15 Mär
Erfahrungsbericht von Nadine C.

California State University Fullerton

Stadt: Fullerton
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Internationale BWL
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 08/2011 bis 01/2012

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Hallo an alle Fullerton-Interessierten,

nachdem ich letztes Jahr viel Zeit damit verbracht habe mir Informationen aus den Erfahrungsberichten zu suchen, bin ich nun also selbst an der Reihe meine Erfahrungen an euch weiterzugeben.
 

Planung:


Natürlich beginnt das ganze Vorhaben mit der Planung des Auslandssemesters. Wenn die CSUF eine Partneruni eurer Uni ist: herzlichen Glückwunsch , wenn nicht kommt einiger Papierkram auf euch zu. So ging es mir. Da meine Uni keinerlei Verbindung in die USA hat, habe ich mich selbst nach Unis umgesehen und bin dabei schnell auf College Contact aufmerksam geworden. Hier habe ich mir die Unis rausgesucht, die am ehesten in mein Budget passten und mir am besten gefallen haben. Am Ende galt es sich zwischen der CSUF und der SDSU zu entscheiden. Ich habe mich dann für die CSUF entschieden, da sie als eine der besten Wirtschaftsfakultäten im Westen der USA gilt und mir die Lage sehr gut gefallen hat, außerdem waren die Studiengebühren im Vergleich sehr niedrig.
Weiter ging es mit den Bewerbungsformalitäten, die ja bekanntermaßen durch die Unterstützung von College Contact, insbesondere von Aline, schnell erledigt waren. Nach einigen Wochen hatte ich auch schon die Zusage der CSUF in meinen Händen, samt Infomaterial über die Uni, die Visa-Formalitäten etc.pp.
Die Studiengebühren habe ich per Überweisung gezahlt. Es folgte ein Kampf mit der Bürokratie bei dem College Contact dann nicht viel helfen konnte. Der Heimatuni mitteilen, dass man ins Ausland geht, Kurse raussuchen (Course Catalogue der CSUF ist online einsehbar und im Vorfeld sehr hilfreich), evtl. ein Learning Agreement mit der Heimatuni anfertigen, Bafög und das Visum beantragen.

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Bafög & Visum:

Ich bekomme hier in Deutschland leider kein Bafög, habe es aber dennoch versucht und Auslandsbafög beantragt. Ich möchte darüber aufklären, dass überall damit geworben wird, dass das Bafögamt die Studiengebühren von 4600€ übernimmt. Dem ist aber nicht ganz so. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle Kosten übernommen werden ist natürlich hoch, wenn ihr hier in D schon Bafög erhaltet, allerdings ist es so, dass die Studiengebühren zu eurem Bedarf addiert und ebenfalls mit dem Einkommen der Eltern verrechnet wird. In meinem Fall bedeutet das, dass ich letzten Endes insgesamt weniger als die zu zahlenden Studiengebühren erhalten habe.
Das Visum kostet 200$ und muss in einer amerikanischen Botschaft beantragt werden. Ich hatte Glück und habe die Botschaft hier in Berlin relativ in meiner Nähe. Geht sicher, dass ihr alle Unterlagen dabei habt. Durch die Online-Terminvergabe ging alles glimpflich vonstatten. Wenn ihr euch jetzt fragt was der Officer euch wohl fragt, macht euch keine Sorgen. Ich habe das schon zweimal gemacht, beim letzten Mal wurde ich nur gefragt was ich studiere und wann/wieso ich wieder nach Deutschland komme. Das passiert eben auf Deutsch oder ggf. auf Englisch. Einen Tag später hatte ich meinen Reisepass samt Visum im Briefkasten.


Unterkunft:


Ich habe mich bereits vor Abflug über Unterkünfte informiert. Da ich das Semester gemeinsam mit meinem Freund gemacht habe, stand recht früh fest, dass wir ein Apartment mieten, zumal das University Village auch recht teuer ist (trotz schon inkludierter Verpflegung). Über die Erfahrungsberichte bin ich auf die Homestead Apartments aufmerksam geworden, und kann nur jedem empfehlen dort einzuziehen. Ich habe einige Communities rausgesucht, die wir uns vor Ort angesehen haben und beim Homestead gab es definitiv das beste Preis-Leistungsverhältnis und wie sich bald rausstellte die tollsten Leute!
Ich würde nicht empfehlen vorher über die Uni eine Unterkunft zu reservieren, da es sich lohnen kann sich erstmal umzusehen, auch was die Lage etc. angeht. Das Homestead besteht aus 4 „Kolonien“, die jeweils Grillplätze, einen Pool und einen Whirlpool haben. Die Entfernung zur Uni beträgt mit dem Rad ungefähr 10 Minuten. Lebensmittelgeschäfte und Fast-Food-Restaurants sind fußläufig zu erreichen.
Viele Communities werben mit möblierten Apartments, dazu ist zu sagen: die gibt es nicht. Es gibt lediglich die Möglichkeit bei einer externen Firma Möbel zu mieten, was bei den meisten so um die 350€ monatlich ausgemacht hat. Wir hatten ein 2-Zimmer Apartment mit Küche und Bad. Die Möbel haben wir bei Craigslist und Ikea gekauft und haben glücklicherweise auch noch etwas umsonst bekommen. Wir haben für die Möbelausstattung (inkl. Küchenutensilien etc.) ungefähr 600$ bezahlt und durch den Verkauf am Ende etwa 400$ wieder reinbekommen. Also definitiv billiger als mieten, aber auch mehr Aufwand.
Unsere Mietkosten setzten sich wie folgt zusammen: 1220$ Miete + 30$ Internet + 35$ Kühlschrank + 20$ Strom + 45$ Wasser + 15$ Versicherung. Wir haben aber auch nur zu zweit gewohnt.
 


Fortbewegung:


Aaaaalso, da wir bereits 3 Monate in San Francisco gelebt haben, wo das öffentliche Verkehrsnetz wesentlich besser ist als in Fullerton, haben wir uns von vornherein entschlossen ein Auto zu kaufen. Im Nachhinein würde ich behaupten, dass alles andere Folter und ziemlich kompliziert ist, auch wenn wir viele Leute um uns hatten, die kein Auto hatten und trotzdem zurecht gekommen sind. Für kurze Wege haben wir uns Fahrräder zugelegt. Es ist aber einfach so, dass Fullerton selbst nicht wirklich viel zu bieten hat und man mit Auto wesentlich unabhängiger ist. Zum Einkaufen, Sightseeing ist es einfach unabdingbar, finde ich. Solltet ihr kein Auto kaufen wollen, kann man bei Enterprise recht günstig mieten, auch unter 25 ohne Aufpreis.
Wir haben zunächst über craigslist, cars.com und autotrader gesucht, sind allerdings schwer fündig geworden und nachdem wir dann Probleme mit der Bezahlung eines Wagens von craigslist hatten, haben wir uns auf die fullerton’schen Autohändler konzentriert. Fündig sind wir dann bei „Springfield Imports“ geworden und haben uns dort einen SUV gekauft (Preis: 5000$). Der Händler hat uns auch an einen Versicherer weitergeleitet „Sameday Insurance“ nennen die sich.
Die Formalitäten sind simpel. Ihr braucht Geld, einen Pass und einen (EU-)Führerschein (für die Versicherung). MEHR NICHT! Keinen internationalen Führerschein oder irgendwas.
Die Versicherung hat uns 300$ Einmalzahlung und dann 56$ monatlich gekostet (Haftpflicht für zwei Personen).
 


Geld:

Am wichtigsten ist es, dass ihr genug Geld habt. Logisch. Aber nicht ganz so logisch ist es, an das Geld ranzukommen. Wir hatten das Geld, aber haben es nicht bar bekommen, da die amerikanischen Automaten ein Limit von 600$ pro Tag und 1000$ in der Woche auf ausländische Kreditkarten legen. Daran kann weder eure Bank, noch Visa, noch MasterCard etwas ändern. Wäre mein Freund nicht gewesen, hätte ich bereits bei der Anmietung der Wohnung doof aus der Wäsche geguckt, da man dort natürlich die Miete und eine Kaution zahlen muss. Die Miete wird per Money Order gezahlt. Dazu hebt man das Geld ab, geht in einen Liquor Store oder ein spezielles Geschäft, gibt das Bargeld ab und bekommt dafür sowas wie einen Check.
Viele Leute sprechen davon sich vor Ort eine Kreditkarte zuzulegen, damit eben große Summen leichter verfügbar sind, ich sehe den Sinn darin allerdings nicht, denn auch auf das amerikanische Konto muss das Geld ja erstmal rauf (Überweisung?). Ich habe damit aber keine Erfahrung. Ich hatte eine Prepaid-VisaCard von der Sparkasse und war sehr zufrieden.
Monatlich solltet ihr so mit 1500$ rechnen, die aber alles beinhalten: Miete, Nebenkosten, Lebensmittel, Shopping etc.



Uni:

Die Uni an sich ist Wahnsinn. Der Campus ist riesig, grün und gepflegt. Ich studiere International Business und kann nur sagen, dass das Wirtschaftsgebäude (Mihaylo Hall) wirklich toll war. Super ausgestattet und sehr angenehm. Ich wollte mir meine Kurse zuhause anrechnen lassen und habe mir deswegen Kurse gesucht, die ich hier auch gehabt hätte. Das hat alles wirklich gut geklappt. Von den 10 vorher an die CSUF gesendeten Kurse habe ich meine Favoriten bekommen, leider fand ich dann die Zeiten doof, sodass ich etwas rumgespielt habe und im Endeffekt einen Kurs fallengelassen habe und dafür einen ganz anderen dazu genommen habe. Das lief auch wirklich alles problemlos. In den Kurs gehen, Dozenten fragen ob noch Platz ist, Zettel ausfüllen und zu Christine Pircher-Barnes bringen.
Meine Kurse waren:
Human Resource Management bei Laurie Giesenhagen
Team Leadership Skills bei Lori Muse
Business Ethics bei Gary Jason
Financial Markets & Institutions bei Robert Kovacev
Die Uni in den USA ist sehr verschult. Es wird viel Wert auf Mitarbeit, Anwesenheit und Hausarbeiten gelegt. Auch wenn es erstmal super klingt, wenn man nur Montag und Mittwoch Uni hat, ist es bei weitem nicht total gechillt. Man muss wirklich viel zuhause machen. Paper, Gruppenarbeiten und 3 „Klausuren“ in jedem Kurs. Es ist mehr als hier, aber machbar. Totgemacht hab ich mich nicht ;-)
 


Fullerton, Umgebung & Unternehmungen:

Die Lage von Fullerton ist super. Fullerton selbst hat wie gesagt wenig zu bieten, Downtown ist ganz süß, aber auch nicht spektakulär.
Outlet-Shopping ist besonders empfehlenswert in der Ontario Mills Mall. Es gibt aber noch weitere tolle Outlet Malls.
Los Angeles ist natürlich auch toll. Meiner Meinung nach verliert Hollywood leider langsam seinen Charme durch den touristischen Überfluss, aber davon muss sich jeder selbst ein Bild machen. Beverly Hills, Santa Monica, Malibu und Santa Barbara sind definitiv einen Besuch wert.
Las Vegas ist etwa 3 bis 3.5 Stunden entfernt und ein absolutes MUSS! Spaß und Party ohne Ende, für Mädels zudem weitestgehend noch umsonst.
Grand Canyon unbedingt! Wir waren am South Rim und waren begeistert! Einen Abstecher zum Antelope Canyon und Horseshoe Bend, sowie durch den Zion Nationalpark auf dem Rückweg kann ich euch nur ans Herz legen.
San Diego ist gerade an Halloween der Knaller. Das war die mit Abstand beste Party die wir dort hatten. Ansonsten ist es eine schöne Stadt, die man sich definitiv mal ansehen sollte.
Catalina Island, auch hierhin lohnt es sich. Die Fähre fährt von Long Beach.
Die Strände sind natürlich auch unumgänglich, Huntington ist toll, sehr jung und der Inbegriff des Surferparadise. Hier kann man sich auch ruhig mal ein Brett ausleihen und sich selbst in die Fluten stürzen. Newport, Laguna und Co. sind natürlich nicht zu vernachlässigen.
Wir hatten das Glück und hatten durch Thanksgiving eine Woche Ferien. Diese Woche haben wir genutzt und sind nach Mexiko (Akumal) geflogen und haben dort einen super relaxten Strandurlaub verbracht. Ansonsten sind einige unserer Freunde nach Hawaii geflogen oder haben sich das amerikanische Festland weiter angesehen.
Langweilig wird einem eher nicht.

Abschließend kann ich nur sagen, dass es eine tolle Zeit war. Ich kann für mich sagen, dass es sich zu 100% gelohnt hat diesen Schritt zu gehen. Ich habe tolle Freunde gefunden und wunderbare Orte besucht. Ich hoffe mein Bericht hilft euch in gewissem Maß bei der Vorbereitung. Ich wünsche euch viel Spaß und maximale Erfolge in den USA!