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California State University, Long Beach
Erfahrungsbericht

von Lukas W.

23
Feb.
2026

Informationen

Hochschule: California State University Long Beach
Stadt: Long Beach
Land: USA
Studienrichtung: Jura
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 08/2025 bis 12/2025
Heimathochschule: Universität Bayreuth

Bewertungen

Hochschule:
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Studieninhalte:
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Studienbedingungen:
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Spaß:
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Gesamtbewertung:
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Fotos (6)

Es steht überall – an allen Einfahrten zum Campus, auf den Bussen, unter allen E-Mails, sogar auf den Uhren in den Classrooms: „Go Beach“! Und es steht nicht nur überall geschrieben, sondern wird auch gelebt: Der Blick auf den Pazifik von der obersten Etage der Universitätsbibliothek erinnert selbst beim Lernen an das Lebensgefühl, das das Leben in Long Beach und der südkalifornischen Westküste prägt und ausmacht. Raus aus der Abendvorlesung und zum Sonnenuntergang noch schnell an den Strand – diese und unzählige weitere Erfahrungen durfte ich an der California State University, Long Beach machen, wo ich im Fall Semester 2025 ein Semester lebte und studierte.

 

Vor der Bewerbung

Bevor es allerdings losgehen konnte, bedurfte es einiger Vorbereitung: Bewerbung, Visum, Wohnung, Kurswahl, Studiengebühren – all das erfordert Zeit und will gut überlegt und geplant sein – denn so viel vorweg: ein Auslandssemester in Kalifornien ist zwar eine unglaublich wertvolle Erfahrung, aber auch kein ganz günstiger Spaß. Gerade Uni- und Kurswahl sollten deshalb sorgfältig recherchiert und nicht überstürzt werden.

 

Als Free Mover bin ich ohne Austausch- oder Partnerprogramm nach Long Beach gegangen, mit allen Vor- und Nachteilen: Während ich natürlich maximale Freiheit bei der Wahl der Uni und meiner Kurse hatte, lagen sowohl Bewerbung als auch Finanzierung in meiner Verantwortung. Umso angenehmer empfand ich es, dass ich für die Bewerbung mit College Contact eine Agentur gefunden hatte, die mir insbesondere im Vorfeld der Bewerbung beratend zur Seite stand und schließlich auch meine Bewerbung reibungslos abgewickelt hat.

 

Bis zur Bewerbung stellen sich jedoch eine ganze Reihe an Fragen: An welche Uni soll es gehen? Welche Uni ist bezahlbar? Oder auch: Wie ist das Wetter? – All diese Fragen sollten vor der Bewerbung gut durchdacht und sorgfältig recherchiert werden. Ein Beratungsgespräch und die Website von College Contact sind dafür ein guter Ausgangspunkt, um sich einen Überblick zu verschaffen und tiefer in die Recherche einzusteigen.

 

Ist die Entscheidung für Long Beach gefallen, ist die eigentliche Bewerbung relativ simpel: Neben den üblichen Unterlagen wie einer aktuellen Notenübersicht, einem Sprachnachweis und einem Bewerbungsformular gehört zur Bewerbung auch ein Academic Statement (Motivationsschreiben). Sobald die Bewerbungsunterlagen von College Contact geprüft und an die Uni weitergeleitet wurden, dauert es in der Regel nicht lange (in meinem Fall weniger als eine Woche), bis man eine Rückmeldung der Cal State Long Beach erhält. Ab diesem Zeitpunkt erhält man regelmäßig Info-Mails vom Study Abroad @ The Beach Office, die einem das ganze Semester hinweg bei allen Fragen und Problemen zur Seite stehen.

Die Cal State Long Beach und die Stadt Long Beach

Die Cal State Long Beach ist ein klassisches US-amerikanisches College, wie man sie aus Film und Fernsehen kennt. Der Campus ist riesig und die Wege lang, aber weil die CSULB eine Campus-Universität ist, läuft man Freunden und Bekannten dennoch ständig über den Weg, kann sich spontan zum Mittagessen verabreden oder zum Hausaufgabenmachen treffen.

 

Groß ist darüber hinaus nicht nur der Campus, sondern auch die Auswahl an Events während des Semesters. Neben über fünfhundert Clubs und Societies finden auf dem Campus wöchentlich unzählige Veranstaltungen statt. Sie alle zu besuchen, ist unmöglich. Insofern lohnt es sich, die wöchentlichen „This Week At The Beach“-Mails wenigstens zu überfliegen, um herauszufinden, worauf man Lust hat. Seine Freizeit kann man daneben auch gut im „Rec-Center“ (Student Recreation and Wellness Center) verbringen – hier gibt es nahezu alles, was mit Sport und Erholung zu tun hat: ein gut ausgestattet Gym mit Indoor-Laufbahn und Kletterwand, Yoga- und Gymnastikräumen, Turnhallen, aber auch Pool, Whirlpool und kostenlose Massagestühle. Als Study Abroad @ The Beach Student ist der Zutritt zum Rec-Center in den Studiengebühren enthalten.

 

Auch abseits des Campus ist Long Beach eine lebenswerte Stadt – meiner Meinung nach die kleinere, aber bessere Version von Los Angeles. Mit fast einer halben Millionen Einwohnern ist Long Beach zwar an deutschen Maßstäben gemessen nicht gerade klein, aber im Vergleich zu LA und anderen Metropolen doch überschaubar. Neben kilometerlangen Pazifikstränden und einer großen Auswahl an Bars und Restaurants hat Long Beach auch viele Ausflugsziele in der Nähe zu bieten: Downtown LA ist – abhängig vom Verkehr – keine dreiviertel Stunde entfernt, Disneyland in Anaheim keine zwanzig Minuten, Joshua Tree National Park, SeaWorld und San Diego gut zwei Stunden und in SixFlags Magic Mountain ist man in weniger als einer Stunde.

 

Auch LAX (Los Angeles International Airport) erreicht man in unter 25 Minuten, wenn der Verkehr es zulässt; für Inlandsflüge hat Long Beach einen eigenen Airport, der vor allem von Southwest angeflogen wird. Für Inlandsreisen, etwa nach Washington D.C., New York, Hawaii, Washington State oder Las Vegas – die Klassiker also – kann man also auch direkt aus Long Beach abfliegen.

 

Bars und Clubs und allgemein das Nachtleben sind in Long Beach gemessen an europäischen Standards hingegen weniger spektakulär: Die meisten Bars und Clubs schließen um 2:00am und sind recht teuer; in der Regel sind private Hauspartys oder Frat Partys die bessere Wahl (wobei man über Fraternities und Sororities ein eigenes Kapitel schreiben könnte).

 

Kurse und Kurswahl

Ein entscheidender Faktor bei der Wahl der ausländischen Uni dürfte das Kursangebot sein. Etwaige Anrechnungsmöglichkeiten sollte man vorab mit dem International Office oder dem Prüfungsamt der Heimatuniversität abklären. Als Jurastudent war ich rückblickend umso erstaunter, dass meine Wahl letztlich auf die Cal State Long Beach fiel. Denn eigentlich hat die CSULB keine Law School. Dank des umfassenden Kursangebots konnte ich jedoch Jurakurse am Department of Political Science belegen: Constitutional Law I (Powers) und II (Rights), International Law sowie The US Congress.

 

Welche Kurse in einem Semester verbindlich angeboten werden, wird einige Monate vor Semesterbeginn im Schedule of Classes veröffentlicht. Kurzbeschreibungen aller Kurse sind hingegen im Course Catalog zu finden. Rechtzeitig vor Beginn des Semesters versendet das SA@B Office außerdem die Zugangsdaten zu einer Datenbank, die die Syllabi aller angebotenen Kurse enthält. Ein Syllabus enthält detaillierte Informationen zu Kursinhalten und -ablauf, der Bewertungskriterien und andere kursspezifische Informationen.

 

Zu den Bewerbungsunterlagen bei der Cal State Long Beach gehört auch eine Kurswunschliste. Dabei muss man zehn Kurse angeben, für die man sich interessiert – diese Liste ist allerdings keineswegs verbindlich und kann jederzeit geändert werden.

 

Obwohl Degree-Seeking Students (also solche, die einen Abschluss an der CSULB anstreben) bei der Platzvergabe Vorrang haben, versucht das SA@B Office im Vorfeld, wenigstens einige der angegebenen Kurswünsche zu realisieren und eine Einschreibung schon vor Semesterbeginn vorzunehmen. Ob und in welchem Umfang das gelingt, hängt stark von den individuellen Kurswünschen ab – gerade in gefragten Kursen ist es vollkommen üblich, dass eine Einschreibung vorab nicht möglich war. Falls doch, so ist diese Einschreibung nicht endgültig: Kurse kann man in der Regel bis zum Ende der zweiten Vorlesungswoche „adden“ und „droppen“; nach Ablauf dieser Frist benötigt man dafür die Genehmigung des Departments und des Dozenten.

 

Wichtig ist, am Ende der zweiten Woche in Kursen im Umfang von mindestens 12 Units (in der Regel vier Undergraduate-Kurse oder drei Postgraduate-Kurse) eingeschrieben zu sein. Das ist zwingende Voraussetzung des F-1 Studentenvisums, das ein Vollzeitstudium an einer US-amerikanischen Universität voraussetzt.

 

Falls eine Einschreibung in einen Kurs nicht möglich ist oder der Schedule of Classes anzeigt, dass keine Plätze mehr verfügbar sind, lohnt es sich trotzdem, zur ersten Vorlesung zu gehen und mit dem Professor oder der Professorin zu sprechen und um Erlaubnis zu bitten, den Kurs belegen zu dürfen. Soweit ausreichend Sitzplätze in den Classrooms zur Verfügung stehen, freuen sich die meisten Professoren in der Regel über interessierte Studierende. Auf diese Weise konnte ich alle vier meiner Wunschkurse belegen, obwohl in zwei dieser Kurse anfangs offiziell kein Kursplatz verfügbar war – es lohnt sich also, nachzufragen.

 

Housing

Ein großes Thema vor dem Auslandssemester ist das Housing. Dafür gibt es an der CSULB grundsätzlich zwei Möglichkeiten: On-Campus Housing und Off-Campus Housing. Für welche Option man sich entscheidet, hängt von den persönlichen Präferenzen ab – beide Optionen haben Vor- und Nachteile.

 

Stressfreier und entspannter ist es sicherlich, sich auf einen On-Campus-Wohnheimplatz in den Dorms der Uni zu bewerben. Neben geringerem Aufwand ist natürlich die Kostensicherheit ein weiterer Vorteil: man weiß von Anfang an, welche Kosten für Miete einzuplanen sind.

 

Allerdings geht das On-Campus-Housing auch mit einigen – entscheidenden – Nachteilen einher, weshalb ich mich entschied, eine Wohnung off campus auf dem privaten Wohnungsmarkt zu suchen. Zum einen sind die Dorms auf dem Campus überraschend teuer (ab ca. $1,200 monatlich für einen geteilten Triple Room). Zwar sind Wohnungen off campus nicht zwingend günstiger; mit einem Budget von $1,200 findet man aber auch auf dem privaten Wohnungsmarkt gute Wohnungen.

 

Wer sich für On-Campus Housing entscheidet, muss wissen, dass das On-Campus Housing zwangsläufig an einen Meal Plan gebunden ist, den man zwingend kaufen muss. Je nach Meal Plan kann man unterschiedlich oft pro Woche in den Dining Halls der Dorms (Wohnheime) Essen gehen (all you can eat, Buffet). Weiterhin sprachen für mich auch die vielen Fees gegen ein Zimmer in den Dorms. Zu der Application Fee von $250 kommt eine Early-Move-Out Fee von $275, falls man bereits nach einem Semester ausziehen möchte, sowie eine Installment Fee von $40 und eine Social Fee von $60. Allein die Fees entsprechen also fast einer halben Monatsmiete.

 

Rückblickend würde ich jedem raten, den Aufwand in Kauf zu nehmen und eine Wohnung auf dem privaten Wohnungsmarkt zu suchen – ich selbst habe in einem Wohnkomplex (Beverly Plaza Apartments) gelebt, wo ich mit drei Amerikanern in einem gut 120 Quadratmeter großen Apartment wohnte.

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Ob Beverly Plaza Apartments oder anderswo – in jedem Fall sollte man darauf achten, dass die Wohnung in Campusnähe liegt. Ohne Auto ist man auf Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel angewiesen – Laufen ist in den USA, so auch in Long Beach, aufgrund der weiten Distanzen keine praktikable und langfristige Option.

 

Ich würde die Traffic Circle Area als wirklich hervorragenden Stadtteil empfehlen: Der Traffic Circle ist ungefähr drei Auto- und sieben Fahrradminuten vom Campus entfernt und beherbergt neben In-N-Out – dem Fastfood-Restaurants meines Vertrauens – auch Supermärkte wie Ralphs und Vons und andere Geschäfte wie Ross, Dave’s Hot Chicken, Raising Canes und Starbucks. Auch Target, Wendy’s, McDonald’s und Trader Joe’s (Supermarkt) sind nur fünf Fahrradminuten entfernt.

 

Die Kaltmiete unserer Wohnung in Beverly Plaza Apartments betrug zwar fast $4,000 pro Monat – durch vier geteilt ist das aber selbst mit Nebenkosten (monatlich ca. $50 pro Person) immer noch deutlich preiswerter als das Housing in den Dorms auf dem Campus. Beverly Plaza Apartments besteht aus gut zweihundert kleinen Häusern – allesamt im selben Stil in einer schön angelegten Wohnanlage mit Palmen und kleinen Wegen. In der Mitte des Wohnkomplexes befinden sich zwei große Pools, eine BBQ-Corner mit Grills und Lagerfeuerstelle, ein Whirlpool, ein Clubhouse mit Community Kitchen sowie ein Gym mit Yogaraum.

 

Ich selbst habe meine Wohnung in einer von zahlreichen Facebook-Gruppen (z.B. CSULB Roommate Finder) gefunden – hier ist allerdings natürlich die gebotene Vorsicht vor Scams zu beachten. Daneben gibt es zahlreiche weitere Portale (z.B. CSULB Off-Campus Universe), auf denen man parallel suchen kann. Ganz gleich, wo man sucht: Um Scams vorzubeugen, habe ich vor Unterzeichnung des Mietvertrags mehrmals mit einem meiner zukünftigen Roommates videotelefoniert, um zu sehen, ob man sich menschlich versteht, und natürlich, um sicherzustellen, dass die Wohnung wirklich existiert und es sich um ein ernstzunehmendes Angebot handelt.

 

Wissenswert ist außerdem noch: Auch wenn Beverly Plaza Apartments keine Untermieter erlauben, ist dies gängige Praxis. Als Untermieter spart man sich nicht nur eine Gebühr, sondern auch den bürokratischen Prozess, in den Mietvertrag aufgenommen zu werden. Deshalb ist es – jedenfalls in Beverly Plaza – durchaus vorteilhaft, nach Möglichkeit als Untermieter einzuziehen.

 

Möchte man hingegen auf dem Campus leben, hat man an der Cal State Long Beach die Möglichkeit, zwischen vier verschiedenen Dorms zu wählen: Hillside, Parkside, Beachside und International House. Während sich Hillside, Parkside und das International House am Rande des Campus befinden, ist Beachside etwa fünf Minuten Fahrt abseits des Campus gelegen und über einen kostenlosen Busshuttle an den Campus angebunden. In den Dorms gibt es unterschiedliche Zimmergrößen und auch die Anzahl der Personen, mit denen man sich Schlafzimmer, Küche und Badezimmer teilt, variiert und beeinflusst den Preis.

 

Fazit

Kurz zusammengefasst, habe ich das Semester in Long Beach wirklich genossen – ich habe viele tolle Freunde kennengelernt, viel erlebt und hatte wirklich eine großartige Zeit in Kalifornien. Wem sich diese Möglichkeit bietet, dem kann ich nur raten, nicht zu zögern und die Chance zu nutzen: Go Beach!