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University of Cambridge Erfahrungsbericht
| Erfahrungsbericht von André D. |
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| Hochschule: |
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University of Cambridge |
| Stadt: |
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Cambridge |
| Land: |
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England |
| Studiengang: |
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Geschichte, Politik, Wirtschaft |
| Studienart: |
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Summer Session |
| Zeitraum: |
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Juli 2009 bis August 2009 |
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| Bewertungen: |
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| Studieninhalte: |
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     (1.0) |
| Studienbedingungen: |
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    (2.0) |
| Leben: |
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     (1.0) |
| Fun: |
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      (0.7) |
| Nutzen/Referenz: |
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    (2.0) |
| Kosten: |
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    (2.0) |
| Durchschnittsbewertung: |
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     (1.4) |
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Bericht:
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Mitte Februar 2009 überlegte ich mir, dass ich den folgenden Sommer mit einer spannenden und nützlichen Erfahrung gestalten sollte. Nach der Abgabe meiner Dissertation hatte ich Zeit bis Oktober um meine Disputation vorzubereiten, also Gelegenheit für einen Schritt hinaus aus dem deutschen Uni-Alltag. Auf meiner querfeldein Suche im Internet bin ich auf college-contact.com gestoßen und war positiv angetan von der Vielfalt der Angebote. Für Cambridge habe ich mich vor allem aufgrund des guten Rufes und der damit verbundenen spannenden Geschichten entschieden. Sechs Wochen schienen mir ein angemessener Zeitraum, denn ich wollte nicht nur schnuppern sondern richtig in das Summer School Feeling eintauchen. Nach dem Ausfüllen der notwendigen Unterlagen erhielt ich relativ schnell eine Zusage für Term I und Term II. Beim „Papierkrieg“ unterstützte mich Annika von college-contact.com ausgesprochen geduldig.
Am 04. Juli 09 habe ich mit Hilfe von Raynair den Sprung auf die Insel geschafft. Ich nutzte die Verbindung Berlin Schönefeld – London Stanstad. Der Flughafen Stanstad liegt näher bei Cambridge als bei London und Raynair ist wirklich preiswert. Vom Flughafen benötigte ich mit dem Bus nur 40 Minuten bis zur Park Site in Cambridge. Von dort waren es noch einmal 5 Taximinuten bis zum Newnham College, in dem ich untergebracht war.
Das College ist eigentlich ausschließlich für weibliche Studentinnen gedacht. Diese Tradition wird lediglich für die Unterbringung von Summer School Studenten unterbrochen. Mein Zimmer war einfach und zweckmäßig eingerichtet. Der 1871 erbaute Gebäudekomplex strahlt mit seinem viktorianischen Baustil einen besonderen Charme aus. Der Charme der Sanitäranlagen lässt allerdings zu wünschen übrig. Sie befinden sich auf dem Gang und sind nicht für Männer und Frauen getrennt. Aus den Duschen tröpfelt zu kaltes oder zu heißes Wasser, manchmal funktionieren sie auch gar nicht. Als ich diesen Schock überwunden hatte stellte ich erfreut fest, dass sich der Campus direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet. Die wichtigsten Einrichtungen sind die Vorlesungsgebäude, die Bibliothek, der großen Plenarraum, die Kantine und das Summer School Office. Das Essen im College (Frühstück und Abendessen) überraschten mich positiv. Außerdem ergab sich beim gemeinsamen Essen die Möglichkeit viele andere Studenten kennenzulernen und Info´s über Vorlesungen oder/und Partys auszutauschen. Wer ein ähnlich gut gelegenes College mit einer besseren Zimmerausstattung sucht sollte sich in Selvyn- College unterbringen lassen.
Inhaltlich war Term I (4 Wochen) ausgesprochen vielfältig. Ich wählte drei Vorlesungsreihen zu den Themen:
- Sozialismus in Großbritannien und der Sowjetunion,
- Großbritannien im 20. Jahrhundert und
- Sozialismus, Kapitalismus und Krise.
Alle drei speziellen Vorlesungsreihen erfüllten meine Erwartungen voll. Zu diesen speziellen, frei zu wählenden Vorlesungsreihen trat am Vormittag noch eine Vorlesungsreihe „Understanding“, als Pflichtveranstaltung hinzu. In dieser Reihe hatte das Organisationsteam aus verschiedensten Wissenschaftsbereichen Experten eingeladen. Dieser interdisziplinäre Ansatz war ausgesprochen gelungen. Die Experten schafften fast alle für ihre Themen zu begeistern. Stammzellforschung, Iranisches Atomprogramm, Shakespeares Waffen oder die Erde als Sternenstaub, lauteten einige der toll aufbereiteten Themen.
Am Abend fand eine weitere, allerdings freiwillige, Vorlesungsreihe statt. Bei dieser versuchten die Organisatoren wissenschaftliche Informationen mit Unterhaltungswert zu verbinden. Dies gelang nicht immer. Bei einem wirklich verrückten und witzigen Thema, der Entschlüsselung des deutsche Enigma- Codes, glückte es jedoch ausgesprochen gut.
In Term II (2 Wochen) belegte ich die Vorlesungsreihen:
- der Aufstieg von Zivilisationen (komplexen Gesellschaften),
- das politische System Großbritanniens und
- gegenwärtige Bedrohungen für Großbritannien.
Der „Aufstieg von Zivilisationen“ war der „Hammer“! Eine extrem aufregende Vorlesungsreihe, welche uns Studenten von Ägypten über Mesopotamien nach Süd- und Mittelamerika führte. Diese Vorlesungen waren methodische und inhaltliche Highlights, leider im Gegensatz zu den anderen beiden speziellen Kursen. Diese waren durchschnittlich und wirkten auf mich wie lästige Pflichtveranstaltungen. Die interdisziplinäre Vorlesungsreihe am Vormittag gab es im Term II leider nicht. Die Abendvorlesungen blieben ein spannender Teil der Tagesplanung. Themen, wie „Indien, Diamant in der englischen Krone“ oder „Newton“ setzten Maßstäbe.
Die ca. 250 Studenten reisten aus 35 verschiedenen Ländern in Cambridge an. Je 30 Prozent der Studenten kamen jeweils aus Europa, Nordamerika und Ostasien. in Term I waren kaum Deutsche anwesend, da hierzulande noch Prüfungszeitraum war. Dies änderte sich nach meinem Eindruck dramatisch im Term II, wo sehr viele deutsche Studenten teilnahmen. Insgesamt herrschte eine ausgesprochen positive, offene und entspannte Atmosphäre. Dadurch waren viele Perspektivwechsel möglich. Für intensive Gespräche über die Lösungen aller gegenwärtigen und zukünftigen Probleme der Welt eigneten sich die vielen Kneipen in der Stadt hervorragend. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte. Wer auf der Suche nach einem Perspektivwechsel ist, für den bietet Cambridge einiges. Diese Feststellung gilt unabhängig vom Alter des jeweiligen potentiellen Studenten. Die Alterspanne reichte in diesem Sommer von 18 bis 81 Jahren, mit einem Schwerpunkt bei ca. 23 Jahren.
Am 15. August 2009 flog ich zurück nach Berlin mit verbesserten Englisch, fünfzig neuen Facebook-Freunden, einer Menge neuen Informationen aber vor allem mit unglaublich guten Erinnerungen. Insgesamt bin ich ausgesprochen zufrieden, mit dem Entschluss an dem Summer School Program in Cambridge teilgenommen zu haben.
Danke liebes college-contact.com- Team und beste Grüße
André Deinhardt
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