8 Sep
Erfahrungsbericht von Sara Z.

University of California Berkeley

Stadt: Berkeley
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Sprach- und Kulturwissenschaften
Studientyp: Summer Sessions
Zeitraum: 07/2014 bis 08/2014

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Es war schon immer mein Traum einmal an einer amerikanischen Uni zu studieren. Da die LMU nur ein begrenztes Kontingent an Austauschplätzen mit den USA hat und ich nicht noch ein Jahr in meiner Studienlaufbahn verlieren wollte, erschienen mir die Summer Sessions als eine gute Alternative.
Ich muss vorweg sagen, dass sich Berkeley wegen den hohen Kosten nur lohnt, wenn einem entweder das Kursangebot oder das Ansehen von Berkeley wirklich etwas bringt. Da ich Zuhause American Studies studiere war dies der Fall. In anderen Fällen würde ich kleinere Unis empfehlen, die bestimmt genau so gute Erfahrungen bieten.
Die Organisation und Vorbereitung zum Aufenthalt geht leicht von der Hand (keine wirkliche Bewerbung, Geld öffnet alle Pforten) und ist schneller als gedacht. Gerade mit der Checkliste von College Contact kriegt man das alles organisiert über die Bühne. Ich habe mich direkt am Anfang beworben und hatte schon im März mein Visum. Da ich mit einer Freundin reiste, hatten wir uns schnell entschieden gemeinsam in ein Zimmer auf dem Campus zu ziehen. Wir fanden das Preis-Leistungs-Verhältnis von den Residence Halls am besten. Im Nachhinein würden wir empfehlen zu versuchen ein Apartment in den Martinez Commons zu bekommen, da wir Unit 2 (wo wir wohnten) und Martinez immer mit einem Motel und einem Hotel verglichen was die Annehmlichkeiten und Ausstattung anging. Der Vorteil vom Housing am Campus liegt aber nicht nur in der geringen Organisation und der Nähe, sondern auch darin, dass das Essen inklusive ist. Ich will mir nicht vorstellen wie stressig es gewesen wäre auch noch jeden Tag selbst zu kochen, bzw. einkaufen gehen zu müssen. Außerdem hat Crossroads ein sehr breites und vor allem gutes Angebot, wo für jeden etwas dabei ist – meine Freundin und ich sind Vegetarier und auch wir haben immer etwas frisches und leckeres gefunden. Mit den Meal Points, die inklusive sind, kommt man gut aus, wenn man die meiste Zeit zweimal am Tag essen geht und ab und zu dreimal.
Allgemein muss man sich einfach auf ein paar Dinge einstellen, wenn man Housing auf dem Campus macht: Die Zimmer sind klein und man hat wenig Privatsphäre (gerade wenn man seinen Roommate nicht kennt), die Sauberkeit lässt zu wünschen übrig, es leben viele, verschiedene Nationalitäten auf einem Fleck zusammen und man kann leicht kulturelle Differenzen entdecken, wo man vorher dachte sie wären einfach zu überbrücken, aber im Endeffekt stören sie einen auf Dauer dennoch. Und Sicherheit ist so eine Sache... Leider muss man sagen, dass Berkeley eine sehr hohe Quote an Obdachlosen hat. Das Unit 2 liegt z.B. direkt am People's Park, wo die meisten sich tagsüber aufhalten und nachts schlafen. Ich würde nicht empfehlen nach 21 Uhr dort vorbei zu laufen und gerade als Frau mich auch nicht in einer Gruppe von weniger als drei Leuten draußen aufhalten. Die Uni tut einiges damit es sicherer wird (z.B. ein Security Dienst, der einen begleitet, wenn man nachts über den Campus laufen muss oder ein Shuttle, der von Downtown zu den jeweiligen Residences fährt), dennoch finde ich es etwas schade, dass man sich in einer Studentenstadt wie Berkeley nachts nicht sicher fühlen kann. 
Was man außerdem unbedingt bedenken muss ist, dass die Summer Sessions kein Feriencamp sind, wo man nebenbei ein paar Credits einheimsen kann. Es ist stressig, es ist ein Haufen Arbeit und es ist anspruchsvoll (variiert natürlich immer mit der Kursauswahl)! Im Endeffekt hatte jeder mit dem ich gesprochen habe das Pensum unterschätzt, unter anderem weil amerikanische Unis einfach anders ticken als europäische. Grundsätzlich ist die work load einfach größer. Ich hatte zwei Kurse belegt (3 und 4 Units, Di-Do je 2.5h täglich pro Kurs) und hätte diese nicht bewältigen können ohne unter der Woche jegliche Zeit mit Uni oder Vorbereitung zu verbringen. Am Wochenende haben wir dann versucht alles an Freizeit in die 2-3 Tage zu quetschen, die uns blieben. Andererseits hat man auch das Gefühl, dass die amerikanischen Professoren einem mehr zurückgeben als z.B. in Deutschland. Ich finde, dass die Meisten viel mehr auf den einzelnen Studenten eingehen und Wertschätzung zeigen. Zumindest in den Humanities werden eigene Gedanken und Meinung geschätzt. Das gibt einem viel Motivation.
Es ist natürlich genial, dass San Francisco nur einen Katzensprung (über die Bay Bridge) entfernt zu sein scheint. Wenn man Geld sparen will, sollte man immer den F Bus vom Campus nehmen, der ist für Cal Studenten umsonst (wie auch alle anderen Busse in Berkeley) und fährt direkt in die Innenstadt von SF. Neben den typischen Sights in SF, kann ich nur empfehlen auch einmal ein Auto zu mieten und einen Tagesausflug zu machen: Zum Yosemite National Park, den Highway 1 entlang nach Santa Cruz oder sogar nach LA (es gibt auch billige Flüge). Und natürlich die Angebote von den Residences zu nutzen (unbedingt zu beachten, dass man auch Ausflüge vom International House mitmachen kann, wenn man nicht dort wohnt), wie z.B. Disney Land, Alcatraz, Golden Gate Park, Six Flags etc. Unbedingt einmal die Giants anfeuern gehen, wenn sie spielen oder einfach Berkeley erkunden, denn auch das hat seinen ganz eigenen Charme.
Es ist natürlich nicht zu leugnen, dass der ganze Spaß ein Heiden Geld kostet. Selbst mit Reise- und Studienkosten ist es noch nicht getan. Man muss beachten, dass je nach Kurs auch noch bis zu $150 an Materialkosten auf einen zukommen. Man sollte was solche Dinge betrifft immer gucken, ob man sich mit anderen zusammen tun kann (ob es um Bücher geht, Wäsche waschen, Essen, Ausflüge oder sonstiges).
Ich hatte Gott sei Dank während meines Aufenthaltes keine größeren Probleme und die kleineren konnten schnell gelöst werden, aber auch im vornerein und nachhinein wurden meine Fragen und Anliegen durch CC schnell und gut gelöst. Es mag vielleicht nicht zwingend nötig sein, dass man die Summer Sessions über eine Organisation macht, aber da der Service umsonst ist, würde ich es auf jeden Fall nutzen. Schlussendlich war Berkeley eine einmalige Erfahrung und jeden Cent wert, und wenn nur um hinterher sagen zu können, dass man an der University of California, Berkeley, der drittbesten Universität der Welt, studiert hat!