20 Jan
Erfahrungsbericht von Aline N.

London College of Fashion

Stadt: London
Land: Großbritannien
Kontinent: Europa
Studienrichtung: BWL, Modedesign
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 08/2013 bis 11/2013

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Mein Auslandssemester in London war eine super Erfahrung und ich würde es ohne zu zögern wiederholen.

Ich fange erstmal mit der Uni an. Ich habe an einem Study Abroad Programm des London College of Fashion, das ein Teil der weltweit bekannten University of the Arts London ist, teilgenommen. Dieses Programm kann man ein oder zwei Semester machen und dient dazu, einen Einblick und Grundkenntnisse von Design, Photographie, Kunst und Mode zu bekommen. Ich habe das Fashion Merchandising and Communication Programm belegt und dabei meinen Fokus auf eine Mischung aus BWL und Modefächer gelegt.

Die Uni ist sehr verschult und wenn man von einer großen Universität in Deutschland kommt, muss man sich am Anfang erstmal daran gewöhnen, dass einen jeder Professor nach einem Tag kennt und man meistens in Kursen mit ca. 15 Leuten sitzt. Vorteile sind daher natürlich, dass man während der drei Monate eine intensive Betreuung genießen kann. Inhaltlich wird in den Kursen viel Stoff in einer kurzen Zeit durchgenommen und es sind während des Semesters in jedem Fach mindestens zwei Arbeiten/Projekte/Referate anzufertigen. Ich hatte schon einiges zu tun, besonders da ich davor keine Kenntnisse in der Modebranche hatte, sondern in Deutschland BWL studiere und zum Beispiel noch nie mit Photoshop gearbeitet hatte, doch nach kurzer Zeit hatte ich mich an die für mich neuen Arbeitsmethoden gewöhnt. Ich habe viel dazu gelernt und mir hat das Semester sehr viel Spaß gemacht. Die Benotung ist meiner Meinung nach fair und auch die Professoren sind immer hilfsbereit und erkundigen sich nach dem Fortschritt der Projekte. Die Organisation der Universität ist teilweise etwas chaotisch und man muss manchmal mehrmals nachfragen, um Informationen zu bekommen bzw. alles dauert oft etwas länger. Außerdem sind die Studiengebühren sehr teuer. Nicht speziell am LCF oder an der UAL, in Großbritannien sind die Studiengebühren allgemein so hoch.

Da die Kurse nicht so groß sind und es am Anfang auch eine Einführungswoche gibt, lernt man schnell Leute kennen. In meinem Semester waren Leute aus der ganzen Welt und ich habe so viele unterschiedliche und tolle Leute kenne gelernt und sehr viel über unterschiedliche Kulturen und Länder gelernt. Ich habe einige neue und inzwischen sehr gute Freunde dazu gewonnen und ich glaube das war fast eine der tollsten Erfahrungen, die ich aus London mitgenommen habe.

Neben der Uni bleibt genug Zeit London zu genießen und die Stadt zu erkunden. Es gibt so viele Sachen zu sehen und zu unternehmen, dass die 4 Monate, die ich dort war, gar nicht ausgereicht haben. London ist eine unglaubliche Stadt, sehr vielfältig, unterschiedlich und multikulturell. Ich habe so viele tolle Sachen erlebt. Es ist immer was los, besonders am Wochenende gibt es viele Märkte mit Essenständen, Vintage-Kleidung, Blumen, Lebensmitteln oder Antiquitäten auf denen man den ganzen Tag verbringen kann. In Pubs und Clubs ist eigentlich jeden Tag etwas los und die Leute sind viel draußen in Cafes oder Restaurants. Da jede Ecke in London sehr unterschiedlich ist, findet eigentlich jeder einen Ort oder etwas, dass ihm gefällt.

Ich habe in East London gewohnt, in Shoreditch, einem Künstlerviertel, in dem fast an jeder Wand Graffitis sind. Im Westen hingegen sind wunderschöne typische englische Häuser und große Parks. Wenn man am Anfang viel in der Stadt rum läuft, lernt man schnell die verschiedenen Ecken kennen.

Das einzige Problem in London ist, dass es einfach extrem teuer ist, alles ist teurer. Besonders Restaurants und abends etwas trinken in Pubs oder Clubs geht ziemlich ins Geld. Und auch Lebensmittel, die öffentlichen Verkehrsmittel oder Wohnungen sind unglaublich teuer. Ich habe das am Anfang alles ziemlich unterschätzt und viel mehr Geld benötigt, als ich geplant hatte.

Die Wohnungssuche ist nicht so leicht und es ist zu empfehlen, das vor Ort zu machen. Man sollte sich jede Wohnung erstmal anschauen, da der Standard viel niedriger ist als in Deutschland. Preislich ist alles natürlich viel teurer. Ich war 2 Wochen in einem Hostel in London und habe von dort aus über Internetseiten wie Gumtree oder Spareroom ein WG-Zimmer gefunden. Ich habe viele Zimmer angeschaut und habe dann echt super Glück mit dem Zimmer gehabt. Es war sehr klein, jedoch habe ich mich mit meinen Mitbewohnerinnen sehr gut verstanden und auch viel mit ihnen unternommen. Es wurde auch eine Wohnung von der Uni angeboten, jedoch zu einem extrem übertriebenen Preis. Ich habe viel weniger gezahlt und würde auch noch mal lieber eigenständig eine Wohnung suchen.

Ich habe meine Zeit in London sehr genossen und werde auf jeden Fall wieder nach London gehen. Ich habe tolle Leute kennen gelernt, durch die Uni einen Einblick in die kreative Industrie von Kunst, Design und Fashion bekommen, mein Englisch verbessert und London als eine unglaubliche Stadt kennengelernt. Genug Geld muss leider bei einem Auslandssemester in London mit eingeplant werden ;)