Die Vorbereitung meines Auslandsaufenthaltes verlief zunächst anders als geplant. Ursprünglich bewarb ich mich über meine Heimatuniversität (LMU) auf einen Erasmus-Platz in Spanien. Trotz meiner engen persönlichen Verbindung zur spanischen Sprache – ich bin Muttersprachlerin und habe mein Abitur mit sehr guten Leistungen im Fach Spanisch abgeschlossen – erhielt ich keinen Platz. Ausschlaggebend war unter anderem, dass mein Motivationsschreiben nicht auf Spanisch verfasst war und meine Sprachkenntnisse dadurch nicht offiziell bestätigt werden konnten.
Diese Entscheidung empfand ich als enttäuschend, insbesondere da ein Auslandssemester in Spanien, und speziell in Barcelona, schon lange ein persönlicher Wunsch von mir gewesen war.
Da ich diesen Wunsch dennoch nicht aufgeben wollte, begann ich eigenständig nach Alternativen zu suchen und stieß dabei auf College Contact. Rückblickend war dies ein entscheidender Wendepunkt in meinem Bewerbungsprozess. College Contact unterstützte mich von Beginn an sehr professionell und nahm mir einen Großteil der organisatorischen Hürden ab. Von der Auswahl einer passenden Partneruniversität über die Bewerbung bis hin zur gesamten administrativen Abwicklung wurde ich eng begleitet, was den Prozess für mich enorm vereinfachte. Dank dieser Unterstützung erhielt ich die Möglichkeit, mein Auslandssemester in Barcelona zu machen.
Kurswahl und Universität
Mein Auslandssemester absolvierte ich von Anfang September bis Ende Dezember an der Universitat Autònoma de Barcelona (UAB). Neben dem Hauptcampus in Bellaterra bietet die UAB für Austauschstudierende einen Campus direkt in Barcelona an, den ich besuchte. Die zentrale Lage nahe der Sagrada Familia ermöglichte kurze Wege und eine sehr gute Vereinbarkeit von Studium und Stadtleben.
Die Organisation des Studiums war klar strukturiert und gut auf internationale Studierende ausgerichtet. Im Rahmen meines Auslandssemesters belegte ich die Kurse Strategic Management of the Firm, International Marketing Strategies, Entrepreneurship and New Venture Creation sowie Career Management: Finding Your Place in Organizations.
Besonders positiv empfand ich die Lernmethoden an der UAB. Die Lehrveranstaltungen fanden in kleinen Gruppen statt und waren stark interaktiv gestaltet. Neben Prüfungen flossen auch aktive Mitarbeit, Teamarbeiten und Präsentationen in die Bewertung ein. Diese persönliche und praxisnahe Lernumgebung förderte den Austausch, die Eigeninitiative und den kontinuierlichen Lernprozess, was ich als sehr bereichernd empfand.
Ankunft in Barcelona
Ich reiste bereits Mitte August nach Barcelona, um vor Beginn der Universität genügend Zeit zu haben, die Stadt und ihre Umgebung intensiv kennenzulernen. Diese Entscheidung erwies sich als äußerst wertvoll, da ich die Wochen vor Semesterstart nutzen konnte, um sowohl das urbane Leben als auch die landschaftliche Vielfalt Kataloniens in Ruhe zu erkunden. Neben Ausflügen an die Costa Brava besuchte ich unter anderem Sitges sowie das Kloster und Gebirgsmassiv Montserrat.
Besonders prägend war zudem die sommerliche Atmosphäre in der Stadt selbst. Während dieser Zeit finden in vielen Vierteln zahlreiche Straßenfeste statt, an denen ich regelmäßig teilnehmen konnte. Diese lokalen Feste vermittelten mir bereits in den ersten Wochen ein authentisches Gefühl für das kulturelle Leben und den offenen, lebendigen Charakter Barcelonas.
Auch in Bezug auf meine Unterkunft hatte ich großes Glück. Durch eine Freundin, die bereits in Barcelona lebte, ergab sich für mich die Möglichkeit, ab Anfang August ein freies Zimmer in ihrer Wohnung zu übernehmen. Dadurch entfiel die oft schwierige Wohnungssuche vollständig. Ich wohnte im Viertel El Born, direkt neben dem Parc de la Ciutadella und nur etwa fünf Minuten mit dem Fahrrad vom Strand entfernt. Für mich persönlich war dies eine ideale Lage, da sie Stadtleben, Natur und Nähe zum Meer perfekt miteinander verband. Die monatliche Miete betrug 700 Euro, zudem verfügte ich über einen eigenen kleinen Balkon, sodass das Preis-Leistungs-Verhältnis für Barcelona ausgesprochen gut war.
Leben in Barcelona
Da ich bereits zwei bis drei Wochen vor Semesterbeginn in Barcelona angekommen war, hatte ich ausreichend Zeit, die Stadt und ihre Umgebung intensiv kennenzulernen. In dieser Phase konnte ich zahlreiche Straßenfeste miterleben, die besonders im Sommer in vielen Vierteln stattfinden, sowie Ausflüge in die Umgebung unternehmen. Dadurch entwickelte ich bereits vor Beginn des Studiums ein sehr authentisches Gefühl für das Leben, den Rhythmus und die Offenheit der Stadt.
Mit dem Start des Semesters boten sich unmittelbar zahlreiche Möglichkeiten, neue Menschen kennenzulernen. Sowohl Erasmus Barcelona als auch das ESN UAB organisierten während des gesamten Semesters täglich Aktivitäten, im ersten Monat teilweise sogar mehrere pro Tag. Das Angebot reichte von Volleyballturnieren über Karaoke-Abende und Stadtrallyes bis hin zu kulturellen Ausflügen. Die Auswahl war so groß, dass man sich oft kaum entscheiden konnte. Durch diese Vielfalt und die hohe Anzahl internationaler Studierender war es jedoch sehr leicht, unterschiedliche Menschen kennenzulernen und schnell Anschluss zu finden.
Ein besonderes Highlight im September war das Stadtfest La Mercè, bei dem die gesamte Stadt von Musik, Straßenveranstaltungen, Feuerwerken und Lichtshows geprägt war. In dieser Zeit wurde besonders deutlich, wie lebendig Barcelona ist und wie stark das öffentliche Leben den Alltag bestimmt.
Neben dem sozialen und kulturellen Angebot spielte auch Sport eine zentrale Rolle in meinem Alltag. Barcelona bietet ein nahezu unbegrenztes sportliches Angebot, insbesondere durch die Nähe zum Meer und die vielen offenen Sport-Communities. Ich nahm regelmäßig dienstagabends an den Workouts der Community Born to Burn teil und schloss mich mittwochs einer Running Group an. Diese regelmäßigen Aktivitäten ermöglichten es mir, sportlich aktiv zu bleiben, neue Kontakte zu knüpfen und die Stadt aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.
Trotz der Vielzahl an Freizeit- und Sportangeboten ließ sich der Universitätsalltag sehr gut integrieren. Meine Lehrveranstaltungen fanden von Montag bis Donnerstag am Nachmittag statt, wodurch mir vormittags ausreichend Zeit für sportliche Aktivitäten am Strand oder ruhige Stunden in der Stadt blieb. Gleichzeitig bot der Tagesablauf genügend Flexibilität, um Abende entspannt in Bars ausklingen zu lassen oder das Nachtleben Barcelonas zu erleben.
Insgesamt bot Barcelona ein außergewöhnlich breites Angebot an Möglichkeiten und Lebensstilen, sodass für jede Person etwas Passendes dabei ist. Die Kombination aus Studium, sozialem Leben, Sport und kulturellen Erlebnissen machte meinen Aufenthalt besonders ausgewogen und bereichernd.
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Abschied von Barcelona
Gegen Mitte November wurde mir langsam bewusst, dass meine Zeit in Barcelona sich dem Ende zuneigte. Dieser Gedanke fiel mir deutlich schwerer, als ich erwartet hatte. Nicht nur, weil ich mich in die Stadt verliebt hatte, sondern auch, weil ich das Leben am Meer, den entspannten Alltag und das insgesamt ruhigere Lebensgefühl in Spanien sehr zu schätzen gelernt habe.
Besonders emotional war für mich der Abschied von den Menschen, die ich in dieser Zeit kennenlernen durfte. In Barcelona sind Freundschaften entstanden, die meinen Alltag geprägt haben; durch gemeinsames Lernen, Sport, spontane Treffen oder einfach durch geteilte Momente im ganz normalen Alltag. Auch wenn diese Freundschaften bestehen bleiben, verändert sich mit dem Ende des Auslandssemesters etwas Wesentliches: das tägliche Sehen, die Selbstverständlichkeit des Miteinanders und das gemeinsame Erleben im Hier und Jetzt.
Rückblickend bin ich sehr dankbar für all die Begegnungen und Beziehungen, die ich in Barcelona aufbauen konnte. Die Stadt lebt von Offenheit, Internationalität und einer Atmosphäre, in der es leichtfällt, neue Menschen kennenzulernen. Deshalb kann ich allen, die Sorge haben, im Ausland keinen Anschluss zu finden, diese Angst nehmen: Solange man offen ist, neugierig bleibt und sich auf neue Erfahrungen einlässt, findet man in Barcelona schnell seinen Platz.
Für mich war diese Zeit mehr als nur ein Auslandssemester. Sie war eine prägende Lebensphase. Ich würde Barcelona jeder Person empfehlen, die über ein Auslandssemester nachdenkt. Die Erfahrungen, die man dort macht, bleiben weit über die Studienzeit hinaus. Abschließend möchte ich mich herzlich bei College Contact bedanken, die mir mein Auslandssemester ermöglicht und mich während des gesamten Prozesses unterstützt haben. Besonders dankbar bin ich zudem für das Cultural Curiosity Stipendium, das mir diese Erfahrung zusätzlich erleichtert und bereichert hat. Ohne diese Unterstützung wäre mein Auslandssemester in Barcelona in dieser Form nicht möglich gewesen. Die Zeit dort hat mich sowohl persönlich als auch kulturell nachhaltig geprägt und wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.
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