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San Diego State University Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht von Sven F.
Hochschule: San Diego State University
Stadt: San Diego
Land: USA
Studiengang: Art und Journalism
Studienart: Semester
Zeitraum: August 2009 bis Januar 2010
Bewertungen:
Studieninhalte:  (2.0)
Studienbedingungen:  (3.7)
Leben:  (1.7)
Fun:  (1.3)
Nutzen/Referenz:  (1.0)
Kosten:  (4.0)
Durchschnittsbewertung:  (2.3)
Bericht:
Erfahrungsbericht San Diego State University

Ein Auslandssemester, in den USA und zudem noch im „Traumstaat“ Kalifornien, das hört sich zunächst einmal nach viel Sonne, viel Party und einer Menge Abenteuer und Spaß an. Nun Abenteuer und Spaß gab es wirklich genügend und auch die Sonne war wohl da, jedoch wurde einem ziemlich schnell klar, dass ein ganzer Haufen Arbeit für Partys und das Faulenzen am Strand einspringen würde.
Um einen möglichst reibungslosen Start hinlegen, und das komplette Semester von Anfang an genießen zu können, hatten wir eine ganze Menge schon vor Beginn des Semesters erledigt. Wir hatten uns aus Deutschland ein Auto gekauft, das wir nur noch abholen brauchten, ein Apartment gemietet und sogar schon Matratzen bestellt um die erste Nacht auch irgendwo Schlafen zu können. Unitechnisch wird in Deutschland noch fast alles von „College Contact“ übernommen, was wirklich sehr angenehm ist.
In den USA angekommen geht es dann jedoch erst richtig los, man muss das Auto auf seinen Namen ummelden, man braucht Fernsehen, Handy und natürlich Möbel.
Das alles ist mit einer ganzen Menge Stress und Lauferei verbunden, jedoch nichts im Vergleich zur bevorstehenden Kurswahl an der Uni.
Da die Einheimischen Studenten ihre Kurse vor dem Semester online wählen können, sind die meisten Kurse zu Beginn des Semesters erst mal voll. Hier kommt das sogenannte „Crashing“ ins Spiel. Internationale Studenten müssen zu jeder Vorlesung die eventuell für sie in Frage kommen könnte und den Dozenten nach einem freien Platz fragen. Zu den Internationalen „Crashern“ kommen noch die Einheimischen, welche es versäumt haben sich Online anzumelden. Diese werden den Internationalen Studenten gegenüber bevorzugt.
Das Blöde an diesem System ist, dass die meisten Einheimischen sich nicht für die üblichen vier Kurse einschreiben, sondern eher für 6 bis 8 und dann in den ersten Wochen des Semesters entscheiden welche Kurse sie tatsächlich belegen. Somit kann natürlich auch der Dozent anfangs keine klaren Angaben zu freien Plätzen in seinem Kurs geben.
Es kann also durchaus passieren, dass man für 8 Kurse eine „mal schauen“ Antwort bekommt und in den ersten Wochen zu 8 Kursen rennen muss, von denen man eigentlich nur 4 belegen möchte.
Das zerrt erst mal alles an den Nerven, doch nach ein paar Wochen hat man fast alles Organisatorische erledigt und es kann endlich losgehen.

Die Uni

Die Uni ist erst mal ziemlich groß. Gut 30000 Studenten und eine Menge Wege sich zu verlaufen. Glücklicherweise sind die Fachbereiche so organisiert, dass man sich hauptsächlich an einem Ort des Campus aufhält. Der Campus selber ist sehr schön, viel Grün, viele Palmen und fast alles unter freiem Himmel. Die Sonne ist nun mal doch allgegenwärtig.
Für die Internationalen Studenten sind die netten Leute vom ALI zuständig, welche wirklich immer freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit waren. Auch wenn sie dieselbe Frage zum 100. mal beantworten mussten.
Eine richtige Mensa wie an deutschen Universitäten gibt es nicht, sondern nur diverse Fast-Food Restaurants. Hier gibt es aber immer gute und günstige Studentenpreise.

Das Studium

Das Studium war vom Niveau her eigentlich sehr ähnlich dem deutschen. Jedoch funktioniert das ganze System dort etwas anders. Das Studium ist einfach sehr viel verschulter und so ist es auch gar nicht in Ordnung bei einer Vorlesung unentschuldigt zu Fehlen. Eine Anwesenheitskontrolle ist auch bei größeren Vorlesungen per Unterschrift gang und gebe und wird in der Notengabe berücksichtigt.
Zur Anwesenheitspflicht kommen noch Hausaufgaben, welche ebenso Pflichtbewusst erledigt werden müssen und von Anfang an zur endgültigen Note zählen. In den meisten Kursen gibt es auch mehrere Zwischenprüfungen während des Semesters.

Wohnen und San Diego

Man wird sich daran gewöhnen müssen, dass Die Amerikaner generell einen anderen Hygienestandard haben als wir deutsche. Auch der öffentliche Umgang ist etwas anders. Die Kalifornier sind sehr höflich und hilfsbereit, aber auch oberflächlich und aufgesetzt.
Da San Diego sehr groß ist und Amerikanische Städte von Natur weitläufig sind, ist ein Auto mehr als empfehlenswert. Es gibt zwar Busse und sogar eine Straßenbahn, jedoch sollen diese nicht sehr vertrauenswürdig sein und der Ausbau des Netzes ist auch eher lächerlich im Vergleich zu einer deutschen Großstadt.

Fazit

Auch wenn sich vieles jetzt vielleicht Negativ angehört hat, so würde ich ein Auslandssemester an der San Diego State University durchaus empfehlen. Mann muss sich lediglich im Klaren sein, dass ein solches Vorhaben nicht nur Spaß und Party, sondern auch eine ganze Menge Arbeit bedeutet. Auch das Preisleistungsverhältnis ist in keinster Weise mit dem deutscher Universitäten vergleichbar.
Wem das klar ist und wer ein lehrreiches Semester mit vielen netten Leuten und viel Sonne erleben will, der sollte sich trotzdem nicht abschrecken lassen.

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