiswert. Donnerstags sind überall Verbindungsparties und genrell kann man abends einfach über die Straßen gehen und einfach mal in das Haus gehen wo es am lautesten ist, da kann man schon auf die ein oder andere witzige Party geraten.

Leute kennenlernen ist grundsätzlich auch kein Problem. Es gibt viele Ausländer, die alle auf der Suche nach Kontakten sind. Die Amis sind zwar was oberflächlich, aber alle auch sehr nett und interessiert. Es bleibt leider nicht aus, dass man sich automatisch mit deutschen Leuten anfreundet und so viel zusammen macht, aber deren Freunde sind dann teilweise auch wieder Amis die dann wieder welche von ihren Freunden mitbringen, man hat also schon genug Kontakt zu Amerikanern um dann doch mal was intensiver Englisch zu reden. Ansonsten lebt es sich wunderbar in LA. Viel zu sehen (Beverly Hills), coole Strände (Santa Monica, Malibu, Venice Beach), gute Clubs (in Hollywood) und perfektes Wetter.


Universität:

Nun zum eigentlich Thema, weswegen wir ja alle diese Summer-sessions mitmachen – der Uni an sich. Wir haben uns für zwei Kurse entschieden: „Environmental Economics“ und „Leadership – Principles and Practice“. Die ursprüngliche Idee hinter dieser Kurswahl waren zum einen die Zeiten, die uns von Montag bis Donnerstag jeweils um die Mittagszeit in die Uni trieben :-) Der Kurs Leadership bei Prof Ullmen war wie zu erwarten total entspannt. Schon im Vorfeld hatten wir nur Gutes über den Professor gehört. Der Mann ist total locker drauf, macht interessanten Unterricht mit fast ausschließlich Gruppenaktivitäten und um seine Note braucht man sich auch keine Sorgen machen. In dem Kurs ging es um die Wirkung von sich auf Andere, wie man seine Meinung an den Mann bringt und wie man andere motiviert. Diese Themen wurden jeweils in Gruppenaktivitäten in kleine Aufführungen umgewandelt und dann am Ende der Stunde vor dem Kurs aufgeführt. Alles halb so schlimm wie es sich anhört. Zweimal Fehlen wurde einem auch verziehen. Für den Kurs sind drei Bücher zu kaufen, Gesamtpries ca. 80$. Die Bücher vom Ullmen selber kann man sich eigentlich sparen, das dritte war ganz ok. Dieser Kurs ist wirklich nicht anspruchsvoll, man hat keine Hausaufgaben auf und bekommt am Ende fast garantiert ein A. Also schonmal der perfekte Kurs wenn es nicht um Inhalt geht.
Environmental Economics war hingegen schon anspruchsvoller. Da wir Wirtschaftsingenieurwesen elektrische Energietechnik studieren und dieses Fach hier an der Uni auch geschrieben werden musste, war es natürlich eine willkommene Gelegenheit doch noch ein „richtiges“ Fach an der UCLA zu belegen. In diesem Kurs ging es um die einzelnen regulatorischen Möglichkeiten um den Ausstoß von Emissionen zu reduzieren. Die Professorin Bresnock ist ein halbwegs strenger Ex-Hippie, die sich gerne Mal in Geschwafel verliert. Trotzdem kann man in dem Kurs was lernen. Der Kurs ist komplett Frontalunterricht im deutschen Vorlesungsstil. Es gibt vier Mal Hausaufgaben auf und ein Mid-term und einen Final-Exam. Für die Hausaufgaben muss man sich schon mal einen Tag Zeit nehmen und für die Exams auch mal ein bisschen lernen. Vom Schwierigkeitsgrad ist das Fach aber nicht schwerer als alle anderen Fortgeschritteneneren BWL-Fächer an deutschen Universitäten. Ein bisschen Vorwissen wäre aber nicht schlecht. Wir haben alle ein A bis B+ geschafft, was aber nicht unbedingt normal war. Der Weg zum C ist nicht weit.
Abschließend ist zu sagen, dass der ganze Trip studientechnisch schon etws gebracht hat, der Kurs beim Ullmen war aber im Prinzip ohne großen Inhalt und mehr eine Platform um Leute kennenzulernen. Environmental Economics kann man so wie es da angeboten wurde auch hier hören. Meiner Meinung nach sollte man sich für das Geld nicht zu sehr auf die Universitären Sachen fixieren und eher das breite Angebot an Erlebnissmöglicheiten mitnehmen. Las Vegas darf auf keinen Fall im Terminkalender fehlen (auch wenn ihr es euch vorher vornehmt, den Helikopterflug durch den Grand Canyon für 150$ macht ihr dann doch nicht), San Francisco ist auch zu empfehlen. Wenn man kontaktfreudig und aufgeschlossen ist, und der Dollar so niedrig steht wie bei uns (1,55$/€) habt ihr den Sommer eures Lebens!