25 Sep
Erfahrungsbericht von Kathrin W.

University of California Santa Barbara

Stadt: Santa Barbara
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Psychologie
Studientyp: Summer Sessions
Zeitraum: 06/2009 bis 09/2009

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Vorbereitungen

Bereits im Vorfeld hatte ich mich entschieden, im Anschluss an das Spring Quarter an der California State University East Bay die Uni zu wechseln und die Summer Sessions an der University of California Santa Barbara zu absolvieren. Während die meisten in meinem Umfeld diese Entscheidung eher nicht verstehen konnten und ich mir auch selber unsicher war, kann ich nun sagen, dass ich keine bessere Entscheidung hätte treffen können. Es wäre wirklich seltsam geworden, wenn ich nach dem Spring Quarter noch an der CSUEB geblieben wäre, während alle neu gewonnenen Freunde ihre Heimreise angetreten hätten. So aber konnte ich zusammen mit anderen Neulingen in Santa Barbara noch einmal ganz von vorne anfangen. Zudem hatte ich so das große Glück, zwei völlig verschiedene Studentenleben kennenzulernen und somit gleich zweimal drei aufregende Monate zu erleben. Um der Frage vorzugreifen, welche Zeit denn die bessere gewesen ist, so muss ich sagen, dass ich diese Frage nicht beantworten kann. Beide Quarter hatten ihre Vorzüge und auch ihre Nachteile und waren einfach zu verschieden, um sie miteinander zu vergleichen. Grundsätzlich möchte ich aber alle zu dem Schritt ermutigen, nach einem oder zwei Quartern doch die Uni zu wechseln und sich nicht nur auf eine andere Gegend, sondern auch auf eine damit verbundene völlig andere Lebensweise einzulassen.

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Die Kurswahl für die Summer Sessions A und B fand bereits einige Wochen zuvor statt. Auf Anhieb klappte leider gar nichts so, wie ich es mir vorgestellt hatte und fast alle meiner Wunschkurse waren bereits voll. Gott sei Dank besteht die Möglichkeit, in der ersten Vorlesungswoche Kurse zu „crashen“, d.h. die besagten Vorlesungen zu besuchen und den Dozenten um einen „Add Code“ zu bitten. Dies hat dann auch besser geklappt als gedacht, sodass ich letztendlich in alle Kurse gekommen bin, die mir wichtig waren. Da ihr zu Beginn selbst noch keinen Zugang zu „GOLD“, dem Online-System der Uni, über die ihr Kurse „adden“ oder „droppen“ könnt, habt, übernimmt dies das Extension Office für euch. Ich kann euch nur empfehlen, aber auch selbst mit aufzupassen, dass alles nach euren Vorstellungen läuft, denn bei mir wäre die Kurswahl fast daran gescheitert, dass ein Alternativkurs mich daran gehindert hat, in meinen Wunschkurs hineinzurutschen. Teilt eurem Student Advisor also am besten genau mit, was für euch wichtig und entscheidend ist und zögert nicht, bei Unklarheiten nachzufragen. Meine Mails wurden fast immer noch am selben Tag beantwortet.
Der Anspruch der Kurse war auch in Santa Barbara niedriger als ich es aus Deutschland gewohnt bin und auch wenn in einer nur 6-wöchigen Summersession natürlich alles Schlag auf Schlag geht, waren die Anforderungen zu keinem Zeitpunkt zu hoch.
Ich habe es immer sehr genossen, die Zeit zwischen meinen Kursen auf dem Campus zu verbringen. Es gibt viele tolle Sitz- und Lernmöglichkeiten, in der Sonne oder im Schatten, draußen an der Lagune oder drinnen auf gemütlichen Sofas, sodass man die Zeit gut nutzen kann, um seine Hausaufgaben oder Readings zu erledigen. Natürlich bietet es sich auch an, sich mit anderen Studenten zu treffen und bei einem Kaffee oder Snack einfach nur ein bisschen zu quatschen.
Wenn es um die anzuschaffenden Bücher geht, so kann ich euch nur empfehlen, vorher doch einmal einen Blick in die Library zu werfen. Die amerikanischen Studenten scheinen diese Möglichkeit fast ganz außer Acht zu lassen, sodass ich mir in beiden Summer Sessions die geforderte Literatur einfach ausleihen konnte, anstatt mir ein Buch zuzulegen, das auch im gebrauchten Zustand noch um die 80 $ kostet. Lasst euch dabei nicht von den Dozenten verunsichern, die natürlich immer der Meinung sind, dass eine ältere Auflage völlig unzureichend ist. Selbst wenn ihr im Verlauf der Session oder des Quarters dazu gezwungen werden solltet, das Buch wieder abzugeben, so wisst ihr doch bis zu diesem Zeitpunkt, ob sich eine Anschaffung des Buches wirklich lohnt oder aber, ob ihr problemlos auch ohne Buch auskommt.


Wohnen

Nach einer Wohnung solltet ihr auf jeden Fall in Isla Vista, dem Studentenviertel in unmittelbarer Uninähe, suchen. Dazu reist ihr am besten ein paar Tage vor Unibeginn an und klappert dann die aktuellen Wohnungsangebote (www.craigslist.com) ab. Ich würde euch dazu raten, euch die Wohnungen persönlich anzuschauen. Ich bin zwar das Risiko eingegangen und bin eingezogen, ohne die Wohnung selbst vorher begutachtet zu haben, aber das kann auch ordentlich in die Hose gehen. Die Wohnungen in Isla Vista sind zudem leider nicht gerade ein Schnäppchen. Ich habe mit drei amerikanischen Mädels in einer wirklich schönen WG gewohnt und für ein Doppelzimmer 500$ gezahlt, zuzüglich 25-30$ Nebenkosten. Haltet doch Ausschau nach einer Wohnung, in der ihr mit amerikanischen Studenten zusammenwohnt, denn ihr werdet ohnehin genug eurer Freizeit unter Deutschen verbringen (das ist unvermeidlich), sodass ihr ja nicht auch noch mit euren Landsleuten zusammen wohnen müsst. Ich würde zudem größere Apartmentkomplexe vermeiden, aber das ist reine Geschmackssache…
Wenn ihr nicht gerade euer Skateboard dabei habt, ist es zudem empfehlenswert, sich ein Fahrrad zu beschaffen. Auch darum kümmert ihr euch am besten vor Ort via craigslist. Mit dem Fahrrad seid ihr dann in wenigen Minuten auf dem Campus oder auch mal schnell beim Supermarkt. Das Fahrrad könnt ihr gegen Ende eures Aufenthaltes problemlos weiterverkaufen, sodass es letztendlich keine allzu große finanzielle Investition ist.
Das Studentleben in Isla Vista ist definitiv einmalig und ihr solltet es euch auf keinen Fall entgehen lassen. Von Freitags bis Sonntags könnt ihr abends einfach durch die Straßen ziehen und nach einer Party Ausschau halten. Irgendwo ist immer etwas los! Zudem habt ihr den Strand direkt um die Ecke und eine kleine Einkaufsstraße versorgt euch mit dem Allernötigsten. Ein nächtlicher Besuch in der Nacht bei Freeb!rds (mexikanisches Schnellrestaurant) gehört hier einfach dazu! Aber das werdet ihr schon selbst rausfinden…


Freizeit

Durch die unmittelbare Nähe zum Meer bietet es sich natürlich an, seine Nachmittage am Strand zu verbringen und sich gemütlich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen oder sich im Surfen zu versuchen. An den Wochenenden ist abends wie gesagt für Partystimmung garantiert, sei es beim Beerpongmatch oder im Garten des legendären Marley Hauses. Außerdem seid ihr mit dem Linienbus 24X in gut 20 Minuten (und mit eurer Student ID kostenlos) downtown, wo es sich prima einkaufen lässt. Die Atmosphäre ist wirklich toll, sodass man seinen Nachmittag auch einfach in einem der Cafés verbringen kann. Donnerstagsabend ist auf der State Street dann Party angesagt und ihr könnt von einer Bar zur nächsten „hoppen“, bevor es in einen der Clubs auf die Tanzfläche geht. Für alle weiteren Unternehmungen seid ihr leider auf ein Auto angewiesen. LA ist je nach Verkehrslage 1 ½ bis 2 ½ Autostunden entfernt. Solltet ihr euch um einen Mietwagen bemühen, so bucht am besten „Underagepakete“ über deutsche Anbieter (z.B. holidayautos.com oder emietwagen.de), die euch wesentlich bessere Angebote machen als ihr sie vor Ort bekommen könnt.


Kosten

Neben den hohen Mietpreisen und denn doch recht beachtlichen Studiengebühren, sind die Lebensmittelpreise zu beklagen. Insbesondere frisches Obst und Gemüse hat doch seinen stolzen Preis, sodass ihr genug Geld für eure eigene Versorgung einplanen solltet. Zudem lässt man sich doch immer wieder dazu hinreißen, sein Mittagessen gleich fertig irgendwo zu kaufen, was im Geldbeutel dann recht deutlich zu spüren ist…
Ansonsten habe ich das meiste Geld für meine Freizeitgestaltung ausgegeben. Hier kann jeder für sich selbst entscheiden, wie viel Geld er ausgeben möchte oder auch nicht. Ein Taxi downtown hin- und zurück kostet zum Beispiel 14 $, Eintritt in die Clubs ist dafür frei,…


Fazit

Es waren drei tolle, unvergessliche Monate in Santa Barbara, die sich zu jeder Zeit eher wie Urlaub angefühlt haben. Selbst das Studieren macht Spaß, wenn man dabei an der Lagune oder irgendwo auf dem Campus sitzen und sich schrecklich amerikanisch fühlen kann ;-)…
Die Nähe zum Strand ist für mich persönlich der größte Luxus gewesen und ich konnte mich Morgen für Morgen daran erfreuen, aus meiner Haustür zu kommen und das Meer sehen zu können. Zu guter letzt habe ich das Klima in Santa Barbara immer als genau richtig empfunden, denn es ist zwar stets angenehm warm, aber fast nie unerträglich heiß.
Leider kommen in so einem Erfahrungsbericht immer viel zu viele Aspekte zu kurz oder bleiben sogar unerwähnt. Bei Fragen stehe ich daher gerne zur Verfügung. Solltet ihr euch für Santa Barbara entscheiden, so hoffe ich, dass ihr eine ähnlich tolle Zeit habt wie ich sie erfahren durfte!