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Studienführer Spanien
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Spanisch ist mit 500 Millionen spanischsprachigen Menschen auf der Welt eine der meistgesprochenen Sprachen. Daher ist es sinnvoll, ein Studium in dieser Sprache zu absolvieren. Allein im Jahr 2000 waren 1,8 Millionen Studenten an den spanischen Hochschulen immatrikuliert.
2002 gab es etwa 25.000 internationale Studenten in Spanien, von denen fast 20 % aus Deutschland stammten und somit den größten Teil ausmachten. Diese Anzahl wird sich in den darauf folgenden Jahren sicherlich noch erhöht haben.
Gründe für ein Studium in Spanien
Neben dem warmen Klima, schönen Stränden und netten Menschen ist auch das Studium ein anziehender Aspekt Spaniens. Auch kulturell hat das Land vieles zu bieten, denn Modernes mischt sich hier mit Traditionellem. Das Niveau an den spanischen Hochschulen ist durchaus mit dem deutschen vergleichbar, aber der Studienalltag findet in einer entspannteren Atmosphäre ohne jegliche Massenabfertigung statt. Außerdem gibt es viele typisch spanische Freizeitangebote wie beispielsweise Flamencokurse oder professionelle Weinproben.
Studiensystem in Spanien
In Spanien hibt es 49 staatliche Universitäten, 14 private und vier konfessionelle Bildungseinrichtungen sowie Kunst- und Musikhochschulen. Für die staatlichen Universitäten ist das Erziehungsministerium Spaniens zuständig, aber teilweise auch die Regierungen der autonomen Regionen.
Universitäten sind in Fakultäten, die Escuelas Técnicas Superiores, die Escuelas Politécnicas Superiores, Universitätsschulen und Universitätskollegs und künstlerisch-musische Hochschulen unterteilt. Der Unterschied zwischen diesen Institutionen liegt vor allem im Bildungsangebot hinsichtlich der Studiengänge und Abschlüsse. Generell besteht das Studiensystem in Spanien aus zwei Phasen bzw. ciclos. An den Universitäten decken die Langzeitstudiengänge beide Phasen ab und dauern vier bis sechs Jahre, aber die Kurzstudiengänge an den Universitätsschulen und Universitätskollegs werden bereits nach der ersten Phase mit einem berufsqualifizierenden, akademischen Abschluss beendet.
Vergleichbar mit den deutschen Universitäten sind am ehesten die Facultades der Universitäten, an denen der Ablauf des Studiums und das Angebot ähnlich sind. Die Escuelas Técnicas Superiores und Escuelas Politécnicas Superiores haben vor allem ingenieurwissenschaftliche Programme und Architektur im Angebot und entsprechen daher den Technischen Hochschulen in Deutschland. An den Facultades, Escuelas Técnicas Superiores und Escuelas Politécnicas sind die Studiengänge als Langzeitstudiengänge angelegt, und die Studenten erwerben den Grad Licenciado bzw. Ingeniero oder Arquitecto. Diese Studiengänge sind dem deutschen Vollstudium bis auf die fehlende Abschlussarbeit sehr ähnlich. Nur wenn man als Wissenschaftler oder Hochschullehrkraft arbeiten möchte, muss man eine Abschlussarbeit verfassen. Sie ist der Vorläufer zur Doktorarbeit im Promotionsstudiengang und verschafft dem Studenten den Titel Licenciado con Grado, Arquitecto Superior oder Ingeniero Superior.
Die mit den deutschen Fachhochschulen vergleichbaren Universitätsschulen, die Escuelas Universitarias, Escuelas Universitarias Técnicas und Escuelas Universitarias Politécnicas, bieten Kurzstudiengänge an, die zwei bis drei Jahre dauern. Vor allem außerhalb der städtischen Großräume befinden sich die Universitätskollegs, die Colegios oder Institutos Universitarios. Dort kann man ebenfalls Kurzstudiengänge absolvieren. Abhängig von Fach und Hochschule bekommt man anschließend entweder den Titel Diplomado, Arquitecto Técnico, Ingeniero Técnico oder Maestro. Mit einem dieser Abschlüsse kann man direkt ins Berufsleben einsteigen oder in manchen Fällen auch an eine Universitätsfakultät wechseln.
Für die Bereiche Musik und Kunst, die man an den klassischen Universitäten nicht findet, gibt es die Kunstakademien, Kunsthochschulen und Konservatorien. Hier kann man den Abschluss als Licenciado oder Diplomado erlangen.
Da es in Spanien ganze 131 offizielle akademische Abschlüsse gibt, sind mit den oben genannten lediglich die wichtigsten beschrieben. Außerdem nimmt das Angebot an Masterstudiengängen, die man nach dem Langzeitstudium beginnen kann, stetig zu; beispielswiese wählen jedes Jahr etwa 11.000 Studenten ein MBA-Programm. Auch wenn der Master sich noch nicht völlig als staatlich anerkannter Abschluss durchsetzen konnte, gewinnt er dennoch immer mehr an Bedeutung.
Bewerbung an Universitäten in Spanien
Am einfachsten verläuft eine Bewerbung, wenn man Teilnehmer eines internationalen Austauschprogrammes ist. Soweit ausreichend Plätze vorhanden sind, kann jedem Bewerber, der die Zulassungskriterien erfüllt, ein Platz an seiner spanischen Wunschuniversität zugewiesen werden. Zur Bewerbung gehören normalerweise ein Lebenslauf in spanischer Sprache, ein Anschreiben sowie in manchen Fällen ein Gespräch mit einem eigens beauftragten Professor von der Heimathochschule.
Eine weitere Chance ist die selbständige Bewerbung an einer Hochschule in Spanien. Wegen fehlender allgemeingültigen Richtlinien oder Vergaberegeln entscheidet die Hochschule dann individuell über eine eventuelle Zulassung.
Kosten und Finanzierungen eines Studiums in Spanien
Auch wenn ein Studium in Spanien mehr kostet als in Deutschland, ist es dennoch finanzierbar. Die Studiengebühren liegen meistens zwischen 390 und 720 Euro pro Jahr, je nach Anzahl der gewünschten Kurse. Dazu kommen noch die Lebenshaltungskosten, bei denen man wie auch in Deutschland mit etwa 550 Euro monatlich rechnen muss.
Außerdem hat man noch die Möglichkeit, sich für eine der zahlreichen Finanzierungshilfen zu bewerben wie beispielsweise Teilstipendien im Rahmen der internationalen Austauschprogramme, Auslandsbafög, Teilstipendien anderer Organisationen oder Bildungskredite. Auch von spanischer Seite kann man eventuell Stiftungsgelder oder Geld für eine Assistenzstelle bekommen.
Anerkennung von Studienleistungen
Wenn man an einem internationalen Austauschprogramm wie zum Beispiel ERASMUS teilnimmt, wird die Anrechnung der im Ausland erbrachten Studienleistungen meistens bereits im Vorfeld mit Hilfe des ECTS (European Credit Transfer System) geklärt. Allerdings sollte man sich in jedem Fall beim zuständigen Prüfungsamt über die genauen Details informieren.
Das gleiche gilt besonders für privat organisierte Auslandsaufenthalte, bei denen man sich ebenfalls vorher erkundigen sollte.
Wenn man in Spanien einen akademischen Grad erlangt hat, kann man ihn vom regionalen Wissenschaftsministerium oder Landesprüfungsamt anerkennen lassen und daraufhin im Oiginal nutzen.
Visum und Krankenversicherung für Spanien
EU-Bürger dürfen sich mit einem gültigen Personalausweis bis zu 90 Tage in Spanien aufhalten. Bei längeren Zeiträumen benötigen sie eine Aufenthaltsgenehmigung, die die bei der örtlichen Polizeibehörde für eine Zeitspanne bis zu fünf Jahren beantragen können.
Wenn man von seiner gesetzlichen Krankenkasse eine entsprechende Anspruchsbescheinigung bekommen hat, können die Kosten für einen Krankheitsfall in Spanien übernommen werden. Man muss die Bescheinigung dafür bei der örtlichen Provinzdirektion der spanischen Sozialversicherungskassen einreichen, die daraufhin einen Anspruchsnachweis ausstellt. Normalerweise ist der Abschluss einer zusätzlichen Auslandskrankenversicherung ncht nötig, aber dennoch sollte man sich bei seiner Krankenkasse diesbezüglich informieren. |
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