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Edith Cowan University Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht von Lena O.
Hochschule: Edith Cowan University
Stadt: Perth
Land: Australien
Studiengang: Psychologie
Studienart: Semester
Zeitraum: August 2011 bis November 2011
Bewertungen:
Studieninhalte:  (2.7)
Studienbedingungen:  (1.0)
Leben:  (1.0)
Fun:  (1.0)
Nutzen/Referenz:  (2.7)
Kosten:  (3.0)
Durchschnittsbewertung:  (1.9)
Bericht:
Mein Auslandssemester an der Edith Cowan University in Perth war definitiv eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe! Das Studium in Australien ist allerdings so unterschiedlich zum deutschen oder holländischem Studium, dass es schwer zu vergleichen ist.
Erstmal hat man hier viel weniger Kurse. Ich absolviere mein Hauptstudium in Holland an der Rijksuniversiteit Groningen und ich muss pro Semester mindestens 6 Kurse belegen. An der ECU darf man allerdings höchstens 4 Kurse wählen und sogar 3 Kurse werden als Vollzeitstudium gewertet. Nun dachte ich mir natürlich, dass man pro Kurs mehr zu tun hat und der Zeitaufwand dadurch der Gleiche ist. Dies war glücklicher Weise aber nicht der Fall!! :-) Zwar muss man hier in jedem Kurs normalerweise während des Semesters ein bis zwei Aufsätze und am Ende des Semesters eine Klausur ablegen, allerdings ist der Lernaufwand weit weniger stressig als an europäischen Unis. Dadurch hat man glücklicherweise ein bisschen mehr Freizeit als normal und hat somit ausreichend Zeit für einen Nebenjob oder kann ganz einfach die Zeit im Ausland genießen und mehr unternehmen.
Was die Klausuren angeht, braucht man sich nicht allzu viele Sorgen machen, da man für gewöhnlich die Prüfungsfragen im Voraus bekommt und somit den Lernstoff sehr eingrenzen kann.

Organisatorisch kann ich die ECU nur loben! Man bekommt vorab genaue Informationen, wo man sich online über Kurse informieren kann und wie man sich einschreibt. Jedes Mal, wenn ich ein Problem oder eine Frage hatte, hat mir ein Mitarbeiter der ECU innerhalb eine Tages per e-mail geantwortet! Auch vor Ort ist immer genug Personal da um die Studenten zu betreuen. Die ECU veranstaltet zusätzlich eine ganze Woche, die orientation-week, in der man über alles genauestens informiert wird. Dies ist sehr hilfreich, allerdings war es für mich manchmal ein bisschen zu viel, da sehr viele Informationen immer wieder wiederholt werden.

Wovon ich etwas enttäuscht bin ist, dass man für die doch sehr hohen Studiengebühren nicht allzu viel von der Uni geboten bekommt. So muss man zum Beispiel für das Fitnessstudio extra bezahlen (und zwar nicht gerade wenig) und die zahlreichen Cafés auf dem Campus sind doch sehr überteuert, für das was man geboten bekommt.

Mit der Qualität meiner Kurse war ich sehr geteilter Meinung. Ich studiere Psychologie und war mit allen Psychologie-Kursen sehr unzufrieden und enttäuscht! Dies lag vor allem daran, dass die Dozenten hier lange nicht auf dem neusten Stand sind und die Lehrmethoden sehr veraltet sind. So hatte ich zum Beispiel einen Kurs, in dem es ausschließlich um Freud und Psychoanalyse ging. Dies wurde allerdings nicht kritisch betrachtet sondern unterrichtet als würde es heutzutage tatsächlich noch zutreffen! Da ich in meinem Auslandssemester aber nicht nur Kurse belegen musste, die ausschließlich mit Psychologie zu tun haben, habe ich mich zusätzlich für zwei komplett unterschiedliche Kurse entschieden: Forensic Genetics und Aboriginal Communities. Ich war absolut begeistert von Forensic Genetics! Wir waren jede Woche im Labor und haben gelernt DNA zu extrahieren und genetische Fingerabdrücke zu entwickeln. Der Professor war wirklich sehr gut! Er wusste auf alle Fragen eine Antwort, unterrichtete nur die neusten Forschungsmethoden und war sehr hilfsbereit. Mit dem Kurs Aboriginal Communities habe ich mich etwas schwerer getan, da sich rausstellte, dass er sehr geschichtlich basiert ist, was nicht gerade meine Stärke ist. :-) Der Dozent hatte allerdings ein sehr großes Wissen und war sehr kompetent!

Ich habe während des Semesters in dem Student Village nahe des Campus gewohnt, wovon ich allerdings nur abraten kann! Die Mieten sind extrem überteuert und man bekommt so gut wie nichts dafür geboten! Es ist kein Geschirr oder Kochzubehör vorhanden, man muss für sehr schlechtes Internet extra zahlen (und das nicht zu wenig!) und für das Wäschewaschen muss man auch drauf zahlen (3Dollar pro Waschmaschine, die nur 30Minuten wäscht! Und 2Dollar für den Trockner, den man gezwungen ist zu benutzen, da die Klamotten geklaut werden, wenn man sie aufhängt…) Wobei ich dazu sagen muss, dass ich auf dem Joondalup Campus gewohnt habe und der Mount Lawley Campus weitaus schöner sein soll und mehr zu bieten hat. Auf der Broschüre sieht es auch so aus als wäre auf jedem Campus ein Pool. Wir hatten allerdings keinen! Zusätzlich sind die Zimmer nicht sehr ansprechend und der Wohn-und Essbereich im Normalfall sehr verdreckt. Dies trifft auch auf die Badezimmer zu. Der einzige Vorteil ist, dass man es nur circa 1 Minute zur Uni hat. Allerdings kann man hier in der Lakeside Gegend für circa die Hälfte wohnen und hat dann ungefähr 2 Minuten zur Uni.

Bevor man sich dazu entscheidet an der ECU zu studieren sollte man sich auf jeden Fall informieren, ob die Kurse an dem Joondalup oder dem Mount Lawley Campus sind. Ich war an dem Joondalup Campus, der wirklich sehr schön gestaltet ist. Die Gebäude sind um einen See mit einem kleinen angrenzenden Park arrangiert, was wirklich sehr ansprechend ist! Auch Joondalup selbst ist ein sehr schöner Vorort mit einem Einkaufszentrum das so ziemlich alles zu bieten hat! Wenn man allerdings viel Wert auf Feiern und Nachtleben legt, sollte man sich definitiv für den Mount Lawley Campus entscheiden, da dieser sehr nah am Stadtzentrum ist. Um von Joondalup nach Perth zu kommen muss man für gewöhnlich circa 15 Minuten zum Zug laufen und dann nochmal 20-30 Minuten mit dem Zug in die Stadt fahren. Taxis kann man sich als Student für gewöhnlich nicht leisten (50-80Dollar!). Es gibt zwar einige nette Bars, wie das Sovereign Arms und auch ein paar Clubs, allerdings sind die für gewöhnlich total überteuert und es ist nie viel los.

Im Großen und Ganzen war mein Auslandssemester an der ECU sehr schön und ich habe viele neue Freunde kennengelernt! Es war schön, nicht von morgens bis abends nur mit Lernen und Uni beschäftigt zu sein und somit Zeit zu haben, sich Perth und Umgebung anzusehen und natürlich das wunderschöne Wetter und die Strände zu genießen! :-)

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