14 Feb
Erfahrungsbericht von Lisa W.

Aalborg University - Aalborg

Stadt: Aalborg
Land: Dänemark
Kontinent: Europa
Studienrichtung: Internationale BWL
Studientyp: Masterstudium
Zeitraum: 09/2013 bis 07/2015

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Erst einmal ein paar Informationen zur Organisation von College Contact: Ich wurde sehr gut über die möglichen Universitäten und Chancen informiert. Es war vor allem sehr hilfreich, da College Contact schon viele Erfahrungen an den jeweiligen Unis gesammelt hatte und man daher ziemlich gut wusste, ob man eine Zusagen oder Absage bekommt (ist natürlich nur eine Empfehlung seitens College Contact und keine 100% Garantie). Meine Bewerbung wurde dann noch mal gründlich von College Contact geprüft und ich wurde auf Fehler hingewiesen. Also ich war wirklich sehr zufrieden mit der ordentlichen und vor allem schnellen Zusammenarbeit mit College Contact.

Die Aufnahmebedingungen sind auf der Homepage von der Aalborg University nicht klar zu erkennen, aber ich habe hier mitbekommen, dass in den Transcripts des Bachelors geprüft wird, ob Fächer wie Finance und Statistik absolviert wurden. Sonst gibt es keinen NC. Die Universität achtet schon darauf, dass viele Nationen gemixt werden, da es ein internationaler Studiengang ist.

Die vorhandenen Kurse findet ihr alle online auf der Homepage der Aalborg University. Ich kann euch natürlich nur Infos zu meinen Kursen geben, denn ich weiß, dass sich nächstes Jahr wieder einiges ändern wird. Aber ich denke trotzdem, dass die Basis gleich bleibt. Es ändern sich im nächsten Semester für die neuen Masterstudenten ein paar Sachen, da sich die Aalborg University ständig neuen Gegebenheiten anpasst und vor allem kontinuierlich auf Verbesserung abzielt. Ein Beweis, warum ihr dort in sehr guten Händen seid.

Die Vorlesung ist deutlich anders als im Vergleich zu Deutschland, aber zu 100% im positiven Sinne. Es gibt eine Art „Blockunterricht“, d.h. man schreibt nicht alle Klausuren am Ende des Semesters. Stattdessen arbeitet ein Fach nach dem anderen ab. D.h. man hat eine Vorlesung ca. 3 Wochen lang, 5 Tage die Woche und hat dann am Ende die Klausur. Dann folgt die nächste Vorlesung usw. So hat man nicht 100 verschieden Themen im Kopf und kann sich voll und ganz auf dein Fach konzentrieren.

Während der Vorlesungszeit eines Faches hat man bsw. am Nachmittag Gruppentreffen. Innerhalb der Gruppentreffen (4-5 Leute aus dem Studiengang pro Gruppe) erarbeitet man dann ein Projekt passend zu der aktuellen Vorlesung. D.h. man bekommt ein Thema zugewiesen oder wählt selbst ein Thema aus und dieses Thema wird dann innerhalb der 3-4 Wochen parallel zur Vorlesung erarbeitet. Das Gruppenprojekt endet dann mit einer gemeinsam verfassten Hausarbeit von ca. 50 Seiten. Wir haben auch häufiger mal Projekte in Kooperation mit Unternehmen, dann werden z.B. selbst entworfene Fragebögen an 70 000 Kunden versendet und dann analysiert. Das bringt natürlich Praxiserfahrung, verbessert den Lebenslauf und ermöglicht gute Einstiegsmöglichkeiten. Die Klausuren sind alle mündlich, was es aber nicht leichter macht. Man hält alleine eine 10 minütige Präsentation und wird dann 20 Minuten von zwei Professoren ausgequetscht. Die Fragen zielen dann auf das Gruppenprojekt, die Vorlesung und die gehaltenen Präsentation ab.

Das hört sich vielleicht alles bisschen viel an, aber die Profs sind echt fair und bewerten gut und haben viel Verständnis. Die Noten der Deutschen sind eigentlich immer weit oben. Aber man muss natürlich was für die Noten machen und nicht wie in Deutschland erst kurz vor der Klausur lernen. Also ist man das ganze Semester beschäftigt. Aber dadurch hat man auch deutlich weniger Druck vor der Klausur. Durch dieses ganze Prozedere (nennt sich übrigens „Problem-Based- Learning") lernt man viel effizienter. Die Theorien werden nicht nur auswendig gelernt, sondern auch innerhalb der Gruppenarbeit angewendet. Dadurch verankert sich alles fest im Kopf und man hat einen krassen Lerneffekt!

Sonst ist die Uni echt top! Es wird sich um einen gekümmert und alles ist wirklich sehr, sehr gut organisiert (nicht wie an machen deutschen Unis). Wir machen auch viele Ausflüge zu verschiedenen Unternehmen. Das organisiert und bezahlt dann alles die Uni. Die Unternehmen stellen sich vor, informieren über die Einstiegsmöglichkeiten etc. Die Uni ist top ausgestattet mit allen Büchern und tollen Räumlichkeiten. Z.b. hat JEDE Gruppe ihren eigenen Gruppenraum auf dem Campus, den kann man abschließen und die Sachen zum lernen dort lassen.

Die Unterkunftssuche ist auch echt unproblematisch. Die Uni bietet etliche günstige WGs und Ein- bis Zweizimmerwohnungen an. Mal möbliert, mal nicht. Die Wohnpreise sind günstiger als in Deutschland, wobei die Lebensmittel schon teurer sind. Die Uni ist sehr hinterher, dass viele neue und echt nice Studentenwohnheime gebaut werden/wurden. Und die dänischen Studentenwohnheime sind nicht mit den deutschen zu vergleichen. Man hat jeweils einen eigenen Eingang, große Räume, muss nichts teilen, eigene Küche, eigenes Bad, Ceranfeld, Fußbodenheizung etc.

Der einige Nachteil: Aalborg ist echt nicht the place to be. Man kann natürlich feiern und rumreisen und so. Aber viel zu sehen gibt es in der Stadt leider nicht. Aber das bedeutet nicht, dass die Stadt nicht schön ist. Wenn man sich für den Master dort entscheidet, dann geht der zwar 2 Jahre, aber man ist wahrscheinlich nur ein Jahr dort, da Praktikum und Masterarbeit kann man auch von Deutschland aus machen.

Zusammenfassen kann ich sagen: Wer im Beruf erfolgreich sein möchte und was lernen will und auch bereit ist dafür Zeit zu opfern, der sollte es tun! Ich bin total überzeugt und sehr froh, dass ich den Schritt gemacht habe!