5 Dez
Erfahrungsbericht von Nicola B.

Masaryk University

Hochschule: Masaryk University
Stadt: Brno
Land: Tschechien
Kontinent: Europa
Studienrichtung: Medizin
Studientyp: Sonstige Studiengänge
Zeitraum: 09/2011 bis 08/2017

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Brno – Masarykova Universitas

Seit 2 Monaten studiere ich nun schon in Brno Humanmedizin und fühle mich sehr wohl. So möchte ich für zukünftige Medizinstudenten diese Universität unbedingt weiter empfehlen.

Mit mir zusammen wurden noch 2 weitere deutsche Studenten an der Universität im Fach Humanmedizin aufgenommen.

Ich hatte mich für Prag, Hadic Kralove und für Brno beworben und an den Aufnahmeprüfungen aller Universitäten mit Erfolg teilgenommen. Prag und Brno waren für mich die engere Wahl. So schaute ich mir im Juli sowohl Prag als auch Brno an, um einen Eindruck von der Stadt und auch von der Universität zu bekommen.

Brno gefiel mir auf Anhieb sehr gut. Es ist eine saubere und überschaubare Stadt, nicht zu groß, ich fühlte mich auf Anhieb sehr wohl. Ich bekam die Gelegenheit einer Universitätsführung von Studenten höheren Semesters und war beeindruckt von der guten Ausstattung und von der Größe der Medizinischen Fakultät. Der Neubau wurde erst letzten Sommer (2010) fertig gestellt. Die Lernbedingungen sind exzellent, die Bibliothek hervorragend und man hat genügend Platz zum Lernen. Die Ausstattung der Hörsäle und der Übungsräume ist hervorragend. Es mangelt hier an nichts!!! So entschied ich mich für Brno – und habe meine Entscheidung nie bereut.

Mitte September begann das Studium mit einer Einführungswoche für alle neuen Studenten im Fach Humanmedizin, die durch MIMSA (Masaryk International Medical Student Association) veranstaltet wurde. Während einer Campus Tour, Billardabenden, Karaoke Abenden und anderen Veranstaltungen konnten wir erste Kontakte knüpfen und uns näher kennen lernen. Die meisten Studenten sind hier Portugiesen, nur ein kleiner Anteil ist aus Deutschland, Amerika, Norwegen, Schweden, Israel oder Kanada.

In der Einführungswoche wurden wir in Gruppen eingeteilt, in jeder Gruppe sind ungefähr 15 Studenten. Die meisten Übungen („Practice“) und Seminare finden in dieser Gruppe statt und sind Pflichtveranstaltungen, Lectures hingegen werden für alle Gruppen zusammen veranstaltet und sind freiwillig. Ich würde aber jedem empfehlen, diese zu besuchen;)

Die erste Woche verging wie im Fluge und schon bald kehrte der Studienallttag ein.

Am Anfang war die Orientierung nicht ganz leicht, da die Universität sehr groß ist, jedoch findet man sich sehr schnell zurecht. Wenn man irgendwelche Probleme hat, kann man sich an Mitglieder der MIMSA wenden oder an Helena Melicharová , die für die internationalen Studenten zuständig ist. Was mir an dieser Universität ganz besonders gefällt ist, dass alle Gruppen im gleichen Universitätskomplex abgehalten werden, egal ob Anatomy, Biophysics oder Chemistry. Das spart sehr viel Zeit. Die meisten Lehrer sprechen gutes Englisch, einige haben jedoch einen starken Akzent und man muss sich extrem konzentrieren, um mitzubekommen was sie sagen wollen. Im Großen und Ganzen ist das Englisch der meisten Dozenten jedoch in Ordnung.

Die meisten Studenten wohne hier im Wohnheim, was ich jedoch nicht unbedingt weiter empfehlen würde. Für den Anfang ist es o.k., aber nicht für längere Zeit. Am meisten stört mich, dass man sein Zimmer mit jemanden teilen muss, den man überhaupt nicht kennt, man hat dadurch keine Privatsphäre. Ich hatte großes Glück, dass meine Mitbewohnerin nicht kam und ich das Zimmer alleine mieten konnte. Das allerdings ist teuer, ich zahle 270 Euro. Wenn man sich das Zimmer teilt, zahlt man nur 120 Euro, was sehr günstig ist. Manche Zimmer sind teilrenoviert, aber größtenteils sind die Zimmer in einem desolaten Zustand (ramponierte Türen, schlecht funktionierender Kühlschrank, Matratzen dünn und durchgelegen, Kochplatten z.T. defekt, Waschbecken in der Dusche.........). Darüber hinaus sind die Wände extrem dünn und dadurch das Haus sehr hellhörig. Parties im Nachbarzimmer oder in der Nähe des eigenen Zimmers sind sehr störend, vor allem, wenn man lernen muss.

Ich finde es nicht richtig, dass die Internationalen Studenten, die einen hohen Preis für ihr Studium bezahlen, in solchen Verhältnissen leben müssen. Die Universität ist hervorragend ausgestattet, das Wohnheim ist das krasse Gegenteil. Daran muss dringend etwas geändert werden. Aber es ist eine Erfahrung wert ;)

Nach einigen Monaten finden sich meistens einige Studenten, die sich eine gemeinsame Wohnung suchen und dann vom Wohnheim ausziehen. Die Preise für Wohnungen variieren stark, Mehrzimmerwohnungen sind günstiger als bei uns, für Einzimmerwohnungen jedoch ist der Preis (vor allem in Zentrumnähe) sehr hoch.

Ein großes Plus sind die Lebenshaltungskosten. Diese sind viel geringer als bei uns. Als ich in Brno das erste Mal in der Universität zum Mittagessen ging, war ich total überrascht, dass ich ein komplettes Mittagessen für ungefähr 3 Euro bekam. Auch wenn man abends in der Stadt ausgeht, zahlt man für ein komplettes Abendessen incl. Getränk durchschnittlich 8 Euro. Auch Kinos u.ä. sind günstiger. Extrem günstig ist das Tschechische Bier, man bekommt eine Halbe bereits für ca. 1,20 Euro. Antialkoholische Getränke sind teurer ;). Also seid darauf gefasst, dass viele Tschechen schon am Morgen oder am Nachmittag ein Bierchen trinken.

Am Schluss bleibt mir nur noch zu sagen:

Danke an College Contact für die tolle Vermittlung. Für mich war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung, mein Medizinstudium hier zu beginnen, und ich würde es jedem weiterempfehlen. Man ist hier sehr gut aufgehoben und hat immer das Gefühl, dass sich jemand um einen kümmert, wenn man nicht mehr weiter kommt. MIMSA ist immer für einen da. Auch beim Lernen bekommt man Unterstützung, zur Vorbereitung auf Examina z.B. mit Anatomy Sessions und Chemistry Sessions.

Seid aber darauf gefasst, dass viel Arbeit auf euch wartet ;) Aber das wisst ihr ja!!

Dobry den :-)

Nicola