18 Mai
Erfahrungsbericht von Kerstin & Nora G.

Ramkhamhaeng University

Stadt: Bangkok
Land: Thailand
Kontinent: Asien
Studienrichtung: BWL
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 10/2011 bis 02/2012

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Vorbereitung des Aufenthaltes

Die Vorbereitungen des Aufenthaltes in Thailand haben sich als unproblematisch herausgestellt.Die Kursauswahl an der Ramkhamhaeng Universität gestaltet sich ebenfalls als relativ problemlos. Über die englischsprachige Homepage der Ramkhamhaeng University www.iis.ru.ac.th findet man die angeboten Kurse für die jeweiligen Semester. Es ist jedoch einfacher diese, aufgrund eventuell auftretender Änderungen, direkt vor Ort nochmals abzustimmen und daraufhin auszuwählen. Die Abstimmung mit dem Studiengangsleiter erfolgte durch ein Learning Agreement. Die Ramkhamhaeng Universität bietet ein breites Spektrum an Kursen mit internationalen Dozenten an. Die Aufnahme erfolgt durch Einreichen der Unterlagen inklusive Bewerbungsformular mit vorläufiger Kurswahl, aktueller Studienbescheinigung und das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife in deutscher und englischer Sprache.

Bei der Prüfung und Weiterleitung der Unterlagen war uns die Vermittlungsagentur www.college-contact.com behilflich. Diese übernimmt diesen Service kostenlos und sendet zudem nochmals eine „Checkliste“ für das bevorstehende Auslandssemester zu.

Für einen Aufenthalt in Thailand, der länger als 30 Tage dauert benötigt man ein Visum. Dieses kann man problemlos per Post beantragen und erhält dieses innerhalb 3-4 Wochen. Beispielweise stellt dieses das Generalkonsulat in Stuttgart aus: www.thaikonsulat.de. Wir haben uns ein Visum für einen dreimonatigen Aufenthalt dort ausstellen lassen. Innerhalb unseren Bangkok Aufenthaltes mussten wir dieses aufgrund der 4 wöchigen Überschreitung durch einer Ausreise verlängern. Aufgrund der vielen Unterkunftsmöglichkeiten für Studenten in Uni nähe, ist es nicht unbedingt notwendig ein Apartment vor Anreise zu mieten. (Beispielsweise das athome, Bangkok Interplace,52 Premier Apartment, Inspire)

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Nach der Ankunft am Suvernaburmi Airport fuhren wir mit dem Taxi zu unserem Apartment. Dieses hatten wir schon im Vorhinein von Deutschland aus reserviert. Bei der Taxisuche gibt es eine Sache zu berücksichtigen: In Bangkok sollte man immer darauf bestehen mit Taxi-Meter zu fahren. Preisvorschläge seitens der Taxifahrer sind meist deutlich zu hoch angesetzt und darauf ausgerichtet, durch „Farangs“ an mehr Geld zu kommen. Farangs nennen die Thailänder alle Europäer, bzw. westlichen Menschen. Diesen Begriff wird man während seines Aufenthalts immer wieder hören, er ist auf keines Falls abwertend gemeint.

Am Apartment angekommen stellten wir unsere Sachen ab und machten uns auf den Weg zur Universität. Am besten und günstigsten kommt man dort mit dem Bus hin. Die Ramkhamhaeng University besitzt einen internationalen Bereich mit einem International Office. Die Menschen dort sind sehr hilfsbereit, sprechen jedoch nur schlechtes Englisch und es herrscht großes Chaos. Als wir das erste Mal das Büro betraten waren wir etwas schockiert. Es konnte uns weder jemand genaue Auskunft über unsere Kurse geben, noch sagen an wen wir uns wenden sollten. Wir haben ziemlich schnell gelernt, uns nicht so schnell aus der Ruhe bringen zu lassen, denn Ruhe und Flexibilität muss man in Thailand ziemlich viel beweisen.

Am Tag unserer ersten Vorlesung haben wir dann Michaela im International Office angetroffen. Diese spricht sehr gutes Englisch und konnte uns mit unseren Fragen behilflich sein.

An der Ramkhamhaeng gibt es eine Auswahl an Kursen, aus denen die internationalen Studenten die passenden wählen können. Voraussetzung ist, dass diese sich nicht überschneiden. Es herrscht Anwesenheitspflicht. Die Kurse gehen in der Regel sieben Mal acht Stunden lang und kosten ca. 120 Euro pro Kurs. Hinzu kommen einmalig Verwaltungsgebühren in Höhe von 70 Euro. Im International Office bekommt man die Daten und Hinweise zum Zahlungsablauf.

Es ist nicht unüblich, dass Kurse ziemlich kurzfristig verschoben werden. Deshalb ist es empfehlenswert, sich im Vorhinein schon einen Alternativkurs heraus zu suchen, falls es Probleme mit der Erstwahl gibt. Klausuren werden am Ende jedes Kurses geschrieben sowie ein Midterm nach der Hälfte des Kurses. Die Dozenten sind Internationale und freuen sich über engagierte Studenten aus dem Ausland.

Am Ende aller Vorlesungen und wenn alle Noten feststehen (dies dauert, je nach Kursgröße, etwa eine Woche) beantragt man im International Office ein Transcript of Records. Dies sollte man schon so früh wie möglich vor Abreisetermin in Angriff nehmen, da die Organisation nicht der in Deutschland entspricht und es wichtig ist, dass man das Dokument persönlich mit nach Hause nimmt.
Insgesamt ist die Uni in Thailand eine tolle Erfahrung gewesen und wir haben nicht nur fachliches Wissen mitgenommen.

Thailänder sind sehr schüchtern und trauen sich nur selten die Internationalen Studenten anzusprechen. Deshalb sollte man selber keine Scheu haben die Initiative zu ergreifen. Die Thais freuen sich riesig und man hat die Gelegenheit, einen tieferen Einblick in die Kultur zu erlangen.
Mit dieser wird man jeden Tag auf der Straße konfrontiert. Da man als Europäer stets auffällt, wird man häufig angesprochen und viel angeschaut. Dies klingt zunächst ungewöhnlich, aber gerade in der Universitätsgegend sind nicht viele Touristen, sodass Europäer in den Augen der Thais etwas „Besonderes“ sind. Es ist wichtig nett zu sein, auch wenn man viel angesprochen wird. Für Thailänder ist das, was bei uns ein „harter“ Tonfall ist, schon sehr sehr unhöflich und es gehört sich nicht, ausfällig zu werden.

Bangkok ist eine faszinierende Stadt! Es gibt so viel zu sehen und zu erkunden, dass man immer etwas zu tun hat. Neben zahlreichen Shopping Malls gibt es China-Town zu entdecken, den Wat Poh und Köngispalast sowie zahlreiche weitere tolle Tempelanlagen. Sehr empfehlenswert sind die Rooftop Bars des Banyantree Hotels, sowie die Scirocco Bar. Der Blick über Bangkok bei Nacht ist einzigartig und unbeschreiblich toll. Aber so bewundernswert Bangkok bei Nacht ist, ist es auch tagsüber ein riesen Erlebnis. Es wird an jeder Ecke gekocht und das Essen ist fantastisch! Thailänder essen gesund, viel Gemüse, Suppen und Curries. Man sollte nicht davor zurückschrecken, auch an der Straße zu essen. In den vier Monaten haben wir das durchgehend gemacht, es war super lecker und wir hatten keinerlei Probleme aus Hygienegründen.

Jedoch muss man dazu sagen, dass letztere anders sind, als wir es vom Deutschen Standard gewöhnt sind. Es ist dreckiger und alles sehr einfach gehalten. Die Menschen nutzen das, was ihnen zur Verfügung steht. Dennoch sind Berührungsängste vollkommen unbegründet und man verpasst eines der tollsten Erlebnisse, die man aus Thailand mitnehmen kann. Gerade als Student hat man die Möglichkeit, nicht nur die Touristenseite kennen zu lernen, sondern das wirkliche Leben. Zu diesem zählt diese Art von Essen und wir waren von Tag zu Tag erneut begeistert. Sollte man sich einmal ekeln, ist es nicht nett dies zum Ausdruck zu bringen. Es gilt als äußerst unhöflich, denn für die Menschen dort ist es normal und sie kennen es nicht anders. Geht man in ein Land wie Thailand, dann muss man sich dessen Standard bewusst sein. Wir haben es als Chance gesehen und waren fasziniert. Es ist nicht schwer in Thailand auf nette Menschen zu treffen, wenn man selber freundlich und offen ist. Schon nach kurzer Zeit kannten uns die Menschen auf der Straße und waren total begeistert, wenn wir vorbei kamen.

Thailändisch ist keine schwere Sprache und man sollte offen sein, einige Begriff zu lernen. Nicht nur, dass die Thais unglaublich begeistert sind, wenn man ihre Sprache beherrscht, es ist auch eine enorme Erleichterung im Alltag. Insgesamt muss man leider sagen, dass das Englisch sehr schlecht ist. Es ist uns jedoch immer gelungen, uns mit Händen und Füßen und einigen Thai-Sprachkenntnissen zu verständigen.


Persönliche Wertung

Der Aufenthalt in Bangkok hat unseren Horizont stark erweitert, uns verschieden Aspekte aufgezeigt und neue Sichtweisen gelehrt. Durch den Aufenthalt in einer asiatischen Kultur, sind uns weitere typisch deutsche Eigenarten aufzeigt worden, und wie diese auf andere Nationen wirken. Wir persönlich können ein Semester an der Ramkhamhaeng University nur empfehlen. Nicht nur die Unierfahrung, sondern besonders das Leben in Thailand hat uns geholfen, flexibler zu werden, Dinge gelassener zu sehen und Menschen mit verschieden kulturellen Hintergründen besser zu verstehen und dies zu akzeptieren. Vor allem die Art der Thailänder hat uns beide sehr inspiriert und begleitet uns heute noch in unserem Verhalten in Deutschland.

Ein Auslandssemester ist eine tolle Möglichkeit ein neues Land und eine fremde Kultur kennenzulernen und darüber hinaus viel über sich selbst zu lernen. Wir möchten diese Zeit nicht missen und sehen es als eine großartige Chance für die persönliche Entwicklung eines jeden.