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Victoria University of Wellington Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht von Katharina M.
Hochschule: Victoria University of Wellington
Stadt: Wellington
Land: Neuseeland
Studiengang: Biology, Environmental Science
Studienart: Semester
Zeitraum: Oktober 2009 bis Februar 2010
Bewertungen:
Studieninhalte:  (2.0)
Studienbedingungen:  (1.3)
Leben:  (1.3)
Fun:  (1.3)
Nutzen/Referenz:  (1.3)
Kosten:  (2.3)
Durchschnittsbewertung:  (1.6)
Fotos:
Bericht:
Ich studierte für ein Trimester 2009 / 2010 an der Victoria University of Wellington (VUW) in dem Programm des ‚self directed study’. Dies gab mir auf der einen Seite viel Selbstverantwortung, jedoch mit einer wunderbaren Betreuung, die durch einen sehr persönlichen und relaxten Umgang mit meinem Supervisor und seiner ‚lab meeting group’ geprägt war. Auf der anderen Seite konnte ich mir meine Zeit selbst einteilen und bestimmen wann ich was mache.
Für das halbe Jahr wohnte ich in Wellington in einer WG die ich mir über
http://www.trademe.co.nz/ organisierte. Diese homepage ist übrigens in Neuseeland gut für alles; Autos, Wohnungen, etc.
Wellington ist eine super Stadt zum wohnen. Zwar relativ klein mit ca.250'000 Einwohnern, jedoch einiges zu bieten, kulturell als auch von Umland. Zu feiern gibt’s auch genug und alles ist zentral und gut zu Fuß zu erreichen. Somit war dies eine schöne Alternative zu Berlin, der deutschen Stadt in der ich studiere. Oft habe ich Kurztrips mit dem Van, den ich mir dort auch über trademe kaufte, unternommen. Es gibt so viele schöne Wälder, Strände und Routen zu wandern, zum schlendern oder zum total relaxen. Daher kam mir das ‚self directed study’ enorm entgegen, da ich mir meine Zeit selbst einteilen konnte. Andere Studierende im Bachelor haben doch einen etwas strikteren Plan mit wenig Flexibilität und viel Stoff zum Lesen.
Mein Studienprojekt bezog sich auf das Auswerten von Daten über die olfaktorische Kommunikation (Geruchsinn) des Spitzmaulnashorns in Südafrika. Die Daten wurden 2003-2005 von meinem Supervisor aufgenommen und warteten seitdem auf eine Analyse. Somit bekam ich Rohdaten, die es erst einmal in Exel einzutragen galt um anschließend statistisch auszuwerten. Dies benötigte viel Zeit, gab mir jedoch ein selbständiges Zeitmanagement. Danach schrieb ich einen Bericht, den ich zu einem kürzeren Paper umwandelte und nun veröffentlicht werden soll. Ich nahm regelmäßig an den Treffen der ‚lab meeting groupt’ meines Betreuers teil und präsentierte meine Arbeit nach deren Beendigung in diesem Rahmen mündlich.
Ich hatte immer das Gefühl ernst genommen zu werden, auch wenn die anderen Mitglieder bereits feste Stellen an der Uni hatte, ihre Doktorarbeit anfertigten oder die Masterarbeit schrieben.
Meine Arbeit fand im Rahmen meines Masterstudienganges, Ökologie, Evolution, Naturschutz (Potsdam) statt. Das 4.Semester belegte ich hier in Neuseeland, d.h. ich hatte den Großteil meiner Kursarbeit bereits hinter mir. Zuvor studierte ich den Bachelor Biologie an der Humboldt Universität in Berlin.
Diese Studium organisierte ich mir zum Großteil selbst. Collegecontact half mir bei dem Kontakt zur Uni, das Projekt und die Suche nach einem Supervisor blieben jedoch meine Aufgaben. Dies benötigt auf jeden Fall einiges an Zeit und Engagement, lohnt sich jedoch richtig !
Das Leben dort floss bei mir dann von alleine. Man hat ja viel Zeit wenn man neu in eine Stadt kommt. Die Menschen dort sind sehr offen und hilfsbereit, es ist leicht Fuß zu fassen und Menschen kennen zu lernen. Gerade Wellington biete dazu viele Möglichkeiten, auch über die Uni wird einiges angeboten wenn man möchte. Die Uniwohnungen sind denke ich überteuert und man findet leicht selbst etwas. Auch an den schwarzen Brettern der Unis sind viele private Angebote ausgehangen. Das Sommertrimester in dem ich dort studierte, bietet eine leichte Gelegenheit einen Wohnung zu finden, da viele Studenten über den Sommer weg sind, verreist oder arbeiten. Dies bedeutet jedoch auch, dass das Kursangebot im Sommer relativ dürftig aussieht und es schwierig sein könnte einen Kurs zu finden. Das Studium findet v.a. zu den beiden Wintertrimestern statt.
Ich wollte jedoch zwei Sommer am Stück genießen, was mir erfolgreich gelingt, wobei der Sommer oder das Wetter allgemein sehr von Wolken, starkem Wind und einem extrem schnellem Wetterwechsel dominiert ist. Das heißt an vielen anderen Orten gibt es mehr Sonnenschein und weniger Wind. Ich habe den Sommer in Wellington trotzdem sehr genossen und kann die Stadt nur weiterempfehlen.
Das Umland ist sehr schön und biete Möglichkeiten zu vielen Ausflügen. Das DOC (department of conservation) baut sehr viele Wanderwege aus. D.h. die Beschilderung ist enorm gut, oftmals gehen die Wegen von Autoprkplätzen los. Zudem wurden Hütten entlang der Wege gebaut, so dass man einfach und billig Trips mehrerer Tage unternehmen kann.
Die Uni hat auch eine selbstorganisierte Naturschutzgruppe an der jeder teilnehmen kann. Falls man sportlich interessiert ist gibt es auf jedem der 3 Campus ein ‚Recreation center’ das sowaohl Sportkurse als auch eine Gymnastikhalle anbietet und jeder Student für wenige dollar pro Trimester alles Kurse besuchen kann. – Die Yogakurse sind total schön – Auch werden Fußball- und Tennisplätze umsonst angeboten. Die Uni bietet ihren Studenten wirklich was und ist da wenn man Hilfe braucht.

Abschließen kann ich sagen, dass ich gar nicht mehr zurückwollte. Jedoch hier in Deutschland mein Studium beenden möchte, bevor ich irgendwo einmal, vielleicht ja Neuseeland, mich nach einem Job umschaue. Ich wäre gerne länger dort geblieben, jedoch hat Neuseeland sein Abkommen mit Deutschland und Frankreich, das es Postgraduierten erlaubte für ‚domestic fees’ zu studieren, abgeschafft. Nun hätte ich als internationale Studentin 9600 NZ$ gezahlt, und das war definitiv zu viel für mich. Die Gebühren der Einheimischen sind ok, man zahlt pro Kurs. Zudem habe ich von der VUW ein Stipendium bekommen, da ich ja eigentlich die Arbeit meines Supervisors machte.

Wenn ihr also Lust auf so was habt, zögert nicht, denkt nicht an Komplikationen, denn man kann eh nicht alles vorhersehen und planen. Wir Deutschen haben das so an uns, dass wir die Dinge ‚überplanen’ und dann teils enttäuscht sind, wenn es nicht so klappt wie wir uns das vorstellen. Und wenn man weit weg ist schrauben sich die Erwartungen automatisch runter, d.h. man kann ja nur positiv überrauscht werden. Das gilt jedoch für alle Bereiche :o)
Ich habe mich kaum vorbereitet und dort lief alles wunderbar. Einfach kommen lassen wenn man das Studium organisiert hat. Auch Wohnung war wie gesagt kein Problem.
Denkt an das tolle große Ungewissen das einem das Leben so enorm bereichern kann.

So have fun and enjoy your life any time

Best regards

Katha

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