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Studienführer Schweiz


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Die Schweiz

Zürich

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Deutsche Studenten haben ein sehr gutes Bild von der Schweiz in Verbindung mit einer schönen Landschaft und einem hohen Bildungsniveau. In dem Land sind 162.000 Studenten an den Hochschulen eingeschrieben.
Von ihnen kamen im Jahr 2003 rund 22.000 aus dem Ausland, was einem Anstieg von 9 % zum Vorjahr entspricht. Von ihnen studieren 43 % in den Bereichen Doktor und Nachdiplom. Um zukünftig noch mehr internationale Studenten anzuziehen, ist die Schweiz verstärkt auf Bildungsmessen vertreten.

Gründe für ein Studium in der Schweiz
Denkt man über die Schweiz nach, fallen einem als erstes wahrscheinlich die Alpen, Schokolade, Käse und Uhren ein. Aber der hohe Anteil internationaler Studenten beweist, dass das Land auch im Bereich der Bildung eine Menge zu bieten hat. Schweizer Hochschulen sind relativ klein, dafür aber auf hohem Niveau ausgestattet, was mit ein Grund für die steigenden Zahlen sein dürfte. Auch die möglichen Studienabschlüsse sind vielfältig und reichen vom Bachelor und Lizenziat bis hin zum Diplom oder Master. Die Internationalität des kleinsten föderativen Staates der Welt zeigt sich bereits in den Landessprachen: Neben Französisch und Deutsch werden außerdem offiziell Rätoromanisch und Italienisch gesprochen.

Studiensystem Schweiz
Die Schweiz beherbergt zehn Universitäten mit einem vielfältigen Angebot an Studiengängen sowie zwei Eidgenössische Technische Hochschulen in Lausanne und Zürich. Diese bieten Studiengänge im Bereich der Ingenieur- und Naturwissenschaften an. Die Universitäten in Basel, St. Gallen, Luzern, Bern und Zürich befinden sich im deutschsprachigen Bereich der Schweiz, während die Universitäten von Lausanne, Neuenburg, Freiburg und Genf im französischsprachigen Teil liegen. Allerdings ist die Universität in Freiburg sowohl deutsch- als auch französischsprachig. Im italienischsprachigen Teil befindet sich nur eine Universität, die Università della Svizzera italiana. Neben den Universitäten existieren siebn Fachhochschulen sowie andere private Einrichtungen und Hochschulen, an denen man studieren kann.

Momentan wird das schweizerische Studiensystem neu organisiert und auf Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt. Manche Universitäten haben sich bereits völlig vom alten Studienmodell mit den Lizenziat- und Diplomabschlüssen verabschiedet; bis 2010 sollen auch alle anderen Universitäten nachziehen und das Bologna-Studienmodell einführen, das sich an den englischsprachigen Räumen orientiert und international anerkannte Bachelor- und Masterstudiengänge beinhaltet. Innerhalb von drei Jahren können die Studenten dann einen Bachelorabschluss erlangen und in den darauf folgenden zwei Jahren ihr Wissen bis hin zum Masterabschluss vertiefen.

Lizentiat, Diplom, Staatsexamen, Doktorat
Momentan machen die Studenten an den meisten Universitäten noch die traditionellen Abschlüsse Diplom, Lizenziat oder Staatsexamen, wobei das Lizenziat mit den deutschen Magisterstudiengängen vergleichbar ist.
Für einen Lizenziat- oder Diplomabschluss müssen die Studenten zunächst ein viersemestriges Grundstudium absolvieren, um allgemeines Basiswissen zu erlangen. Daraufhin folgt das Hauptstudium, das zur Vertiefung des vorhandenen Wissens und der Spezialisierung dient. Meistens sind die Studiengänge an den Universitäten auf acht bis zehn Semester ausgelegt, nehmen aber häufig mehr Zeit in Anspruch. Studiengänge an den Eidgenössischen Technischen Hochschulen oder einer Fachhochschule sind straffer organisiert und dauern somit nicht ganz so lange.
Nach zwei bis vier Semestern werden in den naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen in der Regel Prüfungen abgelegt, aber mittlerweise orientieren sich immer mehr Hochschulen am European Credit Transfer System (ECTS), mit dem die Anrechenbarkeit der erbrachten Studienleistungen international vereinfacht wird. In diesem Fall können die Studenten an Semesterprüfungen teilnehmen.
Hat man den ersten Studienabschluss in der Tasche, kann man einen Promotionstudiengang belegen. Dafür muss man eine wissenschaftliche Arbeit verfassen sowie eine mündliche Prüfung bestehen. Außerdem werden im Gegensatz zum deutschen Studiensystem an allen Universitäten und einigen Fachhochschulen Nachdiplomstudien (NDS) angeboten. Diese sind praxisbezogene Aufbaukurse, die die Studenten auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereiten und nicht mit einem akademischen Grad abgeschlossen werden.

Bewerbung an Universitäten in den Schweiz
Wer sich in der Schweiz für ein Studium bewerben möchte, wendet sich direkt an die jeweilige Hochschule. Man sollte sich bereits im Vorfeld genau über die Aufnahmekriterien informieren, denn schweizerische Hochschulen haben sehr hohe Ansprüche bezüglich der Vorleistungen und Sprachkenntnisse. Es kann passieren, dass die im Abitur erbrachten Leistungen für eine Hochschulzulassung nicht ausreichen und der Bewerber die schweizerische oder kantonische Maturitätsprüfung absolvieren muss. Übrigens nehmen die Hochschulen momentan keine ausländischen Medizinstudenten an, da ihre Kapazitäten ausgelastet sind.

Kosten und Finanzierungen eines Schweiz Studiums
In der Regel zahlen internationale Studenten die gleichen Studiengebühren wie einheimische. Sie setzen sich aus den Semestergebühren und der Kollegiengeldpauschale zusammen. Zwar sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Universitäten sehr groß, aber man sollte mit etwa 600 Schweizer Franken bzw. 400 Euro pro Semester rechnen. Das ist im Gegensatz zu einem Studium in englischsprachigen Ländern noch relativ kostengünstig. In manchen Fällen ist es sogar möglich, von den Studiengebühren befreit zu werden, wenn man eine schwierige finanzielle Lage nachweisen kann; allerdings liegen die Lebenshaltungskosten in der Schweiz über denen in Deutschland.
Weitere Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung bieten Teilstipendien von Organisationen wie dem DAAD, Auslandsbafög, Bildungskredite oder auch ein kantonales Stipendium.

Anerkennung von Studienleistungen in der Schweiz
Bevor man seine Kurse in der Schweiz belegt, sollte man auf jeden Fall mit dem zuständigen Prüfungsamt abklären, inwieweit eine Anrechnung der erbrachten Studienleistungen nach der Rückkehr in Deutschland möglich ist. Nimmt man an einem Austauschprogramm teil, ist die Anrechenbarkeit häufig bereits vorher geklärt.

Visum und Krankenversicherung für die Schweiz
Die Einreise in die Schweiz ist mit einem gültigen Reisepass problemlos möglich. Wenn man sich allerdings zu Studienzwecken dort aufhalten möchte, muss man eine Aufenthaltsgenehmigung bei der Fremdenpolizei beantragen. Dafür braucht man die Zusage der jeweiligen Hochschule und in manchen Fällen einen Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel.
Die deutschen Krankenkassen können eine Anspruchsbescheinigung ausstellen, mit der man als deutscher Studierender in der Schweiz ärztlich behandelt werden oder Medikamente bekommen kann. Im Sozialversicherungsabkommen zwischen beiden Ländern ist zwar festgelegt, dass anfallende Kosten für eine Behandlung von der deutschen Krankenkasse erstattet werden können, aber zunächst muss man diese aus eigener Tasche zahlen. Man sollte deshalb im Vorfeld mit seiner Krankenkasse besprechen, welche Leistungen sie in der Schweiz abdeckt.




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