4 Aug
Erfahrungsbericht von Katrin .

California State University East Bay


Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: BWL
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 03/2017 bis 06/2017
Heimathochschule: Passau U

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Bewerbungsprozess

Meine Bewerbung für das Spring Quarter hatte ich bereits etwa ein Dreivierteljahr im Voraus an College Contact geschickt und erhielt ein halbes Jahr vor Beginn des Quarters meine Zusage. Ich hatte mich für das Open University Programm der CSUEB beworben, welches vor Ort in Hayward vom American Language Program betreut wird.

Die Bewerbung war durch die Hilfe von College Contact sehr einfach und verlief komplikationslos. Der Englischnachweis war die einzige Bewerbungsvoraussetzung, um die man sich eventuell noch zusätzlich hätte kümmern müssen, falls man diesen nicht sowieso schon absolviert hatte. Der DAAD-Test, TOEFL oder IELTS waren akzeptiert. Die Zusage enthielt weitere Informationen zu den nächsten notwendigen Schritten von der CSUEB sowie von College Contact. So gab es eine Housing Application Checklist, falls man „on campus“ wohnen wollte, Informationen zu Transportmöglichkeiten nach Hayward, eine Checkliste für das weitere Vorgehen und Informationen zur Visabeantragung sowie Angebote für Kreditkarten, Versicherungen und Reiseveranstaltern. Damit war eigentlich für alles gesorgt.

Neben den angebotenen Kursen fiel meine Wahl auf die CSUEB, da diese als eine der wenigen noch das Quartersystem anboten und daher der Quarterbeginn nicht in meine Klausurenphase des vorangegangenen Semesters an meiner Heimatuniversität fiel. Jedoch stellt nun auch die CSUEB auf das Semestersystem um.

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Unterkunftssuche

Die Unterkunftssuche kam mir etwas chaotisch vor. Seitens des ALP fühlte ich mich dabei gar nicht betreut. Es gab zwar die Möglichkeit, sich um eine Unterkunft auf dem Campus zu bewerben, davon ist jedoch abzuraten, sollte man während des Aufenthalts zumindest ein wenig auf das Budget achten wollen. Beim on campus-Housing muss nämlich eine Meal-Option dazugezählt werden, die sehr teuer ist.

Die Unterkunftssuche außerhalb der Uni läuft hauptsächlich über eine Facebook-Gruppe namens „CSUEB Off Campus Housing/Apts/Rooms/Roommates“. Hier werden auch relativ kurzfristig vor Semesterbeginn viele freie Zimmer gepostet. Austauschstudenten wohnen meistens in den City View oder den Sunhill Apartments. Ich selbst habe mir ein Zimmer mit einer Freundin in den City View Apartments geteilt. Sie liegen ca. 15 Gehminuten von der Mitte des Campus entfernt und haben ein kleines Fitnessstudio, Waschräume, einen großen Gemeinschaftsgrill, einen Pool sowie ein Jacuzzi. Laut Hörensagen sind sie etwas teurer als die Sunhill Apartments, aber dafür etwas moderner. Die Einrichtung kann man günstig bei Ikea kaufen. Wir selbst haben deutsche Studentinnen aus dem Vorquarter gefunden, denen wir die Ausstattung abkaufen konnten. Die meisten schlafen aber eh einfach nur auf einer Matratze auf dem Boden.

Es war normal, sich ein Zimmer mit jemand anderem zu teilen und auch die Wohnzimmer dienten anderen als Schlafplätze. Aber für ein paar Monate war das sicher auszuhalten.

Der Hayward Campus, die City View und die Sunhill Apartments liegen auf einem kleinen Berg, den man aber sicher nicht jeden Tag laufen will. Daher bietet es sich eben an, in den genannten Apartments oder an einer der Shuttle Bushaltestellen direkt in Downtown Hayward oder in Castro Valley zu wohnen.


Versicherungen

Die Krankenversicherung der CSUEB ist verpflichtend, deckt aber nicht alle notwenigen Bereiche ab. Laut Informationen des Health Centers der CSUEB sind Zahn- und Augenbehandlungen nicht abgedeckt. Ein zusätzlicher negativer Aspekt ist, dass die Versicherung jeweils nur vom ersten Tag des Quarters bis zum letzten Tag der Prüfungsphase läuft – wer also vorher und nachher noch reisen möchte, sollte sich zusätzlich versichern. Das Angebot der Hanse Merkur, welches auch von College Contact empfohlen wurde, stellte sich auch nach einigen Vergleichen mit anderen Anbietern als die beste zusätzliche Versicherung heraus.


Kurswahl und Kursabläufe

Die Kurswahl erfolgte über sogenanntes Class Crashing. In den ersten 1,5 Wochen besuchte ich daher alle Veranstaltungen, die mich grundsätzlich interessierten und musste mir von den Professoren jeweils eine Unterschrift einholen, dass diese mich in ihren Kursen akzeptieren würden. Zusätzlich prüfte dann die Fakultät, ob in den jeweiligen Kursen noch ausreichend Plätze vorhanden waren und ob man die Voraussetzungen zu den Kursen erfüllte. Etwas schade war, dass die regulären Studenten sich bereits einige Wochen vor Semesterbeginn in die Kurse eintragen konnten und daher viele Kurse für die Auslandsstudenten schon voll waren und man darauf hoffen musste, dass andere Studenten die Kurse während der „Add- & Drop-Period“ noch „droppen“ würden und somit ein Platz frei wurde.

Am Ende erhielt ich nur in einem Kurs keinen Platz, da ich dort die Voraussetzungen laut CSUEB nicht erfüllte, da ich Grundkurse aus dem Studienprogramm nicht an der CSUEB besucht hatte, obwohl ich ja keinen Abschluss an der CSUEB anstrebte und es der Universität ja eigentlich egal sein könnte, ob ich Vorkenntnisse habe oder nicht. Darüber hinaus muss ich jedem empfehlen, der an die CSUEB geht, sich vorher zu erkundigen, welche Kurse wirklich in dem jeweiligen Quarter oder nun Semester angeboten werden. Ich selbst studiere Accounting, Taxation und Finance und auf der Website der CUSEB wurden zahlreiche Masterkurse aufgelistet, welche in diese Bereiche fallen. Vor Ort gab es dann ganze vier Masterkurse, von denen ich einen nicht belegen konnte. Um anderen diese Enttäuschung zu ersparen, vor allem vor dem Hintergrund, dass ein Semester in den USA nicht gerade günstig ist und gut überlegt sein sollte, empfehle ich wirklich, sich nicht auf die Angaben auf der Homepage zu verlassen und selbst nachzufragen.

Die von mir besuchten Kurse erinnerten mich ein wenig an meine Schulzeit, da die Kursgröße viel kleiner ist, als ich es von meiner Heimatuniversität gewohnt bin und auch die Lehrmethoden andere sind. So musste ich jede Woche Hausaufgaben abgeben, es gab ein Midterm Exam und ein Final Exam und auch Gruppenarbeiten sind an der CSUEB sehr beliebt. Diese Methoden hatten zur Folge, dass man sich auch während des Semesters mit dem Vorlesungsstoff beschäftigte und somit „am Ball blieb“.


International Business Diploma

Studierende des American Language Programs können auch ein International Business Diploma erhalten, wenn sie insgesamt 6 Kurse dieses Programms erfolgreich absolvieren. Die Kurse sind nur für Internationals, sind günstiger als Open University Kurse und bei weitem weniger umfangreich und weniger anspruchsvoll. Der Erhalt des Diploms berechtigt, in den USA ein Praktikum für eine gewisse Zeitspanne zu absolvieren und bietet vielen den Einstieg in die US-amerikanische Arbeitswelt.


Betreuung vor Ort

Für die Austauschstudenten war das ALP (Academic Language Program) zuständig. Neben den Studenten, die das International Business Diploma machten und den Open University Students, betreute das ALP auch Studenten, die die Intensive English Sprachkurse besuchten. Während der ersten beiden Tage, den sogenannten Welcome Days, wurden wir vom Programmleiter begrüßt, wir wurden mit den IT-Anwendungen und dem Campus vertraut gemacht und wir musste zwei Online-Seminare zum Thema Alkohol/Drogen und Sexueller Missbrauch absolvieren. Zu den Einführungstagen gehörte auch ein Tuberkulosetest.

Für Open University Studenten war das ALP fachlich jedoch nicht zuständig.

Während des Semesters wurde jeweils mittwochs ein gemeinsames kostenloses Mittagessen für alle Austauschstudenten angeboten, um sich gegenseitig kennenzulernen. Darüber hinaus organisierte das ALP gegen ein geringes Entgelt Funtrips nach Santa Cruz, Point Reyes und dem Cherry Blossom Festival in San Francisco.


Campus und Unileben

Der Campus der CSUEB ist echt schön und weitläufig. Die Gebäude sind wie bei uns nach Fakultäten aufgeteilt, zudem gibt es eine Bibliothek, eine kleine Einkaufsmeile mit Book Store, Minimarkt, Fast-Food-Läden und Game Hall, viele Grünflächen, ein großes Fitnessstudio mit Kursangeboten sowie weitere großen Sportanlagen. Auf dem Campus war eigentlich immer etwas los.

Das Unileben selbst kommt an der CSUEB etwas zu kurz. Grund dafür ist, dass viele der Studenten nicht „on campus“ oder in Hayward selbst wohnen, sondern weite Strecken pendeln. Daher hatte sich keine wirkliche Studentenkultur um die Universität entwickelt.


Freizeit- und Ausflugsmöglichkeiten

Es gab nur wenige Wochenenden, die man nicht dafür nutzen konnte, um Kalifornien und weitere westliche Staaten zu besuchen.

Für Ziele innerhalb Kaliforniens bietet es sich an, mit dem Auto zu reisen, falls man älter als 25 Jahre ist (sonst fällt der Young Driver Bonus an). Da ich selbst ADAC Plus Mitglied bin, habe ich die meisten der Mietwagen über den ADAC gebucht und dort stets das günstigste Angebot erhalten. Es gibt aber auch Studentenangebote bei Alamo mit dem internationalen Studentenausweis. Das Autofahren in den USA war anfangs etwas chaotisch und einige Regeln sind anders, als wir es in Europa gewohnt sind, aber letztendlich ist das Auto einfach das beste Fortbewegungsmittel gewesen. Das Benzin ist zudem auch noch sehr günstig.

Wir haben neben San Francisco (mit der BART in einer Stunde zu erreichen) auch Los Angeles, Santa Barbara, San Diego und Newport Beach besucht. Ein absolutes Muss ist der Besuch der Nationalparks. Wir waren im Yosemite, Sequoia & Kings Canyon, Joshua Tree und Redwood Nationalpark, sowie am Lake Tahoe. Außerhalb Kaliforniens sind natürlich der Yellowstone und der Grand Canyon sehenswert, wir waren aber auch im Antelope Canyon, im Bryce Canyon Nationalpark und im Valley of Fire.

Wer sich also an Natur erfreuen möchte, kommt von der CSUEB aus auf keinen Fall zu kurz. Obwohl wir in den Frühjahrs- und Sommermonaten unterwegs waren, hat es teilweise sogar noch geschneit, weshalb eine gute Kleidermischung wichtig ist. Das Zelten in den Nationalparks ist relativ günstig, und die Zeltplätze sind einfach, aber ausreichend ausgestattet und über eine zentrale Website buchbar. Teilweise sind sie aber schon Wochen und Monate im Voraus ausgebucht. Flüge nach Las Vegas sind relativ günstig von Oakland und San Francisco aus.

Da viele Studenten mit College Contact ihr Auslandssemester in den USA, vor allem in Kalifornien, organisiert haben, ist auch ein Besuch der Instagram-Seite von CC hilfreich, da hier viele tolle Ausflugsmöglichkeiten von anderen Studenten veröffentlicht sind.


Good to know

  • Wie auch von CC empfohlen, habe ich mir eine Kreditkarte der DKB zugelegt und habe damit viele Euro bei der Abhebung und der Nutzung der Services in USD sparen können, da die DKB aktuell noch keine Gebühren für eine Geldabhebung über die Kreditkarte im Ausland erhebt und das Auslandseinsatzentgelt rückerstattet wird. Neben der DBK bietet auch die Comdirect eine kostenlose Abhebung an.
  • Vor Abflug in die USA habe ich mir eine Simkarte von H20 zugelegt, welche bei mir mit meinem Samsung ohne Probleme funktionierte. Für 30 Dollar gab es 3GB Internet, sowie kostenlose Anrufe auf das deutsche Festnetz, SMS- und Telefonieflat innerhalb der USA. Probleme bereiteten Huaweigeräte, bei denen der Einsatz in den USA gesperrt ist.
  • Obwohl wir in vielen Foren gelesen haben, dass ein internationaler Führerschein bei der Autoanmietung notwendig ist, wurden wir kein einziges Mal danach gefragt, der deutsche Führerschein war allseits akzeptiert.
  • In den USA gibt es in fast jedem Supermarkt Kundenkarten, mit denen der Einkauf viel günstiger wird. Dafür muss man einfach nur an der Kasse nach der Karte fragen, welche man umgehend bekommt und man kann direkt vom Rabatt profitieren. In Hayward ist der Food Source mit Abstand der günstigste Supermarkt. Hier gab es auch das beste Obst und Gemüse.
  • Es gibt eine außeruniversitäre Organisation, welche von Ehrenamtlern gegründet wurde, die jeweils freitags ein gemeinsames Abendessen und ein kleines Programm für alle internationalen Studierenden organisiert. Diese Organisation nennt sich „International Student Fellowship“ und ist eine super Sache, um andere Studierende kennenzulernen und von den Ehrenamtlern etwas über Land und Leute zu erfahren. Einfach bei Facebook die Gruppe „International Student Fellowship (ISF) - East Bay“ suchen.
  • Für kurze Strecken von A nach B nutzt man am besten UBER oder LYFT, wobei man als Sparfuchs bei der Erstnutzung viele Promotionscodes findet und bei Empfehlung an Freunde ebenfalls Guthaben oder Freifahrten bekommt.
  • Bei Buchung über eine US-amerikanische Seite oder Mietwagengesellschaft sollte darauf geachtet werden, dass neben der Vollkaskoversicherung auch eine Haftpflichtversicherung enthalten ist, da diese anscheinend nicht verpflichtend ist bei der Anmietung.
  • Wer viele Nationalparks besuchen möchte, sollte sich den „America the Beautiful“-Pass zulegen. Dieser kostete 80 USD und gilt für alle Nationalparks der USA. Er lohnt sich bereits ab 3 Besuchen.