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Studienführer Singapur

Als wichtigste Universität im Stadtstaat Singapur gilt die Nationaluniversität Singapur, die 1980 durch die Zusammenlegung der chinesisch- und englischsprachigen Universität entstand. Im aus einer Hauptinsel und vorgelagerten 59 Inseln bestehenden Singapur gibt es fünf Universitäten für die 4,5 Millionen Einwohner sowie vier mit deutschen Fachhochschulen vergleichbare Polytechnics.
An der Südostspitze der Insel liegt die eigentliche Stadt Singapur, die als wichtige Hafenstadt zu einem der Wirtschaftszentren Südostasiens geworden ist. Weil die Bevölkerung zum größten Teil von Einwanderern abstammt, die nach der Stadtgründung ab dem frühen 19. Jahrhundert das Gebiet bevölkerten, bestehen die Einwohner heute zu etwa 78 % aus Chinesen, 14 % Malaien und sechs Prozent Indern.

Studiensystem und Studienabschüsse
Auch in Singapur ist das Bildungssystem an das angelsächsiche Modell angelehnt; Studenten gelangen in drei Stufen vom Bachelor über den Master zum Doktor. Das gesamte Studium ist sehr durchorganisiert und die Studenten werden intensiv betreut, um sich auf ihre Schwächen und Stärken einstellen zu können. Dafür sprechen sie sich beispielsweise vor der Kurswahl für das Semester zunächst mit ihrem Betreuer ab. Auch wenn das nach einer strengen Handhabung klingt, soll im Endeffekt lediglich getestet weren, ob ein Student wirklich das Richtige studiert oder sich lieber umorientieren sollte. Empfehlungen und Richtlinien der Betreuer sind zwar nicht verpflichtend, werden aber doch von den Studierenden gerne angenommen, was zu guten Studienleistungen führt.

Bachelor:
Das vier Jahre dauernde Undergraduate-Studium wird mit dem Bachelor abgeschlossen, der bereits als berufsqualifizierend gilt und somit bedeutender ist als die Qualifikation nach dem Grundstudium in Deutschland. Dafür hat es aber auch eine doppelt so lange Dauer. Normalerweise haben die Studenten im ersten Jahr noch fast keine Wahlmöglichkeiten; erst ab dem zweiten Studienjahr können sie sich spezialisieren.

Master:
Das Graduate-Studium in Singapur ist mit dem deutschen Hauptstudium vergleichbar. Die Studenten können sich jetzt in ihrem Fach spezialisieren und nach zwei Jahren den Master-Abschluss erlangen, den man in etwa mit dem deutschen Diplom gleichsetzen kann. Wenn man danach einen Doktortitel machen möchte, muss man mindestens zwei weitere Studienjahre einplanen.

Bewerbung
Das Studienjahr in Singapur ist in zwei Semester unterteilt, die von Juli bis November sowie Januar bis Mai dauern. Wer hier studieren möchte, muss das Abitur oder Fachabitur vorweisen können. Beides genügt in der Regel für die Zulassung an einer Universität, aber das letzte Wort hat die jeweilige Fakultät. Genaue Informationen zu den Zulassungsvoraussetzungen erfragt man am besten direkt bi der Universität.

Sprachkenntnisse
In der Republik Singapur ist die Nationalsprache Malaiisch, aber in Bereichen wie Verwaltung, Technik, Wissenschaft, Tourismus und Wirtschaft wird hauptsächlich Englisch gesprochen. Darüber hinaus gibt es noch zwei weitere Amtssprachen: Tamil und Chinesisch. Weil die Lehrveranstaltungen an den Polytechnics und Universitäten auf Englisch abgehalten werden, braucht man für ein Studium lediglich einen Nachweis über ausreichende Englischkenntnisse.

Lebenshaltungskosten
Die Studiengebühren in Singapur sind je nach Hochschule und Fakultät unterschiedlich; man sollte sich am besten direkt bei der zuständigen Stelle informieren. Für die Lebenhaltungskosten kann man von etwa 600 Euro im Monat ausgehen.

Wohnen
Meistens leben die Studenten, die aus Singapur stammen, bei ihren Familien; ansonsten sind Studentenwohnheime die kostengünstigste Variante: Die Miete für ein Zimmer beträgt monatlich zwischen 100 und 150 Euro. Man sollte sich aber sehr früh um einen Platz kümmern. Häufig ist die Handhabung seitens der Hochschule so, dass sich die Studenten jedes Jahr erneut für einen Wohnheimplatz bewerben müssen. Eine weitere Möglichkeit ist der private Wohnungsmarkt, wo die Mieten alledings nicht so niedrig sind wie in den Wohnheimen.

Visum
Studenten, die sich in Singapur aufhalten wollen, benötigen ein Multiple Journey Visa; wenn man dann dort ist, muss ein Students Pass beantragt werden, der aber die Immatrikulation an einer Hochschule voraussetzt.
Bleibt man länger als sechs Monate im Land, wird ein Gesundheitszeugnis verlangt, das man in den anerkannten Krankenhäusern in Singapur bekommen kann.
Wer als ausländischer Student in Singapur studiert, kann während der Semesterferien uneingeschränkt im Land arbeiten; im Semester darf man maximal 16 Wochenstunden arbeiten.
Auf der Seite der Botschaft Singapurs in Berlin gibt es weitere Informationen zum Thema Visagebühren und Gesundheitszeugnis:
http://www.mfa.gov.sg/berlin-german/




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