Mein Auslandssemester an der San Diego State University war eine Erfahrung, die mich sowohl persönlich als auch akademisch stark geprägt hat. Schon kurz nach meiner Ankunft wurde mir klar, dass dieses Semester ganz anders werden würde, als ich es bisher aus meinem Studium in Deutschland kannte. Nicht nur das Studium selbst, sondern auch das Leben auf und rund um den Campus, die Mentalität der Menschen und der Alltag in Kalifornien haben meinen Blick auf viele Dinge verändert.
Unterkunft
Ich entschied mich bewusst dafür, direkt auf dem Campus zu wohnen, um das amerikanische Collegeleben möglichst intensiv mitzuerleben. Das Wohnen im Wohnheim brachte viele Vorteile mit sich, kurze Wege zu den Vorlesungen, spontane Treffen mit anderen Studierenden und ein sehr lebendiges Umfeld. Besonders am Anfang war es hilfreich, ständig von anderen Studierenden umgeben zu sein, da man so schnell Anschluss findet. Die Wohnheime sind zwar nicht unbedingt modern oder luxuriös, erfüllen aber ihren Zweck. Für mich überwogen klar die sozialen Aspekte und die Nähe zum Campus.
SDSU
Der Campus der San Diego State University ist groß, weitläufig und sehr schön gestaltet. Palmen, offene Grünflächen und die spanisch angehauchte Architektur schaffen eine besondere Atmosphäre. Trotz der Größe wirkt alles gut organisiert, und man findet sich nach kurzer Zeit problemlos zurecht. Es gibt zahlreiche Lernorte, Bibliotheken, Cafés, Sportanlagen und Treffpunkte, sodass man sich fast den ganzen Tag auf dem Campus aufhalten kann, ohne ihn verlassen zu müssen.
Das akademische System unterschied sich deutlich von dem, was ich aus Deutschland kannte. Die Kurse sind sehr praxisorientiert und interaktiv gestaltet. Mitarbeit während des Semesters ist nicht nur erwünscht, sondern ein fester Bestandteil der Benotung. Gruppenarbeiten, Präsentationen, kleine Assignments und Midterms sorgen dafür, dass man kontinuierlich am Ball bleibt. Dadurch verteilt sich die Arbeitsbelastung gleichmäßiger über das Semester, was ich persönlich als angenehmer empfand als die großen Prüfungen am Ende.
Die Professorinnen und Professoren waren sehr engagiert und zugänglich. Fragen wurden ernst genommen, und es war jederzeit möglich, während der Sprechstunden oder per E-Mail Unterstützung zu erhalten. Besonders positiv empfand ich die offene Kommunikation und die motivierende Art der Lehre. Auch der Austausch mit amerikanischen Studierenden war für mich sehr wertvoll, da ich so nicht nur fachlich, sondern auch kulturell viel lernen konnte.
Campusleben
Neben dem Studium spielte das soziale Leben eine große Rolle. Gerade zu Beginn des Semesters gab es viele Veranstaltungen, bei denen man leicht neue Leute kennenlernen konnte. Diese Events halfen enorm dabei, Kontakte zu knüpfen und sich schnell einzuleben. Im Laufe des Semesters entstanden Freundschaften mit Studierenden aus aller Welt, was das Auslandssemester für mich besonders bereichernd gemacht hat.
Ein Highlight des Campuslebens sind definitiv die Sportveranstaltungen. Die San Diego State University hat eine starke Sportkultur, und die Spiele der Uni-Teams sind ein echtes Erlebnis. Die Atmosphäre im Stadion, der Zusammenhalt unter den Studierenden und die Begeisterung für die Teams haben mir einen ganz neuen Einblick in das amerikanische Collegeleben gegeben.
San Diego
Auch außerhalb des Campus hat San Diego unglaublich viel zu bieten. Die Stadt zeichnet sich durch ihre entspannte Lebensweise, das ganzjährig milde Klima und die Nähe zum Meer aus. Besonders gern habe ich Zeit an den Stränden verbracht, zum Beispiel in La Jolla, Pacific Beach oder Ocean Beach. Spaziergänge am Meer, Sonnenuntergänge an den Klippen oder einfach eine Acai Bowl mit Blick auf den Ozean waren normale Dinge in meinem Alltag.
San Diego bietet zudem viele Möglichkeiten für Ausflüge und Erkundungen. Die Innenstadt mit dem Gaslamp Quarter, kleine Viertel mit lokalen Märkten und Cafés sowie die Nähe zu Nationalparks und anderen Städten in Kalifornien machen die Region sehr abwechslungsreich. Auch Wochenendtrips waren eine tolle Möglichkeit, mehr von Kalifornien und den USA zu sehen.
In Bezug auf die Mobilität kam ich größtenteils ohne eigenes Auto aus. Da ich auf dem Campus wohnte, waren viele Wege zu Fuß erreichbar. Für weitere Strecken nutzte ich öffentliche Verkehrsmittel oder fuhr mit Freunden mit. Zwar ist der öffentliche Nahverkehr in San Diego nicht perfekt ausgebaut, für den Alltag auf und rund um den Campus jedoch ausreichend.
Die Lebenshaltungskosten in San Diego sind höher als in Deutschland, insbesondere für Miete und Lebensmittel. Gerade gesunde und frische Ernährung kann kostspielig sein. Mit etwas Planung und bewusstem Konsum ließ sich das Budget jedoch gut einhalten.
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Fazit
Rückblickend war das Auslandssemester nicht nur eine akademische Bereicherung, sondern auch eine persönliche Weiterentwicklung. Ich habe gelernt, selbstständiger zu sein, mich in einem neuen Umfeld zurechtzufinden und offen auf neue Menschen und Situationen zuzugehen. Der Austausch mit Studierenden aus unterschiedlichen Kulturen hat meinen Horizont erweitert und mir neue Perspektiven eröffnet.
Das Leben in San Diego hat mir außerdem gezeigt, wie wichtig eine gute Balance zwischen Studium, Freizeit und persönlichem Wohlbefinden ist. Die entspannte Atmosphäre, das gute Wetter und die Nähe zur Natur haben dazu beigetragen, den Alltag bewusster zu genießen und Stress anders zu begegnen.
Insgesamt blicke ich mit sehr großer Dankbarkeit auf mein Auslandssemester an der San Diego State University zurück. Die Erfahrungen, die ich dort sammeln durfte, haben mich nachhaltig geprägt und werden mich noch lange begleiten. Ich würde mich jederzeit wieder für ein Auslandssemester an dieser Universität entscheiden und kann San Diego als Studienort uneingeschränkt empfehlen.
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