5 Okt
Erfahrungsbericht von Hilal A.

University of California Berkeley

Stadt: Berkeley
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studientyp: Summer Sessions
Zeitraum: 07/2011 bis 08/2011

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Ich hatte schon immer davon geträumt mal ein Semester außerhalb von Europa zu studieren. Eine Summer Session war für mich die perfekte Möglichkeit die Zeit zwischen meinem Pflichtpraktikum und dem Beginn des nächsten Semesters auszunutzen.
Für die UC Berkeley entschied ich mich, weil die Session direkt nach dem Ende meines Praktikums begann, weil kein Sprachtest gefordert wurde und natürlich wegen dem ausgezeichneten Ruf der Universität.

Das sammeln der erforderlichen Papiere war anhand der Anleitung von College Contact und Annikas Hilfe an sich nicht schwierig. Nur hatte ich etwas Pech mit meiner Bank und dem Termin bei der Botschaft, habe aber trotzdem alles noch zeitig hinbekommen.

Vor Beginn der Session musste man sich schon für Wohnheim und die Kurse entscheiden.
Ich habe bereits im Voraus viele Erfahrungsberichte gelesen und versucht mir dadurch ein paar Infos zu holen. Einige Leute haben für das International House argumentiert, andere meinten in der Residence Hall zu bleiben wäre besser, einige wenige haben ganz andere alternativen genutzt. Ich habe mich nach langem hin und her für das International House entschieden und diese Entscheidung nicht eine einzige Sekunde bereut! Wenn ich nicht im I-House geblieben wäre hätte ich nur ein Bruchteil so viel erlebt und Spaß gehabt während der Session. Die Zimmer sind zwar super klein aber das bewegt einen dazu so wenig zeit wie möglich im Zimmer zu verbringen und stattdessen in der I-House Bücherei oder im I-House Wohnzimmer zu sein. Für ein ganzes Semester ist das wahrscheinlich anstrengend wenn man sich das Zimmer teilen muss (obwohl es auch Single Rooms gibt), aber für eine Session ist das die beste Möglichkeit, weil man immer unter Leuten ist. Das I-House organisiert auch viele Reisen. Ich habe an einem Trip nach Sacramento mit Besuch in einem Waterpark teilgenommen und ein Ausflug nach Alcatraz. Das ist super falls man mal nicht die Zeit hat den Trip selber zu planen und außerdem lernt man so auch noch mehr neue Leute kennen.

Das Essen im I-House ist in Ordnung. Aber im Allgemeinen muss ich die Mensa sehr loben. Während meiner Session im Sommer 2011 war Ramadan, der Fastenmonat für Muslime. Die Mensa hat uns den ganzen Monat Helal Fleisch angeboten und man konnte sich für ein Ramadan Paket eintragen lassen und hat somit immer Zugang zu Datteln, Humus, Fladenbrot und weiteren orientalischen Speisen die man sich als Lunch Box mit rausnehmen konnte um sie vor dem Sonnenaufgang zu essen. Das Fastenbrechen war eigentlich nach Schließung der Mensa, aber die fastenden Studenten durften als einzige länger in der Mensa bleiben. So einen Service für muslimische Studenten ist man sonst nicht gewohnt. Auch die Muslim Student Association die es an jeder Uni in Amerika gibt hat super viele Sachen organisiert wie gemeinsames Fastenbrechen und Gemeinschaftsgebete.

Zu meinen Kursen: Ich habe meiner Uni im Voraus alle Kurse zugeschickt und gefragt welche man mir anrechnen lassen würde. Ich konnte mir nur Advanced Financial Accounting und Behavioral Finance anrechnen lassen und habe deshalb diese beiden Kurse auch gewählt.
Das war vllt nicht die beste Entscheidung da es sich um zwei schwere Kurse mit viel Aufwand handelt und ich deshalb nicht so viel Freizeit hatte wie andere die nur einen Introducing Kurs hatten.
Der Advanced Financial Accouting Kurs war super professionell von einer Professorin die sonst bei KPMG arbeitet. Schwer aber sehr interessant. Man sollte unbedingt schon Vorkenntnisse in Rechnungslegung haben.
Der Behavioral Finance Kurs war eine Katastrophe. Ich hab nichts verstanden und den Kurs abgewählt und musste dann einen anderen Kurs wählen damit ich als Full Time Student bei meinen 5 Credits bleibe.
Ich habe dann den 3-Wochen Kurs Advertising America gewählt. Ein sehr unterhaltsamer und interessanter Kurs. Und obwohl er nur drei Wochen ging auch sehr arbeitsintensiv.
Das mit der Arbeitsintensität gilt generell für fast alle Kurse. Man muss immer Hausaufgaben machen, Research Papers schreiben, Assignments machen und hat immer 1, manchmal sogar zwei midterms und dann natürlich noch Finals.
Aber sogar das lernen und Hausaufgaben kann Spaß machen wenn man mit Freunden ist.

Während der Summer Sessions sind überwiegend internationale Studenten da. Je nachdem zu welcher Zeit man hingeht dominieren verschiedene Nationalitäten. Asiaten dominieren generell immer, aber zu meiner Session D waren viele Deutsche, Österreicher, Holländer und Libanesen da. Man muss aufpassen dass man nicht nur mit seinen eigenen Landsleuten abhängt!
Im Großen und Ganzen kann ich sagen dass ich das Glück hatte die coolsten Leute überhaupt kennen gelernt zu haben und jetzt Freunde auf der ganzen Welt habe.
Besonders das i-House hat uns zusammengeschweißt, da man so viel Zeit miteinander verbringt.
Wenn’s ums feiern geht muss man beachten das man unter 21 nicht mal in die Bar reinkommt und es werden immer ausweise gecheckt!
Ich musste direkt nach der Session wieder zurück aber man sollte, so wie viele es getan haben, die Möglichkeit nutzen und noch weiter in Kalifornien rumreisen!