Das nach seiner Lage am Äquator benannte Land Ecuador befindet sich am Pazifik im Nordwesten Südamerikas. Seine Hauptstadt ist Quito, wo es die meisten Universitäten des Landes gibt. Die wichtigsten unter ihnen sind die Universidad Central del Ecuador, die 1769 gegründet wurde, und die Pontificia Universidad Católica del Ecuador, die es seit 1946 gibt. Außerdem sind noch die Universidad de Cuenca (1868) und die Universidad de Guayaquil (1867) zu nennen.
Studiensystem und Abschlüsse
Es gibt in Ecuador zwei Studienabschnitte: pregrado und posgrado.
Pregrado
Nach dem ersten Abschnitt kann man die licenciatura erlangen, für die man in den meisten Fächern vier Jahre studieren und eine Abschlussarbeit schreiben muss. In manchen Fächern wie beispielsweise Architektur oder im Ingenieurswesen muss man teilweise aber auch bis zu sechs Jahre studieren und bekommt dann einen akademischen, berufsbezeichnenden Titel verliehen. Darüber hinaus gibt es im ersten Studienabschnitt noch die sogenannten Kurzstudiengäge, die mit dem tecnólogo beendet werden.
Posgrado
Im zweiten Studienabschnitt können die Studenten einen von zwei weiteren Abschlüssen erlangen: entweder nach der licenciatura innerhalb von zwei Jahren die maestria, zu der neben dem Besuch von Seminaren und Vorlesungen eine umfangreiche schriftliche Abschlussarbeit von 100 bis 150 Seiten gehört, oder ein Spezialisierungsprogramm, das mit dem especialista abgeschlossen wird. Auch der doctorado zählt zu den posgrados. Studenten, die eine licenciatura haben, können ihn innerhalb von drei Jahren erlangen, wenn sie eine Doktorarbeit schreiben und verteidigen.
Bewerbung
Bewerbungen für ein Studium können sowohl zum Sommersemester (April) als auch zum Wintersemester (Oktober) eingereicht werden, da das Studienjahr in zwei Semester unterteilt ist. Diejenigen, die als Vollzeitstudenten oder ohne eine Organisation wie den DAAD nach Ecuador gehen möchten, müssen einen Sekundarabschluss vorweisen können, der vom ecuadorianischen Bildungsministerium anerkannt worden ist. Abhängig von der Hochschule kann es sein, dass Studenten, die ein ganzes Studium absolvieren möchten, im Vorfeld eine Eignungsprüfung ablegen müssen. Wichtig sind auch ausreichende Spanischkenntnisse, um den Lehrveranstaltungen folgen zu können. Teilweise werden vor Semesterbeginn Vorbereitungskurse angeboten, von denen einige speziell für internationale Studenten vorgesehen sind und somit in einfacherem Spanisch abgehalten werden.
Sprachkenntnisse
Wie oben erwähnt sollten die Spanischkenntnisse zum Besuch der Lehrveranstaltungen ausreichen, denn es ist besonders ärgerlich, wenn man Studiengebühren zahlt und den Inhalt der Veranstaltungen nicht versteht. In Ecuador finden auch die Kurse, die speziell für internationale Studenten angeboten werden, in spanischer Sprache statt, aber an fast allen Universitäten können Sprachkurse belegt werden.
Studiengebühren und Lebenshaltungskosten
Ausländische Studenten müssen in Ecuador Studiengebühren zahlen, die je nach Hochschule variieren, aber generell kann man von mindestens 500 Euro pro Semester ausgehen. Allerdings gibt es auch Fächer, für die Gebühren von bis zu 2.500 Euro erhoben werden.
In Sachen Lebenshaltungskosten sollte man 600 Euro im Monat einplanen, aber gerade in Großstästen wie Quito ist das Leben deutlich teurer.
Davon gehen etwa 200 Euro für eine Unterkunft weg, die in der Regel nicht leicht zu finden ist. Da es nur wenige Wohnheime gibt, sollte man sich eher nach einer privaten Unterkunft umschauen. Vor allem in den Universitätsstädten vermieten viele Einheimische Apartments oder Zimmer an Studenten, um die eigenen Finanzen aufzubessern.
Visum
Ausländer, die sich zu Studienzwecken in Ecuador aufhalten, müssen ein Studentenvisum beantragen. Bei der Botschaft von Ecuador bekommt man Informationen bezüglich der notwendigen Unterlagen und Formulare. Hier erfährt man auch mehr zu den Bewerbungsmodalitäten der einzelnen Hochschulen.
Botschaft der Republik Ecuador
Kaiser-Friedrich-Straße 90
10585 Berlin
Tel.: 030-2 38 62 17
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