6 Sep
Erfahrungsbericht von Susanne D.

University of California Riverside


Stadt: Riverside
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Gesellschaftswissenschaften
Studientyp: Academic Gap Year
Zeitraum: 09/2016 bis 03/2017

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Gap Year nach dem Abi

Ich habe vom September 2016 bis zum März 2017 zwei Trimester an der UCR absolviert.

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Das Gap Year als solches

Das Gap Year nach dem Abitur kann man für alle empfehlen, die ins Ausland wollen, die Sprache verbessern wollen und nicht genau wissen, was sie studieren wollen. Ich habe auf der Uni Kurse von Public Speaking, über Spanisch, Französisch, Literatur bis hin zu politischer Philosophie belegt. Ich war komplett ungebunden und konnte alles einmal ausprobieren - das war wirklich toll! Gleichzeitig lernt man die Sprache natürlich sehr gut. Man sollte sich aber bewusst sein, (was mir persönlich vorher nicht klar war) dass das Gap Year als solches kein richtiges Programm an der Uni ist. Ich habe in meiner ganzen Zeit dort keinen anderen getroffen, der ein Gap Year gemacht hat so wie ich. Man muss sich selbst durchschlagen und sich seine Kurse zusammensuchen und hat keine Studenten, die man in den mehreren Kursen wiedersieht. Ich bin grundsätzlich recht offen und habe trotzdem viele coole und nette Leute in der Zeit kennen gelernt, aber wenn man eher zurückhaltend ist und lieber zu einer Gruppe gehört, ist es vielleicht schwieriger. Oft habe ich auch gehört: "Du hast nach der Zeit hier gar keinen Abschluss? Du lernst das Alles nur aus Interesse und kannst dir das gar nicht anrechnen lassen? – Das ist doch Geld- und Zeitverschwendung." Meiner Meinung nach stimmt das aber so nicht. Nach dieser Orientierungsphase (die zugegeben nicht gerade günstig ist), weiß man wenigstens genauer, was man später machen möchte. Fängt man einfach an irgendetwas planlos zu studieren und bricht es hinterher ab ist man auch Zeit und Geld los. Außerdem ist so eine Auslandserfahrung einfach unbezahlbar.


Wie aus 3 Trimestern 2 wurden

Geplant waren drei Trimester (also bis zum Juni 2017), ich bin dann jedoch nach zwei Trimestern frühzeitig nach Hause geflogen, was akademisch gesehen kein Problem war, da ich ja nur ein Gap Year absolviert habe (also auf keinen Abschluss hingearbeitet habe). Grundsätzlich würde ich so eine Zeit für Leute, die wie ich nach dem Abi ins Ausland wollen, aber weder Aupair noch Work & Travel machen wollen, empfehlen. Aber meiner Meinung nach reichen ein bis zwei Trimester aus, um sich zu orientieren, was man später studieren will und um seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Ein drittes Trimester wollte ich dann aus verschiedenen Gründen nicht mehr machen:

  1. Hatte ich bis dato 7 Kurse belegt und hatte mich eigentlich schon entschieden, was ich studieren wollte.
  2. Haben domestic students (also die Studenten, die dort ganz normal studieren und nicht nur ein bis zwei Trimester da sind) Vorrang was die Kurswahl angeht, d.h. man bekommt als internationaler Student unter Umständen nicht die Kurse, die man möchte, weil diese voll sind.
  3. Hatte ich die Möglichkeit ein Praktikum in Deutschland zu absolvieren.
  4. Auch wenn es blöd klingt, sind die meisten internationalen Studenten größtenteils auch mit anderen internationalen Studenten befreundet, die dann meist auch nach drei Monaten wieder weg sind. Nachdem ich nach Weihnachten wiederkam und meine Freunde (bis auf meine Mitbewohnerinnen) alle wieder im Heimatland waren, musste ich mehr oder minder wieder von vorne anfangen, was das Kontakteknüpfen anging. Das war die ersten drei Wochen recht hart, danach hatte ich aber auch das zweite Trimester eine tolle Zeit. Ein drittes Mal wollte ich das Ganze jedoch dann nicht machen (weil meine Freunde auch wie ich Ende März größtenteils weggegangen sind).
  5. Kostet jedes Trimester mehr viel Geld, und da ich keine akademischen Gründe mehr hatte das dritte Trimester zu absolvieren, bin ich frühzeitig nach Hause geflogen.

Die UCR

Die UCR als Uni hat mir durchaus gefallen, die Professoren und Tutoren waren sehr nett und hilfsbereit. Ich hatte wohl auch Glück mit meinen Profs – ich kann mich über keinen wirklich beschweren. Total empfehlen kann ich den Public Speaking Kurs, der soll wohl einer der besten der ganzen Uni sein. Die Professorin ist jung und super engagiert, der Tonfall während der Vorlesungen locker und lustig – ein Kurs, in dem nur sehr selten Leute gefehlt haben, weil einfach jeder gerne hinging. Man kann den Kurs jedem empfehlen, der lernen möchte, wie er besser vor Leuten auftritt und Reden hält – egal was das eigentlich Studienfach ist. Oft sind die Kurse an der UCR nur ziemlich leicht gewesen – in den Literatur- und Philosophiekursen habe ich oft Dinge durchgenommen, die ich aus dem Abitur schon kannte. Mein Philosophieprofessor (der wohl auch eine Zeit lang in Deutschland war) meinte zu mir: „Du hast ein deutsches Abitur? Dann hast du das Level eines Studenten, der hier im 3. Jahr ist“. Das ist aber an anderen Unis in den USA wohl ähnlich. Die Studenten an der UCR waren immer offen und nett. Ich war das zweite Trimester auch in einem Tanzclub Mitglied in den ich super nett aufgenommen wurde, obwohl ich die einzige Ausländerin dort war und auch nur für drei Monate Mitglied.
Unbedingt zu empfehlen für Sportbegeisterte ist das Recreation Center der Uni, bei dem eine Mitgliedschaft für Internationale $70 im Monat oder $120 für das Trimester kostet. Klingt viel ist es aber wert: Inklusive sind Pool, Whirlpool, Kletterwand, zwei riesige Etagen Fitnessstudios, gute Fitnesskurse, Badminton- und Squashfelder (und ich glaube sogar Basketballfelder).


Das International Village als Wohnort

Das International Village kann ich persönlich nur bedingt weiter empfehlen – es kommt ganz darauf an, was man sucht. Möchte man seine Ruhe haben, nah an der Uni sein und hat man kein Problem damit, mit dem Shuttle zum Einkaufen zu fahren kann man es empfehlen. Es ist im Vergleich zu den anderen Studentenwohnheimen auch recht sauber. Dagegen sprechen für mich, dass kein Supermarkt in unmittelbarer Nähe ist, dass dort sehr viele internationale Studenten wohnen und man so schwerer Amerikaner kennen lernt, dass Partys dort nie stattfinden, dass ständig (bis zu drei Mal am Tag!!) der Feueralarm fehlausgelöst wird und man das Gebäude evakuieren muss, dass es keinen Pool gibt und dass das Fitnessstudio dort seinen Namen eigentlich nicht verdient. Ich persönlich würde die University Village Towers oder das Sterling Highlander empfehlen. Das Sterling ist recht neu und auch sehr groß, hier wohnen sowohl internationale als auch amerikanische Studenten und es ist immer was los. Die University Village Towers sind nah an der Uni, haben viele amerikanische Studenten (sind aber auch direkt am Highway, wenn man da ein Fenster zu dieser Seite erwischt bestimmt sehr laut).


Riverside und Ausflüge

Zu Riverside selbst kann man sagen, dass es dort keine Clubs und kaum Bars gibt – Partys gibt es aber immer. Als Bar/Countryclub in der Nähe gibt es das Brandon Iron in San Bernadino, in dem wir öfters waren, in 20-30 Minuten ist man mit dem Uber oder Lyft da. Riverside ist selbst nicht sonderlich aufregend, obwohl die Innenstadt ganz schöne Ecken hat. Wenn man etwas unternehmen will, sollte man sich ein Auto mieten. Von hier aus sind viele Orte auch toll zu erreichen: Los Angeles, San Diego, Santa Barbara, Palm Springs und viele Nationalparks wie der Joshua Tree, Desert Valley, die Mojave Desert und viele mehr.


Fazit

Abschließend kann ich sowohl das Gap Year als auch die UCR weiterempfehlen.