Bereit für deine beste Zeit.

Kostenlos beraten lassen!

Reykjavík University
Erfahrungsbericht

von Ben W.

25
Jan.
2026

Informationen

Hochschule: Reykjavík University
Stadt: Reykjavík
Land: Island
Studienrichtung: Elektrotechnik
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 08/2025 bis 12/2025
Heimathochschule: PHWT Vechta/Diepholz

Bewertungen

Hochschule:
Full Star
Full Star
Full Star
Full Star
Full Star
Studieninhalte:
Full Star
Full Star
Full Star
Full Star
Empty Star
Studienbedingungen:
Full Star
Full Star
Full Star
Full Star
Empty Star
Freizeit:
Full Star
Full Star
Full Star
Full Star
Full Star
Spaß:
Full Star
Full Star
Full Star
Full Star
Full Star
Gesamtbewertung:
Full Star
Full Star
Full Star
Full Star
Half Star

Fotos (9)

Wenn ich heute auf meine Zeit in Island zurückblicke, fühlt es sich immer noch ein wenig unwirklich an, dass ich dort tatsächlich ein ganzes Semester gelebt habe.

 

Ich studiere dual Elektrotechnik, und ein Auslandssemester ist in meinem Studiengang eher unüblich. Gerade deshalb war es mir wichtig, diese Erfahrung trotzdem zu machen. Ich bin letztlich als Free Mover nach Island gegangen, da es an meiner Hochschule für mein Studienmodell kein Erasmus-Abkommen gab. Das bedeutete zwar, dass ich Studiengebühren zahlen musste, aber für mich war klar: Diese Erfahrung ist es wert.

 

Vorbereitung und Bewerbung

Die Bewerbung verlief insgesamt sehr unkompliziert und ohne größere Schwierigkeiten. Auch der geforderte Englisch-Nachweis war gut machbar: Ich habe den Test direkt an meiner Hochschule abgelegt, er war fair gestaltet und inhaltlich nicht besonders schwer. Die gesamte Bewerbungsphase lief dadurch entspannt ab und war schnell erledigt. Ebenso einfach war die Beantragung der Kennitala, also der isländischen Identifikationsnummer. Man füllt lediglich ein Formular aus, reicht es ein und erhält die Nummer nach kurzer Zeit ohne großen Aufwand.

 

Da ich Free Mover war, musste ich Studiengebühren zahlen. Diese lagen bei ungefähr 2.200 Euro für das Semester. Zusätzlich habe ich mich auf ein PROMOS-Stipendium beworben und dieses auch bekommen. Das waren ungefähr 1.400 Euro Förderung. Da ich ein duales Studium mache, habe ich außerdem während meines Aufenthalts weiter mein Ausbildungsgehalt bekommen, was mir finanziell sehr geholfen hat.

Ankunft und Wohnen

Ich bin nicht mit dem Flugzeug, sondern mit der Fähre nach Island gereist – zusammen mit einem Freund und mit meinem eigenen Allradauto. Ich habe mich mit zwei anderen zusammengetan, sodass wir am Ende zu dritt ein Auto in Island hatten und uns so die laufenden Kosten teilen konnten. Das war im Nachhinein eine der besten Entscheidungen überhaupt, weil ein Auto in Island extrem praktisch ist – vor allem, wenn man viel reisen will.

 

Ich habe im Student Housing direkt neben der Reykjavík University gewohnt. Das Wohnheim liegt nur etwa zehn Minuten zu Fuß von der Uni entfernt, was den Alltag sehr angenehm gemacht hat. Meine Miete lag bei etwa 1.050 Euro im Monat. Das klingt extrem viel – und das ist es auch –, aber für Reykjavík ist das ein ziemlich normaler Preis. Der große Vorteil war, dass alles sehr modern war und man sich um nichts kümmern musste. Der Mietvertrag lief problemlos, die Kommunikation war freundlich, und ich habe mich dort von Anfang an wohlgefühlt.

 

Ein kleines, aber lustiges Detail: In der Waschküche standen Miele Professional Waschmaschinen und Trockner. Das war natürlich nicht lebensverändernd, aber ein kleines Komfort-Extra, das ich so nicht erwartet hätte.

 

Studium an der Reykjavík University

Ich habe mich bewusst dafür entschieden, mehrere Mastermodule zu belegen, obwohl ich eigentlich noch im Bachelor bin. Die Inhalte haben mich einfach mehr interessiert, vor allem im technischen Bereich. Ich wollte die Zeit nutzen, um mich in Themen weiterzuentwickeln, die gerade besonders aktuell sind.

 

Ich habe unter anderem „Data Mining & Machine Learning“ sowie „Computer Vision Applications“ belegt. Gerade KI-Themen spielen heute überall eine Rolle, und es war spannend, diese Inhalte nicht nur theoretisch zu lernen, sondern auch praktisch anzuwenden. Zusätzlich habe ich ein Business-Modul belegt: „Managing Research and Development – Methods and Models“. Dieses Modul hatte einen starken Praxisbezug und war ganz anders aufgebaut als viele klassische Vorlesungen.

 

Über das Semester hinweg haben wir mehrere Präsentationen und Reports für eine konkrete Firma erstellt. Ziel war es, typische Innovationsmanagement-Modelle auf eine reale Unternehmenssituation zu übertragen und daraus konkrete Handlungsvorschläge zu entwickeln. Am Ende haben wir sogar ein eigenes Innovationsprojekt ausgearbeitet und dem Management präsentiert. Das war eine sehr spannende Erfahrung, weil man gesehen hat, wie aus Theorie echte Praxis werden kann.

 

Der Lernaufwand war gut machbar. Da man sich die Fächer selbst aussuchen kann, wählt man natürlich auch Themen, die einen wirklich interessieren – und dann lernt man automatisch motivierter. Besonders schön war, dass man viel mit anderen Studierenden zusammenarbeiten konnte, auch international. So lernt man nicht nur fachlich, sondern auch kulturell sehr viel.

 

Alltag in Reykjavík

Mein Alltag war ziemlich angenehm strukturiert. Morgens bin ich meistens zu Fuß zur Uni gegangen. Ich hatte Vorlesungen, Gruppenarbeiten oder Projekttermine, und danach oft noch Zeit für Freizeit oder Lernen.

 

Unter der Woche war der Fokus meistens auf Uni, Lernen und Treffen mit Freunden. Abends wurde oft gemeinsam gekocht, entspannt oder auch etwas unternommen. Dadurch, dass viele internationale Studierende im gleichen Wohnheim oder in der Nähe gewohnt haben, war immer jemand da, mit dem man etwas machen konnte.

 

Am Wochenende wurde dann meistens gereist. Island ist einfach ein Land, das man entdecken muss. Wir waren in den Westfjorden, auf der Halbinsel Snæfellsnes, in den Highlands, an heißen Quellen, an schwarzen Stränden und an vielen Orten, die man sonst nur von Bildern kennt. Besonders die Highlands waren für mich ein echtes Highlight – diese Weite, diese Farben, diese Ruhe. Man fühlt sich dort manchmal wie auf einem anderen Planeten.

 

Ein besonderes Erlebnis war auch der Wintereinbruch mit etwa 50 cm Neuschnee. Reykjavík sah plötzlich aus wie Lappland. Straßen, Häuser, Autos – alles war komplett weiß. So etwas hatte ich vorher noch nie erlebt.

 

Mobilität und Freizeit

Durch mein Auto war ich in Island extrem flexibel. Gerade für Einkäufe, Second-Hand-Läden oder Ausflüge außerhalb der Stadt war das super praktisch. Reykjavík ist zwar gut zu Fuß begehbar, aber mit Auto spart man einfach viel Zeit.

 

Zusätzlich habe ich relativ schnell einen Fahrrad-Workshop gefunden, etwas außerhalb von Reykjavík. Dort konnte man einmal die Woche kostenlos sein Fahrrad reparieren. So hatte ich auch ein Fahrrad vor Ort und war noch flexibler unterwegs.

 

Ich bin außerdem der Pragma-Fakultät beigetreten. Dort wurden jede Woche Veranstaltungen organisiert: Firmenbesichtigungen, Partys. Die meisten Mitglieder waren Isländer, aber trotzdem war das eine super Gelegenheit, Einheimische kennenzulernen. Dafür muss man zwar am Anfang einen Beitrag von 50€ zahlen, aber besonders durch die kostenlosen alkoholischen Getränke bei jeder Veranstaltung war es das auf jeden Fall wert.

 

Kosten und Leben in Island

Island ist teuer – das kann man nicht schönreden. Meine Miete lag bei 1.050 Euro. Lebensmittel sind deutlich teurer als in Deutschland, besonders Fleisch, Käse und viele Importprodukte. Man passt sein Essverhalten automatisch an die Preise an und überlegt mehr, was man kauft.

 

Persönliche Entwicklung

Ich glaube, so ein Auslandssemester verändert einen mehr, als man im ersten Moment merkt. Man wird selbstständiger, weil man alles alleine regeln muss: Wohnung, Uni, Alltag, Reisen. Man lernt, mit neuen Situationen umzugehen und flexibel zu sein.

 

Besonders wichtig war für mich der tägliche Umgang mit Englisch. Am Anfang denkt man noch viel nach, bevor man spricht, aber irgendwann passiert es einfach automatisch. Außerdem lebt man ständig in gemischten Gruppen: Isländer, Erasmus-Studierende, Menschen aus ganz Europa und darüber hinaus.

 

Ich habe auch ein neues Hobby gefunden: Stricken. In Island ist das total normal, und ich habe mir dort einen traditionellen Island-Pullover gestrickt. Das ist jetzt nicht nur ein Kleidungsstück, sondern ein echtes Erinnerungsstück an diese Zeit.

Schon Fernweh bekommen?

Entdecke unsere vielen Erfahrungsberichte zu unseren Partnerhochschulen. Alternativ beraten wir dich auch gern und helfen dir, eine passende Hochschule für dich zu finden!

Natur, Winter und Polarlichter

Die Natur war für mich das Größte an Island. Wasserfälle, Lavafelder, schwarze Strände, heiße Quellen, Berge, Schnee – alles so nah beieinander. Besonders faszinierend war für mich, dass man bei jedem Wetter rausgehen kann: ob Wind, Kälte oder Schnee – die Isländer machen einfach weiter. Ein Highlight waren natürlich die Polarlichter. Wenn die Bedingungen gepasst haben, konnte man sie sogar in Reykjavík sehen. Irgendwann werden sie fast „normal“, aber gleichzeitig verlieren sie nie ihre Magie.

 

Fazit

Ich würde Island jederzeit weiterempfehlen. Man sollte allerdings einen kleinen finanziellen Puffer haben, wenn man dort nicht arbeiten möchte. Für Menschen, die extreme Kälte gar nicht mögen oder sehr komfortorientiert sind, ist Island vielleicht nicht das perfekte Ziel. Aber Reykjavík ist gar nicht so kalt, wie viele denken, und man kann dort sehr gut leben.

 

Für mich war diese Zeit eine der besten meines Studiums. Die Planung war unkompliziert, das Student Housing kann ich absolut empfehlen, die Uni war spannend und die Natur einfach unbeschreiblich.

 

Wenn ich heute zurückdenke, bin ich einfach dankbar, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Island hat mir unzählige Erinnerungen geschenkt – und ich weiß jetzt schon, dass ich irgendwann wieder dorthin zurückkehren werde.