Bewerbungsprozess und Organisation
Mein Auslandssemester im Herbst 2025 an der Bond University begann eigentlich schon einige Monate zuvor, im Frühjahr, als ich mit Unterstützung von College Contact meine Bewerbung einreichte. Der gesamte Bewerbungsprozess verlief sehr unkompliziert und schnell. Sowohl die Rückmeldung der Bond University als auch die Beantragung des Visums erfolgten innerhalb kurzer Zeit und ohne größere Hürden. Besonders positiv hervorzuheben ist hierbei die klare Kommunikation seitens der Universität sowie die gute Betreuung durch College Contact, die bei Rückfragen jederzeit erreichbar waren.
Beim Visum hatte man die Wahl zwischen dem klassischen Student Visa und dem Working Holiday Visa. Ich habe mich bewusst für das Working Holiday Visa entschieden, da dieses deutlich günstiger ist als das Student Visa. Allerdings sollte man diese Entscheidung gut abwägen, da das Working Holiday Visa nur einmal im Leben beantragt werden kann. Wer also plant, später noch einmal für einen längeren Zeitraum nach Australien zurückzukehren, sollte diesen Punkt definitiv berücksichtigen. Für mich war es jedoch die richtige Entscheidung, da es mir mehr Flexibilität während und nach dem Semester ermöglicht hat.
Nach der reibungslosen Zahlung der Studiengebühren über das Studienportal ging es kurz vor Trimesterbeginn an das Einwählen der Kurse. Hier ist eine wichtige Unterscheidung zu treffen: Das Portal „eStudent“ benötigt man ausschließlich für organisatorische Themen wie Enrolment oder Kurswechsel, während „iLearn“ das zentrale Portal für den Studienalltag ist, also für Vorlesungsunterlagen, Abgaben und Kommunikation mit Dozenten. Das Enrolment an sich ist sehr intuitiv gestaltet, und auch in den ersten Wochen des Trimesters ist ein Kurswechsel problemlos möglich, was einem viel Freiheit bei der finalen Kurswahl gibt.
Wohnungssuche und Ankommen
Der nächste größere Schritt war die Wohnungssuche, bei der ich relativ schnell über die Plattform Flatmates fündig wurde. Generell ist zu beachten, dass in Australien die Miete wöchentlich angegeben wird, was anfangs etwas ungewohnt ist. Zudem haben viele Studierende berichtet, dass sie ohne klassischen Mietvertrag gewohnt haben. Aufgrund der angespannten Wohnsituation und der aktuellen Wohnungskrise ist der Markt stark überhitzt, weshalb man durchaus mit umgerechnet 600–800 Euro pro Monat für ein kleines Zimmer rechnen sollte.
Beliebte Wohnanlagen wie Varsity Shores oder Varsity Towers sind eher Glücksspiel. Etwa die Hälfte meiner Kommilitonen, die dort gewohnt haben, war sehr zufrieden, während die andere Hälfte von eher unschönen Erfahrungen berichtet hat. Letztlich hängt es stark von der eigenen Risikoaffinität und den persönlichen Ansprüchen ab.
Vor Ort wird einem das Ankommen durch die sehr gut organisierte Einführungswoche erheblich erleichtert. Man kommt schnell mit anderen internationalen sowie australischen Studierenden in Kontakt und kann bereits in den ersten Tagen viele neue Bekanntschaften knüpfen, was den Einstieg enorm erleichtert.
Studium und Campusleben
Die Vorlesungen und Dozenten an der Bond University habe ich insgesamt als sehr kompetent wahrgenommen, auch wenn es, wie überall, gewisse Unterschiede gibt. Wer von einer staatlichen Universität kommt, dem würde ich empfehlen, gezielt kleinere und interaktive Kurse zu belegen. Die Bond University ist besonders für ihre gute Professor-to-Student-Ratio bekannt, und dieses Alleinstellungsmerkmal sollte man meiner Meinung nach unbedingt nutzen. Kurse, die ich persönlich sehr empfehlen kann, sind „Negotiation“ sowie „Strategic Speaking and Writing“, da sie sowohl akademisch anspruchsvoll als auch praxisnah gestaltet sind.
Ein weiteres großes Highlight sind die Sportmöglichkeiten an der Universität. Die Infrastruktur ist beeindruckend, und sämtliche Sportanlagen können kostenlos genutzt werden. Es ist daher kaum verwunderlich, dass viele australische Olympioniken an der Bond University studieren und trainieren. Mit etwas Eigeninitiative ist es sogar möglich, relativ unkompliziert Teil der leistungsorientierten Uni-Teams zu werden. Ich selbst durfte bei den Uninationals im Fußballteam teilnehmen, was eine einmalige Erfahrung war.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir auch die Beachvolleyballabende, bei denen Flutlicht, Musikanlage und Felder frei zur Verfügung stehen. Generell lohnt es sich, regelmäßig einen Blick in die Bond App oder auf die entsprechenden Instagram-Kanäle zu werfen, da dort viele außerunterrichtliche Aktivitäten und Events angekündigt werden.
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Reisen und Freizeit
Ein Auslandssemester an der Bond University wird häufig mit zahlreichen Reisen kombiniert. Zu den klassischen Zielen gehören Byron Bay als bekannter Surferort, Noosa sowie die Sunshine Coast, die ich persönlich sogar als noch schöner als Byron empfunden habe. Ein absolutes Highlight war für mich außerdem ein Roadtrip entlang der australischen Westküste. Die Weite, die Strände und die teils menschenleeren Landschaften waren beeindruckend und haben mir nochmal eine ganz andere Seite Australiens gezeigt.
Darüber hinaus habe ich die Gelegenheit genutzt, während des Semesters einen Trip nach Neuseeland zu unternehmen. Absolut lohnenswert. Die Natur, insbesondere die Berge, Seen und Nationalparks, sind atemberaubend und bieten einen spannenden Kontrast zu Australien. Rückblickend kann ich diesen Abstecher jedem nur empfehlen, der die zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten dafür hat.
Fazit
Alles in allem kann ich ein Auslandssemester an der Bond University uneingeschränkt empfehlen. Man wird akademisch gefordert, genießt gleichzeitig aber einen sehr hohen Lebensstandard und hat zahlreiche Möglichkeiten, sich sportlich und sozial zu engagieren. Mit rund 5.000 Studierenden hat die Bond University aus meiner Sicht einen echten „Sweet Spot“ erreicht: klein genug, um auf dem Campus regelmäßig bekannte Gesichter zu treffen, und groß genug, um sich nicht eingeengt zu fühlen. Auch das nationale und internationale Renommee der Universität sollte nicht unterschätzt werden. Für mich war das Auslandssemester eine sowohl akademisch als auch persönlich extrem bereichernde Erfahrung.
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