24 Sep
Erfahrungsbericht von Karsten G.

University of California Los Angeles

Stadt: Los Angeles
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Medienwissenschaft, Sprachwissenschaft
Studientyp: Summer Sessions
Zeitraum: 06/2010 bis 09/2010

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Dass ich noch vor meinem Filmstudium in Deutschland an der UCLA School of Theatre, Film and Television studieren wollte, stand für mich erst Anfang 2010 fest. Schon zwei Monate nach meinem Entschluss hatte ich dann auch gleich die Bestätigung der UCLA in meinem Briefkasten. So easy? JA - dank College Contact.

Zunächst kann man als Gaststudent an der UCLA aus einem überwältigenden Kursangebot seine Wunschkurse auswählen. Da ich als Filmemacher meinen Weg gehen möchte, habe ich mich für Kurse der renommierten "School of Theatre, Film an Television" eingeschrieben. So habe ich in den sechs Wochen der ersten Session die ökonomischen Strukturen der amerikanischen Fernsehindustrie kennengelernt und später erfahren, wie man einen Film in den USA finanziert. Wenn man also so wie ich gleich beide Sessions belegt, hat man drei Monate, um alles zu erleben. Und das ist gerade lang genug! Ich empfehle wirklich jedem gleich beide Sessions zu machen, weil man ansonsten nicht wirklich mitbekommt, was es bedeutet, in einer Stadt wie L.A. zu leben.

Macht euch bewusst, dass es nur fünf Wochenenden sind, die ihr im Endeffekt zur Verfügung habt, da unter der Woche - natürlich abhängig von Kurszeiten und Kursintensität - nicht viel Spielraum bleibt. Möchtet ihr also nach San Diego, San Francisco, Las Vegas und vielleicht noch einen kurzen Abstecher nach Mexico machen, seit ihr bei einer Session kaum in L.A. selbst. Und gerade diese Stadt braucht Zeit, um sich von ihrer schönen Seite zu zeigen. Damit meine ich, dass man erst mit den Leuten, die man trifft, auf Plätze aufmerksam gemacht wird, die sich wirklich lohnen. Kur ein paar Tips von mir: Mulholland Drive bei Tag UND Nacht, Standard Hotel Rooftop mitten in Downtown (Poolparty jeden Sonntag), Boots-Tour in Long Beach, beste Aussicht vom Getty Centre (ein Muss!) etc. etc. !
Fluch und Segen zugleich ist das Zulassungs- und Bewerbungsverfahren: College Contact macht es einem da wirklich leicht und schon mit gutem Abi-Zeugnis oder sogar 12er Zeugnis ist jeder im Boot.
Das einzige, was sich einem nach kurzem Blick auf die Preisliste offenbart ist dann für viele aber doch das ausschlaggebende Argument gegen eine Bewerbung: unvorstellbar hohe Kosten. Ohne detailliert auf jeden Kostenpunkt einzugehen, kann ich sagen, dass man die Sessions an der UCLA teilweise reduzieren könnte. Zahlt man beispielsweise 1.144 Dollar pro Kurs, dann sollte zumindest ein richtiger Prof unterrichten und nicht ein gerade fertig studierter Alumni. Dazu kommen Wohn- und Lebenskosten, die man in L.A. nicht unterschätzen sollte. Wer sich nicht viel aus Privatsphäre macht und sowieso schon immer mal mit hunderten Asiaten oder pubertären High-School Kids in einem Gebäude leben wollte, der kann sich in jedem Fall für die Wohnungsvariante "Rieber Hall" entscheiden.

Selbst diese Variante (die günstigste!) ist aber schon überbezahlt. Den restlichen seien die Saxon Suites oder eben Off-Campus Apartments sehr ans Herz gelegt! Macht euch den Stress in der Rieber- bzw. Sproul Hall nicht - jeden Abend müsst ihr euch einchecken. Vor den Aufzügen sitzen ab 9 pm UCLA Staff Member und kontrollieren. Nach einer Partynacht wird auch gern mal nach Alkoholkonsum gefragt. Außerdem waren jede zweite Woche die Bäder in einem der Stockwerke gesperrt, weil sich ein paar der Bewohner anscheinend nicht duschen konnten ohne etwas zu zerstören. So kam es, dass ich in einer Woche mit samt meinem Duschzeug zwei Stockwerke runterfahren musste, um in ein Bad zu kommen, in dem die Duschen nicht gesperrt waren. Das war für mich auch einer der Gründe, warum ich nach drei Wochen aus der Rieber Hall in die Saxon Suites gewechselt bin. Das war gar nicht so einfach, aber wieder hat mir College Contact das Leben gerettet! Ohne die engagierte Hilfe von Annika und ihrem Team wäre das nicht so einfach über die Bühne gelaufen. Solltet ihr euch aus Kostengründen (denn es gibt kein anderes Argument) doch für die Rieber Hall entscheiden - keine Sorge. Man kann dort schon überleben, aber man fühlt sich sehr überwacht und echte Amis trifft man da in keinem Fall. Investiert ein paar mehr Euro ins Wohnen, spart sie stattdessen beim Essen und genießt Eure Zeit an der UCLA in vollen Zügen!
Beim "Meal Plan" reichen nämlich 11 Meals pro Woche völlig aus. Alle, die 15 oder sogar mehr Meals hatten, mussten ein paar jede Woche wegfallen lassen, da sie das Wochenende über weg waren oder auch mal etwas Abwechslung vom Buffet haben wollten. Das Buffet hat übrigens nicht zu Unrecht den Ruf eines der besten Essensangebote aller Unis in den Vereinigten Staaten zu bieten. Top! Am Ende sollte noch gesagt sein, dass alles, was ich geschrieben habe, natürlich subjektiv ist. Jeder legt auf andere Sachen wert, aber ich gehöre zu denen, die neben der Studienerfahrung an der UCLA, eben auch die Stadt Los Angeles mit all dem, was sie zu bieten hat, kennen lernen wollte. Das ist mir zum Glück auch mehr als gelungen und ich hatte die Zeit meines Lebens! Danke nochmal an das College Contact Team. Es gibt keinen Grund sich gegen College Contact zu entscheiden!