Als ich im August 2025 für vier Monate nach Kofu aufbrach, wusste ich natürlich nicht, wie sehr mich diese Zeit prägen und verändern würde. Heute, nach meiner Rückkehr, kann ich sagen: Es war eine der intensivsten, lehrreichsten und inspirierendsten Erfahrungen meines bisherigen Lebens. Japan hat mich nicht nur kulturell bereichert, sondern mich auch persönlich wachsen lassen. Und dank College Contact war der Weg dorthin erstaunlich gut zu bewältigen.
Vorbereitung
Auf College Contact bin ich zum ersten Mal aufmerksam geworden, als bei uns an der Hochschule ein Vortrag zu Austauschmöglichkeiten gehalten wurde. Besonders hilfreich fand ich, dass man bei College Contact wirklich nicht alleine dasteht, egal ob es um das Ausfüllen von Dokumenten, Deadlines oder generelle Fragen geht. Die Kommunikation war nicht nur zuverlässig, sondern auch persönlich. Ich hatte das Gefühl, wirklich betreut zu werden, und nicht nur eine Nummer im System zu sein.
Trotzdem muss ich rückblickend sagen: Der Bewerbungsprozess ist nichts, was man zwischen Tür und Angel erledigt. Alles in allem dauerte er fast fünf Monate. Zunächst bewirbt man sich direkt am iCLA. Sobald die Zusage vorliegt, startet man mit der Visa-Application. Dafür müssen einige Formulare ausgefüllt und später der Reisepass vor Ort bei der Botschaft abgegeben und auch wieder abgeholt werden. Kompliziert war das alles nicht wirklich, aber zeitintensiv, weshalb ich zukünftigen Studierenden nur raten kann, so früh wie möglich zu starten und sich konsequent an den Zeitplan zu halten. College Contact hat dabei eine große Rolle gespielt. Die Antworten kamen immer schnell, freundlich und hilfreich, und selbst während meines Aufenthalts hat sich Alexandra regelmäßig erkundigt, wie es mir geht. Dieser kostenlose Service ist Gold wert.
Leben in Japan
Japan selbst hat mich von der ersten Minute an beeindruckt. Schon im Laufe meiner ersten Tage in Tokyo fiel mir auf, wie freundlich und zuvorkommend die Menschen sind. In der Bahn herrscht eine angenehme Ruhe, niemand telefoniert laut und jeder versucht, anderen möglichst wenig Umstände zu bereiten. Mit meiner deutschen Direktheit bin ich dabei gelegentlich etwas angeeckt und bin in kleine Missverständnisse geraten. Japaner kommunizieren wesentlich indirekter, höflicher und oft zwischen den Zeilen. Es dauerte etwas, bis ich mich daran gewöhnt hatte, aber genau diese Unterschiede haben mir gezeigt, wie wertvoll kultureller Austausch und die daraus resultierenden neuen Erfahrungen sind.
Was das praktische Leben betrifft, war Japan deutlich unkomplizierter, als ich vorab gedacht hätte. Mit einer E-SIM, Google Maps und einer Suica-Card war ich bestens gerüstet. Selbst ohne Kenntnisse in Japanisch kommt man sehr weit, besonders in Städten, wo vieles so durchdacht ist, dass der Alltag möglichst reibungslos läuft.
Studium am iCLA
Das iCLA gehört zur Yamanashi Gakuin University und liegt in Kofu, einer Stadt, die von beeindruckender Natur umgeben ist. Besonders schön fand ich die Nähe zum Mt. Fuji, den man an klaren Tagen sogar direkt vom Campus aus sehen kann. Mein absoluter Lieblingsplatz war eine kleine Steinbank am Fluss hinter dem (kostenlosen) Universitätsgym. Dort saß ich oft nach dem Mittagessen, mit der Sonne im Gesicht und Blick auf den Fuji, ein Moment der Ruhe, den ich sehr vermisse und gerne daran zurückdenke. Die Uni selbst ist international geprägt. Studierende aus aller Welt treffen dort aufeinander. Manche bleiben nur für ein Semester, andere absolvieren ihren kompletten Studiengang. Das schafft eine offene, neugierige Atmosphäre, in der es sehr leicht ist, Anschluss zu finden.
Für Austauschstudierende ist es verpflichtend, in den Dorms zu wohnen und das Cafeteria-Paket zu nutzen. Die Dorms sind klein, aber gemütlich – Bett, viel Stauraum, ein langer Schreibtisch. Man teilt sich die Duschen und Toiletten mit sieben anderen Personen in der Unit. Alles fühlte sich ein bisschen wie ein „Sommercamp“ an, nur dass man gleichzeitig studiert. Man isst, wohnt und verbringt die meiste Zeit gemeinsam – was automatisch dazu führt, dass man sehr schnell Freundschaften schließt. Das Essen in der Cafeteria war sehr praktisch, jedoch stellenweise nicht sehr abwechslungsreich und oft etwas knapp portioniert. Abhilfe verschafften Konbinis, die dank ihrer Auswahl und Preise sowieso zu meinen täglichen Begleitern wurden.
Studieren am iCLA fühlte sich sehr familiär an. Ähnlich wie an meiner kleinen Heimathochschule gab es Anwesenheitspflicht, kleine Kursgrößen und viel persönlichen Kontakt zu Professoren. Ich habe sechs Kurse gewählt: Japanisch und Karate (diese Noten wurden mir nicht angerechnet in Deutschland), Derivatives, Microeconomics, International Finance und Introduction into Psychology. Die Mischung war perfekt für mich: drei Kurse aus meinem Fachbereich und einer, der mein persönliches Interesse abgedeckt hat. Besonders spannend fand ich, wie international die Perspektiven im Unterricht waren. Diskussionen wirkten oft globaler als an meiner Heimathochschule.
Freizeit
Kofu ist ein großartiger Ausgangspunkt für viele unterschiedliche Aktivitäten. Besonders die umliegende Natur hat es mir angetan. Ganz in der Nähe befindet sich ein wunderschöner Canyon, der im Herbst mit seinen Farben sehr beeindruckend ist und sich perfekt für eine Wanderung eignet. Mein größtes Highlight war aber ganz klar der Mt. Fuji. Ich bin zweimal hochgestiegen, und beide Male war der Ausblick unvergesslich. Die Saison endet schon Anfang September, daher muss man früh dran sein, aber es lohnt sich trotz der Anstrengung zu 100 %. Macht auf jeden Fall eine Tour, bei der ihr die Nacht in einer der Mountain Huts verbringt und ganz früh am Morgen den finalen Aufstieg macht. Der Moment am Gipfel zum Sonnenaufgang gehört zu meinen absoluten Lieblingsmomenten.
Das iCLA organisiert außerdem hin und wieder Ausflüge und kulturelle Programme, etwa Fußballspiele, Taiko-Trommeln oder Teezeremonien. Darüber hinaus gibt es unglaublich viel, was man selbst unternehmen kann: Glasblasen, Onsen besuchen, Natur erkunden, diverse Tagestrips (wie zum Beispiel nach Tokyo, zum Fujikyu Freizeitpark oder zur Suntory Distillery) sowie Wochenendtrips, welche sich gut mit dem Arbeitsaufwand an der Uni vereinbaren lassen. Tokyo war für mich jedes einzelne Mal ein Highlight. Ob zum Feiern, Shoppen, Sightseeing, Halloween oder für ein Wochenende mit meiner Freundin – die Stadt ist so vielseitig, dass man nie genug bekommt.
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Do’s & Don’ts – was ich gelernt habe
Do‘s:
- Früh mit der Bewerbung starten, denn der gesamte Prozess dauert länger, als man denkt.
- Eine Suica-Card (online in deinem Wallet oder physisch vor Ort) und E-SIM besorgen, das spart viel Zeit und Nerven.
- Die japanische Höflichkeit wertschätzen und sich anpassen, sie macht den Alltag unglaublich angenehm.
Don’ts:
- Deutsche Direktheit ungefiltert einsetzen. In Japan kann das schnell zu Verwirrungen führen.
- Erwarten, Japan in 4 Monaten vollständig zu erfassen. Das Land ist zu komplex, zu faszinierend und zu vielfältig.
Das Auslandssemester hat mich noch selbstbewusster und -ständiger gemacht und meinen Blick auf die Welt weiter geöffnet als je zuvor. Ich habe gelernt, wie viel außerhalb meiner eigenen Bubble existiert und wie bereichernd es, sich auf Neues einzulassen und eine lange Zeit in einem uns sehr fremdem Land zu leben. Die japanische Kultur hat mir geholfen zu erkennen, was mir im Leben wichtig ist, und mich gleichzeitig inspiriert, bewusster, offener und geduldiger zu sein.
Ich würde das iCLA, Kofu, Japan, sowie College Contact, jederzeit wieder wählen. Die Unterstützung war hervorragend, der Service kostenlos und die Betreuung persönlich. Ich habe mich nie verloren gefühlt. Vier Monate waren für mich die perfekte Zeitspanne, um tief in die Kultur einzutauchen, ohne von der Zeit überfordert zu sein. Es war genug, um anzukommen, zu lernen, Freundschaften zu schließen und unvergessliche Momente zu sammeln.
Japan hat mich nachhaltig verändert und weiterentwickelt. Es ist ein Land, welches ich jedem weiterempfehlen kann und werde.
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