16 Jan
Erfahrungsbericht von Alexander B.

Comenius University - Jessenius Faculty of Medicine

Land: Slowakei
Kontinent: Europa
Studienrichtung: Humanmedizin
Studientyp: Sonstige Studiengänge
Zeitraum: 09/2016 bis 11/-1

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Liebe/r Leser/in,

folgenden Eintrag verfasse ich basierend auf meinen eigenen Einschätzungen über das erste Semester an der Jessenius Faculty of Medicine in Martin.

Martin

Martin ist eine sympathische Kleinstadt irgendwo in Osteuropa und außerdem ein Skigebiet. Während ich Letzteres nicht austesten konnte, kann ich sagen, dass Martin eine ideale Lernatmosphäre bietet:

  • der Weg zur Uni ist kurz
  • die Bibliothek ist neu und ständig verfügbar
  • das kulturelle Angebot ist so gering, dass man wenig Ablenkung erfährt

Außerdem (oder gerade weil Martin so langweilig ist) ist das Wohnungsangebot groß und günstig. Es dauerte einen Vormittag bis ich eine geeignete Wohnung für eine WG (auch ohne ernsthafte vorhergehende Recherche) finden konnte und den Vertrag unterschrieb.

Meine Nachbarn sind ausschließlich Slowaken und unglaublich gastfreundlich. Ich habe selten dermaßen liebenswerte wie auch nationalistische Menschen getroffen. Wie die meisten Slowaken sprechen sie eher schlechtes Englisch, trotzdem gab es nie größere Schwierigkeiten mit ihnen zu kommunizieren. Das Wetter ist kontinental-gemäßigt. Berggipfel ziehen sich um Martin und geben eine tolle landschaftliche Atmosphäre.

Da mein Mitbewohner einen rüstigen Land Rover Defender besitzt, haben wir das Glück (z.B zum Einkaufen) nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein. Tatsächlich sind Taxis im Vergleich zu Deutschland sehr günstig.

Während die Preise in Supermärkten auf Deutschem Niveau liegen, kann man bei Dienstleistungen, Restaurants und Clubs deutlich sparen.

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Mitstudenten

Ingesamt fasst mein Jahrgang ca. 130 Studenten.

Die Zahl deutscher Studenten in Martin ist relativ gering. So befinden sich in meinem Jahrgang fünf Deutsche. Ich habe das nie als Nachteil empfunden, man sollte jedoch versuchen, Kontakte aufzubauen und nach Möglichkeit eine/n Deutsche/n mit in seine study group zu integrieren.

Der Großteil eurer Mitstudenten werden Norweger sein (geschätzte 70%). Sie kleiden sich gut und sehen auch besser aus als deutsche Studenten. Da sie in deutlicher Überzahl sind, kann man sie nicht übersehen und sie sind organisiert. Norwegische Studentennetzwerke (z.B ANSA) unterstützen Norweger, aber nicht anderen Nationalitäten. Es wird sehr viel norwegisch gesprochen, weshalb man klar stellen sollte, dass man Deutscher ist, damit einem Informationen nicht entgehen (besonders in den study groups ist dies besonders wichtig). Den gefühlten Restanteil an Nationalitäten bilden Isländer (ja, Isländer). Isländer sind toll. Sie sind ruhig, mögen die Natur und sind Gemütlichkeit, außerdem ungewöhnlich attraktiv und klein. Leider suchen sie eher die Nähe zu anderen Isländern und organisieren geschlossene Partys.

Das Verhältnis von Studenten zu Studentinnen ist 1:2.


Study Groups

Eine study group sind die Leute, mit denen du deinen praktischen Unterricht und Seminare haben wirst. Jede study group umfasst acht Studenten. Da man viel zeit mit der study group verbringen wird, sollte man sich möglichst Leuten anschließen, die man vorher schon etwas kennengelernt hat. Außerdem sollte das Verhältnis der Geschlechter so wie das der Nationen möglichst ausgeglichen sein. Leute für die Gruppe lernt man am besten während der Buddy week kennen. (Infos dazu werden euch rechtzeitig via E-Mail mitgeteilt)


An/ Abreise

Martin ist ziemlich schlecht angebunden. Wer nicht aus Deutschland mit dem Auto anreist (was über polnische Schnellstraßen sehr angenehm ist) ist auf eine Tortur aus Zug und Flug angewiesen: Schnell kommt man jedenfalls nicht nach Hause. Ich empfehle die ANSA Slovakia Travel Group auf Facebook, über die sich leicht Mitglieder für ein Sammeltaxi zu den nächsten Flughäfen wie Krakau oder Bratislava finden lassen.


Uni

Die Jessenius Faculty erwähnt gerne, die beste von zwei anderen medizinischen Universitäten der Slowakei zu sein. Der Unterricht findet in verständlichem Englisch statt  (euer Schulenglisch ist vollkommen ausreichend). Die Professoren sind zugänglich und ich hatte größtenteils keine Schwierigkeiten mit ihnen. Abgesehen von den Laborpraktika gibt es im Unialltag keinen Dress Code oder ähnliches.

An die Studenten werden sehr hohe Erwartungen gestellt. Ich war es zuvor nicht gewohnt, einen ähnlich riesigen Lernaufwand zu meistern. Da das Studium den meisten eher schwer fällt, findet man aber schnell Leidensgenossen.

Der inhaltliche Anspruch fiel mir nie schwer, allerdings ist die reine Menge an Stoff und die kurze Zeit teilweise wirklich überfordernd. In den letzten Credit-Tests vor Weihnachten war es mir nicht möglich, mich zu meiner Zufriedenheit vorzubereiten. Man sollte sich vor dem Studium Gedanken über die eigenen Stressresistenz machen.

Zusammenfassend bin ich froh, die Chance zu bekommen, hier in Martin studieren zu können und habe meine Entscheidung niemals bereut.

Ich wünsche euch auf eurem Weg viel Erfolg.