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FAQ zum Class Crashing für Semesterstudenten in den USA

Viele unserer Bewerber für ein Auslandssemester in den USA haben Fragen zum "Class Crashing", der gängigen Form der Kurswahl an amerikanischen Universitäten. Unser ausführliches FAQ soll dazu beitragen, den Prozess des "Class Crashings" etwas transparenter zu machen und dadurch zu erleichtern.

An den meisten unserer amerikanischen Partneruniversitäten erfolgt die Kurswahl für die Semesterprogramme im Rahmen des so genannten „Class Crashing“.

Dies bedeutet, dass die Kurswahl anders als bei Studenten, die ihr komplettes Bachelor- oder Masterstudium an der jeweiligen Universität absolvieren, nicht vor Beginn des Semesters online über das Intranet der Universität abgeschlossen werden kann, sondern erst nach Beginn des Semesters vor Ort im Dialog mit den Dozenten der gewünschten Kurse sowie den für sie zuständigen „Academic Advisors“ des jeweiligen Semesterprogramms.

Je nach Studienfach und Universität können sich der genaue Ablauf des „Class Crashing“ und die Chancen auf einen Platz in den gewünschten Kursen mitunter stark unterscheiden. Ein grundsätzliches Verstehen des „Class Crashing“-Prinzips sowie eine gute Vorbereitung auf die Kurswahl sind jedoch auf jeden Fall wichtig und hilfreich.

In der Folge haben wir daher einige häufig gestellte Fragen zu diesem Thema zusammengetragen und empfehlen jedem von euch, der sich für ein Semesterprogramm an einer Universität interessiert, an der die Kurswahl im Rahmen des „Class Crashing“ erfolgt, dieses FAQ aufmerksam zu lesen und uns bei Fragen zu kontaktieren. Wir hoffen, euch den Prozess des „Class Crashing“ durch diese Informationen etwas transparenter zu machen und dadurch zu erleichtern.


Was ist das „Class Crashing“ genau?

Der Begriff des „Class Crashing“ bezeichnet ein bestimmtes Kurswahlverfahren, das an vielen amerikanischen Universitäten vor allem für internationale Gaststudenten üblich ist.

Studenten, die an der jeweiligen Universität für ein komplettes Bachelor- oder Masterstudium eingeschrieben sind, können ähnlich wie an einigen deutschen Universitäten und Fachhochschulen ihre Kurse bereits vor Beginn des Semesters oder Trimesters online wählen. Wie an deutschen Hochschulen müssen auch an amerikanischen Hochschulen die Studenten einem recht genauen Studienverlaufsplan folgen und ihre Kurse in einer vorgegebenen Reihenfolge belegen. Bei der Kurswahl im Internet wird daher in der Regel überprüft, ob die „richtigen“ Kurse belegt werden und ob der sich registrierende Student die für seine Wunschkurse notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Häufig haben die Kurse so genannte „Prerequisites“, das heißt Kurse, die der Studenten bereits erfolgreich abgeschlossen haben muss, bevor er sich für den darauf aufbauenden Kurs registrieren darf.

Internationale Gaststudenten können dieses System der Onlinekurswahl in der Regel nicht nutzen, da es über sie keine Informationen im Intranet der Universitäten gibt, die Auskunft darüber geben, welche Kurse sie bereits belegt haben und somit eine Überprüfung der Voraussetzungen nicht möglich ist. Zudem wird von internationalen Gaststudenten eine höhere Flexibilität bei der Kurswahl erwartet, da sie an der Gastuniversität keinen Abschluss machen, sondern nur für ein Semester bleiben.

Die Kurswahl für die Semesterstudenten findet daher an den meisten Universitäten nicht vor dem Semester online, sondern nach Beginn des Semesters in Absprache mit den Dozenten statt. Dazu überprüfen die Dozenten anhand einer Notenübersicht („Transcript“), das jeder Bewerber mitbringen sollte, ob der Student für die Teilnahme an dem Kurs fachlich ausreichend qualifiziert ist. Außerdem wird geprüft, ob in dem jeweiligen Kurs noch Plätze frei sind. Sind beide Voraussetzungen erfüllt, ist die Aufnahme in den Kurs meist kein Problem. Wenn die Kurse schon belegt sind, was aufgrund der Tatsache, dass die einheimischen Studenten ihre Kurse ja bereits vor Semesterbeginn gewählt haben, durchaus passieren kann, müssen die Dozenten entscheiden, ob sie den Kurs erweitern und wie viele Studenten sie gegebenenfalls noch aufnehmen können. Auch wenn dies manchmal nicht beim ersten Veranstaltungstermin entschieden werden kann, ergeben sich in den darauffolgenden Tagen und Wochen meist doch noch Möglichkeiten, weil viele der einheimischen Studenten zunächst mehr Kurse wählen als nötig und dann einige ihrer Kurse wieder abwählen. Eine Garantie für ganz bestimmte Kurse gibt es an Universitäten, an denen die Kurse „gecrasht“ werden müssen, jedoch nicht und man sollte immer damit rechnen, dass die Kurswahl anfangs schwierig ist und nicht alle Wünsche in Bezug auf die Kurswahl in Erfüllung gehen können.


Warum werden die einheimischen Studenten bei der Platzvergabe bevorzugt?

Verständlicherweise sind die Universitäten verpflichtet, Studenten, die bei ihnen ein komplettes Studium absolvieren und hierzu ganz bestimmte Kurse in einer festen Reihenfolge absolvieren, vorrangig zu behandeln. Genauso bekommt ihr an eurer Heimatuniversität vermutlich auch erst den Platz in einem Kurs, der in eurem Studienverlaufsplan fest vorgesehen ist, bevor Gaststudenten aus anderen Ländern aufgenommen werden, von denen – wie von euch - einfach ein etwas höheres Maß an Flexibilität erwartet wird.


Ist es nicht unfair, dass die Kurse erst vor Ort gewählt werden können, obwohl internationale Semesterstudenten so hohe Studiengebühren zahlen?

Natürlich wäre es schön, wenn die Studiengebühren eine vorherige Kursregistrierung beinhalten würden, dies ist jedoch leider einfach nicht üblich. Ihr zahlt als Semesterstudenten auch nicht – wie oft angenommen wird – sehr viel mehr als die einheimischen Studenten, auch wenn deren eigentlichen Studiengebühren niedriger aussehen. Da die staatlichen Universitäten in den USA größtenteils durch Steuergelder finanziert werden, bezahlen
die kalifornischen Studenten (bzw. deren Eltern) über die Steuern schon einen Teil des Studiums - genauso wie ihr (bzw. eure Eltern) hier in Deutschland. Das betrifft übrigens auch scheinbar höhere Kosten für das Fitness-Studio, den Eintritt zu Sportveranstaltungen auf dem Campus und ähnliches.


Kann das „Class Crashing“ umgangen werden, wenn man sich für ein anderes Programm der Universität bewirbt?

Eine vorherige Kurswahl ist in der Regel höchstens dann möglich, wenn man über eine Hochschulkooperation an der Gastuniversität studiert oder das komplette Studium an der amerikanischen Universität absolviert. Wenn Freunde von euch über ein Austauschprogramm ihrer Heimatuni in den USA studiert haben, kann es daher durchaus sein, dass sie das „Class Crashing“ nicht mitmachen mussten. Jeder, der sich aber ohne Hochschulkooperation für ein Semesterprogramm bewirbt, muss damit rechnen, crashen zu müssen, wenn er nicht an eine der wenigen Universitäten geht, an denen eine Kurswahl vorab möglich ist. Wir geben euch gern Auskunft dazu, ob dies an eurer Wunschuniversität der Fall ist.


Liegt es an College Contact, dass die Kurse gecrasht werden müssen?

Nein, das „Class Crashing“ gilt für alle Studenten, die sich für ein Semesterprogramm bewerben, egal, ob über uns, eine andere Organisation oder als Direktbewerber. Das Programm und die Bedingungen der Kurswahl sind immer gleich.


Wovon hängt es ab, ob man einen Platz in seinen Wunschkursen bekommt?

Ob ihr einen Platz bekommen könnt, hängt davon vor allem ab, ob noch Plätze in den Kursen frei sind und ob die Dozenten gegebenenfalls über die offiziell maximale Teilnehmerzahl noch zusätzliche Teilnehmer aufnehmen können. Auch eure bisherigen Studienleistungen können hierbei eine Rolle spielen, die ihr in Form einer aktuellen Notenübersicht („Transcript“) nachweisen könnt.


An manchen Universitäten wird zusammen mit der Bewerbung eine Wunschkursliste eingereicht. Bedeutet dies, dass man an den Kursen auf dieser Liste auf jeden Fall teilnehmen kann?

Nein, die Wunschkursliste, die ihr bei einer Bewerbung für einige Universitäten wie zum Beispiel die UC San Diego oder die CSU East Bay einreichen müsst, ist keine Kursregistrierung. Sie dient der Uni nur zur Vorbereitung auf eure Kurswahl, um beispielsweise die Fachbereiche „vorwarnen“ zu können, wenn das Interesse an einzelnen Kursen besonders hoch ist. Die Kurswahl selbst erfolgt also auch bei Einreichen einer Wunschkursliste erst vor Ort zu Beginn des Semesters.


Ist das „Class Crashing“ an allen Universitäten und für alle Studenten gleich schwierig?

Wie leicht oder schwierig es ist, in bestimmte Kurse zu kommen, hängt sowohl von der Universität als auch vom Studienfach ab. In besonders beliebten Fachrichtungen – insbesondere BWL - in denen es oft weniger Plätze als Interessenten gibt, muss mit mehr Schwierigkeiten gerechnet werden als bei weniger frequentierten Fachrichtungen. An Unis, wie der SDSU, der CSU East Bay und der UC San Diego gibt es erfahrungsgemäß zudem durchschnittlich mehr Probleme bei der Kurswahl als an den anderen Partneruniversitäten, weil hier besonders viele Gaststudenten Kurse aus den Bereichen BWL und VWL belegen möchten. Wer also BWL studiert und an die SDSU geht, muss sich auf ein kompliziertes und längeres „Class Crashing“ einstellen, als jemand, der z.B. Biologie studiert und an die UC Santa Barbara geht. Nicht jeder wird also Schwierigkeiten bei der Kurswahl haben. Jeder sollte aber damit rechnen, dass er auf Alternativkurse ausweichen muss, da es immer vorkommen kann, dass Kurse schon voll sind oder sich beispielsweise zeitlich überschneiden.


Wie kann man sich auf das „Class Crashing“ vorbereiten?

Am besten schaut ihr euch vor Programmbeginn an, welche Kurse angeboten werden (der Stundenplan ist auf unserer Homepage auf dem Hochschulprofil verlinkt) und besprecht mit eurer Heimathochschule, welche Kurse euch angerechnet werden können. Wichtig ist, dass ihr euch dabei nicht nur 3-4 Kurse pro Semester/Trimester aussucht, sondern mindestens das Doppelte oder Dreifache. Je mehr Kurse für euch in Frage kommen, desto flexibler seid ihr vor Ort und desto stressfreier verläuft die Kurswahl, da ihr dann auf Alternativkurse ausweichen könnt, wenn der ein oder andere Kurs schon voll sein sollte. Außerdem könnt ihr so vor Ort auf die bereits von der Heimatuniversität „abgesegnete“ Alternativkursliste zurückgreifen und müsst dies über die Entfernung nicht noch mit der Heimathochschule besprechen.


Wie fragt man die Dozenten am besten nach einem Platz?

Wichtig ist, dass ihr immer freundlich und positiv auf die Dozenten zugeht und auch dann höflich bleibt, wenn der Dozent euch erst einmal nicht in den Kurs aufnehmen kann. Mit forderndem oder vielleicht sogar unhöflichen Verhalten erreicht man gar nichts. Zudem wird empfohlen, wenn möglich nicht als Gruppe zu den Dozenten zu gehen, da sie dann eher Nein sagen, als wenn man einzeln erscheint. Sinnvoll ist es auch, die Kurswahl begründen zu können, also erklären zu können, wie euer Wunschkurs in euren Studienverlauf passt, was euch besonders interessiert und weshalb eure Heimathochschule möchte, dass ihr diesen Kurs belegt.

Falls ihr gar nicht weiter kommt oder ihr euch von den Dozenten selbst einmal schlecht oder unfreundlich behandelt fühlt, sprecht bitte möglichst zeitnah mit dem International Office, da dieses sich dann gegebenenfalls an die Dozenten wenden kann.


Was kann man tun, wenn die Dozenten einen nicht mehr in den Kurs aufnehmen wollen?

Im Stundenplan („Schedule of Classes“) lässt sich bei den meisten amerikanischen Universitäten verfolgen, wie viele Plätze in den einzelnen Kursen zur Verfügung stehen, wie viele Plätze schon vergeben sind und wie lang die Warteliste ist. Gerade während der ersten Tage des Semesters/Trimesters sind viele Kurse schon belegt und die Dozenten können erst einmal keine weiteren Studenten aufnehmen. Nach kurzer Zeit ändert sich die Situation aber meist, da die einheimischen Studenten ihre Kurse noch tauschen und so wieder Plätze frei werden, die dann an internationale Studenten vergeben werden können. Wichtig ist daher, sich nicht „abwimmeln“ zu lassen und immer wieder zu den Kursen zu gehen. Oft klappt es dann irgendwann doch noch mit den Wunschkursen.

Auch solltet ihr schauen, ob der Kurs vielleicht mehrmals angeboten wird. Manchmal sind Veranstaltungen, die zu etwas unbeliebteren Zeiten, zum Beispiel am Freitag oder am Montagmorgen, stattfinden, noch offen. Wünschenswert wäre natürlich, dass ihr so viel Flexibilität mitbringt, dann auch solche Kurse zu nehmen.


Was macht man, wenn man ganz bestimmte Kurse braucht?

In diesem Fall gibt es mehrere Möglichkeiten:

1) Ihr bewerbt euch für eine unserer Partneruniversitäten in den USA, an der die Kurse vor Programmbeginn gewählt werden können. Derzeit ist dies nur an der HPU und der BU möglich. Auch hier gibt es keine Garantie, dass ihr an all euren Wunschkursen teilnehmen könnt, aber ihr erfahrt dies rechtzeitig vor Programmbeginn und könnt euch so früh genug um Ersatzkurse kümmern, so dass ihr vor Ort keinen Stress mehr mit der Kurswahl habt.

2) Ihr entscheidet euch für eine Universität in den USA, an der die Kurswahl zwar erst vor Ort stattfindet, das „Class Crashing“ weniger schwierig ist, z.B. die SJSU, die UC Santa Barbara oder die UC Davis. Hier sind die Chancen gerade in beliebten Fachrichtungen erfahrungsgemäß größer, auch tatsächlich in die Wunschkurse zu kommen.

3) Ihr bewerbt euch für eine Universität in einem anderen Land, zum Beispiel in Australien, Neuseeland oder Kanada, wo die Kurswahl an fast allen Unis vor Programmbeginn stattfindet.

Veröffentlicht am: 03.05.2010

Autor: Alexandra Michel



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