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Casa Xalteva Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht von n. N.
Hochschule: Casa Xalteva
Stadt: Granada
Land: Nicaragua
Studiengang:
Studienart: Sprachkurse
Zeitraum: Oktober 2009 bis November 2009
Bewertungen:
Studieninhalte:  (1.0)
Studienbedingungen:  (1.0)
Leben:  (1.0)
Fun:  (1.0)
Nutzen/Referenz:  (0.7)
Kosten:  (0.7)
Durchschnittsbewertung:  (0.9)
Fotos:
Bericht:
Eine meiner besten Entscheidungen 2009 war einen Spanischkurs in Nicaragua bei Casa Xalteva zu machen! Casa Xalteva ist ein gemeinnütziges Projekt, das vor allem armen Kindern der Region Hilfe bietet. Es lebt hauptsächlich von Sprachkursen und Spenden, aber viel mehr durch die Menschen, die dort arbeiten und sich einsetzen. Es ist unglaublich beeindruckend zu sehen, wie die Mitarbeiter dort mit den Kindern umgehen und wie sie sich um sie kümmern. Und genau das ist es auch, was diese Sprachschule so einmalig macht!!!

Mein Weg nach Nicaragua war zunächst ein wenig beschwerlich (der Flug dauerte doch länger als ich dachte), aber am Flughafen in Managua angekommen, wurde ich auch gleich durch Mitarbeiter von Casa Xalteva begrüßt und nach Granada zu meiner Gastfamilie gebracht. Da ich kein Wort Spanisch vor meiner Reise nach Nicaragua sprach, war es für mich sehr beruhigend, nun nicht nach einem Bus oder Taxi suchen zu müssen. Nach einer guten Dreiviertelstunde und den ersten Eindrücken vom Land mit all seinen neuen Gerüchen und Geräuschen, kommt man in Granada bei der Gastfamilie an.

Die großartigen liebenswerten Gastfamilien liegen alle samt nur einen Steinwurf von der Schule entfernt. Ich fiel förmlich vom Bett in die Schule! Man hat in der Regel immer ein Zimmer für sich allein oder zu zweit, wenn man nicht allein reist. Meine Gastfamilie war finanziell recht gut versorgt, da alle Mitglieder Arbeit hatten, doch natürlich gibt es auch Familien, die auf das Geld und die Unterbringung der Sprachschüler angewiesen sind. Man braucht sich aber trotzdem keine Sorgen machen, dass man schlecht untergebracht wird. Alle Sprachschüler waren super zufrieden mit ihren Unterbringungen, so wie ich auch.
Am Montag ging es dann auch gleich um 8Uhr los. Das hört sich jetzt vielleicht früh an, aber da man in Nicaragua mit der Sonne wach wird (so kam es mir zumindest vor), steht man völlig normal allerspätestens um 7Uhr auf (und da war ich schon ein Langschläfer). In der Schule wurden wir Sprachschüler dann in großer Runde nicht nur von Joan Carlos und den Mitarbeitern begrüßt, sondern auch von den Kindern, die dort am Vormittag betreut werden. Schon in dem Moment wird einem klar, dass das hier eine ganz besondere Schule ist.

Anschließend geht der Unterricht los. Maria, meine Lehrerin, ist wirklich sehr geduldig mit mir gewesen und hat mir bei meinen ersten Spanischschritten sehr geholfen. Wenn nicht viel los ist bei Casa Xalteva bekommt man hier nämlich ganz selbstverständlich ohne Aufpreis Einzelunterricht! So hangelte ich mich mit Marias Hilfe und mit Händen und Füßen durch meine Lektionen Spanisch. Wir haben uns trotz meinen Schwierigkeiten sehr gut verstanden und viel gelacht. Es ist wirklich beeindruckend, wie schnell man eine Sprache lernen kann! Das lag vielleicht auch daran, dass Englisch so gut wie nie möglich war und ich praktisch gezwungen war mich auf Spanisch durchzukämpfen. Auch in den Pausen und nach dem Unterricht sind die Lehrer und Mitarbeiter von Casa Xalteva immer dabei gewesen mir beim Lernen der Sprache zu helfen! Mein Spanisch war schließlich nach zwei Wochen sogar so gut, dass ich mich relativ anständig mit einer fremden älteren Dame auf der Straße unterhalten konnte!

Wenn die Kinder dann Mittagessen von Casa Xalteva bekommen, geht man selbst auch zum Mittag in die Gastfamilien. Reis (arroz), Hühnchen (pollo) und Platanos (eine Art Bananen) sind für mich der Inbegriff von nicaraguanischem Essen. Ich fand es immer sehr sehr lecker! Nach zwei oder mehr Wochen kann es jedoch sein, dass man auch mal genug von Reis hat, aber dafür gibt es den Markt oder wenn man es gar nicht aushält auch Restaurants in der Gringo Street (die Touristenstraße in Granada).

Granada ist ein wunderschönes kleines Städtchen am Lago de Nicaragua. Ich bin oft am Nachmittag einfach losgelaufen und fand mich meist entweder im Parque Central (einem kleinen zentralen Platz mit Brunnen, Bäumen, Bänken, Souvenirständen und Getränkeverkäufern), am See oder in den Straßen um den täglichen Markt wieder. Direkt beim Parque Central ist auch die Cathedrale, welche mit ihrer orange-roten Kuppel meist auf Postkarten zu sehen ist. Sehen kann man überhaupt sehr viel in Granada und Umgebung. Neben dem wohl besten Ausflugsziel: dem Vulkan Mombacho (beeindruckende Höhe, Aussicht und Vegetation) gibt es noch die Lagune (wassergefüllter Vulkankrater) und vieles mehr, was man in der Regel super günstig mit den gelben, ehemals amerikanischen Schulbussen – die hier öffentliches Verkehrsmittel sind- erreichen kann.

Casa Xalteva hat auch extra einen Mitarbeiter „Guapo“ (Spitzname), der sich gern unter der Woche einige Sachen einfallen lässt. Ob es eine Bootstour durch die Isletas auf dem Lago ist oder einfach nur eine Radtour, es lohnt sich. Guapo selbst ist als elfjähriger aus einem der ärmsten Bezirke Granadas zu Casa Xalteva gekommen als es noch ein Child Shelter war. Auch ein anderer Lehrer war vorher hier. Sie sind die besten Beipiele dafür, wie gut dieses Projekt und Casa Xalteva sind. Eine Unterhaltung mit ihnen und ein Besuch bei Guapos Familie hilft zu begreifen, wie anders ihr Leben hätte laufen können ohne Casa Xalteva!

In der Schule selbst, kann man auch sehr gut Zeit verbringen. Nach der Schule zum späten Nachmittag kommen ein paar Kinder wieder und freuen sich über jeden, der sich mit ihnen beschäftigt. So hab ich ein wenig Dame (in Schach hätte ich keine Chance!) und ansatzweise Fußball gespielt. Auch ließ es sich super einfach nur im Schaukelstuhl mit den anderen sitzen und reden, denn das ist es was man in Granada bei der Hitze macht. Wenn man möchte, kann man sich mit allem was man kann dort einbringen und über die Spanischkurse hinaus auch helfen. Sie sind für alles offen und freuen sich wirklich sehr, wenn man was anbieten möchte. Ich habe zum Beispiel, wie einige andere, Englischunterricht für Jugendliche gegeben mit denen ich mich auch nach dem Unterricht super verstanden habe. Mit den Kindern wurde aber auch vormittags oder wenn keine Schule war, etwas unternommen. So gab es auch einen internen Witzekontest, bei dem ich mit meinen Spanischkenntnissen kläglich versagte, aber den Kindern hat es wahnsinnig Spaß gemacht! Ein Pärchen aus Dänemark hat ein Spiel mit den Kindern veranstaltet und wir haben noch eine Party mit Piñata geschmissen. Tanzen musste man da natürlich auch. ;)

Am Ende fühlt man sich bei Casa Xalteva einfach nur zu Hause, sehr wohl und möchte nie wieder abreisen. Es ist für mich die ideale Art einen Spanischkurs zu machen, die Menschen kennen zulernen und zu helfen! Muchas Gracias Casa Xalteva por la experiencia sin parangon!

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