23 Sep
Erfahrungsbericht von Barbara N.

University of California Berkeley

Stadt: Berkeley
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Literaturwissenschaften, Sprachwissenschaft
Studientyp: Summer Sessions
Zeitraum: 06/2008 bis 08/2008

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Da ich vom Studium aus noch ins Ausland musste und ich nicht ein ganzes Semester oder gar Jahr verlieren wollte, habe ich mich für eine Summer Session (8-wöchige) entschieden, da ich schon immer mal an einer US Uni studieren wollte. Darauf gekommen bin ich durch die college.contact Seite im Internet. Ich habe mich dann genauer erkundigt und wurde auch super und immer sehr freundlich beraten. Dadurch war der Bewerbungsprozess auch gar kein Problem, da college.contact einem immer geholfen hat und Fragen auch immer sofort beantwortet worden sind.

Ich habe als Unterkunft die Residence Hall gewählt, da ich dachte, dass ich da wahrscheinlich mehr Amerikaner antreffen werde als im International House. Das stimmte glaube ich auch schon, aber es waren trotzdem sehr viele internationalen Studenten da. Mein Flur war zu 90% von Asiaten belegt. Am Anfang war ich etwas geschockt von dem dorm. Das Zimmer, das ich mir mit einer Südkoreanerin, die sehr nett war, geteilt habe, war winzig und das Badezimmer, dass sich auf dem Flur befindet, war hässlich, ungemütlich und meistens eher dreckig (was an den Leuten gelegen hat, die das Bad benutzt haben). Ich habe immer versucht, so wenig Zeit wie möglich darin zu verbringen. Außerdem, nicht erschrecken, es ist gemischt, also für Männer und Frauen. Das war ich von den Amerikanern nicht gewöhnt.

Insgesamt kann man sagen, dass Berkeley ein sehr liberaler Ort ist. Ist wird viel geredet und in Cafe gesessen und es kann auch des öfteren passieren, dass man Leute sieht, die auf öffentlicher Straße Hasch konsumieren. Das Leben im dorm ist jedoch sonst überhaupt nicht liberal. Gerade wenn man schon in Deutschland alleine lebt, kommen einem die Regeln dort etwas lächerlich vor. Alkohol ist strikt verboten, egal ob man 21 ist oder nicht. Höchstens im Zimmer darf man trinken, aber auch nur wenn man nicht zu große Mengen da hat und wenn keiner dabei ist, der unter 21 ist (egal ob der was trinkt oder nicht). Und die RAs (Residence Assistants) haben das auch tot ernst genommen bei uns. Von dem was ich mitbekommen habe, wird das im I-House viel lockerer gesehen. Die hatten immer Parties, die wohl sehr lustig waren. Das I-House als Gebäude ist auch viel schöner. Es hat viel mehr den Charme einer Elite-Uni. Die Zimmer sind jedoch noch ein Stück kleiner als die in den Residence Halls. Und das Essen soll in Crossroads, die Dining Hall der Residence Halls, auch besser sein als im I-House, obwohl ich einmal da gegessen habe und es gar nicht so schlecht fand.

Ich hatte zwei Uni-Kurse gewählt in Englisch (The American Novel und Popular Culture and Literature) und das reicht vollkommen!! Auf keinen Fall mehr nehmen. Ich würde auch raten, nicht 2 Literaturkurse zu nehmen, so wie ich das gemacht habe. Der Lesestoff für 2 Kurse ist fast nicht machbar (ich hätte fast jede Woche zwei Bücher lesen müssen plus die Assignments, die man machen muss). Ich habe eigentlich jeden Tag bis 2 Uhr nachts gelesen oder geschrieben. Das war oft nicht so spaßig. Es gibt ja schließlich in California so viel zu sehen, dass man sich schon genügend Zeit auch dafür nehmen sollte (wenn möglich, würde ich raten, den Freitag frei zu halten, denn das machen viele und dann kann man was zusammen machen).

Die Kurse haben mir unterschiedlich gut gefallen. The American Novel war eine reine Vorlesung, was ich etwas enttäuschend fand. Zwar sehr interessant, aber nicht, dass was ich mir erhofft hatte. Popular Culture and Literature von Chris Nealon war richtig toll und würde ich immer wieder machen. So habe ich mir Uni in Berkeley vorgestellt. Es wurde viel diskutiert, sehr viel Interaktives gemacht und der Dozent war mit vollem Eifer dabei.
Beide Kurse waren zweimal die Woche und jeweils 2 Stunden lang.

Wie gesagt, am Wochenende habe ich meistens mit anderen internationalen Studenten Ausflüge gemacht, z.B. nach San Francisco (wo man in einer halben Stunde ist mit der BART), nach Lake Tahoe (unbedingt machen, der ist wunderschön und hat richtigen Sandstrand), nach Yosemite National Park, nach Las Vegas (was etwas weit war -> 13 Stunden mit dem Auto!) und viele sind auch nach LA. Südkalifornien habe ich erst nach der Summer Session bereist, da ich da noch etwas Zeit hatte.

Noch ein paar Dinge zur UC Berkeley (oder auch Cal genannt). Berkeley hat einen großen und wunderschönen Campus und bietet zahlreichen Service für Studenten an. Z.B. kann man, wenn man nachts alleine nicht nach Hause gehen möchte, da Berkeley nicht unbedingt das sicherste Pflaster ist, BearWalk anrufen und es kommt jemand, der von der Uni eingestellt ist, um einen nach Hause zu begleiten. Toll ist auch das riesige Angebot an Sport, dass man nutzen kann als Student. Es gibt eigentlich keine Sportart, die dort nicht vertreten ist. Ich selbst habe „Work out“ im Fitness Studio gemacht und Pilates Kurse besucht.

Was auch sehr praktisch ist, dass man eine ID Karte hat, auf der man auch seine Essenspunkte drauf hat. D.h. man zahlt sein Essen mit dieser Karte. Man kann aber nicht nur in der Dining Hall damit zahlen, sondern auch in ein paar Cafes (z.B. The Den) und einem kleinen Supermarkt.

Insgesamt kann ich jedem eine Summer Session empfehlen. Wenn man jedoch gerne Party macht und weg geht, ist Berkeley nicht der perfekte Ort. Natürlich gibt es dort auch Möglichkeiten, aber wenn man, wie ich, aus einer großen Stadt kommt, dann hat Berkeley nicht so viel zu bieten. (obwohl die Blakes on Telegraph-Abende immer sehr lustig waren; auch empfehlenswert: Jupiter). Für mich war das vollkommen ok, da ich auch so viel zu tun hatte mit meinen Kursen, aber für manche Europäer war Berkeley zu langweilig. Außerdem darf man in Berkeley kein heißes kalifornisches Wetter erwarten. Wir haben alle am Anfang gefroren. Das Wetter wurde dann zwar besser, aber abends ist es immer kühl bis kalt gewesen!! (ohne Hose und Pulli konnte man nicht mehr raus). Wer jedoch an einer Top-Universität mal studieren will, der ist in Berkeley vollkommen richtig aufgehoben. Ich wünsche allen,die sich für Berkeley entscheiden eine tolle Zeit und beneide euch, dass ihr es noch vor euch habt.
Go Bears!