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Studienführer Japan

Die Zahl ausländischer Studenten ist an den japanischen Hochschulen nach wie vor nicht hoch. Und das liegt nicht nur an der japanischen Sprache, die für die Aufnahme an den meisten Universitäten, egal ob private oder staatliche Hochschulen, eine Voraussetzung ist. Auch die Integration in den japanischen Alltag fällt vielen Ausländern schwer. Die meisten ausländischen Studenten an japanischen Hochschulen kommen mit rund 90 Prozent aus anderen asiatischen Ländern. Nur ca. fünf Prozent kommen aus den USA und Europa.

Hochschulen
Alle heutigen Hochschulen in Japan sind nach der Meiji-Restauration im Jahre 1868 gegründet worden. Dieses Jahr markiert den Anfang starker Veränderungen in der japanischen Gesellschaft, die vor allem eine starke Annäherung an den Westen mit sich brachte. Dies hatte z.B. auch zur Folge, dass zahlreiche ausländische Dozenten an den Hochschulen lehrten. Die Zahl der Universitäten in Japan ist beachtlich. Insgesamt gibt es über 1200 Universitäten. Unter den 98 staatlichen Hochschulen, zu denen im weiteren Sinne noch die 46 ebenfalls aus öffentlichen Mitteln getragenen städtischen und Präfektur-Hochschulen zu zählen sind, haben die ehemals kaiserlichen Hochschulen in Tokio, Kyoto, Sendai, Fukuoka, Sapporo, Osaka und Nagoya noch immer einen besonders guten Ruf. In dieser Spitzengruppe finden sich ebenfalls die fachorientierten Hochschulen für Kunst und Musik in Tokio, die auf Wirtschaft und Recht spezialisierte Hitotsubashi-Universität in Tokio und die 1974 gegründete Reformuniversität Tsukuba. Die staatlichen Hochschulen werden vom Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technik finanziert, das kurz Monbusho genannt wird.

Hinweis zu den Links japanischer Internetseiten: Um die Seiten richtig anzeigen zu können, müssen die entsprechenden Dateien zum Erkennen des Japanischen Schriftsatzes installiert sein.

Daneben gibt es rund 530 Privatuniversitäten. Die meisten der privaten Hochschulen sind staatlich anerkannt, der Staat finanziert allerdings nur rund zehn Prozent des benötigten Budgets. Die restlichen 90 Prozent setzten sich aus Studiengebühren und Spenden zusammen. Entsprechend sind die Studien-, Eintritts- und Prüfungsgebühren an privaten Hochschulen wesentlich höher. Obwohl einige private Universitäten durchaus mit den staatlichen Hochschulen auf Augenhöhe sind, ist der Andrang auf die staatlichen um einiges größer – gerade wegen der Unterschiede hinsichtlich der Studiengebühren. Viele Bewerber nehmen nur an den privaten Eingangsprüfungen teil, um im Falle der Ablehnung durch eine staatliche Universität überhaupt studieren zu können. Dafür haben aber auch viele der privaten Hochschulen eine internationalere Ausrichtung als viele staatliche Hochschulen, was sich z.B. beim Lehrpersonal bemerkbar macht. Viele von ihnen sind außerdem stark spezialisiert. Die besten Hochschulen unter den privaten sind die Waseda- und die Keio- Universität in Tokio.

Abschlüsse an japanischen Hochschulen
Jeder Student, der an einer japanischen Hochschule studieren möchte, muss sich einer Aufnahmeprüfung unterziehen. Im Anschluss daran müssen alle Studenten ein zweijähriges allgemeinbildendes Studium absolvieren. Im Rahmen dieses „Grundstudiums“ müssen bestimmte Pflichtveranstaltungen besucht werden, dazu gehören z.B. Fremdsprachenkurse und Sportkurse.
Volluniversitäten gibt es rund 350, die die Möglichkeit zu Gakushi bzw. Bachelor- und anschließenden Master-Abschlüssen und auch zur Promotion bieten, die sich eigentlich erst in den letzten Jahren als weiterführende Qualifikation und auch Voraussetzung für eine wissenschaftliche Laufbahn in Japan durchgesetzt haben. Nach insgesamt vier Jahren erwirbt man den Grad des Bachelor (darin sind die zwei Jahre allgemeinbildendes Studium enthalten). Viele Studenten verlassen danach die Universität. In einem weiteren Studienabschnitt, dem Graduate-Bereich, kann man den Grad des Shushi (Master) erwerben. Den Doktortitel erwirbt man nach drei weiteren Jahren Studium, das hauptsächlich zum Verfassen der Dissertation dient und außerdem eine Abschlussprüfung vorsieht. Interessant hierbei: Eine Doktorarbeit kann durch die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten ersetzt werden. Dies scheint auch in dem Zusammenhang wichtig, dass in Japan für Veröffentlichungen zumeist statt Honoraren für Veröffentlichungen Gebühren erhoben werden.

Unter allen Universitäten gibt es 591 so genannte Kurzuniversitäten (Junior Colleges), von denen 60 Prozent nur für Frauen bestimmt sind. Dies erklärt – leider – auch Studienfächer wie Buchführung im Haushalt. Daneben können aber auch Sozialwissenschaften und Sprachen studiert werden. Daneben gibt es auch 60 technische Fachhochschulen, die ähnlich den deutschen Fachhochschulen technisches und praktisches Wissen vermitteln wollen. Allerdings dauern die Studiengänge an den japanischen technischen Fachhochschulen in der Regel fünf Jahre.

Bei der Vielzahl an Universitäten bietet die Datenbank der japanischen Studentenorganisation, kurz JASSO http://www.jasso.go.jp
eine gute Hilfe:
Die Datenbank ist zu finden unter: http://www.jasso.go.jp/cgi-bin/user/univ_search.cgi

Außerdem ist folgende Internetseite zu empfehlen, auf der die wichtigsten Tipps und Hinweise für Studenten zu finden sind:
http://www.studyjapan.go.jp/en/index.html

Weiterhin lohnt sich ein Blick in den Studienführer Japan, den die Uni Kiel erstellt hat:
http://www.geophysik.uni-kiel.de/~geo43/other/studienfuehrerjapan/index.html

Das akademische Jahr
Das Studienjahr in Japan dauert von April bis März. Anders als in Deutschland beginnt damit das Studium zumeist mit dem Sommersemester. Über Bewerbungsfristen sollte man sich daher früh genug an der jeweiligen Universität erkundigen. An den meisten Hochschulen wird das Studienjahr in Semester vereinzelt auch in Trimester unterteilt. Die Sommerferien dauern, je nach Universität, meist von Mitte Juli bis Ende August. Die Winterferien um Neujahr (kein Weihnachten!) dauern etwa zwei Wochen, die Frühlingsferien im März/April durchschnittlich 40 Tage.

Gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen
Zwischen Deutschland und Japan besteht kein Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung von Studienleistungen, so dass Leistungen vor dem ersten berufsqualifizierenden Abschluss nicht in jedem Fall angerechnet werden.

Voraussetzung zur Zulassung an einer japanischen Hochschule
ist - neben ausreichenden Sprachkenntnissen - eine außerhalb Japans erbrachte, mindestens zwölfjährige Schulbildung, die auch im Heimatland zum Universitätsstudium berechtigt. Das deutsche Abitur wird also anerkannt. Einzige Ausnahme: das Abitur der Deutschen Schule Tokyo wird von staatlichen Universitäten nicht und von privaten Hochschulen teilweise akzeptiert.

Jede Universität prüft gesondert die Anrechenbarkeit der erbrachten Leistungen, so dass alle Nachweise in der Regel mit Übersetzung und näherer Erläuterung vorgelegt werden müssen.

Ein in Deutschland erworbenes Diplom bzw. ein Magister werden dem Shushi gleichgesetzt, berechtigen also nach obligatorischer Eingangsprüfung zum Doktorstudium.
Für Medizin und Zahnmedizin gibt es keinen Master-Abschluss, sondern nur die Promotion, die sechs Jahre nach dem Bachelor-Abschluss erfolgt.
Anders als noch vor ein paar Jahren ist die Promotion heute mit der in Deutschland vergleichbar. Im alten japanischen Verfahren erfolgte die Promotion praktisch automatisch nach langjähriger Hochschultätigkeit. Doch mit dem erfolgten Wandel ist es auch für Ausländer kein Problem mehr, in Japan zu promovieren. Auch Dissertationen in englischer Sprache sind Usus.

Zulassungsvoraussetzungen für Ausländer
Die Aufnahmebedingungen japanischer Universitäten variieren stark, so dass man sich besonders bei der Planung eines regulären Studiums (mit Abschluss in Japan) zuvor umfassend informieren sollte. Dies sollte möglichst frühzeitig erfolgen, d.h. etwa acht Monate vor geplantem Studienbeginn sollte man sich an das International Student Office der jeweiligen Universität wenden. Im Allgemeinen reicht eine Anfrage in englischer Sprache, besser ist jedoch eine Anfrage auf Japanisch. Die jährlich erscheinende Publikation "Life and Study in Japan" der JASSO befasst sich auch mit diesem Thema.
http://www.jasso.go.jp

In Japan benötigt man einen Bürgen, durch den z.B. die Zahlung von Studiengebühren sichergestellt ist. Obwohl es leichter ist, einen Bürgen zu finden, als zunächst anzunehmen, sollte dies ebenfalls vorab geklärt werden. So übernehmen einige private Universitäten die Bürgschaft gegen Hinterlegung einer höheren Geldsumme durch ihren Präsidenten inzwischen selbst. Stipendiaten des DAAD können den Leiter der DAAD-Außenstelle Tokio um eine Bürgschaft bitten.

Aufnahmeprüfungen
Je nach Ziel des geplanten Studienaufenthalts und den Bedingungen der Hochschule können fachliche und sprachliche Aufnahmeprüfungen erforderlich sein. Für reguläre Bewerber gibt es bis zu vier Prüfungen. Eine Prüfung, um die kein Austauschstudent herumkommt, der seinen Abschluss in Japan machen will, ist die General Examination for Foreign Students, die jährlich von der Association for International Education, Japan, kurz AIEJ in Tokio und Osaka durchgeführt wird. Informationen darüber, was in den Prüfungen verlangt wird und wie man sich am besten vorbereitet, kann beim Monbusho erfragt werden.
Außerdem ist für ausländische Studenten ein Sprachtest an den meisten Universitäten obligatorisch. Dieser Test ist in vier verschiedene Niveaus unterteilt. Von Studienbewerbern wird das Niveau 1 verlangt, d.h. 2000 chinesische Schriftzeichen (Kanji) und ca. 10.000 Vokabeln. Die bis zu diesem Kenntnisstand erforderliche Lernzeit wird mit etwa 900 Stunden angegeben. Der Sprachtest kann auch im Ausland abgelegt werden (in Deutschland an der Volkshochschule Düsseldorf). Genaue Informationen sind bei der
Volkshochschule Düsseldorf erhältlich.
http://www.duesseldorf.de/vhs

Will man den Test in Japan ablegen, wendet man sich am besten direkt an die

AIEJ
http://www.in32.com/AIEJ/examination/index_e.html

Für Studienfortsetzer, die sich nur für ca. ein Jahr in Japan aufhalten wollen ist es empfehlenswert, sich als Forschungsstudent (Kenkyusei) zu bewerben, da die Aufnahmeprozedur einfacher geregelt ist.

Unterkunft
Wie an den meisten Studienorten weltweit sind auch in Japan die günstigste Wohnmöglichkeit die Studentenwohnheime, egal ob öffentliche oder private Wohnheime. Hilfreich ist, wenn man sich an die International Student Centers der Hochschulen wendet. Behilflich ist auch die Deutsch-Japanische Gesellschaft.
Link: http://www.jdg.or.jp/deutsch.htm

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, eine Wohnung anzumieten. Jedoch sind hier nicht nur die Mietkosten zu beachten, die für ein 1-Zimmer-Appartement zwischen 600-900 Euro liegen. Hinzu kommt eine Kaution von drei bis sechs Monatsmieten, die jedoch auch nur teilweise zurückerstattet werden. Wohngemeinschaften findet man in Japan eher selten.

Visum und Krankenversicherung
Bei der Einreise nach Japan muss man über einen noch mindestens weitere sechs Monate gültigen Reisepass verfügen. Als Deutscher kann man zwar bei der Einreise ein Touristenvisum erhalten, dieses berechtigt aber nicht zu Studium oder Arbeit. Für Studenten empfiehlt es sich, genauere Auskünfte bei der Botschaft oder bei den Konsulaten zu erfragen. In der Regel wird einem Studenten ein Visum mit „College Status“ erteilt.

Bei einem Erstantrag, der direkt nach der Zusage durch eine japanische Hochschule gestellt werden sollte, in Deutschland ist mit einer sechs- bis achtwöchigen Bearbeitungszeit zu rechnen. Auf jeden Fall beschleunigen zusätzliche Bestätigungen oder Schreiben oder sogar die Beantragung von japanischer Seite (Hochschule, japanischer Bürge) den Vorgang. Trotzdem ist eine möglichst frühzeitige Anfrage (u.U. haben sich neue Vorschriften für Stipendiaten ergeben) und Beantragung äußerst ratsam. Manchmal wird das Visum erst unmittelbar vor dem Reisetermin erteilt.
Alle Antragsteller, die nicht von japanischer Seite gefördert werden, benötigen eine formelle Garantieerklärung eines japanischen oder in Japan ansässigen Bürgen.

Link zur japanischen Botschaft: http://www.botschaft-japan.de/

Was kann man an welcher Uni studieren?
Bei der Vielzahl der Universitäten und Studienfächer empfiehlt sich eine Recherche in folgender Datenbank:
http://www.jasso.go.jp/cgi-bin/user/univ_search.cgi

Hier ist eine Recherche nach Universitäten, nach Studienfächern und nach beidem gleichzeitig möglich.



Bildungsurlaub
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Auslandsbafög
Auslandspraktikum und Sprachkurs
Auslandsjobs
Auslandspraktika
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