29 Sep
Erfahrungsbericht von Annika B.

University of California Berkeley

Stadt: Berkeley
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: BWL
Studientyp: Summer Sessions
Zeitraum: 07/2008 bis 08/2008

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Im Sommer 2008 habe ich an einer sechswöchigen „Summer Session“ an der UC Berkeley teilgenommen. Insgesamt kann ich dieses Programm nur empfehlen, gerade weil ich nicht nur meine Fremdsprachenkenntnisse verbessern konnte, sondern auch Studierende aus aller Welt kennenlernt habe. Meine Kurse (Integrated Marketing Communication und Business Communication) waren sehr anwendungsorientiert und praxisrelevant. Wissenschaftliches Arbeiten und komplexe Theorien blieben dabei natürlich auf der Strecke (was ich aber –gerade bei einer Summer Session- nicht tragisch fand). Außerdem wurde viel Wert auf Präsentationstechniken gelegt. In beiden Veranstaltungen wurden internationale Projektgruppen gebildet, in denen Themenfelder erarbeitet wurden. Da die Kurse für Studierende in den ersten Semestern konzipiert sind, ist es in vielen Fällen möglich fachfremde Veranstaltungen zu wählen und gut zu bestehen. Im Vorfeld haben sich viele Teilnehmer über ihre Englischkenntnisse Sorgen gemacht, was sich aber in nahezu allen Fällen als grundlos erwies. Zwar nehmen an den Kursen auch ständige Berkeley-Studenten teil, die Dozenten waren jedoch immer sehr bemüht Sachverhalte verständlich darzustellen. Es gab jeweils eine Leistungsüberprüfung zum midterm, also nach etwa drei Wochen und eine gegen Ende des Aufenthalts. So wusste man früh, wo man steht und konnte „Ausrutscher“ rechtzeitig ausgleichen. Insgesamt waren meine Profs sehr aufgeschlossen und hatten immer ein „offenes Ohr“ für Fragen und Tipps. Will man neben dem universitären Angebot die Umgebung erkunden, sollte man dennoch nicht mehr als zwei oder drei Kurse belegen. Schließlich wird in den sechs Wochen Stoff aus einem ganzen Semester vermittelt. Außerdem habe ich einige Tage gebraucht, um mich in der neuen Umgebung zu orientieren. Der Campus in Berkeley ist nämlich wirklich riesig und nicht minder beeindruckend. Unter anderem gibt es nicht nur kostenlose Fitnessräume in den Studentenwohneinheiten, sondern auch ein großes Sportzentrum, das gegen eine geringe Gebühr genutzt werden kann. Es existieren mehrere Mensen, in denen das Angebot deutlich vielseitiger war als an meiner Heimatuni. Außerdem gewähren mehrere Geschäfte in „Berkeley-Downtown“ Rabatt, wenn man über einen örtlichen Studentenausweis verfügt.

Die Unterkünfte sind eher zweckmäßig (Schreibtisch, Hochbett, Schrank, Stühle, gemischter Waschraum auf dem Gang), wobei ich den Eindruck hatte, dass es im „International House“ noch einfacher war Kontakte zu knüpfen. Aber auch in den Wohnheimen organisieren so genannte Residence Assistants (RAs) regelmäßig Events und Ausflüge. Wie bereits erwähnt, sind „day trips“ in die unmittelbare Umgebung überaus lohnenswert. In der Nähe der Uni befindet sich eine Metrostation (BART), von der aus man in etwa 20 Minuten in der Innenstadt von San Francisco ist. Weitere Ausflugsziele sind Monterey (Bay Aquarium), Santa Cruz (Strand und Surfen), ins Napa-Valley (Weinanbaugebiet). Viele Studierende sind auch nach Los Angeles oder Las Vegas gefahren. Diese Reisen können über das International Office der UCB gebucht werden, oder man organisiert sie einfach privat.

Ein kleiner Wermutstropfen sind die hohen Kosten und die vielen Formalitäten vor dem Aufenthalt. Ich kenne niemanden, der unter 5000 Euro für den Aufenthalt ausgegeben hat. Allerdings waren die Meal-Points für das Mensa-Essen (die auch in dem netten Café Peet’s einlösbar sind) im Pauschalpreis für die Unterkunft enthalten. Auch öffentliche Verkehrsmittel konnte man in Berkeley mit einem Studentenausweis gratis benutzen. Bezüglich der Formalitäten kann ich nur jedem raten, rechtzeitig mit der Planung anzufangen. Als „full-time-student“ braucht man ein Visum, für das ich zur Frankfurter Botschaft fahren musste- circa sechs Wochen nach meiner Anfrage. Vorher müssen zahlreiche Formulare ausgefüllt werden, außerdem standen diverse Gebühren an. Gerade wenn man „nur“ sechs Wochen in die USA fliegt, ist das sehr nervig. Wer die Zeit hat, sollte deshalb überlegen, zwei Sessions zu kombinieren, dann besteht auch die Möglichkeit ein Stipendium zu bekommen.

Aufgrund des niedrigen Dollar-Kurses, waren Kleidungsstücke und Souvenirs natürlich extrem günstig. Zum Einkaufen empfiehlt sich San Francisco und dort vor allem die Gegend um den Union Square und das Shopping-Center Westfield (das übrigens nicht weit vom lohnenden Museum San Francisco MoMa liegt). Außerhalb von Berkeley gibt es zudem ein Outlet. Besonders am Wochenende bauen downtown „Althippies“ ihre Stände auf und bieten Schmuck und Deko- Gegenstände zu günstigen Preisen an. Eines muss man nämlich wissen: Trotz der renommierten Uni ist Berkeley insgesamt keine „elitäre“ Stadt. In der Innenstadt trifft man auf sehr „bunte Vögel“, was mich, zumindest tagsüber, überhaupt nicht gestört hat (manche Studenten waren da anderer Meinung).

Das Wetter war übrigens nicht so schlecht, wie es das Klischee besagt. Zwar war es morgens manchmal nebelig, das legte sich aber spätestens in den Mittagsstunden und an einigen Tagen haben wir richtig geschwitzt. Ohnehin waren es die perfekten Temperaturen um Ausflüge zu machen und anstehende Hausaufgaben in der Sonne zu erledigen. Abschließend kann ich sagen, dass mir der Aufenthalt sehr gut gefallen hat und ich mit vielen neuen Eindrücken nach Deutschland zurückgekehrt bin.