Studienführer Chile
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In Chile gibt es sowohl klassische Universitäten als auch berufsbezogene Institutionen, die praxisnahe Fächer anbieten. Dabei wird zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen unterschieden, und eine Privathochschule ist jeweils einer öffentlichen Hochschule zugeteilt. Das bedeutet, dass die meist älteren öffentlichen Hochschulen die privaten in Hinsicht auf Lehrpläne, Prüfungsvorgaben oder Ähnliches beaufsichtigen können, was sie aber nicht zwangsweise tun. Chile hat etwa 420.000 Studenten sowie weitere 150.000, die an berufsbildenden oder technischen Hochschulen ausgebildet werden.
Studiensystem Chile
Das chilenische Studiensystem ist in drei Abschnitte unterteilt, von denen der erste aus den dreijährigen Bachelorprogrammen besteht. Sie werden mit dem Bachiller abgeschlossen. Häufiger kommen aber die vier bis sechs Jahre dauernden Lizenziatsprogramme vor, die besonders bei den Ingenieurswissenschaften genutzt werden. Nach der ersten Studienstufe kann man innerhalb von weiteren zwei Jahren einen Magisterabschluss erlangen.
Im dritten Abschnitt haben die Studenten die Möglichkeit zur Promotion, sofern sie im Besitz eines Magistergrades sind. Diese Programme haben eine Dauer von drei bis fünf Jahren und werden mit einer schriftlichen Arbeit und deren Verteidigung abgeschlossen.
Bewerbung
Wer an einer Universität in Chile studieren möchte, benötigt das Abitur und ausreichende Kenntnisse der spanischen Sprache. In manchen Fällen muss man außerdem eine Aufnahmeprüfung absolvieren, um an der Universität eingestuft werden zu können. Wegen eventueller weiterer Kriterien sollte man sich im Vorfeld an die jeweilige Hochschule wenden.
Sprachkenntnisse
Ausländische Studenten, die nicht nur an internationalen Programmen, sondern auch an regulären Veranstaltungen teilnehmen möchten, müssen der spanischen Sprache mächtig sein, damit sie aktiv am Unterrichtbteilnehmen können.
Dafür bietet zum Beispiel das Instituto de Lenguas der Universidad de Concepción spezielle Sprachkurse für internationale Studenten an.
Dazu gibt es Informationen unter: http://www.udec.cl
Auch im Alltag ist die Beherrschung der Sprache ein großer Vorteil, denn die meisten Chilenen sprechen kein Englisch. Wegen der vielen sprachlichen Eigenarten in Chile bietet es sich an, einen Kurs vor Ort zu belegen oder sich einen Sprachlehrer mit chilenischen Wurzeln zu suchen.
Kosten und Finanzierungen eines Chile-Studiums
Studiengebühren in Chile
Alle chilenischen Hochschulen verlangen Studiengebühren, die im ersten und zweiten Studienabschnitt zwischen 250 und 3500 Euro liegen. Bestimmte Fachbereiche wie Medizin oder Pharmazie erheben weitaus höhere Gebühren als die "normalen" wie beispielsweise Sozialwissenschaften. Außerdem sind die Gebühren an Privathochschulen höher als an öffentlichen Hochschulen. Vor Beginn des Auslandsstudiums sollte man sich daher genau über die Kosten informieren.
Lebenshaltungskosten
In der Regel sind die Lebenshaltungskosten in Chile niedriger als in Deutschland, was aber nicht für Großstädte wie Santiago de Chile gilt. Etwa 600 Euro sollte man monatlich einplanen, um gut über die Runden zu kommen und einigermaßen komfortabel zu wohnen, denn die Wohnheime zum Beispiel sind für deutsche Ansprüche gewöhnungsbedürftig. Daher kommen Apartments oder Wohngemeinschaften eher in Frage, deren Mieten etwa zwischen 150 und 200 Euro liegen. Für die Suche wendet man sich an die Universitäten oder Studentenwerke.
Visum und Krankenversicherung für Chile
Für die Einreise nach Chile muss man ein Studienvisum bei einem chilenischen Konsulat in Deutschland beantragen. Dafür wird eine Bescheinigung der chilenischen Hochschule mit der Zusage und der Dauer des Aufenthaltes benötigt. Sollte das Visum bei Reiseantritt noch nicht vorhanden sein, genügt normalerweise der Antrag; für die Übergangszeit kann ein Reise- oder Touristenvisum ausgestellt werden. Der Reisepass, den man für die Einreise ebenfalls benötigt, muss noch mindestens acht Monate nach dem Einreisedatum gültig sein, aber wer ganz sichergehen will, erkundigt sich im Vorfeld am besten bei einem chilenischen Konsulat nach eventuellen neueren Regelungen. Wer es dann endlich nach Chile geschafft hat, muss sich so schnell wie möglich den Cedula Identidad Extranjeros, den Ausweis für Ausländer, bei der Policia Internacional besorgen.
Bezüglich einer Auslandskrankenversicherung wendet man sich am besten an seine heimische Krankenversicherung und lässt sich beraten. |
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