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University of Western Australia Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht von Ludger R.
Hochschule: University of Western Australia
Stadt: Perth
Land: Australien
Studiengang: School of Civil and Resource Engineering
Studienart: Semester
Zeitraum: Februar 2010 bis Juni 2010
Bewertungen:
Studieninhalte:  (2.3)
Studienbedingungen:  (1.7)
Leben:  (2.0)
Fun:  (2.3)
Nutzen/Referenz:  (2.0)
Kosten:  (3.7)
Durchschnittsbewertung:  (2.3)
Fotos:
Bericht:
Mein über College Contact organisiertes Auslandssemester in Perth Australien, habe ich im Zeitraum von Februar 2010 bis Juli 2010 an der University of Western Australia, angetreten. Hilfreich waren hierbei vor allem die Informationen die man über Visaantrag und Studienbedingungen (Toefl Test, erforderliche Vorleistungen der Kurse) von College Contact erhalten hat. Auch die Kontaktaufnahme zur UWA ist mir somit leichter gefallen da ich mir zu Anfang schwer tat, mich durch deren Homepage zu kämpfen. Sind erstmal alle Unterlagen wie Toefl Test und Zwischenzeugnis organisiert, erledigen sich die nächsten Schritte relativ schnell und beinahe von selbst. Lediglich mit der Überweisung eventuelle anfallender Studiengebühren solltet ihr nicht allzu lange warten, da diese bei Auslandsüberweisungen etwas länger benötigen können. Die Überweisung sollte zeitnah erfolgen da ihr daraufhin von der Universität ein Schreiben mit einem Code für den Visaantrag erhaltet. Das Visum wird Online beantragt und die Zusage erfolgt in der Regel innerhalb von 48 Stunden.

An der UWA habe ich unter anderem Sprachkurse (Französisch und Italienisch) und eine Ingenieurvorlesung für Offshore Foundations belegt. In allen Kursen müssen während des Semesters Hausarbeiten oder Zwischenprüfungen eingereicht werden, so dass die Gesamtnote nie zu 100 Prozent von der Endklausur abhängt. Ihr habt bei 4 Vorlesungen, in der Regel also immer etwas zu tun. Der Schwierigkeitsgrad liegt meiner Ansicht nach unter dem Niveau deutscher Universitäten, Probleme hat man höchstens mit dem englischen Fachvokabular. Für die Kurswahl sollte man sich ein bis zwei Tage Zeit nehmen und ebenfalls überprüfen ob die gewählten Vorlesungen miteinander kollidieren. In der Regel stehen euch immer hilfsbereite Volunteers oder Mitarbeiter zur Seite, denn das Service und Beratungsangebot an der UWA ist wirklich vorbildlich.

Für die Wohnungssuche in Perth habe ich ca.2 Wochen benötigt, während dieser Zeit habe ich im Hostel gewohnt. In der Regel könnt ihr auch eine Übergangsphase am Uni-Campus wohnen während ihr auf Wohnungssuche seid. Ihr könnt natürlich auch im College wohnen, ihr solltet euch hier aber bewusst sein, dass die meisten Studenten in Australien mit 17-22 Jahren deutlich jünger sein könnten als ihr. Für die Wohnungssuche eignen sich Internetportale wie „easyroommates“ oder „gumtree“ und flatmates, bessere Chancen eine Wohnung zu finden habt ihr ggf. über uni-interne Netzwerke zur Wohnungssuche. Falls eure Universität, Beratung und Information hinsichtlich Mietrechts in Australien anbietet solltet ihr dieses Angebot unbedingt wahrnehmen um keinen Vertrag einzugehen in dem ihr zu viele Pflichten annehmt, z.B. als Hauptmieter auftretet und für die Untermieter verantwortlich seid, auch über die Höhe der Kaution wird hier aufgeklärt. Ihr solltet auch nicht das erstbeste Angebot in Kauf nehmen wenn ihr davon nicht überzeugt seid, einige meiner Kommilitonen sind Verträge eingegangen in denen sie sich selbst zu viele Bedingungen, wie z.B. kein Besuch erlaubt, auferlegen lassen haben. Es lohnt sich also ein wenig mehr Zeit in die Wohnungssuche zu investieren, damit ihr am Ende mit eurer Unterkunft auch zufrieden seid.

Abschließend noch einige Worte zum Leben in Australien und was euch in Perth erwarten kann. Perth wird nicht umsonst „The most isolated city in the world“ genannt. Auch wenn die Stadt angeblich 1,5 Millionen Einwohner fasst, fühlt es sich doch manchmal an wie eine Provinzhauptstadt mit gefühlten zweihunderttausend Einwohnern. Wer also aus einer deutschen Großstadt kommt, sollte also zu einigen Abstrichen bereit sein. Perth und viele andere australische Städte, Sydney und Melbourne mal ausgenommen, bedeuten sich weit ausbreitende Stadtteile (Vororte) und haben in der Regel ein eher kleines Stadtzentrum. Die „Shopping Meile“ der Innenstadt lässt sich somit auf 2 Straßen, Murray and Hay Street zusammenfassen, Northbridge ist das Amüsierviertel mit vielen asiatischen Restaurants und Bars, Pubs und Clubs. Gewöhnungsbedürftigt ist hierbei die Sperrstunde die es für viele Bars und Pubs gibt, d.h. um Mitternacht ist Sperrstunde und Feierabend sofern man nicht eine andere Bar oder Club finndet. Die Zeiten in denen man Australien als preiswert bezeichnen konnte, sind wohl auch vorbei. Gerade Perth scheint, aufgrund seiner Abgelegenheit, relativ teuer zu sein. Für ein „Pint of beer“ zahlt man, je nach Marke, gerne 7 bis 9 Dollar und auch die Lebensmittel, welche man im Supermarkt kauft, liegen in der Regel über dem deutschen Preisniveau. Auch mit dem Public Transport muss man sich erst einmal anfreunden, die Busse und Bahne fahren nach keinem regelmäßigen Takt und ab einer gewissen Uhrzeit, in der Regel 18 Uhr, so gut wie gar nicht mehr.
Um nun nicht alles schlecht zu machen, es hängt natürlich auch viel von euern persönlichen Interessen ab und mit wem ihr eure Zeit in Perth verbringt. Wer sich für Sport begeistert, der hat in Perth viele Möglichkeiten: Rugby, Surfen, Windsurfen, Segeln, Jetskiing usw. Das Leben an der Westküste wird oft als „sportlich und gesund“ beschrieben. Gerade am Meer hat man hier, abgesehen von den Haien, mehr Möglichkeiten als an der Ostküste, wo Quallen oder Krokodile ein echtes Problem darstellen können. An den Stränden in und um Perth lässt es sich also gut aushalten, wer die Zeit hat sollte einen Trip in den Süden Richtung Margaret River und eine Abstecher in den Norden, nach Ningaloo und Sharkbay. Auch Rottnest Island kann einen Tagesausflug wert sein.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass auch wenn einiges in Perth sehr gewöhnungsbedürftig war,
war das Auslandssemester an der UWA eine tolle Erfahrung und kann von mir weiterempfohlen werden.

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