24 Jan
Erfahrungsbericht von Ibrahim G.

San Diego State University


Stadt: San Diego
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Wirtschaftsingenieurwesen
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 08/2023 bis 12/2023
Heimathochschule: Bremen U

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

1. Einleitung

Ein neues Kapitel begann in meinem Leben - mein Auslandssemester. Die Entscheidung, wohin es mich für die nächsten fünf Monate verschlagen wird, fiel mir leicht, denn ich sehnte mich nach Sommer, Sonne und strahlendem Wetter! Schon als Kind hegte ich eine große Faszination für Amerika und war fest entschlossen, das Land einmal zu bereisen. Also beschloss ich, mir meinen langgehegten Wunsch zu erfüllen und mein Auslandssemester in San Diego, Kalifornien, USA zu planen. Da ich im Master Wirtschaftsingenieurwesen studiere, war mir von Anfang an klar, dass mein Traum schon bald Realität werden könnte.

Nach einer gewissen Zeit stieß ich auf die Studienberatung von College Contact, die mich ausführlich über Amerika informierte. Zusätzlich hatte ich eine persönliche Ansprechpartnerin, die mir bei all meinen Fragen stets hilfreich zur Seite stand. Etwa ein Jahr vor Beginn meines Auslandssemesters entschied ich mich für die San Diego State University. College Contact verlangte zahlreiche Unterlagen für die Bewerbung an der Universität, darunter ein ausgefülltes Bewerbungsformular, eine Passkopie, einen Sprachnachweis, eine Notenübersicht, ein Financial Statement und schließlich das Course Form. Diese Unterlagen reichte ich ungefähr acht Monate vor Semesterbeginn ein.

Da mir die anfänglich hohen Kosten als Freemover bewusst waren, suchte ich nach Stipendien, die zu den Voraussetzungen meiner Universität passten. Durch einen Informationsabend an meiner Heimuniversität erfuhr ich von Promos. Ich bewarb mich und erhielt kurz darauf eine Zusage. Um Engpässe zu vermeiden, begann ich frühzeitig, mich um den Bewerbungsprozess bei der ausländischen Universität sowie um Stipendien zu kümmern, etwa sechs Monate vor Beginn des Semesters.

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2. Bewerbungsprozess und Wohnungssuche

Die Vorbereitung auf mein Auslandssemester war wie ein wilder Ritt durch den Organisationsdschungel. Das erste Hindernis war die Beschaffung des Reisepasses für den Trip in die USA. Oh, und natürlich musste man sich gegen Corona impfen lassen, sonst gab's keinen Zutritt zur Uni. Nachdem die Uni-Zusage endlich eingetroffen war, konnte der spaßige Teil beginnen – das Visum beantragen. Aber hey, das dauert Monate, also bloß nicht zu spät anfangen!

Dann kam die Sache mit der Auslandskrankenversicherung. Da wurde das Internet zum Schlachtfeld für den besten Deal. Flug gebucht? Yes! Aber aufgepasst, der Rückflug sollte besser umbuchbar sein – für den Fall, dass die Hölle losbricht. Doch der absolute Höllenritt begann mit der Wohnungssuche und dem Finden der richtigen WG-Mitglieder. Weil Mieten sauteuer war, blieb mir keine Wahl – ich teilte mir ein Zimmer und zahlte für den Luxus 850€ in der College Area.

Die Uni hatte auch ihre eigenen Wohnungen, wie 5025 Apartments, Boulevard 63 und das El Paseo. Einzelzimmerpreise? Ein wahres Gefühlschaos, zwischen 950 und 1500€, je nachdem, ob man in La Jolla, Pacific Beach, College Area oder Mission Beach abhängen will. Ich war nur zehn Minuten zu Fuß von der Uni entfernt, mitten im amerikanischen Uni-Wahnsinn. Supermärkte wie Trader Joe's und Ralphs in der Nähe, ein Starbucks, der rund um die Uhr geöffnet war, und ein 7/11 für die spontanen Gelüste.

Aber glaub mir, die Entscheidung, wo du wohnen willst, ist wie eine Achterbahnfahrt der Vor- und Nachteile – absolut verrückt!


3. Kursanmeldung/Orientierungswoche/Campus

Nach der Ankunft in San Diego ist das vermeintlich Schwierigste bereits gemeistert, denn nun beginnt der vergleichsweise einfachere Teil des Abenteuers. Abhängig von deinem Studienfach steht jetzt die Auswahl der Kurse für das Semester an, die über eine interne Website erfolgt. Hier ist Vorsicht geboten, da die Kurse rasch ausgebucht sind, und es kein gutes Zeichen ist, auf die Warteliste gesetzt zu werden. Daher ist es ratsam, sich im Voraus zu informieren und die gewünschte Kursauswahl im Vorfeld zu planen. In meinem Fall benötigte ich 9 Units, was drei Kursen entspricht. Meine Wahl fiel auf die folgenden Kurse:

  • Project Management
  • Financial Management
  • Statistical Analysis

Es sei darauf hingewiesen, dass die Kursauswahl jedes Semester variiert, daher sollte man sich nicht ausschließlich auf meine Entscheidungen verlassen. Wählt Kurse, die euer Interesse wecken und euren Horizont erweitern, aber vergesst nicht, dass die Kurse auch für euer Studium anerkannt werden müssen. Das amerikanische Hochschulsystem unterscheidet sich deutlich vom deutschen System. Es erfordert mehr Arbeitsaufwand, beispielsweise durch Essays, Quizzes, Midterms, Präsentationen und abschließende Klausuren. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, die Note durch einen zusätzlichen Aufsatz auf Anfrage zu verbessern. Neben den akademischen Kursen bietet die San Diego State University auch Freizeitkurse an, wie Surfen, Salsa-Tanz oder Kanufahren. Beachtet jedoch, dass für diese Aktivitäten zusätzliche Kosten anfallen können, und gelegentlich müsst ihr möglicherweise auch selbst für euer eigenes Surfbrett sorgen.

Abhängig vom Semesterbeginn findet eine Woche vorher eine Orientierungswoche statt, die euch mit der Universität vertraut macht und umfassend informiert. Die Hochschule bietet eine breite Palette von Aktivitäten an, darunter ein Fußballfeld, einen Tennisplatz, ein Schwimmbad, eine Konzerthalle sowohl drinnen als auch draußen sowie einen Footballplatz. Zusätzlich stellt die Universität kostenlose Tickets für Basketball- und Footballspiele zur Verfügung, die über die Uni-Mail bezogen werden können. Häufig gibt es auch kleine Events, bei denen man kostenfrei essen kann oder an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen kann.

Besonders beeindruckend war für mich der ausgeprägte Gemeinschaftssinn an der Universität. Während der Woche besuchte man Vorlesungen, und am Wochenende feuerte man gemeinsam mit anderen Studierenden das Uni-Team an. Diese gemeinsamen Erlebnisse schufen eine Atmosphäre der Zugehörigkeit, die an deutschen Universitäten oft fehlt. An regnerischen Tagen (die es kaum gab) konnte man in den sogenannten Aztec-Lanes mit Freunden bowlen, Billard spielen oder einfach nur einen Kakao trinken und sich unterhalten. Kurz vor Weihnachten bot das Kino auf dem Campus die Möglichkeit, Weihnachtsfilme anzusehen.

Der Campus zeichnete sich durch ästhetische Architektur und Sauberkeit aus. Neben den Sportanlagen gab es einen Foodcourt, einen kleinen Park und meinen persönlichen Lieblingsort, den Schildkrötenteich mit echten Schildkröten. Dort konnte ich mit meinem Laptop meine Aufgaben erledigen oder mich einfach auf das Gras legen und entspannen. Das Wetter war das gesamte Semester über äußerst angenehm, mit Temperaturen im Winter zwischen 17 und 22 Grad.


4. San Diego

Die Fortbewegung in San Diego gestaltet sich im Vergleich zu Deutschland etwas komplizierter, da die öffentlichen Verkehrsmittel nicht so gut ausgebaut sind. Ein Auto ist daher definitiv von Vorteil, aber in der College Area kann man auch gut ohne auskommen. Es bietet sich an, ein Auto mit höchstens drei Personen zu teilen, die ähnliche Kurse belegen. Die Mobilität mit dem Auto erleichtert die Erkundung verschiedener Orte erheblich. San Diego hat eine Vielzahl von Aktivitäten zu bieten, angefangen bei Partys in der College Area bis hin zu Beach Clubs im Pacific Beach wie Mavericks, Firehouse und Waterbar. Da die mexikanische Grenze nur eine halbe Stunde entfernt ist, kann man auch einen Abstecher nach Mexiko machen. Hierbei sollte man jedoch beachten, dass es etwas unsicherer ist als in San Diego, und es ist ratsam, mit jemandem zu fahren, der die Sprache beherrscht. In der Innenstadt gibt es ebenfalls eine lebhafte Party-Szene mit zahlreichen Bars für jeden Geschmack, von Billard bis Karaoke oder Clubbing, bis hin zu entspannten Essensmöglichkeiten.

Für Wochenendausflüge bieten sich viele andere Städte an, darunter Los Angeles, San Francisco, Las Vegas oder Tijuana. Zudem verfügt Kalifornien über eine beeindruckende Auswahl an Nationalparks, die definitiv einen Besuch wert sind. Nach Abschluss meines Semesters habe ich noch New York und Miami erkundet. Beide Städte unterscheiden sich stark von San Diego und sind definitiv sehenswerte Orte. Das Auslandssemester hat meine Perspektive positiv verändert, und ich empfehle jedem, diese Erfahrung zu machen.