18 Jan
Erfahrungsbericht von Katharina S.

Seattle Central College


Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Psychologie, Internationale Beziehungen, Musik, Jazz
Studientyp: Academic Gap Year
Zeitraum: 09/2015 bis 12/2015

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Vorbereitung

Ich habe mich sehr spät dafür entschieden, ein Quarter nach der Schule im Ausland zu studieren und war besorgt, dass dies bereits nicht mehr möglich ist. Durch die Unterstützung von College Contact gestaltete sich der Prozess jedoch einfacher und schneller als gedacht und meine Ansprechpartner standen mit sofortiger und hilfreicher Antwort stets zur Verfügung. Auch bei der Auswahl der Hochschule wurde mir schnell geholfen und ich bekam eine übersichtliche Zusammenstellung an Hochschulen, die in Angesicht meiner vorausgesetzten Wünsche (Anfangsdatum, Fächer) noch in Frage kamen. Am Ende habe ich mich dann bei meinen Top 2 Hochschulen beworben und absolvierte dafür noch einen Sprachtest (IELTS). Dies stellte für mich kein großes Problem dar, da die Mindestpunktzahlen zur Annahme eher gering sind. Auch ein Visum für das Studium in den USA muss mit gewissem zeitlichem Vorlauf in der nächstgelegenen amerikanischen Botschaft beantragt werden. College Contact hat für den ganzen Prozess ein sehr hilfreiches Dokument zur Verfügung gestellt, das alle wichtigen und nötigen Schritte erläutert, so dass man seinen Auslandsaufenthalt beruhigt starten kann.

Nachdem ich mich nach positiver Rückmeldung beider Hochschulen letztendlich für das Seattle Central College entschied, konnte ich auch eine Liste mit Kursen, zu denen man sich bereits vor Anreise in Seattle und Beginn des Quarters anmelden konnte, ausfüllen. Zudem meldete ich mich zu einem Orientierungstag für internationale Studenten an, der eine Woche vor Beginn des Quarters stattfand und einem das Kennenlernen von anderen Studenten bereits ermöglichte (Es ist also durchaus sinnvoll, mindestens eine Woche vor Beginn des Studiums anzureisen!). Eine Bestätigung für meine vorausgewählten Kurse erhielt ich noch vor Beginn der Reise und so hatte ich bereits meinen Stundenplan vorliegen.

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College

Ich selbst habe schon im Vorhinein die Kurse Psychology, International Relations und World Music belegt. Zwei dieser drei Kurse waren meine angegebenen Favoriten, mein Drittwunsch konnte nicht erfüllt werden, dafür jedoch mein Viertwunsch. Dennoch bestand die Möglichkeit, Kurse innerhalb der ersten 2 Wochen des Quarters noch zu wechseln, falls man nicht zufrieden ist. Durch Werbung in meiner Musikklasse wurden wir noch auf einen weiteren Kurs, das Jazz Music Ensemble des Colleges, aufmerksam gemacht, für den ich mich anschließend zu Beginn der ersten College-Woche noch angemeldet habe.

Insgesamt war ich sehr zufrieden mit der Auswahl meiner Kurse. Da ich mich für ein Short-Term-Certificate in General Studies (und nicht etwa mit dem Schwerpunkt Business) entschieden hatte, stand mir ein breites Spektrum von Kursen zur Verfügung und genau das hat mir einen wirklich abwechslungsreichen Alltag beschert. Die Lehrer waren alle sehr nett und hilfreich und besonders in Psychologie und meinen beiden Musikkursen war der Enthusiasmus und die Leidenschaft des Fachs bei meinen Lehrern deutlich erkennbar, was den Unterricht auch qualitativ um einiges schmackhafter gemacht hat. Meine anfänglichen Zweifel und Ängste, nicht alles zu verstehen und nicht mit den amerikanischen Studenten mithalten zu können, vergaß ich schnell, da man sich gut eingefunden hat und die Lehrer immer für Verständnisfragen oder Hilfe anderer Art zur Verfügung standen. Voraussetzung für gute Noten ist jedoch die stetige Anwesenheit im Kurs und die Bearbeitung aller Aufgaben. Mit ein bisschen Anstrengung und Zeitaufwendung schaffte man es aber dann ohne große Probleme, in jedem Fach ein A oder B zu bekommen.

Auch die weiteren Angebote des Colleges waren wirklich sehr ansprechend. Im Office für internationale Studenten konnten alle weiteren Fragen beantwortet werden. Außerdem konnte ich hier zu jeder Zeit einen Termin mit einem persönlichen Berater ausmachen, um bei Fragen bezüglich der Wohnsituation, des Wechseln eines Kurses oder der Ausreise nach Kanada für einen Wochenendtrip und weiterem, schnelle Antworten zu bekommen. Zusätzlich gab es immer wieder Aktionen an besonderen Tagen, wie zum Beispiel Halloween, für Veranstaltungen in der Schule oder ein Treffen mit der Organisatorin der International Education Programs, um mögliche Verbesserungen der Programme vorzuschlagen und Probleme zu besprechen. Das College ist also wirklich interessiert an den Bedürfnissen und Meinungen der Studenten und versucht, die Programme Jahr für Jahr durch Erfahrungsberichte zu verbessern.

Organisatorisch läuft es an diesem College also wirklich super! Unter anderem wird jede Woche eine Newsletter-Zeitschrift per Mail verschickt, aus der man alle wichtigen Termine oder besondere Veranstaltungen entnehmen kann und wo auf Dinge außerhalb des Unterrichts aufmerksam gemacht wird, die man so vielleicht nicht mitbekommt.

Ein wirklich tolles Angebot war außerdem die kostenlose Nutzung des College-eigenen Sportcenters sowie die kostenlose Teilnahme an verschiedenen Sportkursangeboten (Boxing for Fitness, Zumba, Yoga,…). Ich habe noch nie so viel Sport gemacht wie in diesen 3 Monaten, da die Kursangebote wirklich ansprechend waren und man hier auch nochmal viele neue Leute treffen konnte. Durch die Kombination von College und Sport entwickelte sich für mich ein perfekter Ausgleich im Alltag. Schade fand ich jedoch, dass das College keine Sportteams hat und der Sport in der Öffentlichkeit und auch als Antrieb der Hochschulgemeinschaft hier nicht von Bedeutung ist. In dieser Hinsicht hat man also schon gemerkt, dass es sich beim Seattle Central College um ein Community College und nicht eine Universität handelt.

Was mir besonders gut gefallen hat, war die Lage des Colleges. Das Gelände ist wirklich sehr überschaubar, das College ist nur 10 Minuten zu Fuß von Downtown Seattle entfernt und liegt in einem sehr lebhaften, jedoch manchmal auch etwas gefährlichem Viertel von Seattle (Capitol Hill). Im Umfeld des Colleges gibt es viele Restaurants und Supermärkte und direkt gegenüber ist das Studentenwohnheim des Colleges. Dadurch, dass Seattle sehr hügelig ist und das College oberhalb von Downtown liegt, hatte man sogar aus dem höchsten Stock des College-Gebäudes einen super Blick auf die Hochhäuser der Stadt.


Über die Stadt

Die Stadt an sich hat mir super gut gefallen. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, innerhalb der Stadt Ausflüge zu machen, da Seattle viele schöne unterschiedliche Teile hat, die immer wieder faszinierende Blicke auf Wasser und Berge bieten. Außerdem hat Seattle viele Parks und Grünflächen, kleine oder auch größere Seen und einen Strand im Westen der Stadt. Auch die Lage der Stadt ist für viele tolle Tages- und Wochenendausflüge geeignet. In Kanada ist man sehr schnell - ca. 3-4 Stunden nach Vancouver; 2 Stunden mit der Fähre nach Victoria. Empfehlenswert sind zudem Ausflüge mit der Fähre auf die umliegenden Inseln (beispielsweise Bainbridge Island), oder nach Portland und Leavenworth. Insgesamt ist sowohl die Stadt, als auch das College insbesondere sehr belebt von Asiaten. Doch trotzdem trifft man am College Menschen aus aller Welt und hört auch in der Stadt die verschiedensten Sprachen um sich herum. Die zunehmende Internationalität und den ständigen Wachstum der Stadt kann man daher sehr gut wahrnehmen. Die Atmosphäre in der Stadt ist wirklich toll und besonders an Spieltagen des amerikanischen Football-Teams Seattle Seahawks kommt sichtlich Stimmung auf und jeder Zweite läuft auf den Straßen mit Trikot rum. Das Wetter in Seattle ist jedoch leider sehr regnerisch, insbesondere in den Monaten zwischen Oktober und März.


Wohnen

Was das Thema Wohnen angeht, so habt ihr verschiedene Optionen. Da ich zur Zeit meines Aufenthalts noch 17 war, habe ich in einer Gastfamilie gewohnt, die ich jedoch nach 3 Wochen gewechselt habe. Leider kann es immer wieder vorkommen, dass eine Gastfamilie nicht wirklich nett ist und man sich nicht wohl fühlt. Umso wichtiger ist es aber, dass man dann mutig genug ist, um einen Wechsel voranzutreiben (Das College unterstützt hierbei auch gerne!). Mit meiner zweiten Gastfamilie war ich wirklich sehr zufriedenen und am Ende hat es mir nach den anfänglichen Schwierigkeiten in der ersten Gastfamilie hier dann sehr gut gefallen.

Empfehlenswert ist jedoch auch das College-Wohnheim. Die Zimmer hier sind in gutem Zustand und alle meiner Freunde, die dort gewohnt haben, konnten einfach sehr schnell neue Kontakte knüpfen und diese dann auch durch das Zusammenwohnen ausbauen. Dadurch, dass ich schnell Kontakt zu Leuten gefunden habe, die dort wohnen, haben wir dann auch öfters an Wochenenden etwas mit mehreren zusammen in einem der Apartments gemacht. Insgesamt muss man jedoch leider sagen, dass das Wohnen und auch generell die Lebenshaltungskosten nicht gerade gering sind. Für einen Monat in der Gastfamilie habe ich um die 700 Dollar gezahlt (Habe dafür allerdings auch Frühstück und Abendessen bekommen); die College-Zimmer kosten ca. 900 Dollar pro Monat. Auch die College-Kosten sind in den USA bekannter weise nicht gerade wenig - für ein Quarter mit 4 Kursen habe ich 4.300 Dollar gezahlt (Auch die Bücher, die man sich anschaffen muss, sind oft nicht gerade billig!).


Fazit

In Seattle zu wohnen und für 3 Monate am College zu studieren hat mir wirklich sehr Spaß gemacht und meinen Horizont erweitert. Da die Stadt sehr abwechslungsreich ist und vieles zu bieten hat, wird einem dort wirklich nie langweilig. Und auch das College bietet tolle Kurse und ein eigenes Sportcenter an. Ich bereue meine Entscheidung keineswegs, da ich viele tolle Leute kennengelernt habe und Freundschaften mit Leuten aus aller Welt geschlossen habe. Dennoch sollte man sich bewusst sein, das am Seattle Central College alles etwas kleiner gehalten ist als an den großen Universitäten und man daher bestimmte Möglichkeiten nicht gleichermaßen zur Verfügung stehen hat. Von Vorteil ist jedoch wirklich die tolle Lage des Colleges und andererseits hat der vergleichbar kleine Umfang des Colleges natürlich auch zum Vorteil, dass man sich schnell zurechtfindet und Leute kennenlernt. Wichtig bei allem ist, dass man sich von anfänglichen Schwierigkeiten nicht zu sehr beirren lässt, da es natürlich immer eine gewisse Zeit der Eingewöhnung braucht. Wenn man über diese Zeit hinaus ist, ist ein toller Aufenthalt mit vielen neuen Erfahrungen und Bekanntschaften gesichert!