16 Okt
Erfahrungsbericht von Andreas M.

University of California Berkeley

Stadt: Berkeley
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Anglistik / Amerikanistik
Studientyp: Summer Sessions
Zeitraum: 07/2008 bis 08/2008

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Hi Leute,
ihr überlegt also, ob ihr zum Studieren eine Zeit in Amerika verbringen sollt.
Zunächst kann ich allgemein mal festhalten, dass das auf jeden Fall eine gute Entscheidung ist und ihr es mit Sicherheit nicht bereuen werdet. Denn außer den Sachen, die man in den belegten Kursen lernt, ist natürlich die positive Auswirkung auf Sprachpraxis und englischen Wortschatz nicht zu vernachlässigen. Wenn ich noch mal die Wahl hätte, würde ich wohl nicht mehr die kurze letzte Summer Session wählen, sondern wenn möglich eine der längeren oder sogar ein ganzes Semester. Ich hatte mich aber aus Termingründen für die kurze Session entschieden und auch da gibt es viel mitzunehmen.

Doch von Anfang an: Den ersten Schritt habt ihr schon mal in die richtige Richtung gemacht und euch für College Contact entschieden. Ich hatte von einer Freundin davon gehört und mich dann auf der Homepage umgeschaut. Ich will eventuelle andere Anbieter nicht schlecht machen, da ich über die keine Aussagen aus eigener Erfahrung machen kann, aber mit College Contact macht ihr auf jeden Fall nichts falsch. Die Leute dort sind immer für euch da, kümmern sich nett und schnell um eure Anfragen und Probleme und helfen euch bei sämtlichen Sachen, die mit der Bewerbung zu tun haben. Schaut euch die verschiedenen Unis mit ihren Studienangeboten und den Kosten gut an und kümmert euch rechtzeitig um den ganzen Kram, den ihr für die Bewerbung braucht.

Da ist dann zunächst das Anmeldeformular von der Uni. Das sieht für Berkeley erstmal etwas unübersichtlich aus, aber ihr bekommt von College Contact eine Ausfüllhilfe dafür gemailt. Außerdem braucht ihr eine Kopie von eurem Personalausweis, einen englischsprachigen Kontoauszug von eurer Bank, damit die von der Uni die Sicherheit haben, dass ihr euch den Aufenthalt auch leisten könnt, und einen Nachweis über ausreichende Englischkenntnisse. Wie der aussieht, könnt ihr mit College Contact nach Bedarf regeln. Für meine kurze Session hat ein Touristenvisum gereicht, aber falls ihr länger bleiben wollt, wird euch auch mit dem Visumsantrag geholfen.

Wenn die Bewerbung dann läuft, müsst ihr euch um einen Flug und eine Unterkunft kümmern. Für den Flug ist es eigentlich egal, ob ihr in San Francisco oder in Oakland landet, weil man von beiden Airports relativ einfach nach Berkeley kommt. Ihr solltet für Hin- und Rückflug etwa mit 950-1100€ rechnen. Für den Transport gibt es drei Möglichkeiten. Entweder man fährt BART (Bay Area Rapid Transit), eine Art Verbindungsbahn für das ganze Gebiet der San Francisco Bay. Das ist eigentlich am günstigsten und schnellsten, man sollte aber eventuell schon vor der Reise mal die Fahr- und Routenpläne anschauen, da die nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit fährt. Außerdem hat man hier das Problem, dass man nach der Ankunft mitten in einer fremden Stadt steht und mit Gepäck dann noch bis zu seiner Unterkunft laufen muss. Aber für die restliche Zeit ist BART auf jeden Fall sehr zu empfehlen. Eine andere Möglichkeit ist ein Shuttleservice, von denen es eigentlich immer jede Menge direkt am Flughafen gibt. Einfach mal die Reihe abgehen und fragen, wer nach Berkeley fährt, da wird einem dann immer mehr oder weniger nett geholfen. Die fahren einen dann auch bis vor die Haustür, man fährt allerdings halt auch mit bis zur Haustür der Mitfahrer, was etwas länger dauern kann. Man kann natürlich auch Taxi fahren, was aber ziemlich teuer ist. Ich hab für meine Fahrt vom San Francisco Airport bis zum Campus über 70$ gezahlt. Shuttle kostet ca. die Hälfte und BART etwa ein Zehntel davon.

Für die Unterkunft kann ich euch das International House der Uni empfehlen. Da gibt es viele Studenten aus aller Herren Länder, es liegt direkt am Campus und ist auch relativ günstig. Die Leute sind alle sehr nett und man ist gut ausgestattet. Ich hatte dafür leider keinen Platz bekommen (man muss sich dort nämlich extra bewerben), war aber aus eben genannten Gründen oft da. Ich wohnte im Piedmont House. Das liegt in der Nähe vom I-House und war auch ganz ok. Ist zwar nicht so imposant, aber auch da kommt man mit allen gut aus und es wird von Studenten geführt, was zu einer sehr lockeren Atmosphäre beiträgt. Preislich ist es mit dem I-House vergleichbar und liegt bei etwa 50$ pro Tag.

Das sind dann zusammen mit den Gebühren für die Uni und die Kurse die drei großen Kostenpunkte. Ich würde übrigens dazu raten, einen oder maximal zwei Kurse zu belegen. Denn erstens bekommt ihr bei mehr Kursen Probleme mit eurem Visum, weil man unter einer bestimmten Stundenzahl bleiben muss, um nicht als Vollzeitstudent zu gelten, und zweitens wird in den Kursen ganz schön was an Aufwand verlangt. Etwas Zeit sollte ja auch für die tolle Umgebung bleiben. Ich hatte einen Kurs in englischer Literatur- und einen in Kulturwissenschaft. Für den Literaturkurs mussten wir zwei Bücher und einige Aufsätze lesen und ein Paper als Abschlussarbeit schreiben. Im anderen Kurs gab es neben den Sitzungen noch einen Termin pro Woche für eine Filmvorführung und wir mussten eine Klausur und ein Paper schreiben. Berkeley ist halt eine Elite-Uni und bildet sich auch was darauf ein. Man merkt überall in der Stadt, dass alle sehr stolz auf ihre Uni sind und auch daran muss man sich erst gewöhnen. Es kostet wie gesagt schon eine Stange Geld, aber man bekommt dafür eine superschöne und bestens ausgestattete Uni mit sehr netten Professoren und nimmt wirklich was aus den Kursen mit.

Neben der Uni gibt es natürlich auch vieles zu tun. Berkeley ist eine sehr schöne Stadt, die wirklich einiges für die vielen Studenten tut und zu bieten hat. Das alles aufzuzählen bringt aber glaub ich nichts, schaut euch einfach selbst dort um und fragt euch durch, denn alle Leute dort sind freundlich und hilfsbereit und außerdem verwickelt man sich so in allerhand interessante Gespräche. Das ist jedenfalls meine persönliche Erfahrung. Solltet ihr trotzdem mal nicht weiter wissen, es gibt von der Uni ein Summer Session Büro, wo man euch immer gut berät. San Francisco liegt ja auch gleich vor der Tür und da gibt es logischerweise auch viele Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung. Dafür aber zwei Tipps: 1.) Das Schwimmen im Meer solltet ihr euch verkneifen, weil es auch im Sommer meist sehr kalt ist und 2.) durch die Lage an der San Francisco Bay ist es eventuell etwas kühler in Berkeley als man sich das für Kalifornien im Sommer vorstellt, also auch lieber einen Pullover mehr einpacken.

Noch ein ganz wichtiger Hinweis: Falls ihr noch nicht habt, müsst ihr euch unbedingt eine Kreditkarte zulegen und dafür sorgen, dass genügend Kreditrahmen dafür zur Verfügung steht. Denn manche Dinge können nur über Karte abgewickelt werden und es ist in Amerika sowieso einfacher und üblich damit zu bezahlen. Aber Vorsicht: Man verliert leichter den Überblick über seine Finanzen, wenn man immer nur die Karte hinlegt.

So, ich hoffe, ich konnte euch mit dem Bericht ein bisschen helfen und euch auf ein paar wichtige Dinge hinweisen. Wenn es finanziell machbar ist, kann ich einen Aufenthalt an der Uni in Berkeley wirklich nur empfehlen und würde es selbst auf jeden Fall wieder machen. Wenn ihr Fragen habt, wendet euch vertrauensvoll an College Contact. Ihr könnt aber auch mir gerne mailen, ich kann dann versuchen, noch offene Fragen zu klären.

Also viel Spaß bei eurem Amerikaaufenthalt und Go Bears! (Wenn ihr aus Berkeley zurückkommt, werdet ihr die Verabschiedung verstehen ;-))