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Für die Hochschulbildung in Bolivien stehen Universitäten und den Fachhochschulen ähnliche Einrichtungen zur Verfügung. Sie sind sowohl staatlich, kirchlich als auch privat; diese sind größtenteils erst in den letzten 25 Jahren gegründet worden. Als alteingesessenste Universität gilt die Universidad Mayor de San Francisco Xavier. Sie wurde 1624 gegründet und ist somit eine der ältesten Universitäten von Amerika. Dagegen ist die Universität von San Andrés in La Paz, die es seit 1830 gibt, ist die größte bolivianische Universität.

Studiensystem
In Bolivien gliedert sich das Studiensystem in drei Abschnitte. Der erste besteht aus vier bis fünf Jahren und führt zum Lizenziatsabschluss oder zum Diplom. Für Jura oder Medizin benötigt man fünf bis sechs Jahre und erlangt dann den entsprechenden berufsbezeichnenden Titel.
Nach der ersten Stufe geht es weiter mit der zweiten, die zwei Jahre dauert und mit einem Maestría endet. Dazu gehören eine Magisterarbeit sowie deren erfolgreiche Verteidigung.
Der dritte Abschnitt ist die Promotion, für die man nach eigenständiger Forschung eine Doktorarbeit verfasst, die ebenfalls anschließend verteidigt werden muss.

Bewerbung
Um an einer Universität in Bolivien studieren zu können, benötigt man das Abitur und ausreichende Sprachkenntnisse. Darüber hinaus gibt es noch eine Aufnahmeprüfung für ausländische Bewerber für ein Vollstudium, mit deren Hilfe die Studieninteressenten an der Hochschule eingestuft werden. Je nach Hochschule kann es darüber hinaus noch andere Aufnahmekriterien geben; deshalb sollte man sich am besten direkt an die jeweilige Hochschule wenden.

Sprachkenntnisse
In Bolivien ist die offizielle Amtssprache Spanisch, aber zusätzlich gibt es noch die beiden Indianersprachen Quechua und Aimara. Fast ein Drittel der Bevölkerung spricht hauptsächlich Spanisch, das auch als Sprache in Ämtern und Schulen vorherrscht. Generell gilt, dass die spanischsprechende Bevölkerung, die überwiegend europäischer Abstammung ist, eine höhere Bildung und eine wirtschaftlich bessere Stellung als die eingeborenen Indianer hat. Diese sind erst seit 1953 gleichberechtigte Staatsbürger.
Man sollte als Studieninteressent in Bolivien bereits gute Spanischkenntnisse mitbringen. Für ausländische Studenten werden zwar verschiedene Sprachkurse während des Studiums angeboten, aber man kann erst mit ausreichenden Spanischkenntnissen voll studieren, weil nur sehr wenige Kurse auf Englisch angeboten werden.

Lebenshaltungskosten
Für die internationalen Studenten fallen in Bolivien Studiengebühren an, die je nach Hochschule unterschiedlich sind. Meistens sind die Gebühren der privaten Hochschulen deutlich höher als die der staatlichen, deshalb ist es am besten, wenn man sich vor Studienbeginn genau informiert.

Wohnen und Lebenshaltungskosten
Bei der Wohnungssuche ist das Exekutiv-Komitte der bolivianischen Universitäten (http://www.ceub.edu.bo/) gerne behilflich. In der Regel haben ausländische Studenten die Wahl zwischen Gastfamilien, Studentenwohnheimen oder Wohngemeinschaften.

Die Lebenshaltungskosten in Bolivien sind nicht sehr hoch; normalerweise müsste man mit etwa 400 Euro im Monat auskommen.

Visum und Krankenversicherung
Bevor man nach Bolivien reist, muss man bei einem bolivianischen Konsulat in Deutschland ein Studienvisum beantragt und bekommen haben. Dafür ist die Zusage der zukünftigen Hochschule vorzulegen, aus der auch hervorgeht, wie lange der Aufenthalt dauern wird. Ist das Visum zum Abreisezeitpunkt noch nicht fertig, muss man zumindest den Antrag vorzeigen können. Meistens wird dann provisorisch ein Touristen- oder Reisevisum ausgestellt. Darüber hinaus benötigt man einen Reisepass, der noch mindestens acht Monate Gültigkeit besitzt. Auf jeden Fall ist es von Vorteil, sich bei einem bolivianischen Konsulat nach eventuellen Neuregelungen zu erkundigen.

Internetadresse der bolivianischen Botschaft: http://www.bolivia.de/intro.html

Zum Thema einer geeigneten Auslandskrankenversicherung kann man sich am besten rechtzeitig bei der eigenen Versicherung in Deutschland erkundigen.




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