4 Nov
Erfahrungsbericht von Johannes K.

Flinders University


Hochschule: Flinders University
Stadt: Adelaide
Land: Australien
Kontinent: Ozeanien
Studienrichtung: Geographie
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 02/2015 bis 07/2015
Heimathochschule: Berlin FU

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Wenn man an Australien denkt, fällt einem vielleicht als erstes Sydney, das Outback, Kängurus oder die ganzen Strände ein, aber nicht Adelaide. Wenn ich jetzt an Australien denke, muss ich dabei zuerst an Adelaide und die Flinders University denken, da wo ich mein Auslandssemester für ein Semester verbracht habe. Und wenn ich ganz ehrlich bin, war die Flinders University auch nicht meine erste Wahl, alleine schon, weil ich nicht wirklich viel über Adelaide wusste. Im Großen und Ganzen bereue ich diese Entscheidung jedoch nicht und bin froh an der Flinders University gewesen zu sein.

Im Allgemeinen ist es entspannter sich über Flüge, Unterkunft und das Visum so früh wie möglich zu kümmern. Bei dem Flug aufpassen, was man mitnimmt (kein Fleisch usw.), da die Australier dabei keinen Spaß verstehen. Wichtig für Adelaide, was im Bundesstaat South Australia liegt, ist auch zu wissen, dass kein Obst mitgenommen werden darf! Auch bei Reisen innerhalb Australiens bitte kein Obst mit nach South Australia einführen, da sonst hohe Geldstrafen fällig sind. Grund dafür ist eine seltene Obstfliege, die zu Ernteausfällen führt und bis jetzt überall in Australien ihr Unwesen treibt – außer eben in South Australia bis jetzt nicht. Im Zweifel lieber die Banane oder den Apfel in die vorhandenen Container entsorgen, statt eine Geldstrafe im vierstelligen Bereich zu riskieren. Das Visum wird nicht wie in anderen Ländern in den Reisepass eingeklebt oder so etwas in der Art, sondern ist online erfasst und kann von den Behörden mit dem Scan eures Reisepasses gecheckt werden. Sobald ihr das Visum online beantragt und keine Rückmeldung erhaltet, habt ihr ein Visum. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ihr euch keine Sorgen machen und panisch sämtliche Servicenummern anrufen müsst, da der Visumsablauf für Bürger aus EU-Mitgliedsstaaten relativ simpel und erfolgsversprechend ist. Das Visum ist dann bis zu dem angegebenen letzten Tag des Studiums gültig, plus einen weiteren Monat, nützlich für Reisen danach. Ich habe auch schon von möglichen Verlängerungen gehört, darum müsste man sich aber selbst kümmern. Gut zu wissen ist auch, dass Australien relativ teuer ist. Zwar sind Lebensmittel, Mieten usw. nicht so teuer wie beispielsweise in Norwegen oder der Schweiz, im Gegensatz zu Deutschland ist Australien auf jeden Fall teurer. Falls ihr also einen günstigen Auslandsaufenthalt plant, würde ich euch Australien nicht empfehlen.

Ich habe die Kurse HIST 1203 Creating a Nation: A Brief History of Australia to 1939; HIST 1703 Turning Points in World History; HIST 2014 War and Society in the Modern World und POLI 1003 An Introduction to Democracy and Government belegt. Alle Kurse sind leicht zu bestehen, jedoch ist es schwer, die beste Wertung High Distinction (HD) zu bekommen. Die Gesamtnote setzte sich aus mehreren Teilen zusammen. Hauptsächlich jedoch aus der Anwesenheit an den Seminaren, vielen kleineren Essays und Assignments und in einigen Fällen auch einem Final Exam, welches dann aber nur noch 20-25% der Gesamtnote ausmacht. Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Dozenten nett, viel besser erreichbar als in Deutschland sind und man fast die ganze Woche einen Ansprechpartner hat, der auch auf E-Mails reagiert.

Ich habe auf dem Campus gewohnt und würde auch jedem empfehlen auf dem Campus oder zu mindestens in Campusnähe zu wohnen. Das Flinders Housing ist ziemlich praktisch und liegt direkt neben den Gebäuden der Universität. Einziges Manko ist die aufwändige Bewerbung, die aber glaube ich nur noch mehr Bewerber abschrecken soll, weil die Studentenwohnheime immer voll sind. Der Aufwand für die Bewerbung war meiner Meinung nach höher als für das Visum, jedoch hat sich das absolut gelohnt. Als einzigen Tipp würde ich geben, dass man sich für das Village und nicht für die Hall entscheidet, da dort ein Zimmer geteilt werden muss und fast ausschließlich ca. 18-jährige Studienanfänger wohnen, die das erste Mal ganz alleine klar kommen müssen. Weiterhin sind die Units viel besser und neuer als die Townhouses, in welchem ich gewohnt habe. Sowohl im Sommer als auch im Winter sind eine Klimaanlage und eine bessere Einrichtung viel besser als das, was man in den Townhouses bekommt. Das allerbeste sind jedoch die vielen Leute, die man innerhalb der ersten Woche durch die Orientation Week kennenlernt. Durch area events, die Nähe der Häuser, zahlreiche Parties und das community center hat man immer wieder die Chance, mit seinen neuen Freunden lustige Sachen auf dem Campus zu erleben. Sogar der Putzplan, den jeder Bewohner des Studentenwohnheims einzuhalten hat, schreckt nicht vor dem Leben auf dem Campus ab, was wohl daran liegt, dass bei der Kontrolle das ein oder andere Auge zugedrückt wird.

Zu Adelaide an sich kann gesagt werden, dass es nicht ganz so teuer wie der Rest in Australien ist. Die Uni liegt nicht gerade in Innenstadtnähe, jedoch sind genug Einkaufmöglichkeiten in der Nähe. Bevor ich nach Adelaide kam, habe ich auch fast nur das Wort „langweilig“ im Zusammenhang mit Adelaide gehört, bis ich in Sydney einen Australier kam, der es cool fand, dass ich in „Radelaide“ studierte. Zudem hat Adelaide mit Glenelg oder Brighton gute Strände, die mit dem Bus von der Uni in ca. 20 Minuten erreichbar sind. Außerdem sind das Weinanbaugebiet Barossa Valley und die Insel Kangaroo Island in der Nähe. Dort muss man entweder alleine oder von der ISSU (International student services) organisiert einmal hin.

Im Endeffekt ist Australien ein echt schönes Land, um ein Auslandssemester zu machen, wobei Adelaide, auch ohne Highlights wie die Oper oder einer super Skyline, einen guten Standort für das Studium bietet.